Wolfsburg (dapd). Der VW-Konzern hat im ersten Halbjahr trotz weltweiter konjunktureller Probleme den Nettogewinn um 36 Prozent auf 8,8 Milliarden Euro gesteigert. Den Umsatz erhöhte der größte Autobauer Europas um fast 23 Prozent auf 95,4 Milliarden Euro, wie Volkswagen am Donnerstag in Wolfsburg mitteilte. Zu dem kräftig verbesserten Ergebnis trugen die anhaltend hohe Nachfrage nach den Modellen des Mehrmarkenkonzerns bei, aber auch die Übernahme des Lastwagenbauers MAN, die sich nun bei Umsatz und Gewinn positiv bemerkbar macht. Für das Gesamtjahr rechnet der VW-Vorstand weiter mit Umsätzen und Gewinnen über den Rekordständen des Vorjahres. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
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EU-Schuldenkrise lässt Konjunkturoptimismus der Deutschen schwinden
Nürnberg (dapd). Trotz Banken- und Schuldenkrise in Europa zeigen sich die Deutschen weiter in bester Kauflaune. Allerdings beurteilten sie im Juli die konjunkturelle Entwicklung im Land erneut skeptischer als im Vormonat, wie der Nürnberger Marktforscher GfK in seiner am Donnerstag veröffentlichten Konsumklimastudie mitteilte. Leichte Einbußen verzeichnete zudem die Einkommenserwartung, die aber weiter auf einem hohen Niveau liegt. Für den Gesamtindikator, den Konsumklimaindex, prognostiziert die GfK für August dennoch einen Anstieg auf 5,9 Zähler, von 5,8 Punkten im Juli. Der Konjunkturoptimismus der Deutschen schwinde, schreibt GfK-Autor Rolf Bürkl. Die Verbraucher befürchteten immer mehr, dass nun auch die deutsche Wirtschaft in den Krisenstrudel gezogen werde. Denn die wirtschaftlichen Probleme in Italien, Spanien und Großbritannien, wichtigen Handelspartnern Deutschlands, dürften nicht ohne Auswirkungen auf die Exportentwicklung in Deutschland sein. Der Index der Konjunkturerwartung verschlechterte sich daher zum zweiten Mal in Folge und büßte im Juli im Vergleich zum Vormonat 8,6 auf minus 5,6 Punkte ein. Er liegt damit erstmals seit Dezember 2011 wieder im Minus-Bereich. Einkommenserwartung bleibt stabil Geringfügige Abstriche muss auch der Index der Einkommenserwartung hinnehmen: Er sank um 3,8 auf 36,3 Punkte, bewegt sich laut GfK damit aber schon seit zwei Jahren – mit zwei Ausnahmen – stabil jenseits der 30-Punkte-Marke. Die steigende Beschäftigung und bessere Tarifabschlüsse ließen die Verbraucher darauf hoffen, künftig mehr Geld in der Tasche zu haben, erklärte Bürkl. Gestützt werde diese Einschätzung von der Inflation, die zuletzt die psychologisch wichtige Marke von zwei Prozent unterschritten hat. All das gebe den Menschen Planungssicherung und sorge dafür, dass sie die Zeit für größere Anschaffungen für günstig halten, schreibt Bürkl. So stieg der Index der Anschaffungsneigung im Juli zum dritten Mal in Folge und liegt mit 35,8 Zählern um 3,1 Punkte über dem Vormonat und um 1,7 Punkte über dem Vorjahr. Gestützt wird die Kauffreude der Verbraucher nach wie vor vom fehlenden Vertrauen in die Finanzmärkte und dem historisch niedrigen Zinsniveau. Statt ihr Geld also wenig gewinnbringend zu sparen, geben es die Menschen derzeit lieber für werthaltige Anschaffungen wie Möbel oder Immobilien aus. Für die aktuelle Konsumklimastudie befragte die GfK rund 2.000 Verbraucher. Die Ergebnisse der nächsten Befragung werden am 28. August veröffentlicht. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Siemens macht konjunktureller Abschwung schwer zu schaffen
München (dapd). Der Siemens-Konzern muss kämpfen, um seine bereits gekappten Gewinnziele zu erreichen. Der Vorstandsvorsitzende Peter Löscher sagte am Donnerstag in München, angesichts des verschlechterten Umfeldes sei es schwieriger geworden, die Prognose für das Geschäftsjahr zu erreichen. Von Oktober 2011 bis Juni 2012 erzielte der Konzern aus fortgeführten Aktivitäten einen Gewinn von 3,637 Milliarden Euro. Dies sind 37 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Bei der Vorlage der Halbjahreszahlen hatte Siemens die Ergebnisprognose von 6 Milliarden Euro auf 5,2 bis 5,4 Milliarden Euro gesenkt. Löscher sagte, die Abwärtsbewegung der Weltwirtschaft habe in den vergangenen Monaten zugenommen. „Wir spüren eine zunehmende Investitionszurückhaltung bei unseren Kunden und einen stärkeren konjunkturellen Gegenwind.“ Ziel sei, Produktivität und Effizienz zu steigern. Im Fernsehsender CNBC sagte Löscher, Siemens werde den Fokus auf Kosteneinsparungen zu legen. Zu Stellenabbau wollte er sich nicht direkt äußern. Er sagte aber, der Konzern solle schneller, schlanker und agiler werden. Siemens stehe ein „heißer Sommer“ bevor, erklärte Löscher. Im dritten Quartal konnte der Technologiekonzern seinen Gewinn aus fortgeführten Aktivitäten zwar um 61 Prozent auf 1,229 Milliarden Euro steigern. Allerdings war das Ergebnis im Vorjahr durch zwei außergewöhnliche Belastungen massiv reduziert worden. Der Umsatz legte von April bis Juni um zehn Prozent auf 19,5 Milliarden Euro zu. Der Auftragseingang fiel dagegen um 23 Prozent auf 17,8 Milliarden Euro. Im Jahr zuvor bekam Siemens von der Deutschen Bahn einen Milliardenauftrag für den Bau des ICx. Wegen des schwierigen Marktumfeldes will der Konzern, Osram nicht direkt an die Börse bringen, sondern Aktien des Tochterunternehmens an die Anteilseigner geben. Vor allem wegen der Verzögerungen bei der Anbindung der Windkraftanlagen in der Nordseee hatte der Konzern seine Ergebnisprognose vor drei Monaten reduziert. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Praktiker verringert Verluste um über 200 Millionen Euro
Kirkel/Hamburg (dapd). Bei der angeschlagenen Baumarktkette Praktiker greift die Sanierung: Im ersten Halbjahr dämmte der Konzern bei etwas niedrigeren Umsätzen die Verluste kräftig ein. Der Absatz sank bis Ende Juni zwar um 4,5 Prozent auf 1,55 Milliarden Euro, wie der Konzern am Donnerstag im saarländischen Kirkel mitteilte. Unter dem Strich waren die Verluste mit 97 Millionen Euro aber um zwei Drittel geringer als in der Vorjahresperiode, weil zahlreiche Sondereffekte aus der Sanierung wegfielen. Die Hamburger Tochtergesellschaft Max Bahr verdoppelte sogar den Betriebsgewinn auf 17 Millionen Euro. Die Marke Praktiker dagegen fuhr ein Minus von 50 Millionen Euro ein, etwa halb so viel wie im Vorjahreszeitraum. Praktiker will 120 der rund 230 deutschen Praktiker-Märkte auf Max Bahr umstellen und so die Krise überwinden. „Die stabile und gute Ertragsentwicklung von Max Bahr zeigt, wie richtig und wichtig die Entscheidung war, die Ausrichtung unseres Geschäftsmodells zu korrigieren und im Inland massiv auf den Ausbau von Max Bahr zu setzen“, sagte der Vorstandsvorsitzende Kay Hafner. Die Umsatzverluste auf Konzernebene führte er auf das schlechte Wetter und die kritische Wirtschaftslage zurück. Schlechtes Wetter im Frühjahr hält vor allem Gartenbesitzer vom Besuch eines Baumarkts ab. Unrentables Auslandsgeschäft soll verkauft werden Praktiker war wegen seiner jahrelangen Billigstrategie („20 Prozent auf alles“) und Missmanagements tief in die roten Zahlen gerutscht. 2011 machte das Unternehmen mehr als 500 Millionen Euro Verlust. Die Baumarktkette ist hoch verschuldet und ringt ums Überleben. Zur Sanierung braucht sie frisches Geld. In der Zukunft will der Konzern stärker auch unprofitables Auslandsgeschäft verkaufen. Im ersten Halbjahr fielen noch über 30 Millionen Euro Verluste im Ausland an. Praktiker hat viele Märkte in Problemländern wie Griechenland oder Rumänien. Auf der Hauptversammlung Anfang Juli hatte ein Sanierungskonzept von Hafner eine Mehrheit gefunden, das eine Kapitalerhöhung von 60 Millionen Euro bis Jahresende vorsieht. Außerdem sicherte Hafner der Baumarktkette ein Darlehen von 85 Millionen Euro vom US-Investmenthaus Anchorage. Insgesamt kostet der Sanierungsplan 160 Millionen Euro. Das Management hatte den Aktionären mit Insolvenz gedroht, falls der Plan nicht vollständig genehmigt würde. Am Mittwoch brachte sich der Firmenjäger Clemens Vedder als Investor ins Gespräch. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Geringere Ernte von Spargel und Erdbeeren
Wiesbaden (dapd). Das schlechte Wetter im Frühsommer hat die diesjährige Ernte von Spargel und Erdbeeren deutlich gemindert. Nach ersten Schätzungen des Statistischen Bundesamtes wurden bundesweit 9.450 Tonnen Spargel gestochen, knapp neun Prozent weniger als Vorjahr. Die Erdbeerernte belief sich auf 13.860 Tonnen und sank gegenüber 2011 um fünf Prozent. Eine Ursache seien die ungünstigen Witterungsbedingungen, teilte das Amt am Donnerstag mit. Spätfröste im Mai, Hagelschäden und ein feuchtwarmer Juni hätten die Erntemengen sinken lassen. Bundesweit wurde auf 18.300 Hektar Ackerfläche Spargel gestochen. Dabei waren die Länder Niedersachsen mit 4.100 Hektar und Nordrhein-Westfalen mit 3.100 Hektar führend. Bei der Erdbeerernte lag neben den beiden Bundesländern im Nordwesten auch noch Baden-Württemberg in der Spitzengruppe. Dort fiel die Ertrag an Erdbeeren allerdings 17 Prozent geringer aus als im Vorjahr. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
NS-Vergangenheit: Neumann fordert Öffnung der Wagner-Archive
Berlin/Bayreuth (dapd). Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) sieht für die Familie Wagner und die Bayreuther Festspiele eine „besondere Verantwortung“ zur lückenlosen Aufarbeitung der NS-Zeit. „Die aktuelle Festspielleitung ist sich dieser Verantwortung bewusst und stellt sich ihr“, sagte Neumann der Nachrichtenagentur dapd. Er erwarte jedoch, dass sowohl die Leitung als auch die Familie Wagner „auf diesem Weg weiter vorangehen – hierzu gehört insbesondere auch die Zugänglichmachung aller Archive“. Neumann sagte weiter, „die Verbindungen der Festspiele zum Nationalsozialismus und seinen Vertretern in den Jahren 1933 bis 1945 sowie die antijüdische Haltung des Hauses Wagner – auch schon vor dem Jahre 1933 – stellt ein besonders dunkles Kapitel in der deutschen Musik- und Kulturgeschichte dar“. Aus dieser Geschichte resultiere „eine besondere Verantwortung der Bayreuther Festspiele zur lückenlosen Aufarbeitung der eigenen Vergangenheit“. Die neue Spielzeit in Bayreuth war am Mittwochabend mit der Oper „Der Fliegende Holländer“ eingeläutet worden. Kritiker hatten dem Opernhaus zuvor vorgeworfen, eine intensive, selbstkritische Aufarbeitung der NS-Zeit bisher versäumt zu haben. Anlass der Debatte war der plötzliche Rauswurf von Bass-Bariton Evgeny Nikitin wegen Nazi-Tätowierungen. dapd (Politik/Politik)
CDU will Wahlrecht-Verhandlungen noch im August
Düsseldorf (dapd). Die Regierung plant eine zügige Neuregelung des vom Bundesverfassungsgericht gekippten Wahlgesetzes. „Wir werden als Koalition aber noch in der zweiten Augusthälfte mit SPD und Grünen in Verhandlungen treten“, sagte Unionsfraktionsvize Günter Krings (CDU) der „Welt“ (Donnerstagausgabe). Ziel sei es, mit SPD und Grünen zu einer gemeinsamen Lösung zu kommen. „Schön wäre es, wenn wir in diesem Jahr parteiübergreifend zumindest einen Gesetzentwurf einbringen könnten, damit die nächste Bundestagswahl rechtlich auf sicheren Füßen steht.“ Das Bundesverfassungsgericht hatte das vor einigen Monaten reformierte Bundeswahlgesetz zuvor in zentralen Punkten für verfassungswidrig erklärt. Das Wahlrecht muss nun rasch neu gestaltet werden, damit es bei der kommenden Bundestagswahl im Herbst 2013 angewendet werden kann. Damit habe das Gericht alle Fraktionen vor eine Aufgabe gestellt, die überaus kompliziert sei, sowohl zeitlich wie inhaltlich, sagte der Parlamentarische Geschäftsführer der Unionsfraktion, Michael Grosse-Brömer, der „Rheinischen Post“. Die wichtigste Veränderung betrifft die umstrittenen Überhangmandate, die zuletzt in erheblicher Zahl anfielen. Bei der Bundestagswahl 2009 gab es 24 Überhangmandate – alle gingen an die Union. Das Verfassungsgericht setzte nun eine „zulässige Höchstgrenze“ von 15 Überhangmandaten fest. Vorwürfe an die Verfassungsrichter Krings warf den Verfassungsrichtern vor, sich nicht an eigene Maßstäbe zu halten. Die vorgegebene Grenze sei nicht begründet. „Die Zahl ist eine reine Setzung“, sagte Krings und fügte hinzu: „Ich fände es schön, wenn das Gericht die Begründungsanforderungen, die es in den letzten Jahren ständig an den Gesetzgeber stellt, selbst genauso ernst nehmen würde.“ Dabei verwies er auf vorangegangene Urteile zur Pendlerpauschale und Hartz IV. Damals habe das Gericht verlangt, dass die Gesetzgeber „die genaue Höhe bestimmter Summen begründen. Nun verkündet es pauschal eine bestimmte Zahl für die Überhangmandate. Das passt nicht zusammen.“ Wie die „Frankfurter Rundschau“ (Donnerstagausgabe) unter Berufung auf Berechnungen des Göttinger Parteienforschers Stephan Klecha berichtete, gäbe es bis zu 27 Überhangmandate im Bundestag, wenn am Sonntag auf Basis des bisherigen Wahlrechts gewählt würde. Der Wissenschaftler ermittelte die Zahl auf Basis der Emnid-Umfrage vom 22. Juli. dapd (Politik/Politik)
17 deutschen Banken droht Herabstufung
Berlin (dapd). Moody’s legt abermals nach: Nach der schlechteren Beurteilung des Bundes und mehrerer Bundesländer senkt die Ratingagentur auch den Ausblick für 17 deutsche Finanzinstitute von stabil auf negativ. Den Schritt vom Mittwochabend begründete die Agentur als Konsequenz aus den Rating-Herabstufungen vom Wochenbeginn. Zu den betroffenen Instituten zählen zumeist Landesbanken, aber etwa auch die Deutsche Industriebank IKB und die Postbank. Moody’s hatte am Dienstagabend den Bonitätsausblick für Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Nordrhein-Westfalen und Sachsen-Anhalt sowie für den temporären Euro-Rettungsschirm EFSF gesenkt. Die Bewertungen der Kreditwürdigkeit blieben unverändert. Zuvor hatte die Agentur den Ausblick für Deutschland herabgesetzt. Mahnung zur Gelassenheit Wie viele Politiker auch mahnte der Vorsitzende des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, Wolfgang Franz, zu Gelassenheit. Die Einschätzungen der Ratingagentur Moody’s brächten in der Substanz nichts Neues, sagte der Wirtschaftsforscher der „Passauer Neuen Presse“ (Donnerstagausgabe). Bewertungen von Ratingagenturen sollten nicht überbewertet werden. Dass die Krise das deutsche Jobwunder zerstört, glaubte Franz nicht. In den letzten Monaten seien viele neue Arbeitsplätze geschaffen worden. Diese Dynamik werde im Laufe dieses Jahres erlahmen. „Deutschland kann sich den Auswirkungen der Rezession im Euro-Raum nicht völlig entziehen“, sagte Franz weiter. „Aber wir stehen trotz Krise immer noch verhältnismäßig gut da. Ein starker Anstieg der Arbeitslosigkeit ist derzeit wenig wahrscheinlich.“ dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Celesio verkauft nach Movianto auch Pharmexx
Stuttgart (dapd-bwb). Der Pharmagroßhändler Celesio treibt seine Neuaufstellung voran und verkauft den Personal- und Marketingdienstleister Pharmexx. Die Tochter geht für 35 Millionen Euro an die irische United Drug, einen international führenden Anbieter von Dienstleistungen für Hersteller und Einzelhändler im Gesundheitssektor, wie der MDAX-Konzern am Donnerstag in Stuttgart mitteilte. Erst am Dienstag hatte Celesio den Logistikdienstleister Movianto für 130 Millionen Euro verkauft. Nun sucht das Unternehmen noch einen Käufer für die Versandhandelsapotheke DocMorris. „Nach dem kürzlich angekündigten Verkauf von Movianto ist uns mit dem Verkauf von Pharmexx innerhalb sehr kurzer Zeit ein weiterer wichtiger Schritt zur Fokussierung auf das Kerngeschäft gelungen“, sagte der Celesio-Vorstandsvorsitzende Markus Pinger. Celesio will sich künftig wieder vor allem auf das Geschäft mit dem Pharmagroßhandel und den Apotheken konzentrieren. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Schwächelnde Konjunktur macht BASF zu schaffen
Ludwigshafen (dapd-bwb). Angesichts zunehmender konjunktureller Risiken kommt der weltgrößte Chemiekonzern BASF unter Druck. „Unsere Kunden agieren weiterhin vorsichtig und reduzierten ihre Lagerbestände“, sagte der Vorstandsvorsitzende Kurt Bock am Donnerstag in Ludwigshafen. Zudem stottere der chinesische Wachstumsmotor. In der Folge hat das DAX-Unternehmen im zweiten Quartal einen massiven Gewinnrückgang verbucht. Der Überschuss nach Anteilen anderer Gesellschafter sank im Vergleich zum Vorjahresquartal um 15,5 Prozent auf 1,23 Milliarden Euro. Den Umsatz konnte der Konzern dagegen um sechs Prozent und das operative Ergebnis vor Sondereinflüssen um elf Prozent steigern. BASF rechnet auch im zweiten Halbjahr nicht mit einer Belebung der Nachfrage. Dennoch hält der Konzern an seiner Jahresprognose fest. „Wir streben unverändert an, Umsatz und Ergebnis gegenüber dem zweiten Halbjahr 2011 zu steigern“, sagte Bock. Dabei helfen soll vor allem die Erdölproduktion in Libyen, die über weite Teile des vergangenen Jahres ausfiel und erst im Oktober wieder aufgenommen wurde. „Insgesamt erwarten wir nach wie vor, dass wir bei Umsatz und Ebit vor Sondereinflüssen die Spitzenwerte von 2011 übertreffen werden“, betonte Bock. Im vergangenen Jahr erreichte die BASF einen Umsatz von 73,5 Milliarden Euro und ein Ergebnis vor Sondereinflüssen von etwa 8,4 Milliarden Euro. Rückläufige Margen und hohe Rohstoffkosten belasten BASF In diesem Jahr laufen die Geschäfte jedoch schleppend. Das Ergebnis ging in fast allen Geschäftsbereichen zurück. Grund dafür waren rückläufige Margen, die unter anderem durch hohe Rohstoffkosten bedingt waren. Wirklich erfolgreich verlief das Geschäft einzig bei den Pflanzenschutzmitteln. Im entsprechenden Segment konnten die Ludwigshafener ihren Absatz deutlich steigern und Wechselkurseffekte sowie höhere Verkaufspreise ließen den Umsatz nach oben schnellen. Mit 833 Millionen Euro übertrifft das operative Ergebnis vor Sondereinflüssen im ersten Halbjahr bereits den Wert für das Gesamtjahr 2011. Unter den Regionen konnte nur Europa überzeugen, wo der Konzern ein Umsatzplus von neun Prozent verzeichnete. In der Region Asien-Pazifik lag der Umsatz in lokaler Währung ein Prozent unter dem Vorjahreswert. Positive Wechselkurseffekte konnten die gesunkenen Verkaufspreise allerdings ausgleichen und sorgten insgesamt für ein Plus von neun Prozent. In Nordamerika sank der Umsatz deutlich um fünf Prozent. Geringere Mengen infolge von Anlagenabstellungen und einer Veränderung der Lieferkette bei Crackerprodukten seien hierfür maßgeblich gewesen. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)