Energie & Nachhaltigkeit

TH OWL und indische Partner entwickeln Lösungen für dezentrale Energieversorgung

Die Technische Hochschule Ostwestfalen-Lippe und das National Institute of Engineering (NIE) in Mysuru entwickeln gemeinsam Ansätze für eine dezentrale Versorgung mit erneuerbarer Energie. Im Projekt „Indo-German Renewable Energy Initiative“ arbeitet ein deutsch-indisches Team an Mikronetzen, Wasserstoffspeicherung, Biogas und KI-gestütztem Energiemanagement.

Vier Teilnehmer des deutsch-indischen Energieprojekts auf dem Campus der TH OWL
Jesse Petau, Raghu Jayaramu, Ravikiran und Aditya Sharma (v. l.) arbeiten im gemeinsamen Projekt von TH OWL und NIE. Foto: TH OWL.

Das sechsmonatige Vorhaben gehört zum ASA-Programm und verbindet technische Forschung mit internationalem Austausch. Nach der ersten dreimonatigen Phase in Deutschland folgt die Arbeit am NIE im südindischen Bundesstaat Karnataka.

Erfahrungen aus OWL fließen in das Projekt ein

An der TH OWL untersuchte das Team solarbasierte Mikronetze, Batteriespeicher und Elektrolyseure. Ein Mikronetz verbindet lokale Stromerzeuger, Speicher und Verbraucher in einem räumlich begrenzten Versorgungsgebiet.

Im KraftwerkLand am Innovationszentrum Dörentrup lernten die Teilnehmer Anlagen zur Erzeugung von grünem Wasserstoff und zur Energiespeicherung kennen. Eine weitere Exkursion führte zu einer landwirtschaftlichen Biogasanlage. Die Einblicke halfen unter anderem dabei, Anforderungen an einen transportablen Elektrolyseur für mögliche Einsätze in Indien zu bestimmen.

Drei Arbeitsfelder für die weitere Entwicklung

Die indischen Partner bereiten einen Förderantrag zum Einsatz von Elektrolyseuren vor. Jesse Petau untersucht parallel wirtschaftliche und rechtliche Voraussetzungen für die Modernisierung oder einen Neubau einer Biogasanlage in OWL. Verglichen werden unter anderem die Stromerzeugung vor Ort und die Aufbereitung von Biogas zur Einspeisung in das Gasnetz.

Aditya Sharma entwickelt ein KI-gestütztes Energiemanagement für ein bestehendes Mikronetz im Raum Mysuru. Das System soll Wetterdaten, Erzeugung und Verbrauch auswerten, den Einsatz der Speicher steuern und den Bedarf an fossilen Notstromaggregaten verringern.

Pilotanlagen in Indien sind geplant

In der nächsten Phase sollen die Ansätze an die Bedingungen vor Ort angepasst werden. Geplant ist ein System aus Solar- und Windenergie, Batteriespeichern, Wasserstoff und bei Bedarf Biodiesel. Ein gemeinsamer Förderantrag sieht Pilotanlagen in den Siedlungen Lakshmanapura Hadi und Billenahosahalli Hadi vor.

Die Anlagen und ihr späterer Nutzen sind damit noch Projektziele. Betreut wird das Team von Professor Georg Heinrich Klepp an der TH OWL und Professor Shamsundar Subbarao am NIE.

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