Paketstau bei Neckermann wird abgebaut

Paketstau bei Neckermann wird abgebaut Frankfurt/Main (dapd). Nach Stockungen im Vertrieb sind die Auslieferungen beim insolventen Versandhändler Neckermann wieder aufgenommen worden. „Wir haben heute begonnen, die Pakete wieder zuzustellen“, sagte ein Sprecher der Post-Tochter DHL am Donnerstag auf Anfrage in Frankfurt am Main. Am Vorabend sei eine entsprechende Einigung mit Neckermann erzielt worden. Zu Details wollte er sich nicht äußern. Die Inhalte der Einigung seien intern. Am Mittwoch hatte der vorläufige Insolvenzverwalter Michael Frege bestätigt, dass DHL die Arbeit für Neckermann im Zuge der Firmenpleite zunächst eingestellt hatte. Auf dem Gelände des Versandhändlers in Frankfurt am Main stapelten sich demnach die versandfertigen Pakete. Dieser Stau wird nun aufgelöst. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

Ecclestone hat offenbar Interesse am Nürburgring

Ecclestone hat offenbar Interesse am Nürburgring Nürburg (dapd). Formel-1-Boss Bernie Ecclestone will offenbar den insolventen Nürburgring kaufen. Konkrete Bedingungen und Preisvorstellungen soll er aber auf Anfrage nicht mitgeteilt haben, berichtet die „Rheinpfalz“ (Donnerstagausgabe). Dem Bericht zufolge ist der 83-Jährige aber nicht bereit, Formel-1-Rennen in der Eifel auf eigenes Risiko zu veranstalten. Er habe auch kein Angebot auf Verzicht der Fahrerfeldgebühren bei einem möglichen Rennen im kommenden Jahr gemacht, sagte Ecclestone. Genau das hatten die privaten und mittlerweile gekündigten Nürburgring-Pächter Kai Richter und Jörg Lindner aber behauptet. Ihren Angaben zufolge wurde mit Ecclestone ein Konzept gefunden, bei dem künftig Formel-1-Rennen auf dem Nürburgring ohne Zuschüsse des Landes auskommen. Linder selbst sagte der Wochenzeitung „Die Zeit“, dass er mit der privaten Nürburgring Automotive GmbH (NAG) bei einer Ausschreibung des Nürburgrings mitbieten werde. „Wir werden uns, wenn eine Ausschreibung auf dem Tisch liegt, Gedanken darüber machen, ob und in welcher Form wir uns an dieser Ausschreibung beteiligen – selbstverständlich“, wird Lindner zitiert. Die staatliche Nürburgring GmbH als Besitzgesellschaft der Rennstrecke mit angrenzender Immobilie hatte am Freitag Insolvenz beantragt. Der vorläufige Gläubigerausschuss hatte daraufhin einem Verfahren in Eigenverantwortung zugestimmt. Der Sanierungsgeschäftsführer des Unternehmens und der Tochterfirmen, Thomas B. Schmidt, kündigte am Mittwoch an, dass langfristig eine Privatisierung des Nürburgrings vorgesehen ist. Diese könne aber erst erfolgen, wenn die Trennung von der NAG vollzogen sei. Dann solle weltweit auf die Suche nach Investoren gegangen werden. dapd (Politik/Politik)

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VW steigert Gewinn im Halbjahr auf 8,8 Milliarden Euro

VW steigert Gewinn im Halbjahr auf 8,8 Milliarden Euro Wolfsburg (dapd). Der VW-Konzern hat im ersten Halbjahr trotz weltweiter konjunktureller Probleme den Nettogewinn um 36 Prozent auf 8,8 Milliarden Euro gesteigert. Den Umsatz erhöhte der größte Autobauer Europas um fast 23 Prozent auf 95,4 Milliarden Euro, wie Volkswagen am Donnerstag in Wolfsburg mitteilte. Zu dem kräftig verbesserten Ergebnis trugen die anhaltend hohe Nachfrage nach den Modellen des Mehrmarkenkonzerns bei, aber auch die Übernahme des Lastwagenbauers MAN, die sich nun bei Umsatz und Gewinn positiv bemerkbar macht. Für das Gesamtjahr rechnet der VW-Vorstand weiter mit Umsätzen und Gewinnen über den Rekordständen des Vorjahres. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

Siemens sieht sich in steinigem Gelände und startet Kostenprogramm

Siemens sieht sich in steinigem Gelände und startet Kostenprogramm München (dapd-bay). Der Technologiekonzern Siemens macht der konjunkturelle Abschwung zu schaffen. Der Vorstandsvorsitzende Peter Löscher sagte am Donnerstag in München, angesichts des verschlechterten Umfelds sei es schwieriger geworden, die Prognose für das Geschäftsjahr zu erreichen. Siemens befinde sich in einem „steinigen Gelände“. Löscher kündigte ein Programm an, das den Fokus auf die Verbesserung von Kosten, Produktivität und Effizienz legt. Siemens solle „schlank, schnell und agil“ werden, sagte Löscher. Von Oktober 2011 bis Juni 2012 erzielte der Konzern aus fortgeführten Aktivitäten einen Gewinn von 3,637 Milliarden Euro. Das sind 37 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Bei der Vorlage der Halbjahreszahlen hatte Siemens bereits die Ergebnisprognose von sechs Milliarden auf 5,2 bis 5,4 Milliarden Euro gesenkt. Siemens setzte in den ersten neun Monaten seines Geschäftsjahres 56,74 Milliarden Euro um. Das sind sieben Prozent mehr als im Vorjahr. Löscher sagte, die Abwärtsbewegung der Weltwirtschaft habe in den vergangenen Monaten zugenommen. „Wir spüren eine zunehmende Investitionszurückhaltung bei unseren Kunden und einen stärkeren konjunkturellen Gegenwind.“ Ziel sei, Produktivität und Effizienz zu steigern. Im Fernsehsender CNBC sagte Löscher, Siemens werde den Fokus auf Kosteneinsparungen legen. Zu einem Stellenabbau wollte er sich nicht direkt äußern. Siemens stehe ein „heißer Sommer“ bevor, erklärte Löscher. Er rechnet mit einer weiteren Abkühlung der Weltwirtschaft. Umsatz in dritten Quartal um zehn Prozent gestiegen Im dritten Geschäftsquartal steigerte der Konzern seinen Gewinn aus fortgeführten Aktivitäten zwar um 61 Prozent auf 1,229 Milliarden Euro. Allerdings war das Ergebnis im Vorjahr durch zwei außergewöhnliche Belastungen massiv reduziert worden. Der Umsatz legte von April bis Juni um zehn Prozent auf 19,5 Milliarden Euro zu. Der Auftragseingang fiel dagegen um 23 Prozent auf 17,8 Milliarden Euro. Im Jahr zuvor hatte Siemens von der Deutschen Bahn einen Milliardenauftrag für den Bau des ICx bekommen. Wegen der anhaltend schwierigen Situation auf den Kapitalmärkten erteilte der Konzern einem klassischen Börsengang seiner Tochter Osram eine Absage. Über einen Spin-off will Siemens Osram-Aktien an seine Anteilseigner ausgeben, selbst aber „Ankeraktionär“ bleiben. Vor allem wegen der Verzögerungen bei der Anbindung der Windkraftanlagen in der Nordsee hatte der Konzern seine Ergebnisprognose vor drei Monaten reduziert. Für das Prestigeprojekt musste Siemens in den ersten neun Monaten eine halbe Milliarde Euro abschreiben. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

EU-Schuldenkrise lässt Konjunkturoptimismus der Deutschen schwinden

EU-Schuldenkrise lässt Konjunkturoptimismus der Deutschen schwinden Nürnberg (dapd). Trotz Banken- und Schuldenkrise in Europa zeigen sich die Deutschen weiter in bester Kauflaune. Allerdings beurteilten sie im Juli die konjunkturelle Entwicklung im Land erneut skeptischer als im Vormonat, wie der Nürnberger Marktforscher GfK in seiner am Donnerstag veröffentlichten Konsumklimastudie mitteilte. Leichte Einbußen verzeichnete zudem die Einkommenserwartung, die aber weiter auf einem hohen Niveau liegt. Für den Gesamtindikator, den Konsumklimaindex, prognostiziert die GfK für August dennoch einen Anstieg auf 5,9 Zähler, von 5,8 Punkten im Juli. Der Konjunkturoptimismus der Deutschen schwinde, schreibt GfK-Autor Rolf Bürkl. Die Verbraucher befürchteten immer mehr, dass nun auch die deutsche Wirtschaft in den Krisenstrudel gezogen werde. Denn die wirtschaftlichen Probleme in Italien, Spanien und Großbritannien, wichtigen Handelspartnern Deutschlands, dürften nicht ohne Auswirkungen auf die Exportentwicklung in Deutschland sein. Der Index der Konjunkturerwartung verschlechterte sich daher zum zweiten Mal in Folge und büßte im Juli im Vergleich zum Vormonat 8,6 auf minus 5,6 Punkte ein. Er liegt damit erstmals seit Dezember 2011 wieder im Minus-Bereich. Einkommenserwartung bleibt stabil Geringfügige Abstriche muss auch der Index der Einkommenserwartung hinnehmen: Er sank um 3,8 auf 36,3 Punkte, bewegt sich laut GfK damit aber schon seit zwei Jahren – mit zwei Ausnahmen – stabil jenseits der 30-Punkte-Marke. Die steigende Beschäftigung und bessere Tarifabschlüsse ließen die Verbraucher darauf hoffen, künftig mehr Geld in der Tasche zu haben, erklärte Bürkl. Gestützt werde diese Einschätzung von der Inflation, die zuletzt die psychologisch wichtige Marke von zwei Prozent unterschritten hat. All das gebe den Menschen Planungssicherung und sorge dafür, dass sie die Zeit für größere Anschaffungen für günstig halten, schreibt Bürkl. So stieg der Index der Anschaffungsneigung im Juli zum dritten Mal in Folge und liegt mit 35,8 Zählern um 3,1 Punkte über dem Vormonat und um 1,7 Punkte über dem Vorjahr. Gestützt wird die Kauffreude der Verbraucher nach wie vor vom fehlenden Vertrauen in die Finanzmärkte und dem historisch niedrigen Zinsniveau. Statt ihr Geld also wenig gewinnbringend zu sparen, geben es die Menschen derzeit lieber für werthaltige Anschaffungen wie Möbel oder Immobilien aus. Für die aktuelle Konsumklimastudie befragte die GfK rund 2.000 Verbraucher. Die Ergebnisse der nächsten Befragung werden am 28. August veröffentlicht. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

Siemens macht konjunktureller Abschwung schwer zu schaffen

Siemens macht konjunktureller Abschwung schwer zu schaffen München (dapd). Der Siemens-Konzern muss kämpfen, um seine bereits gekappten Gewinnziele zu erreichen. Der Vorstandsvorsitzende Peter Löscher sagte am Donnerstag in München, angesichts des verschlechterten Umfeldes sei es schwieriger geworden, die Prognose für das Geschäftsjahr zu erreichen. Von Oktober 2011 bis Juni 2012 erzielte der Konzern aus fortgeführten Aktivitäten einen Gewinn von 3,637 Milliarden Euro. Dies sind 37 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Bei der Vorlage der Halbjahreszahlen hatte Siemens die Ergebnisprognose von 6 Milliarden Euro auf 5,2 bis 5,4 Milliarden Euro gesenkt. Löscher sagte, die Abwärtsbewegung der Weltwirtschaft habe in den vergangenen Monaten zugenommen. „Wir spüren eine zunehmende Investitionszurückhaltung bei unseren Kunden und einen stärkeren konjunkturellen Gegenwind.“ Ziel sei, Produktivität und Effizienz zu steigern. Im Fernsehsender CNBC sagte Löscher, Siemens werde den Fokus auf Kosteneinsparungen zu legen. Zu Stellenabbau wollte er sich nicht direkt äußern. Er sagte aber, der Konzern solle schneller, schlanker und agiler werden. Siemens stehe ein „heißer Sommer“ bevor, erklärte Löscher. Im dritten Quartal konnte der Technologiekonzern seinen Gewinn aus fortgeführten Aktivitäten zwar um 61 Prozent auf 1,229 Milliarden Euro steigern. Allerdings war das Ergebnis im Vorjahr durch zwei außergewöhnliche Belastungen massiv reduziert worden. Der Umsatz legte von April bis Juni um zehn Prozent auf 19,5 Milliarden Euro zu. Der Auftragseingang fiel dagegen um 23 Prozent auf 17,8 Milliarden Euro. Im Jahr zuvor bekam Siemens von der Deutschen Bahn einen Milliardenauftrag für den Bau des ICx. Wegen des schwierigen Marktumfeldes will der Konzern, Osram nicht direkt an die Börse bringen, sondern Aktien des Tochterunternehmens an die Anteilseigner geben. Vor allem wegen der Verzögerungen bei der Anbindung der Windkraftanlagen in der Nordseee hatte der Konzern seine Ergebnisprognose vor drei Monaten reduziert. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

Praktiker verringert Verluste um über 200 Millionen Euro

Praktiker verringert Verluste um über 200 Millionen Euro Kirkel/Hamburg (dapd). Bei der angeschlagenen Baumarktkette Praktiker greift die Sanierung: Im ersten Halbjahr dämmte der Konzern bei etwas niedrigeren Umsätzen die Verluste kräftig ein. Der Absatz sank bis Ende Juni zwar um 4,5 Prozent auf 1,55 Milliarden Euro, wie der Konzern am Donnerstag im saarländischen Kirkel mitteilte. Unter dem Strich waren die Verluste mit 97 Millionen Euro aber um zwei Drittel geringer als in der Vorjahresperiode, weil zahlreiche Sondereffekte aus der Sanierung wegfielen. Die Hamburger Tochtergesellschaft Max Bahr verdoppelte sogar den Betriebsgewinn auf 17 Millionen Euro. Die Marke Praktiker dagegen fuhr ein Minus von 50 Millionen Euro ein, etwa halb so viel wie im Vorjahreszeitraum. Praktiker will 120 der rund 230 deutschen Praktiker-Märkte auf Max Bahr umstellen und so die Krise überwinden. „Die stabile und gute Ertragsentwicklung von Max Bahr zeigt, wie richtig und wichtig die Entscheidung war, die Ausrichtung unseres Geschäftsmodells zu korrigieren und im Inland massiv auf den Ausbau von Max Bahr zu setzen“, sagte der Vorstandsvorsitzende Kay Hafner. Die Umsatzverluste auf Konzernebene führte er auf das schlechte Wetter und die kritische Wirtschaftslage zurück. Schlechtes Wetter im Frühjahr hält vor allem Gartenbesitzer vom Besuch eines Baumarkts ab. Unrentables Auslandsgeschäft soll verkauft werden Praktiker war wegen seiner jahrelangen Billigstrategie („20 Prozent auf alles“) und Missmanagements tief in die roten Zahlen gerutscht. 2011 machte das Unternehmen mehr als 500 Millionen Euro Verlust. Die Baumarktkette ist hoch verschuldet und ringt ums Überleben. Zur Sanierung braucht sie frisches Geld. In der Zukunft will der Konzern stärker auch unprofitables Auslandsgeschäft verkaufen. Im ersten Halbjahr fielen noch über 30 Millionen Euro Verluste im Ausland an. Praktiker hat viele Märkte in Problemländern wie Griechenland oder Rumänien. Auf der Hauptversammlung Anfang Juli hatte ein Sanierungskonzept von Hafner eine Mehrheit gefunden, das eine Kapitalerhöhung von 60 Millionen Euro bis Jahresende vorsieht. Außerdem sicherte Hafner der Baumarktkette ein Darlehen von 85 Millionen Euro vom US-Investmenthaus Anchorage. Insgesamt kostet der Sanierungsplan 160 Millionen Euro. Das Management hatte den Aktionären mit Insolvenz gedroht, falls der Plan nicht vollständig genehmigt würde. Am Mittwoch brachte sich der Firmenjäger Clemens Vedder als Investor ins Gespräch. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

Europas Solarfirmen schmieden Allianz gegen China-Konkurrenz

Europas Solarfirmen schmieden Allianz gegen China-Konkurrenz Düsseldorf (dapd). Mit einer Anti-Dumpingklage wehrt sich die europäische Solarindustrie gegen Billigimporte aus China: Bei der EU-Kommission sei eine entsprechende Klage gegen Hersteller aus dem Land eingereicht worden, bestätigte Milan Nitzschke, Sprecher der neuen Initiative EU ProSun, dem „Handelsblatt“ (Donnerstagausgabe). „Die Klage wird von der Mehrheit der europäischen Industrie unterstützt.“ Hinter dem Bündnis stehen demnach 25 Firmen aus Deutschland, Italien, Spanien und anderen EU-Ländern. Dazu zählen in Deutschland unter anderem das Bonner Unternehmen Solarworld und Sovello aus Bitterfeld-Wolfen. In Deutschland haben zahlreiche Unternehmen aus der Branche Insolvenz angemeldet, andere kämpfen ums Überleben. Neben der Kürzung staatlicher Fördermittel machen sie Billigimporte aus China für ihre Krise verantwortlich. Preiskampf soll gestoppt werden „Die chinesischen Unternehmen werden mit milliardenschweren Krediten versorgt und bieten trotz massiver Verluste ihre Produkte zu Preisen unter ihren Herstellungskosten an“, kritisierte Nitzschke. Solarworld-Chef Frank Asbeck sagte der Zeitung, die Klage in Brüssel ziele nicht darauf, die Preise für Solarmodule zu erhöhen, sondern darauf, dass der desaströse Preiskampf gestoppt werde. Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) hatte vergangene Woche selbst eine Anti-Dumping-Klage ins Spiel gebracht. In den USA werden chinesische Solarimporte seit Mai mit Strafzöllen von bis zu 250 Prozent belegt. dapd (Politik/Politik)

NS-Vergangenheit: Neumann fordert Öffnung der Wagner-Archive

NS-Vergangenheit: Neumann fordert Öffnung der Wagner-Archive Berlin/Bayreuth (dapd). Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) sieht für die Familie Wagner und die Bayreuther Festspiele eine „besondere Verantwortung“ zur lückenlosen Aufarbeitung der NS-Zeit. „Die aktuelle Festspielleitung ist sich dieser Verantwortung bewusst und stellt sich ihr“, sagte Neumann der Nachrichtenagentur dapd. Er erwarte jedoch, dass sowohl die Leitung als auch die Familie Wagner „auf diesem Weg weiter vorangehen – hierzu gehört insbesondere auch die Zugänglichmachung aller Archive“. Neumann sagte weiter, „die Verbindungen der Festspiele zum Nationalsozialismus und seinen Vertretern in den Jahren 1933 bis 1945 sowie die antijüdische Haltung des Hauses Wagner – auch schon vor dem Jahre 1933 – stellt ein besonders dunkles Kapitel in der deutschen Musik- und Kulturgeschichte dar“. Aus dieser Geschichte resultiere „eine besondere Verantwortung der Bayreuther Festspiele zur lückenlosen Aufarbeitung der eigenen Vergangenheit“. Die neue Spielzeit in Bayreuth war am Mittwochabend mit der Oper „Der Fliegende Holländer“ eingeläutet worden. Kritiker hatten dem Opernhaus zuvor vorgeworfen, eine intensive, selbstkritische Aufarbeitung der NS-Zeit bisher versäumt zu haben. Anlass der Debatte war der plötzliche Rauswurf von Bass-Bariton Evgeny Nikitin wegen Nazi-Tätowierungen. dapd (Politik/Politik)

CDU will Wahlrecht-Verhandlungen noch im August

CDU will Wahlrecht-Verhandlungen noch im August Düsseldorf (dapd). Die Regierung plant eine zügige Neuregelung des vom Bundesverfassungsgericht gekippten Wahlgesetzes. „Wir werden als Koalition aber noch in der zweiten Augusthälfte mit SPD und Grünen in Verhandlungen treten“, sagte Unionsfraktionsvize Günter Krings (CDU) der „Welt“ (Donnerstagausgabe). Ziel sei es, mit SPD und Grünen zu einer gemeinsamen Lösung zu kommen. „Schön wäre es, wenn wir in diesem Jahr parteiübergreifend zumindest einen Gesetzentwurf einbringen könnten, damit die nächste Bundestagswahl rechtlich auf sicheren Füßen steht.“ Das Bundesverfassungsgericht hatte das vor einigen Monaten reformierte Bundeswahlgesetz zuvor in zentralen Punkten für verfassungswidrig erklärt. Das Wahlrecht muss nun rasch neu gestaltet werden, damit es bei der kommenden Bundestagswahl im Herbst 2013 angewendet werden kann. Damit habe das Gericht alle Fraktionen vor eine Aufgabe gestellt, die überaus kompliziert sei, sowohl zeitlich wie inhaltlich, sagte der Parlamentarische Geschäftsführer der Unionsfraktion, Michael Grosse-Brömer, der „Rheinischen Post“. Die wichtigste Veränderung betrifft die umstrittenen Überhangmandate, die zuletzt in erheblicher Zahl anfielen. Bei der Bundestagswahl 2009 gab es 24 Überhangmandate – alle gingen an die Union. Das Verfassungsgericht setzte nun eine „zulässige Höchstgrenze“ von 15 Überhangmandaten fest. Vorwürfe an die Verfassungsrichter Krings warf den Verfassungsrichtern vor, sich nicht an eigene Maßstäbe zu halten. Die vorgegebene Grenze sei nicht begründet. „Die Zahl ist eine reine Setzung“, sagte Krings und fügte hinzu: „Ich fände es schön, wenn das Gericht die Begründungsanforderungen, die es in den letzten Jahren ständig an den Gesetzgeber stellt, selbst genauso ernst nehmen würde.“ Dabei verwies er auf vorangegangene Urteile zur Pendlerpauschale und Hartz IV. Damals habe das Gericht verlangt, dass die Gesetzgeber „die genaue Höhe bestimmter Summen begründen. Nun verkündet es pauschal eine bestimmte Zahl für die Überhangmandate. Das passt nicht zusammen.“ Wie die „Frankfurter Rundschau“ (Donnerstagausgabe) unter Berufung auf Berechnungen des Göttinger Parteienforschers Stephan Klecha berichtete, gäbe es bis zu 27 Überhangmandate im Bundestag, wenn am Sonntag auf Basis des bisherigen Wahlrechts gewählt würde. Der Wissenschaftler ermittelte die Zahl auf Basis der Emnid-Umfrage vom 22. Juli. dapd (Politik/Politik)