Hamburg (dapd-nrd). Der Solaranbieter Conergy macht trotz eines Umsatzeinbruchs Fortschritte bei der Sanierung. Der Verlust nach Steuern verringerte sich im zweiten Quartal um zwei Drittel auf rund 6 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Dienstag in Hamburg mitteilte. Zugleich sank der Umsatz sank deutlich um 80 auf 145 Millionen Euro. Das Ergebnis zeige, „dass sowohl unsere strategische Neuausrichtung als auch unsere verbesserten Kostenstrukturen zum Tragen kommen“, sagte der Vorstandsvorsitzende Philip Comberg. Conergy hatte die unprofitable Herstellung von Solarzellen in einer eigenen Fabrik in Frankfurt (Oder) gestoppt und kauft die Komponenten inzwischen billig in China. Das Unternehmen hat sich damit auf Montage, Aufbau beim Kunden und Verkauf spezialisiert. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
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Herrmann wünscht sich gemeinsames Vorgehen gegen NPD
Köln (dapd). In der Debatte um ein NPD-Verbotsverfahren hat der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) für ein gemeinsames Vorgehen von Bundesrat, Bundestag und Bundesregierung geworben. „Ich wünsche mir natürlich ganz klar, dass sich auch der Bundestag und möglichst auch die Bundesregierung an diesem Verfahren beteiligen“, sagte Herrmann am Dienstag im Deutschlandfunk. Es müsse eine geschlossene Front der Demokraten gegen die NPD geben. Im Notfall könne sich Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) aber auch vorstellen, dass die Länder ein entsprechendes Verfahren allein im Bundesrat vorantreiben, bekräftigte Herrmann. dapd (Politik/Politik)
Pforzheimer Ökonom Beck: Griechenland pleitegehen lassen
Pforzheim (dapd). Der Wirtschaftspublizist und Ökonomie-Professor Hanno Beck wirbt in der Eurokrise für die Möglichkeit eines Staatsbankrotts. „So wie es momentan läuft, kommen wir aus dem Schlamassel nie heraus“, sagte der Pforzheimer Wissenschaftler der Nachrichtenagentur dapd. Kurzfristige Rettungsmaßnahmen und halbherzige Versuche, Sparmaßnahmen durchzusetzen, habe es bereits ohne große Fortschritte gegeben. Eine langfristige, tragbare Lösung sei dies jedoch nicht. Diese sieht Beck in einer geordneten Insolvenz einzelner Staaten innerhalb des Euroraums. „Wir müssen sagen, wir lassen Griechenland pleitegehen, machen eine geordnete Insolvenz, schreiben die Schulden ab und ermöglichen den Griechen einen Neustart“, sagte der 46-Jährige. Dazu müssten die Griechen nicht aus der Währungsunion geworfen werden. Auch wenn ein Austritt den Griechen selbst, zumindest konjunkturpolitisch, helfen würde. „Natürlich wird das unglaublich teuer“ Es müsse klargemacht werden, dass Staaten der Europäischen Union pleitegehen können, sagte Beck. Investoren würden bei der Kreditvergabe entsprechend vorsichtig werden und die Griechen wären gezwungen, ihre Politik zu verändern. Durch die Möglichkeit eines Staatsbankrotts gebe es ein Disziplinierungsinstrument, das eine ungehinderte Staatsverschuldung verhindere. „Natürlich wird das unglaublich teuer“, sagte Beck. Das Geld aus den Hilfspaketen sei damit verloren. „Es ist aber billiger, ein paar Banken zu retten, als einen kompletten Staat. Man muss davon ausgehen, dass wir dieses Geld ohnehin nicht wiedersehen.“ Die Griechen müssten anschließend langfristig ihre Ausgaben an ihre Einnahmen anpassen. Die Kosten der Insolvenz würden diejenigen übernehmen, die Griechenland Geld geliehen haben, nicht die Steuerzahler. „Diese Lösung ist sicherlich billiger als ein fortgesetztes halbherziges Krisenmanagement, wie wir es derzeit betreiben, und erfordert auch keine Zentralisierung von staatlichen Kompetenzen in Brüssel, die politisch alles andere als ein Selbstläufer ist“, sagte Beck. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
RWE startet neues Sparprogramm
Essen (dapd-nrw). Deutschlands zweitgrößter Energieversorger RWE will nach einem nur wenig verbesserten Halbjahresergebnis weiter sparen. Der neue RWE-Chef Peter Terium kündigte am Dienstag an, mit dem neuen Effizienzsteigerungsprogramm „RWE 2015“ das Ergebnis bis Ende 2014 um eine Milliarde Euro pro Jahr erhöhen zu wollen. Bestandteil dieses Programms ist auch der bereits vor einigen Tagen bekannt gewordene Abbau von weiteren 2.4000 Stellen. „Diese Personalmaßnahmen sind unumgänglich, wenn wir die Wettbewerbsfähigkeit von RWE erhalten wollen“, sagte Terium. Außerdem plant der Konzern die Gründung einer paneuropäischen Erzeugungsgesellschaft, die alle Steinkohle- und Gaskraftwerke des Konzerns in Europa unter ihrem Dach vereinen soll. Im ersten Halbjahr 2012 sank der Außenumsatz des Konzerns um 1,3 Prozent auf 27,1 Milliarden Euro. Das betriebliche Ergebnis stieg dagegen um 9 Prozent auf 3,6 Milliarden Euro. Das nachhaltige Nettoergebnis lag mit 1,7 Milliarden Euro auf Vorjahresniveau. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
TUI schafft Rückkehr in die schwarzen Zahlen
Hannover (dapd). Der größte Reisekonzern Europas, TUI, hat den Sprung in die Gewinnzone geschafft. Der Hannoveraner Konzern erzielte im zweiten Quartal einen Nettogewinn von 9,3 Millionen Euro, nachdem im Vorjahreszeitraum noch ein Verlust von 40 Millionen Euro angefallen war, wie TUI am Dienstag mitteilte. Zugleich legte der Umsatz um rund acht Prozent auf 4,7 Milliarden Euro zu. Große Fortschritte macht TUI beim Schuldenabbau: Die Nettoverschuldung fiel bis Ende Juni vor allem wegen des Verkaufs von Anteilen an der Hamburger Reederei Hapag-Lloyd um rund 800 auf 759 Millionen Euro. „Wir sehen unsere Einschätzung des Geschäftsverlaufs mehr als bestätigt und werden unsere Jahresziele trotz europäischer Schuldenkrise erreichen“, sagte der scheidende Vorstandsvorsitzende Michael Frenzel. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Schauspieler laufen auf Boden aus Wertheim
Wertheim (dapd-bwb). Das schrille Geräusch einer Säge erfüllt die Halle. Männer mit Ohrenschützern eilen zwischen aufgestapelten Holzlatten umher. Es ist Sommeranfang, Hochsaison bei Bühnenbau Wertheim. Der kleine Betrieb im Norden Baden-Württembergs, 40 Kilometer von Würzburg entfernt, stattet die großen Bühnen aus. Seine Böden werden unter anderem in der Semperoper Dresden, im Deutschen Theater Berlin oder im Finnischen Nationaltheater in Helsinki verwendet. Auch die Elbphilharmonie in Hamburg statten die Wertheimer aus, sobald die Bauarbeiten dort wieder vorangehen. Jedes Jahr, wenn die Sommerpause in den Häusern anfängt, bekommen die Geschäftsführer Kai-Uwe und Hermann Patz und ihre etwa 30 Mitarbeiter alle Hände voll zu tun. „Im Jahr arbeiten wir auf etwa 80 bis 90 Bühnen“, sagt der 46-jährige Kai-Uwe Patz. Die Hälfte davon werde im Sommer abgearbeitet. Seine Leute erhalten in der Zeit Urlaubssperre und verlegen, was das Zeug hält. Saisonarbeiter helfen nicht, lediglich ein paar selbstständige Schreiner beschäftigt das Unternehmen in der Zeit. Der Betrieb, den er gleichberechtigt mit seinem Vater Hermann führt, ist idyllisch gelegen. Der rote Fels eines alten Steinbruchs reckt sich über die Gebäude. Zur Straße hin werden sie von Bäumen verdeckt. Hermann Patz war Prokurist für eine Firma, die auf den Innenausbau mit Holz spezialisiert war und 1984 in Konkurs ging. Direkt im Anschluss machte er aus der damaligen Zweigstelle im Süden seine eigene Firma auf: Bühnenbau Wertheim war geboren und konnte bis auf einen auch alle anstehenden Aufträge der Vorgängerfirma übernehmen. Noch immer führt der 73-Jährige mit seinem Sohn die Geschäfte. Der sagt über ihn: „Wenn er aussteigen würde, würde er sehr fehlen.“ Dielen werden kaum noch verbaut Seit den Firmenanfängen hat sich viel getan. Das Unternehmen hat seine Produkte immer weiter verbessert und neue eingeführt. „Die Diele hat mit der Dreischicht-Platte einen Nachfolger gefunden“, erzählt Kai-Uwe Patz. Die Diele werde eigentlich nur noch in kleineren Theatern verbaut. Der Vorteil der Platten, die aus drei unterschiedlich dichten Schichten Holz besteht, sei zum einen die größere Materialausbeute. Denn das Unternehmen misst die Dichte des Holzes und ordnet es in drei verschiedene Klassen ein. Nur das dichteste ist als oberste Schicht geeignet, darunter kommen einfachere Hölzer, die zu hochwertigen Sperrholzplatten verarbeitet werden. Zudem halten die Platten mehr aus, punktuelle Lasten bis zu einer Tonne sind möglich. „Wenn Sie über eine Diele mit einem Stapler fahren, bricht die Ihnen weg“, sagt Patz. Mit im Angebot hat die Firma inzwischen auch ein selbst entwickeltes Klebeband, das sich ohne Rückstände entfernen lassen sowie eine Bühnenfarbe, die sich einfach auf die Böden auftragen lassen soll. Mit seinen Produkten erwirtschaftet der Mittelständler einen Umsatz von knapp vier Millionen Euro im Jahr. Der Gewinn ist überschaubar und wird laut Patz sofort wieder in die Firma investiert. „Wir sind nicht darauf aus, einen gewissen Gewinn zu erzielen, koste es was es wolle“, sagt er. Auch die Bühnen merken die Staatsschuldenkrise Laut Arved Hammerstädt, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Deutschen Theatertechnischen Gesellschaft in Bonn, zu der auch Bühnenbau Wertheim gehört, ist der Markt im Moment aber „relativ unsicher“. Das liege an der Staatsschuldenkrise und daran, dass viele der Bühnen von der öffentlichen Hand gefördert sind. Und die spare gerne mal bei der Kultur. Dennoch sei es insgesamt ein recht großer Markt. „Es wird viel Geld investiert, um die Häuser umzubauen oder zu renovieren“, sagt Hammerstädt. Auch Patz ist optimistisch: „Sie können notfalls die Technik weglassen, die Podien weglassen, aber den Boden brauchen Sie letztendlich.“ Bühnenbau Wertheim ist in seinem speziellen Bereich Platzhirsch. „Es gibt eigentlich nur noch zwei, drei Wettbewerber, die aber in der Regel kleiner sind als wir“, erzählt Patz. Die Wettbewerber kommen fast ausschließlich aus dem Inland. Auch die Nachfrage nach teuren Böden, wie denen aus Wertheim, ist auf bestimmte Länder beschränkt – dazu zählt Patz Deutschland und die übrigen Alpenländer sowie Osteuropa. „Andere Länder dagegen sehen den Boden als Wegwerfartikel“, sagt der 46-Jährige. Dort werde er zweimal im Jahr ausgetauscht. Die Böden aus Wertheim hielten acht bis zehn Jahre – und das, obwohl sie regelrecht malträtiert werden. „Er ist nicht nur als Fußboden da, sondern er dient dem Bühnentechniker als Werkbank“, sagt Patz. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Gewinnsprung für Kabel Deutschland
Unterföhring (dapd). Kabel Deutschland hat zum Auftakt seines Geschäftsjahres Ergebnis und Umsatz deutlich erhöht. Der Nettogewinn stieg von April bis Juni auf 66 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Dienstag in Unterföhring mitteilte. Vor einem Jahr lag dieser noch bei acht Millionen Euro. Den Umsatz steigerte Kabel Deutschland um 7,7 Prozent auf 444 Millionen Euro. Die Zahl der Abonnements konnte der Kabelbetreiber im ersten Quartal seines Geschäftsjahres um 843.000 auf 13,7 Millionen erhöhen. Sowohl bei den Breitbandprodukten als auch beim HD-Fernsehen und den Internet- und Telefonangeboten verzeichnete das Unternehmen Zuwächse. Der durchschnittliche Monatsumsatz pro Kunde stieg um 1,40 Euro auf 15,38 Euro. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Sky Deutschland schreibt operativ schwarze Zahlen
Unterföhring (dapd). Der Abosender Sky Deutschland arbeitet sich langsam aus der Verlustzone. Im zweiten Quartal erwirtschaftete das Unternehmen einen operativen Gewinn von 23,0 Millionen Euro, wie Sky Deutschland am Dienstag in Unterföhring mitteilte. Im gleichen Quartal des Vorjahres war es noch ein Minus von 23,4 Millionen Euro. Der Umsatz stieg um 18 Prozent auf 326,7 Millionen Euro. Die Zahl der Abonnenten erhöhte sich um 14 Prozent auf 3,13 Millionen. Das Unternehmen bestätigte seine Prognose. Danach will Sky sein operatives Ergebnis 2012 gegenüber dem Vorjahr deutlich verbessern. 2013 soll dieses positiv ausfallen. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Grünen-Politikerin Höhn: Regierung treibt Stromkosten in die Höhe
Dortmund (dapd). Grünen-Bundestagsfraktionsvize Bärbel Höhn hat der Bundesregierung vorgeworfen, die Energiekosten für Privatleute und kleine mittelständische Unternehmen in die Höhe zu treiben. Die großen Unternehmen seien von der Umlage nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) befreit, sagte Höhn den Dortmunder „Ruhr Nachrichten“ (Dienstagausgabe) laut Vorabbericht. „Sie zahlen praktisch keine Ökosteuer und viele müssen auch keine Netzentgelte zahlen“, fügte sie hinzu. „Der Börsenstrompreis sinkt durch die Einspeisung von Ökoenergie“, sagte Höhn. „Die Lasten müssen die einfachen Privatkunden tragen.“ Die Ausnahmen bei der Energiewende kosteten acht bis neun Milliarden Euro. Höhn sagte, es müsse zwar Ausnahmen für die energieintensive Industrie geben, doch die Bundesregierung übertreibe ihr Entgegenkommen. Die Firmen brauchten einen Anreiz, um Energie zu sparen. „Wenn man Großbetriebe von allen Kosten ausnimmt, haben sie auch keinen Anreiz zu sparen“, sagte Höhn. Sie forderte die Energieunternehmen auf, Spartarife einzuführen. „Wenn beispielsweise die ersten 1500 Kilowattstunden billiger sind, besteht ein Anreiz zu sparen“, sagte Höhn. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
FDP besteht auf Rentenbeitragssenkung
Düsseldorf/Hamburg (dapd). Die FDP wehrt sich gegen eine Verknüpfung einer Senkung des Rentenversicherungsbeitrags mit der von Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) geplanten Zuschussrente. „Die Beitragssenkung ist für uns in dieser Koalition nicht verhandelbar. Punkt, aus“, sagte FDP-Generalsekretär Patrick Döring der Düsseldorfer „Rheinischen Post“. „Zur Not werden wir das durch einen eigenen Gesetzentwurf über die Regierungsfraktionen zur Entscheidung bringen.“ Döring kritisierte, dass das Arbeitsministerium eine Senkung der Beitragssätze mit der Besserstellung von Geringverdienern verknüpft. „Die Drohung, den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern die – im wahrsten Sinne des Wortes – verdiente Entlastung zu verweigern, um einen politischen Geländegewinn zu erpressen, ist schlicht eine Zumutung“, sagte er. Regierungssprecher Steffen Seibert hatte erst am Montag gesagt, jeder, der ein Leben lang gearbeitet habe, solle eine Rente erhalten, die oberhalb der Grundsicherung liege. Die Linke warf der schwarz-gelben Regierungskoalition Wahlbetrug in der Rentenpolitik vor. Anders als im Koalitionsvertrag vereinbart, gebe es in dieser Legislaturperiode offensichtlich keine Angleichung der Renten in Ost- und Westdeutschland, sagte der Linksparteivorsitzende Bernd Riexinger dem „Hamburger Abendblatt“. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) habe 2009 auf dem Seniorentag eine Lösung für diese Legislaturperiode versprochen. „Seitdem wurde viel geredet, passiert ist nichts. Das ist Wahlbetrug“, sagte Riexinger. Die Lebensleistung der Menschen im Osten müsse endlich gerecht bewertet werden. „Wir wollen eine stufengleiche Angleichung an das Westniveau innerhalb der nächsten fünf Jahre“, sagte Riexinger. „Wenn Merkel sich nicht bewegt, werden die Ostrenten Wahlkampfthema.“ dapd (Politik/Politik)