Warstein (dapd). Der Inhaber der Warsteiner Brauerei-Gruppe, Albert Cramer, ist tot. Er erlag am Dienstag im Alter von 69 Jahren einer schweren Krankheit, wie die Brauerei am Mittwoch mitteilte. Seine jüngste Tochter Catharina Cramer (34) werde das Unternehmen in neunter Familiengeneration weiterführen, sagte ein Firmensprecher. Sie war 2006 in die Geschäftsführung der Warsteiner-Gruppe eingetreten. Zu der 1753 gegründeten Brauerei im Sauerland gehören neben „Warsteiner“ auch die Marken „Paderborner“, „Isenbeck“ und „Herforder“. Das Unternehmen hält auch eine Beteiligung an der König Ludwig Schlossbrauerei Kaltenberg und beschäftigt derzeit inklusive der deutschen Welcome-Hotelgruppe rund 2.300 Mitarbeiter. Albert Cramer war 1968 im Alter von 25 Jahren in die damals von seinem Vater und seinem Neffen geführte Brauerei eingetreten. Später wurde er persönlich haftender Gesellschafter und übernahm 100 Prozent der Unternehmensanteile. Unter seiner Führung entwickelte sich das Unternehmen zu einer der größten Privatbrauereien in Deutschland. Inzwischen verkauft die Warsteiner-Gruppe ihre Produkte nach eigenen Angaben in mehr als 60 Ländern weltweit. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
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Deutschland verbessert sein Steuerranking
Frankfurt/Main (dapd). Deutschland hat als Steuerstandort im internationalen Vergleich Boden gut gemacht. Nach einer Studie der Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) und der Weltbank liegt Deutschland beim Steueraufwand von Mittelständlern auf Rang 72 von 185 untersuchten Staaten. Damit habe sich Deutschland gegenüber dem Vorjahr um 14 Plätze verbessert, heißt es in dem am Mittwoch in Frankfurt am Main veröffentlichten Report. Weit vor Deutschland liegen viele arabische Staaten und auch Griechenland, das im Ranking Platz 56 belegt. Das Beratungsunternehmen PwC ermittelte für die Studie modellhaft die Gesamtbelastung eines Mittelständlers mit 60 Arbeitskräften durch Steuern und Abgaben und dessen betrieblichen Arbeitsaufwand für Steuerangelegenheiten. Günstig auf das Ranking wirkten sich zudem möglichst wenige Zahlungstermine für Steuern aus. Die ermittelte Gesamtbelastung des deutschen Mittelständlers durch Steuern lag demnach im Jahr 2011 bei 46,8 Prozent des Gewinns. Das waren 0,1 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Zugleich sank jedoch der Verwaltungsaufwand des Betriebs für Steuern deutlich. Von der Steuerbelastung des deutschen Mittelständlers entfielen 19,0 Prozentpunkte auf eigentliche Unternehmenssteuern, 21,9 Punkte auf Sozialabgaben und 5,9 weitere Punkte etwa auf Lkw-Maut, Energie- oder Grundsteuer. Der Arbeitsaufwand des Modellbetriebes für Steuern ging gegenüber dem Vorjahr um 14 auf 207 Stunden zurück. Zudem sank die Zahl der Steuerüberweisungen von zwölf auf neun Zahlungen. Bei allen drei Kriterien bleibt Deutschland damit jedoch hinter Griechenland zurück. Nach der Studie hat ein griechischer Mittelständler 44,6 Prozent Gesamtbelastung durch Steuern, einen Arbeitsaufwand für das Finanzamt von 202 Stunden und jährlich nur acht Zahlungstermine. Araber haben weltweit die Nase vorn Weltweite Spitzenreiter bei dem Steuerranking von PwC und Weltbank sind arabische Länder. Auf Platz eins liegen die Vereinigten Arabischen Emirate gefolgt von Qatar und Saudi Arabien. Platz vier und fünf belegen die asiatischen Metropolen Hongkong und Singapur. Platz sechs nimmt Irland als bester europäischer Steuerstandort für Mittelständler ein. Eine andere Rangfolge ergibt sich, wenn man nur die Steuerbelastung betrachtet und den betrieblichen Arbeitsaufwand unberücksichtigt lässt. Die niedrigsten Gesamtbelastungen durch Steuern und Abgaben unter 185 Ländern weisen in der Studie der Südpazifikstaat Vanuatu mit 8,4 Prozent, Mazedonien mit 9,4 Prozent und Kuwait mit 10,7 Prozent auf. Laut der Studie sank die Gesamtsteuerbelastung vom Jahr 2010 auf das Jahr 2011 weltweit um 0,3 Prozentpunkte auf im Länderschnitt 44,7 Prozent. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Finanzminister Schmid weist Vorwurf der Parteibuchwirtschaft zurück
Stuttgart (dapd). Baden-Württembergs Finanzminister Nils Schmid (SPD) wehrt sich gegen die Kritik, seine Parteifreundin Marion Caspers-Merk bei der geplanten Besetzung der Geschäftsführung der Toto-Lotto-Gesellschaft des Landes bevorzugt zu haben. Caspers-Merk habe „in ihren bisherigen Tätigkeiten bewiesen, dass sie durch ihre fachliche Qualifikation in ihre verschiedenen Funktionen gekommen ist“, sagte Schmid am Mittwoch in Stuttgart. Er wies damit den Vorwurf der Parteibuchwirtschaft zurück. Schmid sagte, das wichtigste Kriterium bei der Auswahl sei ihre „durchsetzungsfähige Persönlichkeit“ gewesen. Für die Spitzenposition gab es keine öffentlich Ausschreibung. Schmid sagte, entscheidend sei doch, dass man eine fachlich qualifizierte Person finde. „Das ist gelungen, in dem Fall ohne Ausschreibung“, betonte der Politiker. Auch Caspers-Merk wies den Vorwurf der Parteibuchwirtschaft als falsch zurück. Die 57-jährige war unter anderem Drogenbeauftragte der Bundesregierung und Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesgesundheitsministerium. dapd (Politik/Politik)
Klimawandel führt in Europa zu steigenden Kosten
Berlin (dapd). Extreme Wetterereignisse wie Hitzewellen, Fluten und Dürre haben in Europa während der vergangenen Jahre zu wachsenden Schäden geführt. Dies zeigt eine aktuelle Studie der Europäischen Umweltagentur (EUA), die am Mittwoch veröffentlicht wurde. Zwar gebe es derzeit keine Schätzungen über die künftigen Kosten des Klimawandels, heißt es in dem Bericht. Festgestellt werden könne allerdings, dass die Schäden infolge von Extremwetterereignissen inflationsbereinigt von neun Milliarden Euro in den 1980er Jahren auf mehr als 13 Milliarden in den 2000er Jahren angestiegen seien. Das jüngste Jahrzehnt (2002-2011) war demnach das wärmste, das in Europa jemals registriert wurde. So lag die Temperatur im Durchschnitt um 1,3 Grad über dem vorindustriellen Niveau. Die EUA erwartet, dass extreme Wettereignisse in Europa künftig intensiver und häufiger auftreten. „Dies bedeutet, dass alle Bereiche der Wirtschaft und auch die Haushalte sich anpassen, und die Emissionen reduziert werden müssen“, mahnte die Exekutivdirektorin der EUA, Jacqueline McGlade, am Mittwoch in Berlin. (Link zur Studie: http://url.dapd.de/Br5jEd ) dapd (Politik/Politik)
Bundesregierung verurteilt Bombenanschlag in Tel Aviv
Berlin (dapd). Die Bundesregierung hat den Anschlag auf einen Bus in der israelischen Stadt Tel Aviv aufs Schärfste verurteilt. „Wir haben es mit großem Bedauern zur Kenntnis genommen, dass trotz intensivster diplomatischer Bemühungen noch immer keine Waffenruhe zustande gekommen ist“, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Mittwoch in Berlin. So seien auf beiden Seiten immer noch zivile Opfer zu beklagen. Die Bundesregierung hoffe, dass die Überlebenden des Anschlags in Tel Aviv „die inneren und äußeren Verletzungen, die sie da erlitten haben, möglichst bald überwinden können“. Erneut bekräftigte er die Forderung der Bundesregierung nach einer sofortigen Waffenruhe. Die Verantwortlichen in Gaza müssten den „Raketenbeschuss Israels, der seit Monaten andauert“, einstellen. Deutschland werde alles Mögliche tun, um zu einer Deeskalation der Lage im Nahen Osten beizutragen. Seit vergangenem Mittwoch hat sich die Lage zwischen Israel und den Palästinensern drastisch zugespitzt. Nach andauerndem Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen töteten israelische Streitkräfte den militärischen Befehlshaber der radikalislamischen Hamas im Gazastreifen und begannen eine neue Offensive gegen die Extremisten, die daraufhin erneut Raketen auf Israel abfeuerten. Bei den Auseinandersetzungen kamen seitdem mindestens 138 Palästinenser und fünf Israelis ums Leben. dapd (Politik/Politik)
Knobloch entsetzt über Bombenanschlag auf Bus in Tel Aviv
München (dapd). Die frühere Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland, Charlotte Knobloch, hat den Bombenanschlag auf einen Bus in Tel Aviv verurteilt. „Ich bin zutiefst erschüttert und entsetzt über diesen grausamen Angriff auf unschuldige Zivilisten“, sagte Knobloch am Mittwoch in München. Sie fügte an, die Eskalation im Gaza-Konflikt sei allein auf „das mörderische Vorgehen der terroristischen Hamas zurückzuführen“. Von Israel in dieser Situation Zurückhaltung zu verlangen, sei infam. Die Vizepräsidentin des Jüdischen Weltkongresses betonte, Israel dürfe keinesfalls auf die Forderung der Hamas eingehen, die Blockade des Gazastreifens aufzuheben. In der Folge wäre den Waffenlieferungen und den Terroristen Tür und Tor geöffnet. Attentate wir jetzt in Tel Aviv wären an der Tagesordnung. „Das wäre der Anfang vom Ende jeglicher Hoffnung auf eine friedliche Lösung in der Region“, sagte Knobloch. Bei dem Bombenanschlag waren nach Polizeiangaben mindestens zehn Menschen verletzt worden. dapd (Politik/Politik)
Schäuble: Schuldenrückkaufprogramm für Griechenland beschlossen
Berlin (dapd). Die zu erwartende Finanzlücke in Griechenland soll durch ein Schuldenrückkauf-Programm geschlossen werden. Darauf habe sich die Eurogruppe in der Nacht geeinigt, sagte Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble am Mittwoch in Berlin. Über Einzelheiten und „technische Fragen“ müsse jedoch noch diskutiert werden. Schäuble erwartet einen Beschluss in der Eurogruppe für kommenden Montag. Konsens sei, dass Griechenland zwei Jahre mehr Zeit zum Erreichen eines „Primär-Überschusses“ im Haushalt (ohne Schuldendienst) brauche. Dies führe zu einer zusätzlichen finanziellen Lücke. Dadurch ergebe sich ein Problem für die Schuldentragfähigkeit des Landes. „Über zusätzliche Finanzierungsmittel haben wir lange diskutiert“, sagte Schäuble. Einige Länder wollten Zuschüsse aus ihren laufenden Haushalten zur Zinsverbilligung der Kredite Griechenlands geben. „Die Bundesregierung ist mehr der Meinung, dass wir insoweit eine Erhöhung des EFSF-Programms für Griechenland vorsehen sollten.“ Das würde mehr Mittel aus dem Rettungsschirm bedeuten. Die Minister seien bei der Sitzung der Eurogruppe „am Ende nicht ganz fertig geworden“, aber „ein gutes Stück vorangekommen“, bilanzierte der Finanzminister. Die Troika habe berichtet, dass Griechenland die Vorgaben erfülle – „mit ein oder zwei Ausnahmen, für die es aber eindeutige Gründe gibt“. Zudem sei mit Troika und griechischer Regierung vereinbart worden, dass die Beträge Schritt für Schritt ausgezahlt werden und dabei überprüft wird, ob Griechenland die Reformen auch tatsächlich verwirkliche. Die Zuwendungen dürften auch nur für die Zwecke genutzt werden, für die sie bestimmt seien. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Warsteiner-Inhaber Cramer gestorben
Warstein (dapd). Albert Cramer, der Alleininhaber der Brauerei-Gruppe Warsteiner, ist im Alter von 69 Jahren gestorben. Ein Firmensprecher bestätigte am Mittwoch einen entsprechenden Vorabbericht der „Bild“ Zeitung. Cramer, der an einer Krebserkrankung litt, war am Dienstagabend verstorben. Die 1753 gegründete Sauerländer Brauerei, zu der neben „Warsteiner“ auch die Marken „Paderborner“, „Isenbeck“, „Herforder“, „König Ludwig“ sowie die Düsseldorfer Frankenheim Privatbrauerei gehören, beschäftigt laut Zeitung 2.200 Mitarbeiter. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
BGH urteilt über Sonderfall der Unfallflucht
Karlsruhe (dapd). Der Bundesgerichtshof (BGH) steht vor einem Urteil zu den versicherungsrechtlichen Konsequenzen bei einem Sonderfall der Unfallflucht. Es geht darum, ob die Versicherung die Schadensregulierung verweigern kann, wenn der Unfallfahrer sich zwar berechtigt nach einer gewissen Zeit vom Unfallort entfernt hat, aber die Polizei nicht informiert und nur die Versicherung unverzüglich verständigt hat. In dem am Mittwoch verhandelten Fall aus Sachsen war ein Autofahrer nachts auf einer Landstraße bei Hoyerswerda in einer Kurve von der Fahrbahn abgekommen und mit dem Heck gegen einen Baum geprallt. Er will drei auf der Straße stehenden Rehen ausgewichen sein. Nach dem Unfall verständigte er den ADAC, der den Wagen abschleppte. Auch die Versicherung will er „unverzüglich“ informiert haben. Die Polizei oder das Straßenverkehrsamt – als Geschädigten des Baumunfalls – verständigte er jedoch nicht. Die Kaskoversicherung lehnte daraufhin die Regulierung des Fahrzeugschadens in Höhe von rund 27.000 Euro wegen Verletzung von Aufklärungsobliegenheiten ab. Die dagegen gerichtete Klage blieb in den Vorinstanzen erfolglos. Der 4. Zivilsenat des BGH in Karlsruhe wollte am Nachmittag über die Revision des Autofahrers entscheiden. (Aktenzeichen: IV ZR 97/11) dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Deutsche Bank kündigt Job-Kahlschlag bei Sal. Oppenheim an
München/Köln (dapd). Die Deutsche Bank streicht die Belegschaft ihrer Tochter Sal. Oppenheim radikal zusammen. Einem Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ zufolge sollen bis Anfang 2014 knapp 500 Jobs wegfallen. Das wäre mehr als jede zweite der 930 Stellen. Die Kölner Privatbank wollte keine genauen Angaben machen. Eine Sprecherin erklärte am Mittwoch lediglich, Arbeitsplätze würden in „signifikantem Umfang“ wegfallen. Sal. Oppenheim würde nach dem Kahlschlag nur noch als Marke innerhalb des Deutsche-Bank-Konzerns fortbestehen. Wo es möglich sei, wolle Sal. Oppenheim die Infrastruktur der Mutter nutzen, teilte das Unternehmen mit. Betroffen seien deshalb vor allem die Verwaltung und die IT. Dem Zeitungsbericht zufolge rechnet der Betriebsrat mit betriebsbedingten Kündigungen. Andere Formen des Stellenabbaus, etwa Vorruhestandsregelungen, seien schon ausgeschöpft. Arbeitnehmervertreter erklärten demnach, den Sal.-Oppenheim-Beschäftigten sei keine Perspektive im Konzern angeboten worden. Die auf reiche Privatkunden und institutionelle Anleger spezialisierte Bank erklärte, betriebsbedingte Kündigungen sollten „nach Möglichkeit vermieden werden“. Der Umbau ist Teil des Sparkurses und der Neuausrichtung der Deutschen Bank, die bis 2015 dauerhaft die Kosten um 4,5 Milliarden Euro im Jahr senken will. Dazu sollen die beiden Zukäufe Postbank und Sal. Oppenheim stärker mit der Konzernmutter zusammenarbeiten. Die Computersysteme werden vereinheitlicht und Doppelfunktionen abgeschafft. Zukauf brachte nicht den erhofften Erfolg Die Deutsche Bank hatte Sal. Oppenheim 2010 für 1,3 Milliarden Euro übernommen. Damals endete eine 220-jährige Unabhängigkeit der familiengeführten Privatbank. Die Deutsche Bank wollte mit dem Zukauf ihre Vermögensverwaltung stärken. Der Plan ging allerdings nicht auf: Die Eurokrise verunsicherte Kunden. Zudem erschwerte die verstärkte Jagd der Finanzbehörden auf Steuerflüchtlinge laut „Süddeutsche“ das Geschäft. Zwischenzeitlich wollte die Deutsche Bank die Vermögensverwaltung sogar abstoßen, fand aber keinen Käufer. Die neue Strategie des größten deutschen Geldhauses sieht vor, die Sparte neu aufzustellen und möglichst profitabel zu machen. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
