Berlin (dapd). Schiffskreuzfahrten erfreuen sich wachsender Beliebtheit: Im vergangenen Jahr registrierten die Veranstalter fast zwei Millionen Passagiere auf Hochsee- oder Flusskreuzfahrtschiffen. Das waren 7,1 Prozent mehr als 2011, wie der Deutsche ReiseVerband (DRV) am Donnerstag auf der Tourismusmesse ITB in Berlin mitteilte. Der Umsatz stieg den Angaben zufolge um 7,9 Prozent auf 3,1 Milliarden Euro. Der Kreuzfahrtenmarkt habe damit seinen Anteil am Gesamtumsatz des Veranstaltermarkts in Deutschland im vergangenen Jahr um 0,3 Prozentpunkte gegenüber Vorjahr auf 12,7 Prozent gesteigert, hieß es. Im laufenden Jahr erwartet der Verband weiter steigende Buchungszahlen. Laut DRV ist bei den Hochseekreuzfahrten das beliebteste Fahrtgebiet das westliche Mittelmeer, gefolgt von der Region Nordland (Norwegen, Island, Spitzbergen, Grönland), dem östlichen Mittelmeer, den Kanarischen Inseln, der Karibik sowie der Ostsee. Der beliebteste Fluss der Deutschen ist die Donau, gefolgt vom Rhein und seinen Nebenflüssen sowie dem Nil. Die Nachfrage nach Nil-Kreuzfahrten sei jedoch im vergangenen Jahr wegen der politischen Unruhen in Ägypten gesunken. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
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Staatsbank steigt ins Geschäft mit Tages- und Festgeldkonten ein
München (dapd). Die mit Milliarden an Steuergeldern gerettete ehemalige Hypo Real Estate, die nun pbb Deutsche Pfandbriefbank heißt, bietet seit Donnerstag Tages- und Festgeldkonten an. Erste Kunden hätten bereits online Konten eröffnet, sagte Finanzvorstand Alexander von Uslar. Im Vergleich mit anderen Anbietern sind die gebotenen Zinssätze zwar nicht die besten. Max Herbst von der FMH-Finanzberatung in Frankfurt am Main findet es dennoch gut, dass die pbb den Markt erweitert. In erster Linie richtet sich die Bank offensichtlich an Kunden, die über längere Zeit Geld anlegen wollen. Denn der Zinssatz für Tagesgeld fällt mit 0,8 Prozent im Vergleich zu anderen Anbietern relativ gering aus. Top-Anbieter schreiben 1,85 bis 2,0 Prozent pro Jahr gut. Bei Festgeld dagegen offeriert die pbb höhere Zinsen. Für sechs Monate Laufzeit bekommen Kunden 1,25 Prozent, für ein Jahr 1,5 Prozent, für zwei Jahre 1,75 Prozent und für drei Jahre 2,0 Prozent. Zwar ist die Staatsbank auch hier nicht bei den Spitzenreitern. Allerdings kann sie mit der hohen Sicherheit wuchern. Die pbb Bank ist dem Einlagensicherungsfonds des Bundesverbands deutscher Banken angeschlossen. Über diesen Fonds sind je Kunde Einlagen bis zu 903.750.000 Euro abgesichert. Einlagen ab 5.000 Euro Im Unterschied zu vielen anderen Banken müssen Sparer bei der pbb mindestens 5.000 Euro einzahlen. Nach oben gibt es keine Grenze. Die Kontoeröffnung und -führung sind kostenlos. Es kann auch Geld für Kinder angelegt werden oder Gemeinschaftskonten geführt werden. Wer ein Festgeldkonto führt, braucht für ein Tagesgeldkonto keine Mindesteinlage mehr. Beim Tagesgeld werden die Zinsen vierteljährlich gut geschrieben. Die Kontoeröffnung läuft wie bei anderen Onlinebanken ab. Interessenten füllen den Antrag im Internet aus, drucken diesen aus, stecken ihn in einen Briefumschlag und gehen zu einer Postfiliale. Dort identifizieren sie sich mit dem Postidentcoupon und einem Personalausweis oder Pass und schicken die Unterlagen ab. Zinsexperte Herbst findet es nach eigenen Worten gut, „dass eine Bank, die Mitglied im deutschen Einlagensicherungsfonds ist, für den Anleger attraktive Festgeldzinsen bietet“. Er verstehe auch „nicht den Unmut von Politikern“, die gegen das Angebot wettern, weil die Bank vom Staat gerettet wurde. „Man müsste doch eher gegen die Sparkassen und Volksbanken wettern, weil sie den Kunden die niedrigsten Anlagezinsen bieten und mit die höchsten Dispo- und Ratenkreditzinsen abverlangen“, sagt Herbst. Die pbb Deutsche Pfandbriefbank will mit ihrem Angebot auch nicht ganz vorne mitspielen. Laut Finanzvorstand strebt die Bank einen Anteil von unter 0,5 Prozent am deutschen Einlagenmarkt an. Dieser beträgt mehr als eine Billion Euro. Damit würde der HRE-Nachfolger auf einen niedrigen einstelligen Milliardenbetrag kommen. (Internet: Das Angebot der pbb: http://www.pbbdirekt.com/ , Zinsvergleich der FMH-Finanzberatung: http://www.fmh.de ) dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
EZB lässt Leitzins unangetastet auf Rekordtief
Frankfurt/Main (dapd). Der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) hat den Leitzins in der Eurozone auf seinem bisherigen historischen Tiefstand belassen. So liegt der Hauptrefinanzierungssatz weiterhin unverändert bei 0,75 Prozent, wie die EZB nach einer Sitzung des Notenbankrats am Donnerstag in Frankfurt am Main mitteilte. Ökonomen hatten eine solche Entscheidung im Vorfeld bereits erwartet. Und auch für den Rest des Jahres rechnen die Experten mehrheitlich nicht mit einer weiteren Senkung – trotz anhaltender Rezession im Euroraum und geringer Inflation. Diese Ansicht könnte mit der Einschätzung zusammenhängen, dass die EZB selbst gegenwärtig an der Wirksamkeit noch niedrigerer Zinsen zweifelt. Trotzdem gab der deutsche Aktienmarkt unmittelbar nach der EZB-Veröffentlichung kurzfristig nach. Der Euro reagierte dagegen kaum auf die Notenbank-Entscheidung. Der Hauptrefinanzierungssatz ist der Zins, zu dem sich Banken Geld von der EZB leihen können. Zuletzt war er im Juli vergangenen Jahres gesenkt worden. Zentralbank-Präsident Mario Draghi wollte sich um 14.30 Uhr zu der Entscheidung äußern. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Rene Obermann geht wieder näher an den Maschinenraum
Bonn (dapd). René Obermann hat mit 50 Jahren eigentlich alles erreicht, wovon ein Manager träumen kann. Er ist Vorstandschef eines der größten deutschen DAX-Konzerne und verdiente im vergangenen Jahr rund 3,8 Millionen Euro. Privat sorgt die Ehe mit Fernsehmoderatorin Maybrit Illner für zusätzlichen Glamour. Doch jetzt will der Manager noch einmal etwas ganz anderes machen. Anfang nächsten Jahres wechselt er an die Spitze des eher unbedeutenden niederländischen Multimedia-Unternehmens Ziggo. Es ist ein für einen Topmanager ungewöhnlicher Schritt. Ganz bewusst und aus eigenem Antrieb tauscht Obermann groß gegen klein. Er will nicht länger auf dem nur schwer manövrierbaren Supertanker Telekom den Kurs angeben, sondern lieber den viel kleineren und beweglicheren Telefon-, Kabelfernsehen- und Internetanbieter aus den Niederlanden steuern. Ziggo ist ein noch junges Unternehmen, das aus dem Zusammenschluss von drei Firmen entstand und im März 2012 an die Amsterdamer Börse ging. Derzeit hat das Unternehmen gerade einmal drei Millionen Haushalte als Kunden und macht 1,5 Milliarden Euro Umsatz. Das sind nicht einmal 3 Prozent der Erträge der Telekom. Statt über 232.000 Mitarbeiter wird Obermann künftig nur noch über 2.500 Mitarbeiter verfügen. Doch gerade das ist es wohl, was Obermann reizt. Schon im vergangenen Dezember hatte der Manager erklärt, er wolle wieder „näher an den Maschinenraum“ und wieder stärker unternehmerisch geprägte Aufgaben übernehmen. Schließlich sei er kein „typisches Konzerngewächs“. Bereits vor seiner Blitzkarriere bei der Telekom hatte er 1986 eine kleine Firma gegründet und sie zu einem mittelständischen Unternehmen mit mehreren hundert Angestellten entwickelt. „Ziggo passt daher perfekt“, betonte der 50-Jährige jetzt. Finanzvorstand Höttges tritt Nachfolge an Obermanns Nachfolger bei der Telekom wird sein langjähriger Weggefährte Timotheus Höttges, der Finanzvorstand des Bonner Konzerns. Obermann steht seit November 2006 an der Spitze der Deutschen Telekom. Als er den Posten übernahm, galt dieser als einer der schwierigsten Jobs in der deutschen Wirtschaft. Die Festnetzkunden liefen dem ehemaligen Monopolisten in Scharen davon, die Umsätze gingen zurück. Doch Veränderungen schienen bei dem noch immer teilweise von einer Beamtenmentalität geprägten früheren Staatskonzern noch schwieriger als anderswo. Doch Obermann griff durch. Er setzte die Ausgliederung von rund 50.000 Mitarbeitern in die Tochtergesellschaft T-Service durch und nahm dafür auch den ersten Arbeitskampf der Unternehmensgeschichte in Kauf. Und er machte ernst mit der Zusammenführung von Mobilfunk und Festnetz – eine kleine Revolution im Telekom-Reich. Dennoch erreichte auch Obermann nicht alle seine Ziele. So scheiterte der Plan, das Sorgenkind T-Mobile USA an den Rivalen AT&T zu verkaufen, am Widerstand der US-Kartellbehörden. Nun muss die Telekom versuchen, ihre Amerika-Tochter durch die Fusion mit dem Wettbewerber MetroPCS selbst wieder auf Erfolgskurs zu bringen. Wertberichtigungen für die US-Tochter bescherten dem Konzern im vergangenen Jahr einen Verlust von 5,3 Milliarden Euro. Vor allem aber gelang es Obermann trotz aller Bemühungen nicht, den seit Jahren dahindümpelnden Kurs der T-Aktie zu beflügeln. Im Gegenteil: In seiner Ära verlor die Aktie mehr als ein Drittel an Wert. Doch sieht der scheidende Konzernchef nach einer langen Durststrecke inzwischen Licht am Ende des Tunnels. Mithilfe eines fast 30 Milliarden Euro schweren Investitionsprogramms will die Telekom nach Jahren schrumpfender Erlöse 2014 endlich die Trendwende schaffen und wieder wachsen. Das wäre allerdings im Jahr eins nach Obermann. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Gesetzliche Krankenversicherung mit historischem Überschuss
Berlin (dapd). Die Kassen der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) sind so gut gefüllt wie nie zuvor. Aus Kassenkreisen wurde der Nachrichtenagentur dapd am Donnerstag bestätigt, dass Krankenkassen und Gesundheitsfonds zusammen nunmehr über Rücklagen in einer Größenordnung von rund 28 Milliarden Euro verfügen. Rekordverdächtig ist auch das Interesse an den Kassen-Milliarden. Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) und der GKV-Spitzenverband wandten sich strikt dagegen, die Mittel zum Stopfen von Etatlöchern zu nutzen. Die „Berliner Zeitung“ hatte zuvor berichtet, dass die Reserven dank guter Konjunktur bei den Krankenkassen fast 16 Milliarden Euro betragen und im Gesundheitsfonds rund 12,3 Milliarden Euro liegen. Das Blatt beruft sich auf eine aktuelle Übersicht des Bundesversicherungsamtes. Ein Sprecher des Amtes erklärte auf Anfrage, die Zahlen kämen nicht aus seinem Haus. Eine Übersicht über die Kassenüberschüsse werde vom Bundesgesundheitsministerium zusammengestellt. Ein Ministeriumssprecher konnte den Bericht der Zeitung auf dapd-Anfrage ebenfalls nicht bestätigen. Das Ministerium will die endgültigen Daten in den kommenden Tagen veröffentlichen. GKV: Geld für die Versorgung der Versicherten verwenden Der Sprecher des GKV-Spitzenverbandes, Florian Lanz, forderte in Berlin, das Geld müsse für die künftige Versorgung der Versicherten gesichert und nicht für das Stopfen von Haushaltslöchern ausgegeben werden. „Die Rücklagen im Gesundheitsfonds und bei den Krankenkassen haben die Beitragszahler finanziert und nicht das Bundesfinanzministerium“, betonte Lanz. Er bezog sich unter anderem auf Überlegungen von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU), der im Haushalt 2014 vier Milliarden Euro einsparen und dafür den Steuerzuschuss für den Gesundheitsfonds kürzen will. Lanz sagte, der Bundeszuschuss sei eingeführt worden, um versicherungsfremde Leistungen mitzufinanzieren, die die gesetzlichen Krankenkassen für den Staat erbringen, sagte Lanz. Dazu zählt beispielsweise das Mutterschaftsgeld. Bahr: Jetzt sind andere Ministerien beim Sparen gefragt Bei der Ablehnung von Zuschusskürzungen haben die Kassen Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) auf ihrer Seite. „Das Gesundheitsministerium leistet schon jetzt mit zweieinhalb Milliarden Euro im laufenden Jahr und mit zwei Milliarden Euro im kommenden Jahr, zusammengenommen also viereinhalb Milliarden Euro den größten Sparbeitrag aller Ressorts der Bundesregierung“, sagte Bahr der „Passauer Neuen Presse“. Jetzt seien „andere Ministerien gefragt, ihren Beitrag zu leisten“. Er fügte hinzu: „Wir haben uns die Überschüsse im Gesundheitsfonds und bei den Kassen durch Einsparungen hart erarbeitet.“ Auf die Kassen kommen zudem weitere Belastungen zu. So fehlen ihnen etwa rund zwei Milliarden Euro an Einnahmen aus der zum Jahresbeginn gestrichenen Praxisgebühr. Zudem sind Mehrausgaben bei Apothekern, Ärzten und Krankenhäusern einzukalkulieren. dapd (Politik/Politik)
Treffen im Kanzleramt soll die Energiewende vorantreiben
Berlin (dapd). Bei einem Treffen mit Wirtschaft, Wissenschaft und Verbänden will die Bundesregierung die Energiewende vorantreiben. Im Fokus stehen vor allem die Kosten des Projekts, die Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) zuletzt auf eine Billion Euro bis zum Ende der 30er Jahre bezifferte. „Wir wollen, dass die Belastung für die Bürger durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz im nächsten Jahr nicht steigt. Dafür müssen wir Einsparungen vornehmen“, sagte Altmaier am Donnerstag dem Sender N24. Zuvor hatte er erklärt, er rechne damit, dass die von ihm vorgeschlagene Strompreisbremse im Sommer in Kraft treten könne. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte für den Mittag ins Bundeskanzleramt geladen, um über den Fortgang der Energiewende zu beraten. An dem Treffen nahmen neben Altmaier auch die Minister für Wirtschaft, Verbraucherschutz, Verkehr und Forschung, Philipp Rösler (FDP), Ilse Aigner und Peter Ramsauer (beide CSU) und Johanna Wanka sowie Kanzleramtsminister Ronald Pofalla (beide CDU) teil. Auch der Präsident der Bundesnetzagentur, Jochen Homann, war eingeladen. Bereits für den 21. März ist die nächste Runde mit Vertretern der Bundesländer geplant. Altmaier zuversichtlich bei Umsetzung der Strompreisbremse Altmaier äußerte sich im ZDF zuversichtlich, dass Bund und Länder es schaffen könnten, sich bis dahin über die Strompreisbremse zu verständigen. Sein Vorschlag sieht unter anderem vor, die EEG-Umlage auf dem heutigen Stand von 5,3 Cent pro Kilowattstunde bis Ende 2014 einzufrieren und danach jährlich um maximal 2,5 Prozent zu erhöhen. Auch sollen die Ausnahmeregelungen für die energieintensiven Betriebe weniger großzügig ausgestaltet werden. Am Mittwoch hatte das Oberlandesgericht Düsseldorf entschieden, dass die Befreiung stromintensiver Unternehmen von den Netzkosten nichtig ist. Auch die EU-Kommission leitete ein Verfahren dagegen ein. Altmaier sagte daraufhin, nach seinen Vorstellungen zur Energiewende sollten energieintensive Unternehmen in einer Größenordnung von 700 Millionen Euro belastet werden. Grünen-Fraktionschef Jürgen Trittin kritisierte diese Rechnung. Insgesamt beliefen sich die Befreiungen auf sieben Milliarden Euro. Altmaiers Ankündigung bedeute somit, dass die Unternehmen immer noch zu 80 Prozent befreit würden. Der Bundesregierung warf er vor, die Kosten der Energiewende „aus durchsichtigen Gründen nach oben getrieben“ zu haben. „Mittlerweile müssen die Stromkunden statt für erneuerbare Energien für Schlachthöfe, für Pommesfabriken, für Futtermittelbetriebe sieben Milliarden mit ihrer Stromrechnung bezahlen“, sagte Trittin mit Blick auf die Befreiung der Industrie von der sogenannten EEG-Umlage. SPD-Fraktionsvize Hubertus Heil warf der Bundesregierung vor, in der Energiepolitik einen Zickzackkurs zu verfolgen. Er forderte eine bessere Koordinierung und Steuerung der Energiewende, unter anderem einen neuen Ordnungsrahmen für den Strommarkt, eine stärkere Synchronisierung des Ausbaus der Erneuerbaren mit dem Netzausbau und mehr Investitionen in Energieeffizienz. Der Geschäftsführer der Deutschen Energie-Agentur (dena), Stephan Kohler, mahnte einen maßvollen Ausbau der erneuerbaren Energien an. Es komme nicht darauf an, „möglichst schnell viele regenerative Energiequellen zu bauen, sondern so viele, wie wir auch unter Kosten- und Akzeptanzgesichtspunkten in der Bevölkerung in das System integrieren können“, sagte Kohler dem Sender Phoenix. Bündnis wirbt für „Energie in Bürgerhand“ Ein gemeinsames Bündnis mehrerer zivilgesellschaftlicher Akteure forderte unterdessen, den Bürgern mehr Verantwortung für die Energiewende zu übertragen. Während die aktuelle Politik der Bundesregierung die Energiewende abzuwenden drohe, bildeten die von den Bürgern getragenen Projekte hingegen die Grundlage „für die hohe Zustimmung der Bevölkerung für den schnellen Ausbau der erneuerbaren Energien“, sagte Vorsitzende des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Hubert Weiger. Dem Bündnis gehören neben dem BUND die GLS Bank Stiftung, das Netzwerk „Energiewende Jetzt“, der Zusammenschluss Bürgerenergie Berlin, die Stiftung 100 Prozent Erneuerbar sowie die Haleakala Stiftung an. Am Donnerstag starteten sie die Kampagne „Die Wende – Energie in Bürgerhand“. dapd (Politik/Politik)
Fanvertreter werben um Verständnis für Fußball-Ultras
Düsseldorf (dapd). In der Diskussion über mehr Sicherheit bei Fußballspielen wehren sich die Vertreter der Fans vor einer Vorverurteilung der sogenannten Ultra-Bewegung. „Wie wollen Sie mit jungen Leuten ins Gespräch kommen, wenn Sie von vornherein sagen, die Gruppe ist höchst kriminell und muss entfernt werden“, sagte der Schalker Ultra Stefan Kleier am Donnerstag bei einer Anhörung im Düsseldorfer Landtag. Die gesamte Szene könne nicht „über einen Kamm geschoren“ werden. Ähnlich äußerten sich die Fan-Vertreter aus Düsseldorf und Köln. Als „größte jugendliche Subkultur in Deutschland“ bezeichnete der Leiter der Koordinierungsstelle Fanprojekte bei der Deutschen Sportjugend, Michael Gabriel, die Ultraszene. Noch mehr Repressionen gegenüber Fans würden das Problem der Gewalt nicht lösen. Schon jetzt hegten Ultras ein „riesiges Misstrauen“ gegenüber Polizei und Verbänden, das bei einem strikteren Vorgehen noch zunehmen würde. Stattdessen müssten die Prävention verbessert und die Arbeit der Fanprojekte gestärkt werden. dapd (Politik/Politik)
Verfeindete Brüder
Islamabad (dapd). Afghanistan und Pakistan gelten als „verfeindete Brüder“. Davon haben in den vergangenen Jahren vor allem die radikal-islamischen Taliban profitiert. Das sind ethische Paschtunen, die beidseits der Grenze leben. Doch scheine in Kabul und Islamabad ein Umdenken einzusetzen, macht Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) zum Abschluss seines viertägigen Besuchs Afghanistan und Pakistan Ländern deutlich: „Objektiv haben beide Länder ein Interesse an Stabilität.“ Deshalb fliegt der deutsche Verteidigungsminister am Donnerstag mit einem Hubschrauber der pakistanischen Armee vom Typ Mi 17 in das Swat-Tal. Dort hatten vor sechs Jahren die pakistanischen Taliban die Macht übernommen, einen „Steinzeit“-Islam propagiert und diesen mit Gewalt auch durchgesetzt. Lange schaute die Regierung in Islamabad dem Treiben zu. Tatenlos. Geschätzte 2.500 islamistische Kämpfer bekamen die gut 5.000 Quadratkilometer große Region vollständig unter ihre Kontrolle. Erst als ihr Marsch auf die pakistanische Hauptstadt nicht mehr ausgeschlossen werden konnte, machten rund 40.000 pakistanische Soldaten zu Land und aus der Luft dem Spuk ein blutiges Ende. Etwa 2.000 Aufständische wurden getötet. Deradikalisierung braucht Hoffnung Ähnlich wie Afghanistan legte auch Pakistan danach ein Deradikalisierungsprogramm auf, um die Ex-Kämpfer zu reintegrieren. „Ausbildung ist der Schlüssel dazu, nur dann haben die jungen Kämpfer eine zivile Perspektive. Und das klappt. Die Rückfallquote liegt unter zwei Prozent“, heißt es von offizieller Seite. Nur eine Handvoll der früheren Kämpfer nehmen also wieder eine Waffe in die Hand. De Maizière ist beeindruckt: „Es ist eine Erfolgsgeschichte“, sagt er bei Besuch einer Ausbildungsstätte im Swat-Tal, das einst Taliban-Hochburg war und heute als befriedet gilt. Doch sind Experten besorgt. Erst vor wenigen Tagen haben die islamistischen Rebellen auf der anderen Seite der Grenze gezeigt, dass sie durchaus noch zu militärischen Aktionen in der Lage sind. In der nordostafghanischen Provinz Badakschan töteten sie in einem offenbar gut organisierten Hinterhalt 17 Soldaten. Exekutiert, sagt die Polizei; im stundenlangen Gefecht getötet, sagen die Taliban. Bitter ist dies insbesondere für die Bundeswehr, die erst im Oktober vergangenen Jahres die Sicherheitsverantwortung für den Bereich aufgegeben und an die Afghanen übergeben hat. Und: Bislang war diese Region weitgehend Taliban-frei. Pakistanischer Rückhalt für die Taliban Mittlerweile leben 87 Prozent der Afghanen in Gebieten, in denen nicht mehr die Internationale Schutztruppe ISAF für ihre Sicherheit garantiert. Deshalb weisen Militärs darauf hin, dass es an den Fähigkeiten der Afghanen hängt, ob nach dem Abzug der immer noch rund 100.000 ISAF-Soldaten bis Ende 2014 „die regierungsfeindlichen Kräfte effektiv bekämpft“ werden können – sprich, ob die Taliban wieder an die Macht zurückkommen. Zumindest regional. Zwar wünscht sich Umfragen zufolge kaum ein Afghane diese extrem strengen Regeln des Islams zurück, doch sind die Strukturen der Taliban offenbar noch nicht zerschlagen. Zudem weist die Ausrüstung der Rebellen weist darauf hin, dass sie auch bestens aus Pakistan mit Nachschub versorgt werden. Von Paschtunen, wie afghanische Sicherheitskräfte betonen. Sorgen bereitet schließlich das einflussreiche Hakkani-Netzwerk, das von den USA mittlerweile als gefährlichste Widerstandsorganisation eingestuft wird. Es hat in Pakistan seinen Hauptsitz. Das Hauptquartier der Gruppe liegt in der Stadt Miram Shah in Nord-Waziristan, nur 20 Kilometer von der Grenze entfernt in den Stammesgebieten unter Bundesverwaltung. Diese Gemengelage macht es unwahrscheinlich, dass der Friedensprozess in Afghanistan ohne eine aktive Mitwirkung von Pakistan greift. Das ist de Maizière in den vier Tagen deutlich geworden. So ruft er beide Länder zur Zusammenarbeit auf, sichert Afghanistan weitere deutsche Unterstützung nach 2014 zu und lobt Pakistan schließlich für seinen Ansatz der Reintegration der Taliban. „Es ist eine Erfolgsgeschichte nicht nur für Pakistan“, betont de Maizière, „sondern auch für andere Länder der Welt geeignet.“ dapd (Politik/Politik)
Milch mit erhöhten Aflatoxin-Werten in NRW entdeckt
Düsseldorf (dapd). Erstmals seit Jahren sind in Rohmilch in Nordrhein-Westfalen erhöhte Werte des Schimmelpilzgifts Aflatoxin gefunden worden. Bei einem Milchbetrieb im Hochsauerlandkreis wurde eine Überschreitung des zulässigen Höchstwerts um das Doppelte festgestellt – 100 Nanogramm pro Kilogramm. Wie das nordrhein-westfälische Verbraucherschutzministerium in Düsseldorf mitteilte, kann nicht ausgeschlossen werden, dass belastete Milch zu einer Molkerei geliefert wurde. Auch in Milchviehbetrieben in den Kreisen Borken und Wesel wurden erhöhte Belastungen durch Aflatoxin in der Milch festgestellt. Die drei Höfe waren vorsorglich Anfang März gesperrt worden. Ursache für die Verunreinigung der Milch war offenbar belastetes Viehfutter, das von einem Betrieb im niederrheinischen Rees stammt. Der betroffene Milchviehbetrieb aus dem Hochsauerlandkreis dürfe seine Milch erst wieder ausliefern, wenn die rechtlich festgelegten Höchstgehalte von 50 Nanogramm pro Kilogramm eingehalten werden, erklärte das Ministerium. Die bisher produzierte Milch sei entsorgt worden. Die Aflatoxin-Belastung der Milch von den Höfen in den Kreisen Borken und Wesel liegt unter dem zulässigen Höchstwert. Die Ursache für die Verunreinigung geht auf belastetes Futtermittel aus Rees (Kreis Kleve) zurück. Der Betrieb hatte sich Ende Februar beim Landesumweltamt selbst angezeigt, mit Aflatoxinen verseuchten Mais aus Serbien erhalten und ausgeliefert zu haben. Futtermittel aus Serbien geliefert Der Futtermittelhersteller hatte laut Ministerium insgesamt 1.050 Tonnen verunreinigten Mais aus Serbien erhalten. Davon seien 200 Tonnen verarbeitet und ausgeliefert worden. Das belastete Futter wurde demnach an insgesamt vier Milchviehbetriebe im Kreis Wesel, im Kreis Borken, im Hochsauerlandkreis und in Rheinland-Pfalz geliefert. Nach der Selbstanzeige habe der Futtermittelbetrieb Ende Februar eine Eigenkontrolle durchgeführt und Proben entnommen. Als die Verunreinigung Anfang März durch ein Labor bestätigt wurde, seien weitere Auslieferungen gestoppt worden. Zuvor war die belastete Milch allerdings noch einige Tage weiter ausgeliefert worden. Dem Futtermittelhersteller aus Rees droht deshalb nun ein Ordnungswidrigkeitsverfahren. Das Ministerium prüfe, ob es sich hierbei um einen Verstoß handele, sagte ein Sprecher. Außerdem habe der Betrieb nicht sofort alle Lieferlisten vorgelegt. Nach Willen des Verbraucherschutzministeriums sollen nordrhein-westfälische Futtermittelhersteller, die Mais aus Serbien oder anderen südeuropäischen Ländern beziehen, Futter künftig erst ausliefern dürfen, wenn eine Eigenprobe nachweist, dass das Futter nicht belastet ist. Eine entsprechende Verfügung werde geprüft, sagte der Sprecher. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Reebok vereitelt Adidas 2012 einen Rekordgewinn
Herzogenaurach (dapd). Ein schlechteres Geschäft bei der US-Tochter Reebok hat der Adidas-Gruppe 2012 den angepeilten Rekordgewinn verhagelt. Wegen einer Wertminderung der Geschäfts- und Firmenwerte in Höhe von 265 Millionen Euro sank der Nettogewinn um 14 Prozent auf 526 Millionen Euro, wie der weltweit zweitgrößte Sportausrüster am Donnerstag am Firmensitz im fränkischen Herzogenaurach mitteilte. Ursprünglich war ein Rekordgewinn zwischen 770 und 785 Millionen Euro prognostiziert worden. Die Wertminderung erklärte Adidas im Wesentlichen mit „angepassten Wachstumsaussichten im Zusammenhang mit der Marke Reebok“, vor allem in Nordamerika, Lateinamerika und Brasilien. Dadurch fiel im vierten Quartal sogar ein Verlust von 272 Millionen Euro an, nach einem Gewinn von drei Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Dennoch sollen die Aktionäre für 2012 eine um 35 Prozent auf 1,35 Euro je Aktie höhere Dividende erhalten. „Wir wollen den Aktionären mehr zurückgeben“, erklärte dazu Finanzvorstand Robin Stalker. Deutlich erfreulicher als der Gewinn entwickelte sich der Umsatz: Er kletterte von Januar bis Dezember 2012 währungsbereinigt um sechs Prozent auf den neuen Rekordwert von 14,9 Milliarden Euro – und übertraf damit die eigene Prognose. Für das traditionell schwache vierte Quartal wurde ein Anstieg um ein Prozent auf knapp 3,4 Milliarden Euro ausgewiesen. Zulegen konnte die Gruppe in allen Regionen. Rekordumsatz mit Fußball Außer bei der US-Tochter Reebok verzeichnete Adidas auch bei allen Marken Umsatzzuwächse. Die Kernmarke Adidas war mit einem Plus um zehn Prozent auf mehr als 11,3 Milliarden Euro erneut am erfolgreichsten. Beflügelt durch die Fußball-Europameisterschaft wurde im Segment Fußball auch ein neuer Rekordumsatz von mehr als 1,7 Milliarden Euro erzielt. Reebok verzeichnete indes einen Rückgang um 18 Prozent auf rund 1,7 Milliarden Euro. Von einem Verkauf der 2006 für 3,1 Milliarden Euro erworbenen Tochter, die als Fitness-Marke etabliert werden soll, will Hainer aber nichts wissen. „Es ist der sportliche Ehrgeiz dieses Managements, Reebok zu einem erfolgreichen Unternehmen zu machen“, betonte er. „Warum sollte das nicht gelingen?“ Reebok passe gut ins Produktportfolio. Er sei sich sicher, dass der Fitness-Markt groß genug für eine weitere Marke sei und hohes Wachstumspotenzial berge. Die großen, globalen Marken deckten diesen Markt nicht ab. „Daher sind wir überzeugt davon, dass wir mit Reebok erfolgreich sein werden“, betonte Hainer. Für das laufende Jahr kündigte der Adidas-Chef dank „revolutionärer Produktneuheiten“ ein weiteres Umsatzwachstum im mittleren einstelligen Bereich an. Der Konzerngewinn soll auf 890 bis 920 Millionen Euro steigen. Außerdem werden weltweit 800 neue Mitarbeiter gesucht. 2012 beschäftigte der Konzern weltweit 46.306 Mitarbeiter (Vorjahr 46.824), davon in Deutschland 5.109 (4.571) und allein in Herzogenaurach 3.586. Die Aktie des DAX-Konzerns legte bis Mittag mehr als vier Prozent zu. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
