Stuttgart (dapd). Nach der Rekordprämie im vergangenen Jahr müssen sich die Beschäftigten beim Autokonzern Daimler in diesem Jahr mit weniger zufriedengeben. Etwa 130.000 anspruchsberechtigte Mitarbeiter werden eine Erfolgsbeteiligung in Höhe von 3.200 Euro erhalten, wie Daimler am Freitag in Stuttgart mitteilte. Im Vorjahr waren es noch 4.100 Euro. Die jetzige Auszahlung sei die dritthöchste der Unternehmensgeschichte, sagte Personalvorstand Wilfried Porth. Die Prämie soll mit dem April-Gehalt ausgezahlt werden. Sie orientiert sich bei Daimler am Ergebnis, das 2012 unter dem Vorjahreswert zurückblieb. Das operative Ergebnis sank laut vorläufigen Zahlen um zwei Prozent auf 8,6 Milliarden Euro. Künftig soll bei der Ergebnisbeteiligung zusätzlich noch die Umsatzrendite der Geschäftsfelder Mercedes-Benz Cars, Daimler Trucks und Mercedes-Benz Vans berücksichtigt werden. „Durch die Einführung der Umsatzrendite als zusätzlichen Maßstab entstehen zwar neue Risiken, aber auch neue Chancen“, sagte der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Erich Klemm. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
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Paradiesische Zeiten für den Online-Reisemarkt
Berlin (dapd). Wenn es um Urlaubsbuchungen geht, zieht es die meisten Deutschen nach wie vor ins Reisebüro. Doch längst ist der Vertrieb über das Internet auf dem Vormarsch. „Immer mehr Reisen oder Reisebestandteile wie Flug oder Hotel werden online gebucht“, hat das Marktforschungsunternehmen GfK beobachtet. Neuester Trend: Auch der mobile Internetzugang wird nach Erkenntnissen des Verbands Internet Reisevertrieb (VIR) auf Urlaubsreisen immer wichtiger. Der Online-Reisemarkt steht vor paradiesischen Zeiten: „74 Prozent der Deutschen ab 14 Jahren haben inzwischen Zugang zum Internet“, sagt VIR-Vorstand Michael Buller auf der Reisemesse ITB in Berlin und freut sich besonders über den starken Zuwachs an „Nachzüglern“. Dabei geht es um die über 70-Jährigen, die wegen der Bevölkerungsentwicklung auch für den Tourismus eine immer größere Rolle spielen. Ihr Anteil an den Internetnutzern sei in den vergangenen sieben Jahren um 175 Prozent gestiegen. Während 2006 nur acht Prozent von ihnen Netzzugang gehabt hätten, seien es im Januar 2013 bereits 22 Prozent gewesen. Nach Untersuchungen der GfK gab es im Touristikjahr 2011/2012 im Vergleich zum Vorjahr fast 22 Prozent mehr Online-Buchungen. Mit einem Anteil von 36,4 Prozent sei damit mehr als jede dritte Reise ab einer Übernachtung ganz oder teilweise per Internet gebucht worden – entweder direkt beim Leistungsträger, über Online-Reiseportale oder auf den Webseiten und Portalen von Reisebüros. In ihren Befragungen ermittelten die Marktforscher, dass fast 20 Prozent der Befragten Bequemlichkeit und Einfachheit, Schnelligkeit, Vergleichsmöglichkeiten und den guten Überblick als Hauptgründe für die Onlinebuchungen gesehen haben. Dagegen vermissten gut 24 Prozent eine persönliche Beratung. Nur fünf Prozent nannten eine bessere Information im Reisebüro als Grund, nicht im Internet zu buchen. Die Tendenz für Online-Reisebuchungen ist nach Erkenntnissen des VIR weiter steigend. „Wir erwarten beim Umsatz erneut Wachstumszahlen im zweistelligen Bereich bei den Urlaubsreservierungen im Internet“, sagt Buller. Laut GfK liegt der Online-Buchungsanteil für Reiseziele wie USA, Großbritannien oder Frankreich bereits bei über 50 Prozent. Aber auch beim klassischen Badeurlaub sei er fast gleichauf mit den Buchungen im klassischen Reisebüro. Kritische und mündige Kunden Immerhin informierten sich 55 Prozent der Bevölkerung für ihre Urlaubsplanung schon einmal online, wie es in einer Analyse der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen heißt. Dabei sei zu beobachten, dass sich der Konsument bei der Internetrecherche als sehr kundig und mündig erweise und die Ergebnisse mit gesunder Skepsis bewerte. So spielten Bewertungsplattformen, Preisvergleichsseiten und Bewertungsmöglichkeiten eine große Rolle. Nicht nur der Online-Zugang im Wohn- oder Arbeitszimmer wird zunehmend geschätzt. 1,1 Millionen Reisen, ermittelte die GfK, seien im vergangenen Jahr bereits über mobile Geräte gebucht worden. „Der Vormarsch dieser Geräte wie Handy, Netbook oder Tablet eröffnet der Online-Reiseindustrie eine Fülle an neuen Möglichkeiten“, betonen Experten und denken nicht nur an die Buchungen. „Die Entwicklung eröffnet Unternehmen aus der Reiseindustrie beispielsweise die Chance, mit ihren Kunden auch im Urlaubsland zu kommunizieren“, erläutert der VIR-Chef. Laut der Reiseanalyse „online“ möchten derzeit 35 Prozent der Urlauber, die zu Hause das mobile Internet nutzen, auch während der Ferien nicht darauf verzichten. „Die Faszination für das mobile Web nimmt ständig zu, Pauschalreisen, Hotels oder Mietwagen sind nur noch wenige Klicks auf dem Smartphone entfernt“, gibt der VIR zu bedenken. Es gebe einen klar erkennbaren Trend zur mobilen Reisebuchung. Auch das Wettbewerbsumfeld werde sich verändern. „Es wird weitere Wettbewerber für die Online-Anbieter geben, und es werden weitere Erfolgsgeschichten wie beispielsweise MyTaxi entstehen, das die Taxi-Industrie revolutioniert hat“, sagt VIR-Vorstand Buller. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Handwerkspräsident: EEG muss auf den Kopf gestellt werden
München (dapd). Handwerkspräsident Otto Kentzler fordert eine weitgehende Überarbeitung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG). „Das ganze EEG muss auf den Kopf gestellt werden“, sagte Kentzler am Freitag der Nachrichtenagentur dapd. Er war am Morgen am Rande der Internationalen Handwerksmesse in München mit Spitzenvertretern der großen deutschen Wirtschaftsverbände zusammengetroffen. Am Mittag wollten sie mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) über wichtige Themen, darunter die Energiewende, sprechen. Kentzler sagte, die Energiepreise in Deutschland müssten international wettbewerbsfähig sein. Er bezeichnete es als richtig, die EEG-Umlage wie geplant auf dem heutigen Stand von 5,28 Cent pro Kilowattstunde bis Ende 2014 einzufrieren. Der Handwerkspräsident plädierte dafür, dass diese Abgabe zur Unterstützung der erneuerbaren Energien möglichst niedrig bleibe. Der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), Ulrich Grillo, fordert von der Bundesregierung klare Ansagen und Zuständigkeiten für die Energiewende nach der Abkehr von der Atomkraft. „Eine eindeutige Verantwortlichkeit gibt es noch nicht“, sagte Grillo im Deutschlandfunk. Es sei gut, dass die Kanzlerin sich des Themas nun persönlich annehme. „So ein Projekt braucht eine eindeutige Verantwortlichkeit“, erklärte Grillo. „Das sehe ich bisher nicht.“ Bei der Energiewende gibt es immer wieder Unstimmigkeiten und Konflikte zwischen dem Wirtschafts- und dem Umweltministerium. Die Industrie sieht sich durch höhere Kosten für Strom aus erneuerbaren Energien benachteiligt und verlangt, dass der Strom vor allem für energieintensive Branchen bezahlbar bleibt. „Die deutsche Industrie kann die hohen Stromkosten auf Dauer nicht tragen, sonst kommt es zum Arbeitsplatzabbau“, sagte Grillo. Derzeit sei das Risiko groß, dass die Energiewende ihre Ziele nicht erreiche. Arbeitgeberpräsident fordert Neuorientierung Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt sagte, es bedürfe einer „Neuorientierung“. Die Energiewende müsse „ohne Schaden für die Industrie umgesetzt werden“. Der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertags, Hans Heinrich Driftmann, warnte vor weiter steigenden Energiekosten. Die Unternehmen bräuchten bezahlbare Preise, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Dass deutsche Konzerne, die der internationalen Konkurrenz ausgesetzt sind, von der EEG-Umlage befreit seien, bezeichnete Driftmann als richtig. Merkel hatte am Donnerstag mit Vertretern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft im Kanzleramt über die politisch beschlossene Energiewende gesprochen. dapd (Wissenschaft/Technik/Wirtschaft)
Ex-Bahn-Chef Mehdorn soll Hauptstadtflughafen retten
Berlin/Schönefeld (dapd-bln). Der frühere Chef der Deutschen Bahn, Hartmut Mehdorn, soll es nun am neuen Hauptstadtflughafen in Schönefeld richten. Er freue sich, dass die Gesellschafter Mehdorn als neuen Vorsitzenden der Flughafengesellschaft FBB gewinnen konnten, sagte Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) am Freitag – noch vor einer Aufsichtsratssitzung der Betreibergesellschaft. Zeitpunkt und Konditionen des Amtsantritts blieben in der Äußerung zunächst unklar. Mit seiner Stellungnahme kam Ramsauer dem Aufsichtsratschef und brandenburgischen Ministerpräsidenten Matthias Platzeck (SPD) zuvor, der ursprünglich am Nachmittag über die Ergebnisse des Treffens unterrichten wollte. Die Flughafengesellschaft hatte am Morgen überraschend zu einer vorgezogenen Pressekonferenz „aus aktuellem Anlass“ für 12.00 Uhr eingeladen, ohne den genauen Grund zu nennen. Flughafenkreise bestätigten auf dapd-Anfrage die Personalie. Der Posten des Flughafenchefs ist seit Januar vakant, nachdem Rainer Schwarz nach der viermal verschobenen Eröffnung des Airports seinen Hut nehmen musste. Der zunächst favorisierte frühere Chef des Frankfurter Flughafenbetreibers Fraport, Wilhelm Bender, hatte dem Flughafen eine Absage erteilt. Zu Wochenbeginn zog er nach Streitigkeiten um seinen Vertrag auch die Bereitschaft zurück, für eine Übergangszeit Chefberater zu werden. Der studierte Maschinenbau-Ingenieur Mehdorn war von 1999 bis 2009 Vorstandschef der Deutschen Bahn und zuletzt für zwei Jahre bis Januar 2013 Chef der zweitgrößten deutschen Fluggesellschaft Air Berlin. Beratungen auch über Investitionen in Tegel Der Aufsichtsrat der Betreibergesellschaft FBB wollte auf seiner Sitzung neben Personalfragen unter anderem auch über Investitionen in den Flughafen Tegel beraten, um ihn für eine längere Laufzeit fit zu machen. Der Airport muss wegen der Verzögerungen beim Bau des Hauptstadtflughafens erheblich länger in Betrieb bleiben und mehr Flugbetrieb bewältigen als zuletzt geplant. Eigentlich hätte Tegel schon im Juni 2012 seine Pforten schließen sollen. Nun muss er möglicherweise noch bis 2015 in Betrieb bleiben, weil der Ersatz in Schönefeld Spekulationen zufolge auch 2014 noch nicht eröffnet werden kann. Der im vergangenen Jahr eingesetzte neue Technik-Geschäftsführer Horst Amann will sich erst im Sommer nach weiteren Untersuchungen auf einen neuen Termin festlegen. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Hahn mokiert sich über Wahlumfragen
Frankfurt/Main (dapd). Wegen der anhaltend schlechten Umfrageergebnisse seiner Partei hat sich der hessische FDP-Chef Jörg-Uwe Hahn kritisch über Meinungsforscher ausgelassen. Zum aktuellen ARD-Deutschlandtrend, der die FDP bei vier Prozent sieht, sagte Hahn dem Hessischen Rundfunk am Freitag: „Das sage ich vorwurfsvoll gegenüber Demoskopen: Dass sie sich noch trauen, eine solche Zahl zu nennen. Sie kann nicht stimmen.“ Hahn selbst sieht seine Partei nach dem guten Abschneiden in Niedersachsen demnach bei sieben bis acht Prozent. Zum Machtgerangel zwischen FDP-Chef Philipp Rösler und Fraktionschef Rainer Brüderle sagte Hahn: „Eine Revolution war nie geplant gewesen.“ Stattdessen habe man endlich Ruhe in die Personaldiskussion bringen wollen. Vor ein paar Wochen habe sich die FDP nach außen hin nur mit sich selber beschäftigt. Damit sei jetzt Schluss. dapd (Politik/Politik)
DAX überspringt kurzzeitig 8.000-Punkte-Marke
Frankfurt/Main (dapd). Der deutsche Aktienmarkt hat erstmals seit fünf Jahren die Marke von 8.000 Punkten geknackt. Der Leitindex DAX legte am Freitag kurz nach Handelsbeginn um 0,8 Prozent auf 8.002,98 Zähler zu. Das war der höchste Stand seit dem Jahresbeginn 2008. Von seinem Allzeithoch vom 13. Juli 2007 ist der DAX aber noch ein Stück entfernt. Damals hatte er 8.151,57 Punkte erreicht. Nach dem Überspringen der psychologisch wichtigen Marke fiel der DAX am Freitag zunächst wieder etwas zurück und pendelte sich um 7.985 Punkte ein. Am Donnerstag hatte er 0,3 Prozent auf 7.940 Zähler gewonnen. Die Nebenwerte tendierten am Freitag ebenfalls nach oben. Der MDAX kletterte um 0,3 Prozent auf 13.406 Punkte. Der TecDAX gewann in ähnlicher Höhe auf 925 Zähler. Die Vorgaben von den internationalen Börsen waren glänzend. In New York hatte der Dow Jones am Donnerstag seinen Höhenflug fortgesetzt. Er ging mit 0,2 Prozent im Plus bei 14.329 Punkten aus dem Handel. Der Technologieindex Nasdaq kletterte 0,3 Prozent auf 3.232 Zähler. In Tokio sprang der Nikkei am Freitag um 2,6 Prozent auf 12.284 Punkte. Der Euro stand unter Druck. Die Gemeinschaftswährung kostete am Morgen 1,3084 Dollar und damit weniger als zuletzt. Im frühen DAX-Handel büßten Lanxess mit Abstand am stärksten ein. Die Aktie verbilligte sich um 1,3 Prozent auf 63,00 Euro. Dahinter verloren Beiersdorf und SAP leicht. Vorn lagen Infineon mit einem Plus von 2,5 Prozent auf 6,65 Euro. Merck stiegen 1,6 Prozent auf 114,00 Euro. Adidas notierten ebenfalls 1,6 Prozent fester bei 77,64 Euro. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Lindner glaubt an FDP-Erfolg bei Bundestagswahl
Berlin (dapd). Der frühere FDP-Generalsekretär Christian Lindner rechnet mit einem Wiedererstarken seiner Partei. „Wir werden gebraucht“, sagte Lindner am Freitag im ZDF-„Morgenmagazin“. Ihm sei nicht bang, dass die FDP den Wiedereinzug in den Bundestag und auch in die Bundesregierung schaffe. Der NRW-Landeschef der Liberalen, der am Wochenende als Parteivize auf dem FDP-Bundesparteitag kandidiert, forderte, Politik für den Mittelstand als dem „Kraftzentrum“ der Gesellschaft zu machen. „Jetzt gilt es, daran zu arbeiten, dass die FDP wiedergewählt wird“, betonte Lindner. „Natürlich will ich mich jetzt einbringen.“ Der FDP-Politiker fügte hinzu, Aufgabe seiner Partei sollte es sein, den Menschen „französische Experimente“ zu ersparen, mit denen Rot-Grün liebäugle. Lindner war im Dezember 2011 als FDP-Generalsekretär unter Parteichef Philipp Rösler zurückgetreten und hatte sich in die Landespolititk zurückgezogen. dapd (Politik/Politik)
Mehdorn wird neuer Flughafen-Chef in Berlin
Berlin (dapd-bln). Der Hauptstadtflughafen in Schönefeld bekommt einen neuen Chef: Der ehemalige Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn und der Fluggesellschaft Air Berlin, Hartmut Mehdorn, übernimmt den Posten als Vorsitzender der Flughafengesellschaft Berlin Brandenburg (FBB). Das bestätigte das Bundesverkehrsministerium am Freitag. Er freue sich, dass die Gesellschafter Mehdorn als neuen Flughafenchef gewonnen haben, sagte Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU). „Herr Mehdorn hat in verschiedenen Funktionen bei bedeutenden deutschen Unternehmen große Erfolge zu verzeichnen“, sagte er. Mehdorn hatte erst Anfang Januar den Chefposten bei Air Berlin abgegeben. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Mehr Touristen in Deutschland
Wiesbaden (dapd). Nach dem Rekordjahr 2012 boomt der Tourismus in Deutschland weiter. Im Januar stieg die Zahl der Übernachtungen in den Beherbergungsbetrieben hierzulande auf Jahressicht um zwei Prozent auf 21,7 Millionen, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte. Dabei legte die Zahl der Übernachtungen ausländischer Gäste um fünf Prozent auf 3,8 Millionen zu. Bei den inländischen Besuchern kletterte sie um ein Prozent auf 17,9 Millionen. Dabei zählten die Statistiker Betriebe mit mindestens zehn Schlafgelegenheiten. Im vergangenen Jahr war die Zahl der Übernachtungen in- und ausländischer Touristen in Deutschland auf den Rekordwert von 407,4 Millionen gestiegen. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Industrieverband dringt auf eindeutige Zuständigkeiten bei Energiewende
Berlin (dapd). Die deutsche Industrie fordert von der Bundesregierung klare Ansagen und Zuständigkeiten für die Energiewende nach der Abkehr von der Atomkraft. „Eine eindeutige Verantwortlichkeit gibt es noch nicht“, sagte der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), Ulrich Grillo, am Freitag im Deutschlandfunk vor einem Spitzengespräch der deutschen Wirtschaft mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Es sei gut, dass die Kanzlerin sich des Themas nun persönlich annehme. „So ein Projekt braucht eine eindeutige Verantwortlichkeit“ erklärte Grillo. „Das sehe ich bisher nicht.“ Bei der Energiewende hat es immer wieder Unstimmigkeiten und Konflikte zwischen dem Wirtschafts- und dem Umweltministerium gegeben. Merkel hatte am Donnerstag mit Vertretern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft im Kanzleramt über die politisch beschlossene Energiewende gesprochen. Am (heutigen) Freitag will sie am Rande der Handwerksmesse in München neben Grillo auch andere Spitzenvertreter deutscher Wirtschaftsverbände treffen. Dabei dürfte die Energiewende ein Thema sein. Die Industrie sieht sich durch höhere Kosten für Strom aus erneuerbaren Energien benachteiligt und verlangt, dass der Strom vor allem für energieintensive Branchen bezahlbar bleibt. „Die deutsche Industrie kann die hohen Stromkosten auf Dauer nicht tragen, sonst kommt es zum Arbeitsplatzabbau“, sagte Grillo. Derzeit sei das Risiko groß, dass die Energiewende ihre Ziele nicht erreiche. dapd (Politik/Wirtschaft)
