Heidelberg (dapd). Der angeschlagene Druckmaschinenhersteller Heidelberger Druck hat im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres seine Verluste ausgeweitet. Das Nachsteuerergebnis betrug von April bis September minus 104 Millionen Euro nach minus 66 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum, wie der SDAX-Konzern am Mittwoch mitteilte. Der Umsatz lag mit 1,22 Milliarden Euro 3,1 Prozent über dem Vorjahr. Grund für die Verluste sind Sondereinflüsse durch das Sparprogramm „Focus 2012“ sowie hohe Kosten für die Durchführung der Branchenmesse drupa im ersten Quartal und Produktanläufe. „Für Heidelberg gibt es derzeit nur ein Ziel: Die dauerhafte Rückkehr in die Gewinnzone“, sagte der im September neu angetretene Vorstandsvorsitzende Gerold Linzbach. Durch „Focus 2012“ sollen ab kommendem Geschäftsjahr etwa 180 Millionen Euro jährlich eingespart werden. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
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Axel Springer meldet stabilen Quartalsumsatz
Berlin (dapd). Die Axel Springer AG hat den Umsatz im Sommer trotz sinkender Erlöse im Printbereich annähernd stabil gehalten. Höhere Einnahmen aus digitalen Medien glichen im dritten Quartal im Jahresvergleich geringere Erlöse aus Zeitungen und Zeitschriften weitgehend aus. Wegen des guten ersten Halbjahres lag der gesamte Umsatz der Monate Januar bis September mit 2,41 Milliarden Euro zudem um 3,9 Prozent über dem Vorjahreszeitraum. Fortschreitende Digitalisierung präge die Geschäftsentwicklung, erklärte Springer am Mittwoch in Berlin. In den Monaten Juli bis September sanken die Erlöse des Konzerns gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 0,7 Prozent auf 787 Millionen Euro. Die deutschen Zeitungen büßten gegenüber dem Vorjahresquartal 7,1 Prozent Umsatz ein, die deutschen Zeitschriften 9,8 Prozent und die internationalen Printmedien 11,2 Prozent. Dagegen stieg der Umsatz der digitalen Medien um 15,9 Prozent auf 281 Millionen Euro. Das dritte Quartal bescherte dem Konzern einen Überschuss nach Steuern von 29,1 Millionen Euro. Der Überschuss lag in den ersten neun Monaten bei 188,7 Millionen Euro. Das Unternehmen bekräftigte sein Ziel, die Konzernerlöse im gesamten Jahr im einstelligen Prozentbereich zu steigern. „Axel Springen nimmt nach neun Monaten Kurs auf ein neues Rekordjahr“, sagte Vorstandschef Mathias Döpfner. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Deutsche Politiker gratulieren Barack Obama
Berlin/New York (dapd). Unmittelbar nach seinem Erfolg bei der Präsidentschaftswahl in den USA haben deutsche Spitzenpolitiker Barrack Obama gratuliert. Er freue sich für den wieder gewählten US-Präsidenten, sagte SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier am Mittwoch im ARD-„Morgenmagazin“. Aus europäischer Sicht sei Obama der richtige Präsident für die USA. Außenmininster Guido Westerwelle rechnet nach der Wahl „mit neuen Impulsen in der Abrüstung“.
Michael Otto will weniger Firmen von Ökostrom-Umlage befreien
Frankfurt/Main (dapd). Der Hamburger Versandhausunternehmer Michael Otto hat Einschnitte bei der Befreiung von Firmen von der Ökostrom-Umlage gefordert. „Die Ausnahmen sind zu breit gewährt worden. Die muss man deutlich straffen“, sagte Otto der „Frankfurter Rundschau“ (Mittwochausgabe). Nur für energieintensive Unternehmen im internationalen Wettbewerb sollten Ausnahmen gewährt werden. „Es wäre Unsinn, sie ins Ausland zu vertreiben, wo die Umweltstandards schlechter sind“, erklärte der Aufsichtsratsvorsitzende des Otto-Versandhauses. Die im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) festgelegte Umlage zur Förderung von Ökostrom wird auf den Strompreis aufgeschlagen. Sie ist umstritten, weil sie höhere Energiekosten für Firmen und Verbraucher bedeutet. Für 2013 soll die Umlage von 3,6 auf 5,3 Cent pro Kilowattstunde steigen. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte angekündigt, die Ausnahmeregelungen für Unternehmen prüfen zu lassen. Otto warf der schwarz-gelben Regierung Versäumnisse in der Energiepolitik nach der Abkehr von der Atomkraft vor. „Die Regierung hätte früher klarmachen müssen, dass die Energiewende nicht zum Nulltarif zu haben ist“ sagte er. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Grüne fordern weitere Milliarden-Einsparungen im Bundesetat
Berlin (dapd). Kurz vor der entscheidenden Sitzung des Haushaltsausschusses zum Bundesetat 2013 fordert die Opposition Union und FDP zu weiteren Einsparungen auf. In der „Bild“-Zeitung bezifferte die Grünen-Haushaltsexpertin Priska Hinz den Konsolidierungsspielraum im Bundeshaushalt auf mehr als drei Milliarden Euro.
Steinmeier setzt auf Obama
Berlin (dapd). Der SPD-Fraktionsvorsitzende und frühere Außenminister Frank-Walter Steinmeier rechnet nach der Präsidentschaftswahl in den USA mit wachsenden Ansprüchen der Amerikaner an ihre europäischen Partner. „Wir müssen mehr investieren in diese Zusammenarbeit über den Atlantik hinweg. Die Erwartung an uns wird eher steigen“, sagte Steinmeier am Mittwoch im ARD-„Morgenmagazin“. Über die transatlantische Zusammenarbeit müsse neu nachgedacht werden. Er freue sich für den wieder gewählten US-Präsidenten Barack Obama, sagte Steinmeier. Allerdings müsse man mit den Glückwünschen noch etwas vorsichtig sein, da der republikanische Herausforderer Mitt Romney seine Niederlage noch nicht anerkannt habe. Aus europäischer Sicht sei Obama der richtige Präsident für die USA, erklärte Steinmeier. dapd (Politik/Politik)
Jubel, wenn ein Bundesstaat wieder an Obama geht
Kaiserslautern (dapd). In der Atlantischen Akademie Rheinland-Pfalz in Kaiserslautern erinnern nur noch ein paar halbleere Cola-Becher, Luftballons und US-Fähnchen an die Election Party, an der etwa 250 Besucher teilnahmen. Barack Obama ist am Mittwochmorgen erneut zum Präsidenten gewählt worden und Wolfgang Tönnesmann könnte endlich schlafen gehen. Aber der Direktor der Atlantischen Akademie ist noch zu aufgekratzt. „Jetzt müssen wir sehen, ob sich die verschiedenen politischen Lager in den USA aufeinander zubewegen und das Land aus dem Stillstand herauskommt, sagt der 63-jährige Politikwissenschaftler. Tönnesmann verhehlt nicht, dass er sich über den Sieg des Amtsinhabers Barack Obama freut. „Er ist ein Pragmatiker, doch gleichzeitig wendet er sich gegen den vorherrschenden Zynismus und kämpft für den Fortschritt“, ist der Wissenschaftler überzeugt. Auch wenn er sich mit seiner Sympathie für Obama Umfragen zufolge mit den meisten Deutschen einig ist; hier in der Atlantischen Akademie trifft man am Wahlabend durchaus auch Befürworter Mitt Romneys, was für leidenschaftliche Diskussionen zwischen den Anhängern der Kandidaten sorgt. Das ist kein Zufall. In Kaiserslautern und in den benachbarten Kommunen sind seit Jahrzehnten bedeutende Standorte der US-Armee angesiedelt, wie beispielsweise die Ramstein Air Base. Auf dem größten Militärflugplatz der US-Luftwaffe außerhalb der Vereinigten Staaten sind Tausende von Soldaten stationiert. Hier hat man die Amis schätzen gelernt, die Konservativen und die Liberalen. „Wir haben den Amerikanern viel zu verdanken“ „Wir haben den Amerikanern viel zu verdanken, gerade hier in der Region wurde ein großer Teil des Wohlstands durch die US-Armee erwirtschaftet“, sagt Patrick Rahn, ein 24 Jahre alter BWL-Student, der aus dem benachbarten Enkenbach-Alsenborn stammt. So hätten etwa Rahns Großeltern die Einliegerwohnung in ihrem Haus über Jahre hinweg an Amerikaner vermietet. Daraus seien Freundschaften entstanden, die teilweise noch bis heute bestehen, sagt der Ökonom in spe. „Ein Amerikaner hat meinem Vater im Alter von 15 Jahren sogar das Autofahren beigebracht“, sagt der Mann mit dem Seitenscheitel und lacht. Im übrigen gehört Rahn nicht zu den Besuchern der Wahlparty, die jubelnd die Arme hochreißen, wenn auf dem Bildschirm wieder ein Bundesstaat gezeigt wird, der an den Amtsinhaber geht: „Aus deutscher Sicht wäre es besser, wenn die Amerikaner ihre Wirtschaft in Schwung bringen würden“, sagt Rahn. Daher wäre Romney der bessere Präsident gewesen. Heiko Duddecke gibt zu bedenken, dass Obama „natürlich die Presse auf seiner Seite hat“, was ihn ohnehin schon in ein günstiges Licht rücke. Dann sei er auch überzeugend als Krisenmanager während des Jahrhundertsturms „Sandy“ aufgetreten. „Diese Möglichkeit hatte Romney eben nicht“, sagt der frühere Oberstleutnant bei der NATO, die ebenfalls in Ramstein eine wichtige Kommandozentrale unterhält, und blickt etwas deprimiert auf die Leinwand. „Die Amis sind uns einige Jahre voraus“ Madita Wolf aus Bad-Kreuznach hält wenig von Romney. Obama gefalle ihr als Politiker besser, sagt die 25 Jahre alte Frau, die zurzeit das Abitur an einer Berufsfachschule nachholt und an diesem Abend mit ihrer Klasse nach Kaiserslautern gekommen ist. „Ich finde den amerikanischen Wahlkampf spannend. Nicht zuletzt deswegen, weil ich glaube, dass wir in Deutschland künftig ähnliche politische Probleme haben werden“, ist die junge Frau überzeugt und nennt als Beispiel die Pflege- und Gesundheitspolitik, die ja auch in Deutschland zunehmend zum finanziellen Problem werde. Der alte Präsident ist der neue Präsident. Es ist nicht solch eine historische Nacht, wie vor vier Jahren, als Obama zum ersten afroamerikanischen US-Präsidenten gewählt wurde. Dennoch geben sich die Organisatoren Mühe, das Publikum zu unterhalten. So werden auch Anekdoten werden, wie jene, dass der aus Rheinland-Pfalz stammende Cartoonist Thomas Nast vor fast 150 Jahren das Eselchen für die Demokraten und den Elefanten für die Republikaner populär gemacht hätte. dapd (Politik/Politik)
Bundesregierung bleibt bei Wüstenstromprojekt Desertec skeptisch
Osnabrück (dapd). In Deutschland wachsen Zweifel an einer zügigen Realisierung des Wüstenstromprojekts Desertec. Unmittelbar vor der am (heutigen) Mittwoch beginnenden Jahreskonferenz der Desertec Industrial Initiative sagte Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Mittwochausgabe): „Ich warne vor zu viel Euphorie.“
Leipziger Porsche-Werk erlebt Bewerberflut
Halle (dapd). Das Leipziger Porsche-Werk erlebt eine regelrechte Bewerberflut. Für die 1.000 neuen Arbeitsplätze durch die Werkserweiterung gebe es bereits 13.500 Interessenten, sagte Werkchef Siegfried Bülow der „Mitteldeutschen Zeitung“ (Mittwochausgabe) „Darunter sind viele Ostdeutsche, die seit Jahren in den alten Bundesländern arbeiten und nun zurückkehren wollen.“
Die Vergangenheit geht nicht nur die Betroffenen an
München (dapd-bay). Die frühere Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland, Charlotte Knobloch, fordert anlässlich des 74. Jahrestags der Reichspogromnacht eine stärkere Auseinandersetzung mit den Verbrechen des Nationalsozialismus. Die Mahnung, die vom 9. November 1938 ausgeht, sei in den Köpfen der Menschen in Deutschland leider nicht mehr präsent genug, beklagte Knobloch in einem dapd-Interview in München. „Weil Gedenken in weiten Teilen bereits zu einem Ritual geworden ist.“ Die Gedenkveranstaltungen am 9. November würden jedes Jahr organisiert; viele Menschen befassten sich daher nicht mehr damit, sondern wendeten sich lieber vollkommen neuen Angelegenheiten zu. „Diese Formen des Gedenkens sind bekannt, sie haben sich eingespielt, und es werden die immer gleichen Bekenntnisse und Beteuerungen ausgesprochen“, sagte die 80-Jährige. Inhaltlich erfreuten sich diese Botschaften zwar breiter Zustimmung in der Bevölkerung. „Aber ob man daran teilnimmt und ob man sich die Botschaften wirklich zu Herzen nimmt und sein eigenes Denken und Handeln daran ausrichtet, ist eine ganz andere Frage.“ Knobloch rief alle Bürger auf, sich der Erinnerungskultur in Deutschland anzuschließen. „Die Vergangenheit geht nicht nur die Betroffenen an, in Wahrheit sind alle in der Gesellschaft betroffen.“ Wer die Geschichte nicht kenne, wer nicht bereit sei, daraus zu lernen, der sei verdammt, sie zu wiederholen. Gerade jetzt, da die Zahl der Zeitzeugen immer kleiner werde, sei es ganz wichtig, „dass die Erlebnisgeneration den Stab der Erinnerung an die Erkenntnisgeneration übergibt“. Die Vizepräsidentin des Jüdischen Weltkongresses fügte hinzu: „Erkenntnis ist, wie wir wissen, ein anstrengender und mühsamer Prozess – der aber notwendig ist, um eine gute und friedliche Gegenwart und Zukunft für alle Menschen in unserem Land zu gestalten.“ Mit der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 bekam die Judenverfolgung im Deutschen Reich eine neue, grausame Dimension: Überall in Deutschland brannten Synagogen, Scheiben jüdischer Geschäfte wurden zertrümmert, Wohnungen verwüstet, jüdische Bürger misshandelt und ermordet. dapd (Politik/Politik)