Mastiaux will EnBW umkrempeln

Mastiaux will EnBW umkrempeln Karlsruhe (dapd-bwb). Auf die rund 20.000 Mitarbeiter der EnBW kommen unter der Führung des neuen Vorstandsvorsitzenden Frank Mastiaux einige Veränderungen zu. „Die Energiewelt von morgen wird sich grundsätzlich von der heutigen unterscheiden“, sagte Mastiaux zum Amtsantritt am Montag in Karlsruhe. „Vor diesem Hintergrund werden wir Energie neu denken, und wir werden die EnBW neu denken“, sagte der 48-Jährige weiter. Die EnBW sei nach dem beschlossenen Atomausstieg und durch zurückgehende Wirtschaftlichkeit konventioneller Kraftwerke unter Druck geraten. Aber auch die Reputation habe gelitten, unter anderem durch Geschäfte mit dem russischen Geschäftsmann Andrej Bykow, die derzeit auch von der Staatsanwaltschaft untersucht werden. „Wir sind nicht nur finanziell, sondern auch strukturell unter Druck“, sagte Mastiaux. Dies erfordere ein entschiedenes Handeln. Der von E.on gekommene Manager sagte, er werde dabei keinen „Blick in den Rückspiegel“ mehr zulassen. „Eine defensive Haltung verbietet sich“, sagte er. Stattdessen müsse das Unternehmen nach vorne schauen. Mastiaux forderte effiziente Strukturen und Prozesse, Offenheit für neue Partnerschaften und die Suche nach neuen Geschäftsmodellen. Ausbau der Erneuerbaren wird vorangetrieben Insbesondere der Ausbau der erneuerbaren Energien wird unter Mastiaux wohl deutlich forciert. „Das Thema werden wir noch mal neu aufladen“, kündigte er an. Wie der Energiemix der EnBW am Ende seines jetzt laufenden Fünf-Jahres-Vertrages aussehen wird, vermochte er aber noch nicht zu sagen. Er stellte aber klar, dass das Unternehmen in allen Bereichen, von Windkraft über Solarenergie, Biomasse und Biogas aktiv sein wird. Mastiaux hat ab 2007 bereits die Sparte erneuerbare Energien bei E.on aufgebaut. Zuletzt leitete der Chemiker die E.on International Energy, eine Unternehmenseinheit, die für Investitionen in Wachstumsmärkte außerhalb Europas verantwortlich ist. Die EnBW hatte im vergangenen Jahr nach dem beschlossenen Atomausstieg und Wertberichtigungen auf Beteiligungen einen hohen Verlust eingefahren. Unter anderem dank eines Effizienzprogrammes namens „Fokus“, das durch Desinvestitionen und Kosteneinsparungen mit 750 Millionen Euro im Jahr das Ergebnis entlasten soll, steht die EnBW in diesem Jahr wieder etwas besser da. Mastiaux stellt Beteiligungen auf Prüfstand Daran will Mastiaux anknüpfen: „Wir werden in die Prioritätenbetrachtung jedes Projekt im Kleinen wie im Großen einbeziehen.“ Das heißt: Alle Beteiligungen kommen auf den Prüfstand. Er kündigte außerdem an, dass auch die Mitarbeiter und Tarifpartner gefordert seien, ließ aber offen, was genau das heißt. Auch im Ausland könnte es zu Veränderungen kommen. Derzeit ist der Karlsruher Versorger auf fünf Märkten außerhalb Deutschlands aktiv. „Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass wir die Entscheidung treffen, in manchen Märkten unsere Aktivitäten noch zu verstärken und in anderen vielleicht nicht mehr so präsent zu sein“, kündigte Mastiaux an. Sein Vorgänger Hans-Peter Villis ging freiwillig, nachdem der Aufsichtsrat seiner Ansicht nach zu lange mit der Vertragsverlängerung wartete. Zudem galt das Verhältnis des Atomfreunds zum grün-rot geführten Land Baden-Württemberg als belastet. Das Land ist zusammen mit dem kommunalen Zweckverband OEW größter Anteilseigner bei dem Energiekonzern. Mastiaux sieht darin nach eigenen Angaben einen Vorteil. „Beide Eigner können hier einen sehr besonderen Beitrag leisten, jeder auf seine Weise“, sagte er. Das Land könne helfen in Fragen der Vernetzung. Und die OEW bringe eine starke regionale Verankerung ein. Die baden-württembergische Landesregierung setzt hohe Erwartungen in den neuen EnBW-Vorstandsvorsitzenden Frank Mastiaux. Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) sagte am Montag: „Wir sind überzeugt, mit Herrn Mastiaux den richtigen Mann für eine erfolgreiche Zukunft der EnBW gefunden zu haben.“ Ihn erwarte einer der spannendsten Posten in der gesamten Energiebranche. Der baden-württembergische Energieminister Franz Untersteller (Grüne) sagte auf dapd-Anfrage, Mastiaux sei ein ausgewiesener Kenner der erneuerbaren Energien. Er gehe davon aus, dass die ENBW ihren Beitrag leisten werde, damit die Energiewende gelinge. „Wir brauchen weiterhin einen großen und handlungsfähigen Energieversorger im Land.“ Der OEW-Vorsitzende, Landrat Heinz Seiffert, traut Mastiaux vor allem zu, die Rolle der EnBW als Dienstleister für die kommunalen, privaten und gewerblichen Kunden zu stärken. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) erwartet von dem neuen Konzernchef, dass die EnBW zu einem Flaggschiff der Energiewende wird. Aber auch die Anteilseigner, das Land und die OEW, müssten endlich eine klare Vorstellung davon entwickeln, wie der Konzern EnBW in Zukunft aussehen solle. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

Karge Zeiten für Commerzbank-Aktionäre

Karge Zeiten für Commerzbank-Aktionäre Düsseldorf (dapd). Aktionäre der Commerzbank müssen sich Medienberichten zufolge auf zwei weitere Jahre ohne Dividende einstellen. „Es wird schwierig, aber eine endgültige Entscheidung steht noch aus“, sagte ein Sprecher dem „Handelsblatt“ auf die Frage nach der Ausschüttung für das Jahr 2012. Zuvor hatte bereits die „Wirtschaftswoche“ unter Berufung auf Führungskreise berichtet, es werde auch für das Geschäftsjahr 2013 keine Dividende geben. Das niedrige Zinsniveau und der Ausstieg aus zahlreichen Geschäftsfeldern setzen dem Commerzbank-Gewinn stark zu. Die Dividende wird immer im Folgejahr ausgezahlt, nach dem entsprechenden Beschluss der Hauptversammlung. Somit würde die Dividende für das laufende Geschäftsjahr erst im nächsten Jahr den Anlegern gutgeschrieben. Gewinn sinkt Vorstandschef Martin Blessing hatte im Frühjahr eine Dividende für den Ausschüttungstermin nach der Hauptversammlung 2014 in Aussicht gestellt. Nun berichtete die „Wirtschaftswoche“ aber, es gebe derzeit kaum Chancen, das Versprechen einzuhalten. Ursache für die geplante Streichung sind dem Magazin zufolge die düsteren Aussichten: Wegen des niedrigen Zinsniveaus gibt es kaum Möglichkeiten, Kundeneinlagen profitabel anzulegen. Zudem sorgen Probleme bei Staats-, Schiffs- und Immobilienkrediten für Verluste. Im ersten Halbjahr sank deshalb das Konzernergebnis vor Steuern im Vergleich zu 2011 um etwa ein Viertel auf rund 900 Millionen Euro. Zuletzt erhielten die Commerzbank-Aktionäre für das Geschäftsjahr 2007 eine Dividende. An der Commerzbank hält der Bund ein Viertel der Aktien. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

Europachef von Thomas Cook steigt weiter auf

Europachef von Thomas Cook steigt weiter auf Eschborn (dapd). Der Europachef des angeschlagenen Reisekonzerns Thomas Cook, Peter Fankhauser, steigt weiter auf: Er übernimmt die Verantwortung für das britische Geschäft und behält gleichzeitig die Führung der kontinentaleuropäischen Märkte, wie der Konzern am Montag in Oberursel mitteilte. Fankhauser soll laut Mitteilung die Sanierung des Geschäfts in Großbritannien fortsetzen. Michael Tenzer soll die deutschsprachigen Märkte als Geschäftsführer verantworten. „Ich bin zuversichtlich, dass wir durch die engere Verzahnung unserer Geschäfte in Großbritannien und Kontinentaleuropa viel größere Synergien für die Gruppe heben können und unsere operative Effizienz verbessern können“, begründete Konzernchefin Harriet Green die Personalie. Thomas Cook (Neckermann, Öger) hatte zuletzt über eine Erholung des Geschäftes berichtet, nachdem wegen einer Nachfrageschwäche in England und der Krise in Nordafrika hohe Verluste aufgelaufen waren. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

Platz nach NSU-Opfer Yozgat benannt

Platz nach NSU-Opfer Yozgat benannt Kassel (dapd). Die Stadt Kassel hat einen Platz nach dem 2006 von Mitgliedern der rechtsextremen Terrorzelle Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) getöteten Internetcafé-Besitzer Halit Yozgat benannt und ein Mahnmal gegen rechte Gewalt eingeweiht. „Kassel steht für ein Deutschland, in dem alle in Freiheit und mit gegenseitigem Respekt und ohne Angst leben können“, sagte Oberbürgermeister Bertram Hilgen (SPD) am Montag. Dies solle am „Halitplatz“ sowie durch den Gedenkstein deutlich werden. Der Vater des Ermordeten, Ismail Yozgat, forderte die Hintermänner sowie die für Ermittlungspannen Verantwortlichen zu zur Rechenschaft zu ziehen. Hilgen sagte, die Familie von Halit Yozgat sei „quälend lange Zeit“ falschen Verdächtigungen ausgesetzt gewesen. Und noch immer gebe es viele offene Fragen zu der erst im Herbst 2011 aufgedeckten Mordserie. Ein Rechtsstaat wie die Bundesrepublik müsse diese „glasklar“ beantworten. „Sollten Fehlleistungen von Beteiligten festgestellt werden, müssen diese geahndet werden“, forderte der Oberbürgermeister. Hahn richtet persönliche Worte an Angehörige Hessens Justiz- und Integrationsminister Jörg-Uwe Hahn (FDP) bat die Angehörigen der Mordserie für die Fehler bei den Ermittlungen sowie falschen Anschuldigungen um Entschuldigung. „Ich möchte Entschuldigung dafür sagen, dass wir, unsere Mitarbeiter, auch die eine odere andere Verdächtigung im Zuge dieser Mordserie – für Sie sehr bedrückend, sehr persönlich – ausgesprochen haben“, sagte Hahn bei seiner an die Familienmitglieder Yozgats gerichteten Ansprache. Ähnlich äußerte sich auch Hahns thüringischer Amtskollege, Holger Poppenhäger (SPD). Er zollte vor allem dem Vater des Ermordeten, Ismail Yozgat, Respekt dafür, dass dieser „trotz des schweren Schicksals die Hand zur Versöhnung gereicht“ habe. Ismail Yozgat forderte unter Tränen restlose Aufklärung der noch immer unklaren Details der Mordserie. Auch die Mitarbeiter des Verfassungsschutzes, die „ihre schützende Hand“ über Täter und Hintermänner gehalten hätten, müssten zur Verantwortung gezogen werden, forderte er. Sein Vertrauen in die Institutionen des Rechtsstaat sei aber nicht erschüttert, erklärte er. Auch wenn er für den geschaffenen Gedenkplatz dankbar sei, wiederholte Yozgat sein bei der Gedenkveranstaltung für die NSU-Opfer im Februar in Berlin geäußertes Anliegen, die Holländische Straße in Kassel nach seinem Sohn umzubenennen. Diesen Wunsch „werde ich Zeit meines Lebens in meinem Herzen tragen“, sagte er. Botschafter: Morde haben Freundschaft nicht zerstört „Die Kugeln, die auf die deutsch-türkische Freundschaft abgefeuert worden sind, hatten keine Chance“, sagte der türkische Botschafter Avni Karslioglu. Die drei Millionen in Deutschland lebenden türkischstämmigen Menschen seien ein „starkes Band“, das die Beziehungen zwischen beiden Ländern zusammenhalte. Die Morde hätten aber auch gezeigt, dass der Dialog zwischen Deutschen und Migranten noch verstärkt werden müsse, betonte Karslioglu. Bundespräsident Joachim Gauck rief in einem von Stadtverordnetenvorsteherin Petra Friedrich (SPD) verlesenen Brief zur Wachsamkeit gegen Rechtsradikalismus auf. „Dieser Gedenkstein mahnt: Lassen Sie uns wachsam bleiben! Lassen Sie uns unermüdlich klarstellen, dass dieses Land keinen Extremismus duldet!“, heißt es in dem Brief. Der Bundespräsident forderte zudem weitere Aufklärung der Mordserie. Die zehn getöteten Menschen verdienten „unsere ganze Kraft, das Geschehene aufzuarbeiten“. Versäumnisse müssten benannt, Verantwortung bekannt werden. dapd (Politik/Politik)

Flugzeuginsassen müssen vorerst mit der Gefahr giftiger Luft leben

Flugzeuginsassen müssen vorerst mit der Gefahr giftiger Luft leben Berlin (dapd). Passagiere und Besatzung müssen wohl noch eine Weile mit der Gefahr vergifteter Luft im Flugzeug leben. Die Industrie arbeitet nach eigenen Angaben vom Montag an Modellen, wie die Verunreinigung der Kabinenluft grundsätzlich vermieden werden kann. Laut der Pilotenvereinigung Cockpit (VC) wurde die heutige Technologie in den 60er Jahren von den Herstellern eingeführt. Nur bei dem neuesten Flugzeug auf dem Markt, der Boeing 787 „Dreamliner“, kommt die Kabinenluft nicht aus dem Triebwerkskomplex. „Es gibt noch keine perfekte Lösung in der Schublade“, sagte VC-Sprecher Jörg Handwerg. Die VC fordere seit einiger Zeit, neue Flugzeugmuster nicht mehr mit der Luftversorgung aus dem Triebwerk, sondern von einem weniger kontaminations-gefährdeten Außenbereich auszustatten. Begründet worden sei der jetzige Standard damit, dass im Triebwerk ohnehin viel Luft umgesetzt werde und dort deshalb die Kompression für den Kabinen-Überdruck am ökonomischsten zu erzeugen sei. Bei schadhaften Dichtungen können Dämpfe in den Kreislauf der Kabinenluft gelangen. Handwerg wies aber darauf hin, dass die Vorfälle mit Dämpfen verbrannten Öls oder anderen giftigen Gasen in der Kabine „meistens nicht so dramatisch“ abliefen wie in dem jetzt diskutierten Germanwings-Fall. Dabei waren 2010 die Piloten so sehr in ihrer Wahrnehmungs- und Entscheidungsfähigkeit eingeschränkt, dass sie ihren A319 nur mit Mühe landen konnten. Am Wochenende räumte auch der Germanwings-Mutterkonzern Lufthansa Probleme mit kontaminierter Kabinenluft in seinem Riesenflieger A380 ein, bei dem teils Triebwerke hätten ausgewechselt werden müssen. Lufthansa arbeitet nach Angaben des Bundesverbandes der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) an einer Möglichkeit, den Schadensfall am Boden zu simulieren und so zu sicheren Erkenntnissen zu kommen. Auch das sei aber ein hochkomplexes Problem. Die SPD kritisierte Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) wegen seiner angeblichen Untätigkeit bei dem Problem. Der Minister verhalte sich nach dem „Motto der drei Affen: Nichts hören, nichts sehen, nichts sagen“, kritisierte der tourismuspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Hans-Joachim Hacker, in Berlin. Diese Ignoranz der seit Monaten diskutierten Risiken im Passagierflugverkehr sei „ein politischer Skandal“. Hacker fügte hinzu: „Das Schweigen von Minister Ramsauer zu dem aktuell bekannt gewordenen Vorfall führt zu der Frage nach der fachlichen Eignung.“ Die Zeit der Verharmlosung und Verdrängung sei vorbei. (Zwischenbericht Köln im Internet: http://url.dapd.de/PETH9U ) dapd (Politik/Politik)

Die Linke ist wieder da

Die Linke ist wieder da Berlin (dapd). Die Linke ist aus Sicht ihrer neuen Führungsspitze vier Monate nach dem turbulenten Göttinger Parteitag auf Erfolgskurs. „Es waren gute Monate für die Linke“, sagte die Vorsitzende Katja Kipping am Montag in Berlin. „Die Linke ist wieder da.“ Auch der Ko-Vorsitzende Bernd Riexinger zog eine positive Bilanz des „120-Tage-Programms“, das die beiden sich für ihren Start ins neue Amt gegeben hatten. Besonders zufrieden zeigten sich die Parteichefs damit, dass die Linke Diskussionen etwa über Altersarmut angestoßen habe. Die Bundestagsabgeordnete Kipping aus Dresden und der Stuttgarter Gewerkschafter Riexinger waren Anfang Juni an die Spitze der Partei gewählt worden. Zuvor hatten sich die Hauptflügel der Linken über Wochen einen erbitterten Machtkampf geliefert. Eine große Aufgabe der neuen Führung war es deshalb, die innerparteilichen Konflikte zu beruhigen. „Die Linke war in vielen Themen Taktgeber“ Kipping sagte dazu am Montag, es seien sicher nicht alle Konflikte verschwunden, aber es gebe jetzt „eine konstruktive Form des Austragens“. Riexinger betonte, in vielen Gesprächen seit dem Göttinger Parteitag sei klar geworden, dass die Linke eine gesamtdeutsche und pluralistische Partei sei. Er bezifferte das Ausmaß der Gemeinsamkeiten auf 80 Prozent. Beide Parteivorsitzenden zeigten sich erfreut über die Diskussionen während der Sommerpause. „Wir haben es geschafft, mit Themen präsent zu sein und haben auch den Kampf um die Meinungsführerschaft innerhalb der Opposition aufgenommen“, sagte Kipping. Als Beispiele nannte sie die Diskussionen über eine Reichensteuer, über eine „armutsfeste Rente“ und über die sozialen Fragen der Energiewende. „Die Linke war in vielen Themen Taktgeber und hat die anderen Parteien nach links getrieben.“ Riexinger verwies auf die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zum europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM), gegen den die Linksfraktion geklagt hatte. Das Gericht habe in seiner Entscheidung rote Linien gezogen, „was den Linken zu verdanken ist“. Kipping zeigte sich überzeugt, dass die Linke nun auch beim Wahlvolk besser ankommt. Der Abwärtstrend in den Umfrage sei gestoppt, es gebe sogar einen „kleinen Aufwärtstrend“. In weiteren 120 Tagen solle die Linke den Wiedereinzug ins niedersächsische Landesparlament geschafft haben und für die Bundestagswahl gut aufgestellt sein, sagte sie. Empörung über Merkels „Überlebensversicherungsmakler“ Scharfe Worte fanden Kipping und Riexinger für den designierten SPD-Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück. „Er steht für die Agenda 2010 und ist auch noch stolz darauf“, monierte Riexinger. Er kritisierte auch, dass Steinbrück eine Koalition mit der Linken ausgeschlossen hat. Die SPD müsse nun erklären, mit wem sie dann die Pläne des Ex-Finanzministers zur Bankenregulierung umsetzen wolle, die „ein Plagiat wichtiger Vorschläge der Linken“ seien. Riexinger unterstellte den Sozialdemokraten, auf eine große Koalition mit der Union hinzuarbeiten. Auch Kipping sagte, Steinbrücks Absage an Rot-Rot-Grün helfe Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) – er sei damit Merkels „Überlebensversicherungsmakler“. dapd (Politik/Politik)

Grüne begrüßen Steinbrück-Nominierung

Grüne begrüßen Steinbrück-Nominierung Berlin (dapd). Der Grünen-Parteivorsitzende Cem Özdemir hat sich erfreut über die Nominierung Peer Steinbrücks zum SPD-Kanzlerkandidaten gezeigt. Mit Steinbrück gebe es eine „große Chance“, die schwarz-gelbe Regierung abzulösen, sagte Özdemir am Montag in Berlin. Steinbrück habe bereits bewirkt, „dass die SPD wieder an einen Sieg bei der Bundestagswahl glaubt“. Die SPD wolle sich offensichtlich nicht damit zufriedengeben, Juniorpartner in einer großen Koalition zu sein, kommentierte Özdemir die einstimmige Entscheidung des SPD-Vorstandes für Steinbrück. Özdemir verwies auf die gemeinsam von SPD und Grünen regierten Bundesländer und sagte: „Was in den Ländern möglich ist, das ist auch im Bund möglich.“ Angesichts der „ernsthaften Chance“ einer rot-grünen Regierungskoalition sei es „geradezu absurd“, über eine mögliche Ampelkoalition mit der FDP zu diskutieren. dapd (Politik/Politik)

Dreyer hält Steinbrück für den richtigen SPD-Kandidaten

Dreyer hält Steinbrück für den richtigen SPD-Kandidaten Mainz (dapd). Die designierte rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) hat die Nominierung von Peer Steinbrück als Kanzlerkandidaten der SPD begrüßt. Dass die Partei sich einvernehmlich auf Steinbrück geeinigt habe, sei „die erste Voraussetzung für einen gemeinsamen Erfolg“, sagte Dreyer am Montag der Nachrichtenagentur dapd in Mainz. Steinbrück sei ein „ausgezeichneter Fachmann“ in der Wirtschafts- und Finanzpolitik. „So etwas ist in der Euro- und Finanzkrise unverzichtbar.“ Der SPD-Vorstand hat am Montag den früheren Bundesfinanzminister offiziell als Kanzlerkandidaten nominiert. Am 9. Dezember soll die endgültige Kür Steinbrücks auf einem Sonderparteitag folgen. dapd (Politik/Politik)

ADAC: 2011 wird vermutlich teuerstes Tankjahr aller Zeiten

ADAC: 2011 wird vermutlich teuerstes Tankjahr aller Zeiten München (dapd). Tanken ist im bisherigen Jahr in Deutschland so teuer gewesen wie noch nie zuvor. In den ersten neun Monaten des Jahres kostete ein Liter Super E10 durchschnittlich 1,610 Euro, wie der ADAC am Montag in München mitteilte. Im gesamten Vorjahr waren es 1,522 Euro. Für Diesel verlangten die Tankstellen von Januar bis September im Mittel 1,477 Euro. Das sind 6,6 Cent mehr als im Jahr 2011. Der ADAC geht deshalb davon aus, dass 2012 als bislang teuerstes Tankjahr in die Geschichte eingehen dürfte. Im vergangenen Monat mussten die Autofahrer so viel fürs Tanken zahlen wie in keinem anderen Monat zuvor. Ein Liter Super E10 kostete im Durchschnitt 1,671 Euro, wie der ADAC weiter mitteilte. Das waren 1,5 Cent mehr als im August und April, den bisherigen Rekordmonaten. Diesel lag mit einem Mittelwert von 1,524 Euro 0,2 Cent über dem bisherigen Allzeithoch vom März dieses Jahres. Im August hatte Diesel im Schnitt 1,512 Euro gekostet. Am 13. September hatte Super E10 mit einem Durchschnittspreis von 1,709 Euro auch den bisherigen Höchststand erreicht. Der teuerste Tag für Diesel im vergangenen Monat war der 9. September mit 1,546 Euro je Liter. Das bisherige Maximum vom 26. August wurde dabei lediglich um 0,8 Cent verfehlt. Die hohen Preise seien zu keinem Zeitpunkt des vergangenen Monats gerechtfertigt gewesen, beklagt der ADAC. Vielmehr hätten es die Mineralölkonzerne verstanden, „trotz der insgesamt günstigen Ölpreisentwicklung und des wieder erstarkten Euros den Autofahrern besonders tief in die Tasche zu greifen“. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

Deutsche Maschinenbauer klagen über Auftragsrückgang

Deutsche Maschinenbauer klagen über Auftragsrückgang Frankfurt/Main (dapd). Die Eurokrise und das Schwächeln der Weltkonjunktur dämpfen die Nachfrage nach deutschen Maschinen. Die Aufträge hätten im August preisbereinigt um elf Prozent unter dem Niveau des Vorjahresmonats gelegen, teilte der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) am Montag mit. Auffällig ist, dass die Bestellungen aus dem Ausland nicht länger die Schwäche der Maschinenbauer auf dem deutschen Markt überdecken. Im Inlandsgeschäft verbuchten die Unternehmen demnach 18 Prozent weniger Aufträge, im Ausland sechs Prozent weniger. Im Juli war das Auslandsgeschäft noch um acht Prozent gewachsen und hatte damit den ebenfalls starken Rückgang auf dem Heimatmarkt abgefedert. Nun kamen sowohl aus den Eurostaaten (minus neun Prozent) als auch aus der übrigen Welt (minus fünf Prozent) weniger Bestellungen. Auch im Dreimonatsvergleich sind Aufträge rückläufig Der weniger von Schwankungen beeinflusste Dreimonatsvergleich der Zeit von Juni bis August in diesem Jahr mit dem Vorjahreszeitraum habe jedoch ein Auftragsminus von nur vier Prozent ergeben, erklärte der VDMA. Die Inlandsaufträge lagen demnach bei minus zwölf Prozent. Die Auslandsaufträge stagnierten. „Es bleibt abzuwarten, ob und wann der Befreiungsschlag von Europäischer Zentralbank und Bundesverfassungsgericht vom September bei den internationalen Maschinenbaukunden seine Wirkung entfaltet“, sagte VDMA-Chefvolkswirt Ralph Wiechers zu dem Ergebnis. Damit sprach er die umstrittene Politik der EZB an, notfalls Anleihen angeschlagener Eurostaaten zu kaufen und die Billigung des Euro-Rettungsschirms ESM durch die deutschen Verfassungsrichter. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)