Staatsanwaltschaft nimmt Windreich-Vorstände ins Visier

Staatsanwaltschaft nimmt Windreich-Vorstände ins Visier Stuttgart/Wolfschlugen (dapd). Die Staatsanwaltschaft Stuttgart vermutet beim Windanlagenbauer Windreich Bilanzmanipulation und hat den Hauptsitz in Wolfschlugen durchsucht. Im Visier der Behörde stehen fünf amtierende und ehemalige Vorstände, darunter auch Firmenchef Willi Balz und der frühere baden-württembergische Wirtschaftsminister Walter Döring. Ihnen wird vorgeworfen, Jahres- und Konzernabschlüsse durch Überbewertung von Vermögenspositionen geschönt zu haben, wie die Behörde am Mittwoch mitteilte. Neben der Firmenzentrale durchkämmten Beamte auch vier Privatwohnungen. Darunter waren laut „Bild“-Zeitung auch die Wohnungen von Balz und Döring. Balz war bis zum Mittag nicht zu erreichen. Dagegen wehrte sich Döring gegen die Vorwürfe. Er war bis 2012 stellvertretender Vorstandsvorsitzender des Unternehmens. „Ich habe eine Bilanz unterschrieben, die ein hoch renommiertes Prüfungsbüro vorgelegt hat“, sagte er der Nachrichtenagentur dapd. Im übrigen fielen die Vorwürfe nicht in seinen Verantwortungsbereich. „Es ist auch in meinem Interesse, dass das geklärt wird“, sagte er. Windreich plant und baut Windanlagen im Meer und an Land. Das Unternehmen ist laut Daten des Marktforschers wind:research die unangefochtene Nummer Eins bei Windparkprojekten in der Nordsee mit einem Marktanteil von 35 Prozent. Mit dem Geschäft hat das Unternehmen 2011 eine Gesamtleistung nach Handelsgesetzbuch von 161 Millionen Euro nach 150 Millionen Euro im Jahr zuvor erzielt. Der Jahresüberschuss stieg von 2,3 Millionen Euro auf rund 11,9 Millionen Euro. Zahlen für 2012 liegen noch nicht vor. Laut Manager Magazin ist das Unternehmen mit etwa 300 Millionen Euro verschuldet. Firmenchef Balz schrieb in einem Brief, in dem er für eine Anleihe warb, der Marktwert des Unternehmens betrage durch die Summe aller Projektwerte mehr als eine Milliarde Euro. Sabine Christiansen sitzt im Windreich-Aufsichtsrat Balz schmückt sein Unternehmen gern mit prominenten Gesichtern. So berief Windreich im Januar TV-Moderatorin und -Produzentin Sabine Christiansen in den Aufsichtsrat. „Die Energiewende braucht eine bessere mediale Präsenz der Marktteilnehmer“, sagte Balz zu der Personalie. Es würden viele Unwahrheiten verbreitet. „Da wollen wir dagegen halten, auch im Aufsichtsrat“, sagte er. Den langjährigen Telekom-Finanzchef Karl-Gerhard Eick konnte er allerdings nicht für den Posten des Finanzvorstands gewinnen. Eick sollte einen Börsengang des Unternehmens vorbereiten und war zunächst als Berater tätig. Im Dezember legte er aber das Mandat nieder. Das „Handelsblatt“ zitierte aus einer Mail von Eick: „Ich sehe für einen erfolgreichen Börsengang der Windreich AG auf absehbare Zukunft keinen Weg.“ Der Unternehmer Balz ist selbst nicht ganz unumstritten. So investierte er auch Firmengelder in Oldtimer, einem Hobby von ihm. „Meine Investments in historischen Rennsport waren weder verboten noch dumm, aber sie kamen nicht gut an“, sagte er im vergangenen Jahr. Die Windreich AG besitze nur noch einen Fuhrpark, der zu einem Drittel aus Elektrofahrzeugen und zwei Dritteln aus normalen Autos bestehe. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

Internet-Umsätze treiben Wachstum bei Axel Springer

Internet-Umsätze treiben Wachstum bei Axel Springer Berlin (dapd). Getrieben vom Wachstum im digitalen Geschäft hat der Medienkonzern Axel Springer im vergangenen Jahr erneut Bestmarken bei Umsatz und operativem Gewinn markiert. So legten die Gesamterlöse des Unternehmens 2012 um 3,9 Prozent auf gut 3,3 Milliarden Euro zu, wie Springer am Mittwoch in Berlin mitteilte. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) kletterte um 5,8 Prozent auf 628 Millionen Euro. Damit übertraf der Verlagskonzern die von Vorstandschef Mathias Döpfner Anfang des Jahres ausgegebene Zielmarke beim operativen Profit deutlich. Das Nettoergebnis lag mit 275,8 Millionen Euro allerdings knapp fünf Prozent unter dem Vorjahreswert. Als Grund nannte Springer unter anderem Sondereffekte aus dem nicht operativen Geschäft. Motor der positiven Entwicklung war inmitten der Krise auf dem Zeitungsmarkt das Geschäft im Internet. Hier steigerte Springer den Umsatz um 22 Prozent und das Ebitda sogar um knapp 54 Prozent. Dagegen büßten die anderen Sparten deutlich ein. Besonders hart traf es dabei das internationale Print-Geschäft: Hier brach der Erlös um knapp sieben und der operative Gewinn um fast zwölf Prozent ein. dapd (Vermischtes/Wirtschaft)

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Bei Henkel glänzt die Bilanz

Bei Henkel glänzt die Bilanz Düsseldorf (dapd). Rekordjahr für Henkel: Der Konsumgüterkonzern hat im vergangenen Jahr mit Persil, Pattex und Co. so viel verdient wie noch nie zuvor in der 137-jährigen Unternehmensgeschichte. „2012 war für Henkel das bislang erfolgreichste Geschäftsjahr“, sagte Vorstandschef Kasper Rorsted am Mittwoch in Düsseldorf. „Alle Unternehmensbereiche sind profitabel gewachsen und haben die Marktanteile in ihren relevanten Märkten ausgebaut.“ Auch in Zukunft will der Konzern weiter wachsen. Rorsted steht seit 2008 an der Spitze des Düsseldorfer Markenartiklers. Bereits kurz nach seinem Amtsantritt hatte er dem Konzern einen ehrgeizigen Vierjahresplan verordnet. Jetzt zog der Manager eine positive Bilanz des Erreichten. Der Firmenwert habe sich seit 2008 von 8,7 Milliarden Euro auf 27 Milliarden Euro verdreifacht. „Heute verfügt Henkel über stärkere Marken, höhere Innovationsraten und gestiegene Marktanteile in fast allen für uns relevanten Märkten“, betonte Rorsted. Henkel habe seit 2008 nicht nur die Gewinnmarge von 10,3 auf 14,1 Prozent gesteigert. Das Unternehmen reduzierte auch seine Schulden von 3,8 Milliarden Euro auf nur noch 85 Millionen Euro Ende 2012. Der Erfolg zahlt sich auch für Rorsted selbst aus. Seine Gesamtbezüge stiegen 2012 um 29 Prozent auf 6,2 Millionen Euro. Außerdem erwartet ihn ein Sonderbonus in Höhe von 2,3 Millionen Euro für das Erreichen der Ziele des 2008 angekündigten Vierjahresplans. Henkel-Aktie legt deutlich zu Angesichts der aktuellen Diskussion über Managergehälter verteidigte der Däne das Gehaltspaket. Schließlich habe er den Wert des Konzerns um mehr als 18 Milliarden Euro gesteigert. Die Vergütungskriterien hätten sich bei Henkel in den vergangenen zehn Jahren nicht geändert, nur die Performance des Konzerns, sagte er. Auch die Mitarbeiter werden mit Sonderzahlungen am Erfolg beteiligt. Auch in Zukunft will Rorsted bei Henkel weiter aufs Tempo drücken. „Es wäre ein großer Fehler zu glauben, jetzt haben wir alles erreicht, jetzt müssen wir nichts mehr machen“, sagte er. Der neue Vierjahresplan sehe bis 2016 vergleichbare Verbesserungsraten vor wie sein Vorläufer. Im Rekordjahr 2012 steigerte Henkel seinen Umsatz um 5,8 Prozent auf 16,5 Milliarden Euro. Das betriebliche Ergebnis verbesserte sich um 24,6 Prozent auf 2,2 Milliarden Euro. Der Jahresüberschuss des Konzerns stieg sogar um 30,6 Prozent auf knapp 1,6 Milliarden Euro. Für das laufende Geschäftsjahr erwartet Henkel nun ein Wachstum beim Umsatz ohne Zukäufe von drei bis fünf Prozent. Das bereinigte Ergebnis je Aktie soll um etwa 10 Prozent steigen. „Henkel ist gut aufgestellt, aber wir werden unsere Prozesse stetig weiter vereinfachen und verbessern, um schneller und flexibler als unser Wettbewerb auf ein verändertes Umfeld reagieren zu können“, kündigte Rorsted an. An der Börse gewann die Henkel-Vorzugsaktie bis zum Mittwochmittag um gut drei Prozent an Wert. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

Reiseveranstalter Alltours steigert Gästezahlen

Reiseveranstalter Alltours steigert Gästezahlen Berlin (dapd). Das Duisburger Touristik-Unternehmen Alltours sieht sich weiter auf Wachstumskurs. Nach einem Gästeplus von 5,1 Prozent im vergangenen Geschäftsjahr sei im Winter ein erneuter Anstieg um mehr als fünf Prozent verzeichnet worden, teilte der Reiseanbieter am Mittwoch in Berlin vor Beginn der Internationalen Tourismus Börse (ITB) mit. Vor allem Türkei, Mallorca und Fuerteventura würden nachgefragt. Auch die Buchungen für den Sommer boomten. Allein im Februar seien im Vergleich zum Vorjahresmonat über 25 Prozent mehr Reisen verkauft worden, erklärte Alltours. Mehr als 65 Prozent des Gesamtvolumens für das laufende Geschäftsjahr seien bereits gebucht. Wie Alltours-Geschäftsführer Willi Verhuven sagte, sind die Buchungen für Griechenland um etwa 30 Prozent gestiegen und hätten damit wieder das Niveau der Zeit vor der Krise erreicht. „Wir haben die Delle ausgeglichen“, sagte er. Auch in Ägypten und Tunesien gebe es ein Plus. Ob das Niveau der Zeit vor der Revolution wieder erreicht wird, stehe noch nicht fest. Von der Eurokrise bekomme Alltours kaum etwas zu spüren. Registriert werde zudem einen Trend zu kürzeren Reisen. „Die Menschen machen eher 8 als 14 Tage Urlaub“, sagte Verhuven. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

Silvana Koch-Mehrin scheitert mit Klage gegen Entzug des Doktortitels

Silvana Koch-Mehrin scheitert mit Klage gegen Entzug des Doktortitels Karlsruhe (dapd). Die FDP-Politikerin Silvana Koch-Mehrin ist mit ihrer Klage gegen die Aberkennung ihres Doktortitels vor dem Verwaltungsgericht Karlsruhe gescheitert. Die Anfechtungsklage der 42-jährigen Politikerin wurde abgewiesen, wie das Gericht am Mittwoch mitteilte. Das bereits am Montag ergangene Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Koch-Mehrin kann dagegen innerhalb eines Monats Berufung beim Verwaltungsgerichtshof (VGH) Baden-Württemberg beantragen. Eine ausführliche Urteilsbegründung will das Verwaltungsgericht erst „in den nächsten Wochen“ nachreichen. Koch-Mehrin hatte ihren Doktorgrad im Jahr 2000 an der Philosophisch-Historischen Fakultät der Heidelberger Universität erworben. Nachdem eine Vielzahl von Plagiaten nachgewiesen worden war, entschied der Promotionsausschuss der Hochschule im Juni 2011, ihr den Titel abzuerkennen. Dagegen klagte die FDP-Politikerin. Ihr Anwalt Christian Birnbaum machte vor allem angebliche Verfahrensfehler bei der Entziehung des Doktortitels durch den Promotionsausschuss der Universität Heidelberg geltend. So seien die zehn Ausschussmitglieder formell nicht korrekt gewählt worden, argumentierte er. Zudem wäre statt eines Entzugs des Doktortitels auch eine wissenschaftliche Rüge in Betracht zu ziehen gewesen, sagte Birnbaum. Die Prüfung des Promotionsausschusses hatte hergeben, dass die Dissertation Koch-Mehrins „in substanziellen Teilen aus Plagiaten besteht“. Der Befund: 125 Stellen auf 80 Seiten sind Plagiate. Die Arbeit trägt den Titel „Historische Währungsunion zwischen Wirtschaft und Politik: die Lateinische Münzunion 1865-1927“. Koch-Mehrin war dafür der Grad eines Doktors der Philosophie verliehen worden. Die Universität Heidelberg hatte die Prüfung der Dissertation eingeleitet, nachdem im Frühjahr 2011 auf der Internetplattform VroniPlag Plagiatsvorwürfe laut wurden. Infolgedessen war Koch-Mehrin von ihren Ämtern als Vizepräsidentin des Europaparlaments, als Vorsitzende der FDP im Europäischen Parlament und als FDP-Präsidiumsmitglied zurückgetreten. Sie kündigte zudem im Oktober 2012 an, nicht wieder für das Europaparlament zu kandidieren. (Verwaltungsgericht Karlsruhe – Aktenzeichen: 7 K 3335/11) dapd (Politik/Politik)

Grüne wollen weiter die Zukunft auf den Weg bringen

Grüne wollen weiter die Zukunft auf den Weg bringen Berlin (dapd). Die Grünen wollen 30 Jahre nach ihrem Einzug in den Bundestag weiter Fortschrittsmotor in Deutschland sein. „Die Zukunft auf den Weg zu bringen, dafür stand und steht grüne Politik“, erklärten die Fraktionsvorsitzenden Renate Künast und Jürgen Trittin am Mittwoch in Berlin. Nach dem Bruch der sozialliberalen Koalition und als Ergebnis der vorgezogenen Bundestagswahl am 6. März 1983 waren die Grünen als Umwelt- und Anti-Atomkraft-Partei in den Bundestag eingezogen. Künast und Trittin erklärten, zu den 30 Jahren bewegter Parlamentsgeschichte gehörten Erfolge wie der jahrzehntelange Kampf gegen die Atomkraft, der 2011 im Atomausstieg gipfelte. Oder der konsequente Einsatz für eine Gleichberechtigung, die Frauenrechte ebenso wie Rechte von Lesben und Schwulen einschließe. „30 Jahre grüne Parlamentsgeschichte – das ist vor allem ein andauerndes Ringen und Kämpfen für unsere Ideen, unsere Vision und für globale Gerechtigkeit über Generationen hinweg“, sagten die Fraktionschefs. Und der Kampf sei noch lange nicht zu Ende, wie die Energie- und die Agrarwende belegten. Im Herbst dieses Jahres biete sich die Chance, die schwarz-gelbe Merkel-Koalition abzulösen, meinten Künast und Trittin. Denn verändert hätten sich nicht nur die Grünen, sondern auch die Gesellschaft. „Überzeugungen, die vor 30 Jahren nur eine Minderheit teilten, sind heute in der Mitte der Gesellschaft angekommen“, erklärten die Fraktionsvorsitzenden. „Jetzt kommt es drauf an, hieraus eine politische Mehrheit zu machen. Born to be green – aus Leidenschaft grün, damals wie heute.“ dapd (Politik/Politik)

US-Kartellwächter genehmigen geplante Telekom-Fusion

US-Kartellwächter genehmigen geplante Telekom-Fusion Bonn (dapd). Die Deutsche Telekom hat eine weitere Hürde auf dem Weg zur Fusion ihrer US-Tochter mit dem amerikanischen Mobilfunkbetreiber MetroPCS genommen: Die US-Kartellbehörde hat keine Einwände gegen den Zusammenschluss, wie der DAX-Konzern am Mittwoch mitteilte. Für die Fusion beider Unternehmen stehen allerdings noch die Zustimmungen der US-Kommunikationsbehörde (FCC), der US-Sicherheitsbehörden – und vor allem der MetroPCS-Aktionäre aus. Hier droht den beiden Unternehmen aber Gegenwind. Der größte Anteilseigner von MetroPCS, der Hedgefonds Paulson & Co, will gegen den Zusammenschluss stimmen. Der Fonds lehnt den Deal zwar nicht an sich ab – bemängelt aber die zu hohe Verschuldung des fusionierten Unternehmens. Ob die Opposition der Hedgefonds gegen den Deal genug Unterstützung erhält, um die Fusion zu beeinflussen oder zu stoppen, ist noch unklar. Die Deutsche Telekom und MetroPCS hatten im vergangen Jahr vereinbart, gemeinsam auf dem lukrativen, aber hart umkämpften US-Mobilfunkmarkt anzugreifen. Zuvor war die Telekom mit dem Verkauf ihrer kriselnden US-Tochter, dem viertgrößten Anbieter in den USA, an AT&T für 39 Milliarden Dollar am Widerstand der Behörden gescheitert. Die Wertberichtigung auf das US-Geschäft im Rahmen der Fusionspläne hatte der Telekom daraufhin im vergangenen Jahr den ersten Verlust seit einem Jahrzehnt eingebrockt. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

Stuttgart 21 : Hofreiter sieht Merkel in der Verantwortung

Stuttgart 21 : Hofreiter sieht Merkel in der Verantwortung Stuttgart (dapd). Nach Ansicht des Vorsitzenden des Verkehrsausschusses des Bundestags, Anton Hofreiter (Grüne), hat der Bahn-Aufsichtsrat auf Druck der Bundesregierung dem Weiterbau von „Stuttgart 21“ zugestimmt. „Bundeskanzlerin Angela Merkel hat bereits vor Wochen entschieden, dass dieser Bahnhof aus machttaktischen Gründen weiter gebaut werden soll, und sie hat die Aufsichtsräte entsprechend angewiesen“, sagte Hofreiter den „Stuttgarter Nachrichten“. Damit seien alle Kostensteigerungen Merkels Kostensteigerungen. „Dieser Skandalbahnhof ist Merkels Bahnhof geworden“, sagte Hofreiter weiter. Das Kontrollgremium sei in seiner Entscheidung nicht mehr frei gewesen. Der Aufsichtsrat habe nur noch überlegen können, mit welchen Methoden er es schaffe, eine fachlich nicht haltbare Entscheidung rechtlich so zu gestalten, dass sie überhaupt erlaubt sei. Der Aufsichtsrat der Bahn hatte am Dienstag mit großer Mehrheit dafür gestimmt, dass der Finanzierungsrahmen für das Projekt um zwei Milliarden auf 6,526 Milliarden Euro erhöht wird. Die Stadt Stuttgart und das Land Baden-Württemberg lehnen es strikt an, sich an den Mehrkosten zu beteiligen. Die Bahn will notfalls klagen, um eine Mitfinanzierung zu erzwingen. dapd (Wirtschaft/Politik)

Deutschland prüft Afghanistan-Hilfen ab 2015

Deutschland prüft Afghanistan-Hilfen ab 2015 Kabul (dapd). Deutschland will sich nach dem Truppenabzug aus Afghanistan weiterhin militärisch am Hindukusch engagieren. Das machte Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) am Mittwoch bei seinem Besuch in Kabul deutlich. So könnte die Unterstützung der Logistikausbildung „für die Zeit nach 2014 eine Aufgabe für die Bundeswehr sein“, sagte der Minister bei seinem Besuch der Logistikschule am Rande der afghanischen Hauptstadt. Hier wird derzeit auch mit deutscher Millionenhilfe ein neuer Campus für künftig 3.200 Lehrgangsteilnehmern aufgebaut. Er soll im Sommer eingeweiht werden. Schwerpunkt der Schule ist die Ausbildung von Militärfahrlehrern. In der Vergangenheit hatten die afghanischen Streitkräfte zeitweise mehr Opfer von Verkehrsunfällen zu beklagen als bei Gefechten. Hinzugekommen ist eine Ausbildung im Bereich Finanzen und Personalwesen. Die neue Schule soll auch einen zehnprozentigen Anteil von Frauen aufnehmen. De Maizière: Bilanz erst in einigen Jahren möglich Inwieweit Afghanistan auf Dauer von der internationalen Hilfe profitieren wird, ließ de Maizière bei seinem Besuch offen. „Für eine Bilanz ist es noch zu früh“, sagte er. Erst in drei bis fünf Jahren werde man über Erfolge urteilen können. Dabei sei der Sicherheitsbereich einer der stabilsten, die afghanische Armee habe bereits fast ihre Sollstärke erreicht. „Der politische und wirtschaftliche Bereich muss noch nachholen.“ Der afghanische Verteidigungsminister Bismullah Khan dankte für die deutsche Militärhilfe seit 2002 und würdigte ausdrücklich die Opfer der Bundeswehr. Seit Beginn des Einsatzes sind in Afghanistan 52 Soldaten ums Leben gekommen, 34 von ihnen fielen in Gefechten oder bei Anschlägen. Zugleich versicherte Khan seinem deutschen Amtskollegen, dass die afghanischen Sicherheitskräfte ab 2015 in der Lage sein werden, selbst für Ordnung und Stabilität im Land zu sorgen. Abzugs-Planung der NATO kommt schneller voran Die NATO sieht derweil größere Fortschritte in Afghanistan als erwartet. Bereits im Frühjahr werde es möglich sein, die Sicherheitsverantwortung vollständig an die Afghanen zu übergeben, sagte ISAF-Sprecher General Günter Katz. Ursprünglich wollte die Internationale Schutztruppe für Afghanistan (ISAF) die Sicherheitsverantwortung im Sommer übergeben. Gegenwärtig leben offiziellen Angaben zufolge bereits 87 Prozent der Afghanen in Gebieten, in denen die eigenen Sicherheitskräfte die Verantwortung tragen. Katz sagte, der Aufbau und die Ausbildung der afghanischen Sicherheitskräfte hätten die bisherigen Erwartungen übertroffen. „Die ISAF geht immer mehr in eine Beraterrolle“, sagte der deutsche General. Doch gebe es beispielsweise in der Logistik Nachholbedarf. Auch die Aufstellung der Luftwaffe werde noch mindestens bis 2017 dauern. Dennoch seien die afghanischen Polizei und Armee schon heute in der Lage, über 80 Prozent der Operationen allein zu planen und zu leiten. Ausdrücklich widersprach Katz Befürchtungen, dass nach dem Abzug der ISAF-Kampftruppen Ende 2014 das Land in ein Chaos zurückfallen könnte. „Die Taliban können uns nicht aussitzen“, sagte er. dapd (Politik/Politik)

Neues Gesetz soll Zahl der Entmündigungen eindämmen

Neues Gesetz soll Zahl der Entmündigungen eindämmen Berlin (dapd). Mit einem neuen Betreuungsgesetz will die Bundesregierung die ständig steigende Zahl an Entmündigungen bremsen. Im Mittelpunkt der Reform, die das Kabinett am Mittwoch verabschiedete, ist die Stärkung der Betreuungsbehörde. Sie kann mit ihrem Fachwissen über soziale Hilfen auch andere Wege zur Unterstützung behinderter und kranker Menschen aufzeigen. Falls dennoch eine rechtliche Betreuung erforderlich wird, kann die Behörde ehrenamtliche Betreuer vorschlagen. Diese Betreuer kümmern sich um rechtliche Alltagsfragen – von Geld- und Wohnungsangelegenheiten über die Vertretung gegenüber Behörden bis zu Fragen der Gesundheit. Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger sagte, die Zahl der rechtlichen Betreuungen habe sich in den vergangenen 20 Jahren verdreifacht. Allein von 2004 bis heute sei sie von 1,15 auf etwa 1,3 Millionen gestiegen. „Jede Betreuung greift in das Selbstbestimmungsrecht des Betroffenen ein“, erklärte Leutheusser-Schnarrenberger. Betreuungen müssten daher auf das wirklich Erforderliche beschränkt werden. „Maßstab muss dabei sein, dass ein rechtlicher Betreuer nur bestellt werden darf, wenn andere Hilfen und Assistenzen zur Unterstützung des hilfsbedürftigen Betroffenen nicht ausreichen.“ Dabei komme der Betreuungsbehörde eine zentrale Funktion zu. So sollen künftig durch eine verpflichtende Anhörung der Betreuungsbehörde vor Bestellung eines Betreuers sowie der Erstellung eines qualifizierten Berichts andere Hilfen und Assistenzen, die eine Betreuung vermeiden können, von den Betroffenen besser genutzt werden können. Den Gesetzentwurf müssen noch Bundestag und Bundesrat billigen. dapd (Politik/Politik)