Der Maschinen- und Anlagenbau in Deutschland ist mit einem deutlichen Dämpfer ins Jahr 2026 gestartet. Im Januar lagen die Bestellungen preisbereinigt unter dem Vorjahreswert. Damit rückt die Frage erneut in den Fokus, wie belastbar die zuletzt etwas freundlicheren Stimmungsindikatoren tatsächlich sind – und wie stark geopolitische Risiken die Investitionsneigung zusätzlich bremsen.
Januar 2026: Minus 6 Prozent gegenüber Vorjahr
Nach Angaben des VDMA blieb der Auftragseingang im Januar 2026 real 6 Prozent unter dem Vorjahresmonat. Dabei zeigte sich die Schwäche sowohl im Inland als auch im Ausland:
- Inland: minus 8 Prozent
- Ausland: minus 5 Prozent
Innerhalb des Auslandsgeschäfts fiel die Nachfrage aus den Euro-Partnerländern mit minus 8 Prozent stärker zurück als das Geschäft mit Nicht-Euro-Ländern (minus 4 Prozent).
VDMA: Überraschend schwacher Start – geopolitische Unsicherheit als zusätzlicher Faktor
VDMA-Chefvolkswirt Dr. Johannes Gernandt spricht von einem überraschend schwachen Jahresauftakt, weil einzelne Stimmungsindikatoren zuletzt nach oben gezeigt hätten. Gleichzeitig mahnt er zur Einordnung: Es handelt sich bislang um einen Monatswert. Entscheidend werde sein, ob sich die Bestellungen in den kommenden Monaten stabilisieren oder ob die Investitionszurückhaltung anhält.
Als zusätzlicher Belastungsfaktor nennt der VDMA die wachsende geopolitische Unsicherheit. Der begonnene Krieg in der Golf-Region werde exportorientierten Unternehmen und ihren Kunden kaum dabei helfen, die globale Investitionsschwäche zu überwinden.
Drei-Monats-Blick: Orderminus, aber weniger stark
Im weniger schwankungsanfälligen Dreimonatszeitraum November 2025 bis Januar 2026 lag der Auftragseingang insgesamt real 2 Prozent unter Vorjahr. Auch hier blieb das Bild uneinheitlich:
- Inland: minus 4 Prozent
- Ausland: minus 1 Prozent
- Euro-Länder: minus 4 Prozent
- Nicht-Euro-Länder: Stagnation
Der Dreimonatswert deutet darauf hin, dass der Januar-Rückgang zwar ein Warnsignal ist, aber erst in Verbindung mit den kommenden Monaten eine belastbare Trendrichtung ergibt.
Einordnung für Unternehmen: Planung bleibt schwierig
Für den Maschinenbau bleibt damit die zentrale Herausforderung bestehen: Investitionsentscheidungen werden nicht nur durch Zinsen und Konjunktur geprägt, sondern zunehmend durch politische und geopolitische Risiken. Entsprechend schwierig bleibt die Planung – insbesondere für exportorientierte Unternehmen, die in mehreren Märkten gleichzeitig mit Unsicherheit und Zurückhaltung zu tun haben.
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