München (dapd). Wegen einer Klage muss Siemens den Börsengang seiner Tochter Osram verschieben. Die im April avisierte Abspaltung sei nicht mehr möglich, teilte der DAX-Konzern am Freitag in München mit. Siemens-Aktionäre hatten gegen den von der Hauptversammlung beschlossenen Börsengang der Lichttochter geklagt. Dafür ist aber der Eintrag in die Handelsregister von Berlin und München nötig. Die Anfechtungs- und Nichtigkeitsklage sorgt laut Siemens nun aber für eine Registersperre. Der Konzern hält die Klage für unbegründet und beantragte am Donnerstag beim Oberlandesgericht München im Rahmen eines Freigabeverfahrens die Aufhebung der Registersperre. Ziel sei es, trotz der Klage die Abspaltung so bald wie möglich in die Handelsregister einzutragen, teilte das Unternehmen weiter mit. „Die Siemens-Aktionäre haben uns auf der Hauptversammlung Ende Januar mit einer überwältigenden Mehrheit von über 98 Prozent den klaren Auftrag gegeben, Osram über den Weg der Abspaltung an die Börse zu bringen“, sagte Finanzvorstand Joe Kaeser. „Dieses Mandat werden wir zügig und zuverlässig im Interesse unserer Aktionäre umsetzen.“ Osram gehört mit einem Nettobuchwert von mehr als 2,3 Milliarden Euro zu den größeren Börsengängen, die für dieses Jahr erwartet werden. Die Anteilseigner von Siemens sollen dabei für je zehn Aktien eine Osram-Aktie erhalten. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
der
Aigner: Lebensmittelsicherheit ist Sache des Handels
Berlin (dapd). Für die Sicherheit von Lebensmitteln ist Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) zufolge eindeutig der Handel verantwortlich. Dabei reiche es auch nicht aus, sich nur auf die jeweilige Vorstufe – beispielsweise den Lieferanten – zu verlassen, sagte Aigner am Freitag im ARD-„Morgenmagazin“ anlässlich des Weltverbrauchertags. Der Handel sei für die komplette Kette zuständig. „Derjenige, der ein Lebensmittel in den Handel bringt oder an die Menschen verkauft, ist für die Sicherheit und den Täuschungsschutz zuständig“, sagte die Ministerin. „Das müssen sie gewährleisten, das ist Aufgabe der Wirtschaft, ganz klar definiert.“ Aigner räumte aber ein, dass es darüber einen Disput mit der Wirtschaft gebe. Die laut Grundgesetz für die Lebensmittelüberwachung zuständigen Länder müssten überprüfen, ob die Firmen ihrer Pflicht auch nachkommen. „Man kann generell schon davon ausgehen, dass es bei uns sehr sichere Lebensmittel gibt“, betonte Aigner. Angesichts von nicht deklariertem Pferdefleisch in Lasagne und Schimmelpilzgift im Futtermais gebe es leider eine Häufung an Skandalen in den vergangenen Wochen. „Alles betrügerische Vorgänge letztendlich, wo gegen geltende Gesetze verstoßen wurde“, sagte die Ministerin. dapd (Politik/Politik)
Allianz-Chef Diekmann verdient knapp sechs Millionen Euro im Jahr
München (dapd). Der Vorstandsvorsitzende der Allianz, Michael Diekmann, profitiert von der deutlichen Gewinnsteigerung seines Unternehmens. Sein Jahresgehalt stieg 2012 im Vergleich zum Vorjahr um rund 1,4 Millionen auf 5,8 Millionen Euro, wie aus dem am Freitag veröffentlichten Geschäftsbericht hervorgeht. Dazu kommt eine Pensionszusage von 824.000 Euro. Während sich Diekmanns Grundgehalt um 80.000 auf 1,28 Millionen Euro erhöhte, verbesserten sich die variablen Bestandteile um etwa 1,3 Millionen Euro. Das Gehalt des elfköpfigen Vorstands erhöhte sich 2012 um mehr als 40 Prozent auf 44,7 Millionen Euro. Europas größter Versicherungskonzern Allianz hatte im vergangenen Jahr den höchsten Gewinn seit Beginn der Finanzkrise erzielt. Trotz des Wirbelsturms Sandy und niedriger Zinsen verdoppelte das DAX-Unternehmen den Überschuss gegenüber 2011 auf 5,2 Milliarden Euro. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Bundesbürger geben mehr Geld aus
Wiesbaden (dapd). Die Deutschen geben heute deutlich mehr Geld für den Konsum aus als zur Jahrtausendwende. Die privaten Konsumausgaben stiegen vom Jahr 2000 bis 2012 preisbereinigt um 7,2 Prozent auf gut 1,5 Billionen Euro, wie das Statistische Bundesamt am Freitag anlässlich des Weltverbrauchertags mitteilte. Der größte Teil der Ausgaben der privaten Haushalte entfiel im vergangenen Jahr auf das Wohnen und Wohnnebenkosten. Knapp ein Viertel ihres Geldes gaben die Bundesbürger dafür aus. Der Anteil liegt damit leicht über dem EU-weiten Durchschnitt. 14 Prozent wurden für den Bereich Verkehr aufgewendet, 11,6 Prozent für Nahrungsmittel. Etwa die Hälfte der Ausgaben entfiel damit auf die drei Bereiche Wohnen, Nahrungsmittel und Verkehr. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Chef der Credit Suisse erwartet Anstieg der Grundgehälter
Düsseldorf (dapd). Der Chef der Schweizer Großbank Credit Suisse, Brady Dougan, warnt vor einem Anstieg der Grundgehälter für Banker durch die Pläne der Europäischen Union zur Deckelung der Bonuszahlungen. „Die Bonus-Regel wird vermutlich dazu führen, dass die Fixgehälter in einigen Bereichen angehoben werden müssen, um die besten Mitarbeiter nicht zu verlieren“, sagte Dougan dem „Handelsblatt“ . Dadurch würden die Geldinstitute bei den Personalkosten weniger flexibel. Dennoch befürchtet der Leiter der zweitgrößten Schweizer Bank nach der UBS keinen größeren Weggang von Mitarbeitern durch strengere Vergütungsregeln. „Es wird immer viel über den Wegzug von Bankern geschrieben“, sagte Dougan. Am Ende aber bewegten sich dann doch nicht so viele wie angenommen. „Und ich glaube, so wird es auch diesmal sein“, erklärte er. Der Credit-Suisse-Chef sieht als Lehre aus der weltweiten Finanzkrise durchaus Bedarf für mehr Regeln in der Bankenwelt. „Es gibt auch Bereiche, in denen meiner Meinung nach in Sachen Regulierung noch nicht genug passiert ist“, sagte Dougan. Vor allem bei der Fähigkeit der Banken, sich selber aus einer finanziellen Schieflage zu retten, müsse mehr getan werden. „Noch immer fehlen geeignete Instrumente, damit nie wieder auf der Welt eine Bank von den Steuerzahlen eines Landes aufgefangen werden muss“, erklärte er. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Gerry Weber steigert Konzernumsatz
Halle/Westfalen (dapd). Der Modekonzern Gerry Weber hat im ersten Quartal seines Geschäftsjahres 2012/2013 dank einer Reihe von Neueröffnungen auf Jahressicht deutlich mehr Umsatz erwirtschaftet. Wie der im MDAX notierte Konzern am Freitag mitteilte, stiegen die Erlöse von November bis Januar um zwölf Prozent auf 185 Millionen Euro. Trotz der Belastungen aus der Expansion und eines schwierigen Marktumfelds blieb das operative Ergebnis mit 17,8 Millionen Euro nahezu konstant. Der Überschuss lag wie im Vorjahr bei 11,5 Millionen Euro. Die Zahl der Beschäftigten stieg um 35,5 Prozent auf 4.600. Im Gesamtjahr will der Konzern mit seinen fünf Marken den Umsatz prozentual zweistellig auf 890 bis 900 Millionen Euro steigern. Das operative Ergebnis soll zwischen 131 und 135 Millionen Euro liegen. Im zurückliegenden Geschäftsjahr hatte es knapp 116 Millionen Euro betragen. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
SPD-Haushaltsexperte Schneider: Zypern muss erst einmal sich selbst helfen
Berlin (dapd). Der SPD-Haushaltsexperte Carsten Schneider fordert mehr Initiative des angeschlagenen Inselstaates Zypern zur Rettung seiner maroden Banken. Zwar habe Zypern wie alle anderen europäischen Länder Anspruch auf Hilfe, sagte Schneider am Freitag im ARD-„Morgenmagazin“. „Aber Hilfe ist keine Einbahnstraße. Sie müssen sich erst einmal selbst helfen.“ Die EU will zum Abschluss ihres aktuellen Gipfels ein Hilfsprogramm für Zypern auf den Weg bringen. Die Europäische Zentralbank sei über die Notfallliquiditätshilfe mehr oder weniger der Hauptgläubiger der zypriotischen Banken, sagte der haushaltspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion. „Und wenn dort das Geld ausgeht, bleibt es bei der EZB hängen.“ Dann habe die Zentralbank ein Problem und letztlich auch die Steuerzahler. Schneider forderte von Zypern, das nach Milliarden aus dem europäischen Rettungsschirm ruft, mehr Maßnahmen zur Bekämpfung der Geldwäsche. Auch müsse es die Finanztransaktionssteuer einführen. „Insgesamt darf es bei den Steuersätzen nicht mehr so sein, dass wir uns als europäische Länder gegenseitig die Luft zum Atmen nehmen, indem wir alle Dumpingsteuersätze machen“, sagte der SPD-Politiker. „Und Zypern ist einfach die Offshore-Region schlechthin.“ dapd (Politik/Politik)
Der Vatikan kann ein anderes Gesicht bekommen
Berlin (dapd). Der Jesuit und Sozialethiker Friedhelm Hengsbach sieht in der Wahl des neuen Papstes die Chance für Veränderungen im Vatikan. Hengsbach verwies am Freitag im Deutschlandradio Kultur vor allem auf die Bescheidenheit des bisherigen Bischofs von Buenos Aires. Mit dem Namen Franziskus seien entschlossenes Handeln und ein sehr distanzierter Umgang mit Macht verknüpft. „Wenn das den neuen Papst auszeichnet durch diesen Namen Franz von Assisi, dann denke ich, wird der Vatikan im Laufe dieser Legislaturperiode ein anderes Gesicht bekommen“, sagte Hengsbach. Gleichwohl wertete der Sozialethiker die Wahl des Jesuiten Jorge Mario Bergoglio zum Papst Franziskus als einen Bruch mit dem unabhängigen Charakter der Orden. Ordensleute sollten „eigentlich ein kritisches und ein eher revolutionäres Element in der Kirche“ sein und sich nicht in die „verkrustete“ Hierarchie einer „Männerkirche“ einbinden lassen, sagte Hengsbach. Das gelte für die Franziskaner, Benediktiner, Dominikaner, Jesuiten und die vielen Frauenorden. Die hierarchische Kirche scheine angewiesen zu sein auf diese „belebende Kraft der Orden“, meinte Hengsbach. Als „Schatten“ auf dem Pontifikat sieht der Sozialethiker die umstrittene Rolle von Bergoglio während der Herrschaft der argentinischen Militärjunta. Die argentinischen Jesuiten seien damals gespalten gewesen, ihre Mehrheit allerdings „sehr stark verfilzt“ mit den konservativen und nationalistischen Kräften. Nach Einschätzung Hengsbachs hat der damalige Bischof Bergoglio zwei in Favelas wohnende Jesuiten vor der Gefahr eines bevorstehenden Putsches gewarnt. Die beiden seien verhaftet und gefoltert, nach fünf Jahren jedoch nach Europa geflogen worden. dapd (Politik/Politik)
Mehr Beschäftigte im verarbeitenden Gewerbe
Wiesbaden (dapd). Im verarbeitenden Gewerbe waren im Januar mehr Menschen beschäftigt als ein Jahr zuvor. Wie das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mitteilte, stieg die Zahl der Beschäftigten um 61.000 oder 1,2 Prozent auf 5,2 Millionen. Die Zahl der Arbeitsstunden nahm um 0,9 Prozent auf 692 Millionen Stunden zu. Die gezahlten Entgelte stiegen um 4,7 Prozent auf 19,3 Milliarden Euro. Überdurchschnittlich stark stiegen die Beschäftigtenzahlen den Angaben zufolge im Maschinenbau sowie in der Herstellung von Kraftwagen und Kraftwagenteilen. Verringert habe sich hingegen die Zahl der Beschäftigten in der Branche Herstellung von Datenverarbeitungsgeräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen sowie in der Metallerzeugung und -bearbeitung. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Verbraucherschützer nennen Aigner-Ministerium einen zahnlosen Tiger
Osnabrück (dapd). Verbraucherschützer fordern mehr Kompetenzen für Bundesministerin Ilse Aigner (CSU). Das Bundesverbraucherministerium habe bei wichtigen Themen überhaupt keine Gesetzgebungskompetenz, kritisierte der Leiter des Bundesverbands der Verbraucherzentralen (vzbv), Gerd Billen, in der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. „Solange das so ist, ist das Ministerium ein zahnloser Tiger, dem man endlich Zähne verschaffen sollte“, sagte Billen anlässlich des (heutigen) Weltverbrauchertages. Besonders problematisch sei die Zusammenlegung des Verbraucherressorts mit dem Landwirtschaftsministerium. Das Ministerium wird von Aigner in Personalunion geleitet. So müsse das Ressort gleichzeitig auch einen Wirtschaftszweig vertreten: „Das führt dazu, dass sich das Ministerium mit bestimmten, wichtigen Botschaften oft schwertut“, sagte Billen. „Zum Beispiel mit der, dass es aus gesundheitlichen Gründen gut wäre, wenn wir alle weniger Fleisch essen würden.“ Billen plädierte stattdessen für eine Kombination des Verbraucherressorts mit dem Justizressort. Für den Datenschutz von Verbrauchern sollte nach seiner Ansicht nicht der Innenminister zuständig sein, sondern der Verbraucherminister. dapd (Politik/Politik)
