Rene Obermann geht wieder näher an den Maschinenraum

Rene Obermann geht wieder näher an den Maschinenraum Bonn (dapd). René Obermann hat mit 50 Jahren eigentlich alles erreicht, wovon ein Manager träumen kann. Er ist Vorstandschef eines der größten deutschen DAX-Konzerne und verdiente im vergangenen Jahr rund 3,8 Millionen Euro. Privat sorgt die Ehe mit Fernsehmoderatorin Maybrit Illner für zusätzlichen Glamour. Doch jetzt will der Manager noch einmal etwas ganz anderes machen. Anfang nächsten Jahres wechselt er an die Spitze des eher unbedeutenden niederländischen Multimedia-Unternehmens Ziggo. Es ist ein für einen Topmanager ungewöhnlicher Schritt. Ganz bewusst und aus eigenem Antrieb tauscht Obermann groß gegen klein. Er will nicht länger auf dem nur schwer manövrierbaren Supertanker Telekom den Kurs angeben, sondern lieber den viel kleineren und beweglicheren Telefon-, Kabelfernsehen- und Internetanbieter aus den Niederlanden steuern. Ziggo ist ein noch junges Unternehmen, das aus dem Zusammenschluss von drei Firmen entstand und im März 2012 an die Amsterdamer Börse ging. Derzeit hat das Unternehmen gerade einmal drei Millionen Haushalte als Kunden und macht 1,5 Milliarden Euro Umsatz. Das sind nicht einmal 3 Prozent der Erträge der Telekom. Statt über 232.000 Mitarbeiter wird Obermann künftig nur noch über 2.500 Mitarbeiter verfügen. Doch gerade das ist es wohl, was Obermann reizt. Schon im vergangenen Dezember hatte der Manager erklärt, er wolle wieder „näher an den Maschinenraum“ und wieder stärker unternehmerisch geprägte Aufgaben übernehmen. Schließlich sei er kein „typisches Konzerngewächs“. Bereits vor seiner Blitzkarriere bei der Telekom hatte er 1986 eine kleine Firma gegründet und sie zu einem mittelständischen Unternehmen mit mehreren hundert Angestellten entwickelt. „Ziggo passt daher perfekt“, betonte der 50-Jährige jetzt. Finanzvorstand Höttges tritt Nachfolge an Obermanns Nachfolger bei der Telekom wird sein langjähriger Weggefährte Timotheus Höttges, der Finanzvorstand des Bonner Konzerns. Obermann steht seit November 2006 an der Spitze der Deutschen Telekom. Als er den Posten übernahm, galt dieser als einer der schwierigsten Jobs in der deutschen Wirtschaft. Die Festnetzkunden liefen dem ehemaligen Monopolisten in Scharen davon, die Umsätze gingen zurück. Doch Veränderungen schienen bei dem noch immer teilweise von einer Beamtenmentalität geprägten früheren Staatskonzern noch schwieriger als anderswo. Doch Obermann griff durch. Er setzte die Ausgliederung von rund 50.000 Mitarbeitern in die Tochtergesellschaft T-Service durch und nahm dafür auch den ersten Arbeitskampf der Unternehmensgeschichte in Kauf. Und er machte ernst mit der Zusammenführung von Mobilfunk und Festnetz – eine kleine Revolution im Telekom-Reich. Dennoch erreichte auch Obermann nicht alle seine Ziele. So scheiterte der Plan, das Sorgenkind T-Mobile USA an den Rivalen AT&T zu verkaufen, am Widerstand der US-Kartellbehörden. Nun muss die Telekom versuchen, ihre Amerika-Tochter durch die Fusion mit dem Wettbewerber MetroPCS selbst wieder auf Erfolgskurs zu bringen. Wertberichtigungen für die US-Tochter bescherten dem Konzern im vergangenen Jahr einen Verlust von 5,3 Milliarden Euro. Vor allem aber gelang es Obermann trotz aller Bemühungen nicht, den seit Jahren dahindümpelnden Kurs der T-Aktie zu beflügeln. Im Gegenteil: In seiner Ära verlor die Aktie mehr als ein Drittel an Wert. Doch sieht der scheidende Konzernchef nach einer langen Durststrecke inzwischen Licht am Ende des Tunnels. Mithilfe eines fast 30 Milliarden Euro schweren Investitionsprogramms will die Telekom nach Jahren schrumpfender Erlöse 2014 endlich die Trendwende schaffen und wieder wachsen. Das wäre allerdings im Jahr eins nach Obermann. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

Milch mit erhöhten Aflatoxin-Werten in NRW entdeckt

Milch mit erhöhten Aflatoxin-Werten in NRW entdeckt Düsseldorf (dapd). Erstmals seit Jahren sind in Rohmilch in Nordrhein-Westfalen erhöhte Werte des Schimmelpilzgifts Aflatoxin gefunden worden. Bei einem Milchbetrieb im Hochsauerlandkreis wurde eine Überschreitung des zulässigen Höchstwerts um das Doppelte festgestellt – 100 Nanogramm pro Kilogramm. Wie das nordrhein-westfälische Verbraucherschutzministerium in Düsseldorf mitteilte, kann nicht ausgeschlossen werden, dass belastete Milch zu einer Molkerei geliefert wurde. Auch in Milchviehbetrieben in den Kreisen Borken und Wesel wurden erhöhte Belastungen durch Aflatoxin in der Milch festgestellt. Die drei Höfe waren vorsorglich Anfang März gesperrt worden. Ursache für die Verunreinigung der Milch war offenbar belastetes Viehfutter, das von einem Betrieb im niederrheinischen Rees stammt. Der betroffene Milchviehbetrieb aus dem Hochsauerlandkreis dürfe seine Milch erst wieder ausliefern, wenn die rechtlich festgelegten Höchstgehalte von 50 Nanogramm pro Kilogramm eingehalten werden, erklärte das Ministerium. Die bisher produzierte Milch sei entsorgt worden. Die Aflatoxin-Belastung der Milch von den Höfen in den Kreisen Borken und Wesel liegt unter dem zulässigen Höchstwert. Die Ursache für die Verunreinigung geht auf belastetes Futtermittel aus Rees (Kreis Kleve) zurück. Der Betrieb hatte sich Ende Februar beim Landesumweltamt selbst angezeigt, mit Aflatoxinen verseuchten Mais aus Serbien erhalten und ausgeliefert zu haben. Futtermittel aus Serbien geliefert Der Futtermittelhersteller hatte laut Ministerium insgesamt 1.050 Tonnen verunreinigten Mais aus Serbien erhalten. Davon seien 200 Tonnen verarbeitet und ausgeliefert worden. Das belastete Futter wurde demnach an insgesamt vier Milchviehbetriebe im Kreis Wesel, im Kreis Borken, im Hochsauerlandkreis und in Rheinland-Pfalz geliefert. Nach der Selbstanzeige habe der Futtermittelbetrieb Ende Februar eine Eigenkontrolle durchgeführt und Proben entnommen. Als die Verunreinigung Anfang März durch ein Labor bestätigt wurde, seien weitere Auslieferungen gestoppt worden. Zuvor war die belastete Milch allerdings noch einige Tage weiter ausgeliefert worden. Dem Futtermittelhersteller aus Rees droht deshalb nun ein Ordnungswidrigkeitsverfahren. Das Ministerium prüfe, ob es sich hierbei um einen Verstoß handele, sagte ein Sprecher. Außerdem habe der Betrieb nicht sofort alle Lieferlisten vorgelegt. Nach Willen des Verbraucherschutzministeriums sollen nordrhein-westfälische Futtermittelhersteller, die Mais aus Serbien oder anderen südeuropäischen Ländern beziehen, Futter künftig erst ausliefern dürfen, wenn eine Eigenprobe nachweist, dass das Futter nicht belastet ist. Eine entsprechende Verfügung werde geprüft, sagte der Sprecher. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

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Reebok vereitelt Adidas 2012 einen Rekordgewinn

Reebok vereitelt Adidas 2012 einen Rekordgewinn Herzogenaurach (dapd). Ein schlechteres Geschäft bei der US-Tochter Reebok hat der Adidas-Gruppe 2012 den angepeilten Rekordgewinn verhagelt. Wegen einer Wertminderung der Geschäfts- und Firmenwerte in Höhe von 265 Millionen Euro sank der Nettogewinn um 14 Prozent auf 526 Millionen Euro, wie der weltweit zweitgrößte Sportausrüster am Donnerstag am Firmensitz im fränkischen Herzogenaurach mitteilte. Ursprünglich war ein Rekordgewinn zwischen 770 und 785 Millionen Euro prognostiziert worden. Die Wertminderung erklärte Adidas im Wesentlichen mit „angepassten Wachstumsaussichten im Zusammenhang mit der Marke Reebok“, vor allem in Nordamerika, Lateinamerika und Brasilien. Dadurch fiel im vierten Quartal sogar ein Verlust von 272 Millionen Euro an, nach einem Gewinn von drei Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Dennoch sollen die Aktionäre für 2012 eine um 35 Prozent auf 1,35 Euro je Aktie höhere Dividende erhalten. „Wir wollen den Aktionären mehr zurückgeben“, erklärte dazu Finanzvorstand Robin Stalker. Deutlich erfreulicher als der Gewinn entwickelte sich der Umsatz: Er kletterte von Januar bis Dezember 2012 währungsbereinigt um sechs Prozent auf den neuen Rekordwert von 14,9 Milliarden Euro – und übertraf damit die eigene Prognose. Für das traditionell schwache vierte Quartal wurde ein Anstieg um ein Prozent auf knapp 3,4 Milliarden Euro ausgewiesen. Zulegen konnte die Gruppe in allen Regionen. Rekordumsatz mit Fußball Außer bei der US-Tochter Reebok verzeichnete Adidas auch bei allen Marken Umsatzzuwächse. Die Kernmarke Adidas war mit einem Plus um zehn Prozent auf mehr als 11,3 Milliarden Euro erneut am erfolgreichsten. Beflügelt durch die Fußball-Europameisterschaft wurde im Segment Fußball auch ein neuer Rekordumsatz von mehr als 1,7 Milliarden Euro erzielt. Reebok verzeichnete indes einen Rückgang um 18 Prozent auf rund 1,7 Milliarden Euro. Von einem Verkauf der 2006 für 3,1 Milliarden Euro erworbenen Tochter, die als Fitness-Marke etabliert werden soll, will Hainer aber nichts wissen. „Es ist der sportliche Ehrgeiz dieses Managements, Reebok zu einem erfolgreichen Unternehmen zu machen“, betonte er. „Warum sollte das nicht gelingen?“ Reebok passe gut ins Produktportfolio. Er sei sich sicher, dass der Fitness-Markt groß genug für eine weitere Marke sei und hohes Wachstumspotenzial berge. Die großen, globalen Marken deckten diesen Markt nicht ab. „Daher sind wir überzeugt davon, dass wir mit Reebok erfolgreich sein werden“, betonte Hainer. Für das laufende Jahr kündigte der Adidas-Chef dank „revolutionärer Produktneuheiten“ ein weiteres Umsatzwachstum im mittleren einstelligen Bereich an. Der Konzerngewinn soll auf 890 bis 920 Millionen Euro steigen. Außerdem werden weltweit 800 neue Mitarbeiter gesucht. 2012 beschäftigte der Konzern weltweit 46.306 Mitarbeiter (Vorjahr 46.824), davon in Deutschland 5.109 (4.571) und allein in Herzogenaurach 3.586. Die Aktie des DAX-Konzerns legte bis Mittag mehr als vier Prozent zu. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

In 126 Fällen nicht deklariertes Pferdefleisch entdeckt

In 126 Fällen nicht deklariertes Pferdefleisch entdeckt (dapd). Die Überwachungsbehörden der Länder haben inzwischen 1.924 Lebensmittelproben auf nicht deklariertes Pferdefleisch untersucht und sind in 126 Fällen fündig geworden. Das teilte das Bundeslandwirtschaftsministerium am Donnerstag in Berlin mit. Vor knapp drei Wochen waren die ersten Lieferungen falsch gekennzeichneter Produkte mit Pferdefleisch aus dem europäischen Ausland bekannt geworden. Die 126 Nachweise verteilen sich wie folgt auf die Bundesländer: Berlin (3), Brandenburg (7), Baden-Württemberg (11), Bayern (9), Bremen (5), Hessen (18), Hamburg (4), Nordrhein-Westfalen (42), Mecklenburg-Vorpommern (10), Niedersachsen (9), Saarland (2), Sachsen-Anhalt (6). Beim überwiegenden Teil der jüngsten positiven Testergebnisse handele es sich allerdings um die Bestätigung bereits bekannter Fälle und Produkte, die bereits aus dem Handel genommen worden seien, erklärte das Ministerium. (Übersicht dieser Produkte im Internet unter www.pferdefleisch-rueckrufe.de ) dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

Urlaubsstimmung: positiv

Urlaubsstimmung: positiv Berlin (dapd). Auch wenn die Chinesen den Deutschen den inoffiziellen Titel als Reiseweltmeister abgenommen haben, ihre Urlaubslaune lassen sich die Bundesbürger nicht verderben. Im Gegenteil: Noch nie haben sie so viel Geld für die schönsten Tage des Jahres ausgegeben wie 2012. Und trotz mancher Skepsis wegen der schwächelnden Konjunktur sind die Aussichten für das Reisejahr 2013 bestens. Analysen, Studien und Umfragen zu dem Thema gibt es auf der Tourismusmesse ITB in Berlin reichlich, und allesamt liefern sie das gleiche Ergebnis. Schon jetzt, hat die Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen (FUR) herausgefunden, sind sich 68 Prozent der Deutschen sicher oder halten es für wahrscheinlich, dass sie auch in diesem Jahr in die Ferne schweifen. „Urlaubsstimmung: positiv!“ und „Ausgabenpläne: Eher etwas mehr“ fassen die Forscher die Aussichten zusammen. Für die Urlaubskasse planen die meisten das gleiche Budget wie 2012 ein – pro Kopf durchschnittlich 914 Euro. Zwölf Prozent wollen sogar mehr ausgeben, zehn Prozent dagegen die Kosten eher senken. Manches in der Tourismusbranche hat sich geändert in den vergangenen Jahren, vieles aber ist gleich geblieben. So macht die jüngste FUR-Reiseanalyse in der Hitliste der Reiseziele zum Beispiel überwiegend „alte Bekannte“ aus. Auch 2012 lag Deutschland auf Platz eins – an der Spitze Bayern und die norddeutschen Küstenländer. Bei den Auslandszielen rangierten erneut Spanien, Italien, die Türkei und Österreich vorn. Verloren an Beliebtheit haben der Studie zufolge wegen wirtschaftlicher und politischer Unsicherheiten einige ursprünglich beliebte Ziele der Deutschen. Am größten sei der Rückgang der Nachfrage für Griechenland gewesen, auch Ägypten und Tunesien seien betroffen. Für Griechenland ist der Deutsche ReiseVerband (DRV) allerdings optimistisch. „Gerade Hellas feiert 2013 bei stabilen Preisen ein Comeback und holt wieder deutlich auf – bei vielen Veranstaltern im zweistelligen Prozentbereich“, sagt DRV-Präsident Jürgen Büchy. Im Trend liegen nach Büchys Worten Städte- und Wellnessreisen. Erneut hätten die deutschen Top-fünf-Städtereiseziele Berlin, München, Hamburg, Frankfurt am Main und Köln bei den Gästezahlen zugelegt. Kultur nur in „Lightversion“ gefragt Deutliche Steigerungen gab es in den vergangenen Jahren bei Strand- und Badeurlaub und bei den Familienferien, während die Nachfrage nach reinem „Ausruhurlaub“ zurückging. Nur wenig Veränderungen wurden bei Kultur- und Studienreisen beobachtet. „Aber wenn Kultur, dann Kultur light und nicht Kultur pur“, sagt FUR-Geschäftsführer Rolf Schrader zu dem Trend. Auch wenn das Ranking der gefragtesten Ziele weitgehend gleich bleibt, sehen die Forscher eine Dynamik bei der Auswahl. „Besonders die deutsche Küste, Skandinavien, die Türkei und Ziele in Asien haben Chancen auf einen Zuwachs an deutschen Urlaubsgästen“, betont die Forschungsgemeinschaft. Eine wachsende Nachfrage erkennen die Experten auch bei Luxusreisen. Gerade bei hochwertigen Reisen seien die Vorausbuchungen für die nächsten Monate im Plus. „Die Malediven, Seychellen und Mauritius begrüßten schon in den vergangenen Wochen mehr Gäste als bislang und legen jetzt nochmals zu“, betont der DRV. Zufrieden registrieren die Urlaubsexperten, dass sich die durchschnittliche Reisedauer inzwischen eingependelt hat. 1983 noch machten die Deutschen der FUR-Analyse zufolge durchschnittlich 17,4 Tage Haupturlaub und verbrachten weitere 11,1 Tage mit einer zusätzlichen Reise. Inzwischen liege die Dauer der Haupturlaubsreise bei 13,1 und des zusätzlichen Urlaubs bei 9,3 Tagen. Immer wichtiger wird für die Deutschen der Wunsch nach einem ökologisch und sozial einwandfreien Urlaubserlebnis. „40 Prozent der Bevölkerung wünschen sich aktuell einen umweltverträglichen Urlaub – vor einem Jahr waren es erst 31 Prozent“, berichtet Martin Lohmann, Geschäftsführer des Kieler Instituts für Tourismus. Für 46 Prozent solle der Urlaub zudem sozialverträglich sein. Überdurchschnittlich hohe Umsatzzuwächse und damit zurück auf Wachstumskurs sieht derweil eine Studie des Marktforschers GfK zum Reiseverhalten der Deutschen die Kreuzfahrtbranche. Nach dem Unglück des Kreuzfahrtschiffs Costa Concordia Anfang 2012 seien die Buchungszahlen phasenweise deutlich zurückgegangen. Inzwischen jedoch hätten die Kreuzfahrten das starke Umsatzniveau des Vorjahres wieder erreicht. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

Frühere Hypo Real Estate startet Tages- und Festgeldkonten

Frühere Hypo Real Estate startet Tages- und Festgeldkonten München (dapd). Die ehemalige Hypo Real Estate steigt ins Privatkundengeschäft ein. Die pbb Deutsche Pfandbriefbank bietet seit Donnerstag Tages- und Festgeldkonten an. Die Vorstandsvorsitzende Manuela Better bezeichnete dies auf der Bilanz-Pressekonferenz in München als Chance, sich zusätzliche Refinanzierungsmittel zu sichern. Kunden müssen mindestens 5.000 Euro einzahlen. Beim Tagesgeldkonto bekommen sie einen Zinssatz von 0,8 Prozent, beim Festgeld je nach Laufzeit zwischen 1,25 und 2,0 Prozent. Damit gehört die Bank nicht zu den Spitzenanbietern, die bei Tagesgeld bis zu 2,0 Prozent gutschreiben. Die Bank strebt aber nach eigenen Angaben auch nur einen Anteil von unter 0,5 Prozent am deutschen Einlagenmarkt an. Das entspricht einem niedrigen einstelligen Milliardenbetrag, wie Finanzvorstand Alexander von Uslar sagte. Die verstaatlichte pbb Deutsche Pfandbriefbank musste im vergangenen Jahr einen Gewinnrückgang hinnehmen, erreichte aber ihre Ziele. Better sprach von einem „erfolgreichen Jahr 2012“. Den vorläufigen Zahlen zufolge verdiente das Kreditinstitut unter dem Strich 70 Millionen Euro. Das Vorsteuerergebnis fiel im Vergleich zum Vorjahr um 64 Millionen auf 124 Millionen Euro. Die Bank hielt 2012 Liquidität zurück und erzielte dadurch aus Zinsen einen geringeren Überschuss als im Jahr zuvor. Die Bank schloss 2012 Neugeschäfte in Höhe von 5,6 Milliarden Euro ab. Mit 4,9 Milliarden Euro entfiel der Großteil auf die gewerbliche Immobilienfinanzierung. Mit einem knappen Drittel macht der deutsche Markt nach wie vor den größten Anteil aus. Skandinavien, Großbritannien und Frankreich folgen dahinter. 700 Millionen Euro machte die Finanzierung öffentlicher Investitionen aus. In diesem Jahr will die Pfandbriefbank den Zinsüberschuss steigern und einen Vorsteuergewinn von über 100 Millionen Euro erzielen. Better sieht Bank auf Kurs zur Privatisierung Bis Ende 2015 muss die pbb nach der Auflage der Europäischen Kommission wieder privatisiert werden. Better sieht ihre Bank auf Kurs, dies zu erreichen. Auch die vom Bund geleistete stille Einlage in Höhe von einer Milliarde Euro soll bis dahin zurückgezahlt werden. Better will die Profitabilität weiter erhöhen und damit die Bank auch attraktiv für Investoren machen. Im Zuge der Finanzkrise war die Hypo Real Estate in Schieflage geraten. Nur Steuergelder in Milliardenhöhe konnten die Bank vor dem Aus retten. Die Risikopapiere im Nominalwert von fast 176 Milliarden Euro, zu denen vor allem auch griechische Staatsanleihen gehörten, wurden 2010 auf eine „Bad Bank“, die FMS Wertmanagement, übertragen. Die FMS machte in den ersten beiden Jahren ihres Bestehens rund zwölf Milliarden Euro Verlust. Die Pfandbriefbank dagegen schreibt seit zweieinhalb Jahren schwarze Zahlen. ( http://www.pbbdirekt.com/ ) dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

Vattenfall nennt noch keine konkreten Zahlen zum Stellenabbau

Vattenfall nennt noch keine konkreten Zahlen zum Stellenabbau Berlin (dapd). Der Energiekonzern Vattenfall hat noch keine konkreten Pläne für den angekündigten Stellenabbau in Berlin und Brandenburg. „Wir stehen erst am Anfang des Prozesses“, sagte Vattenfall-Sprecher Steffen Herrmann am Donnerstag auf dapd-Anfrage. Auch der Sprecher von Vattenfall in Cottbus, Thoralf Schirmer, konnte noch keine näheren Auskünfte geben. Der Energiekonzern mit Hauptsitz in Schweden hatte am Mittwoch den Abbau von 2.500 Stellen angekündigt. Allein in Deutschland sollen rund 1.500 von derzeit etwa 20.000 Jobs wegfallen. Betroffen sind die Standorte Berlin, Hamburg und Cottbus. Als Grund für den harten Einschnitt nannte Konzernchef Oystein Loseth, dass höhere Energieeffizienz und ein langsameres Wirtschaftswachstum in diesem und den kommenden Jahren zu einer dauerhaft schwachen Nachfrage führten. Deshalb sollten die Strukturen des Unternehmens in Deutschland weiter vereinfacht und Aufgaben zusammengelegt werden. Der Personalabbau werde sozialverträglich ablaufen, versicherte Loseth. Nach dapd-Informationen sollen in Berlin und Brandenburg vorwiegend die Verwaltungen gestrafft werden. Beim technischen Personal im Bergbau und in den Kraftwerken hingegen sollen nur wenige Arbeitsplätze wegfallen. Vattenfall betreibt im Südosten Brandenburgs mehrere Braunkohletagebaue und -kraftwerke. Dort sind mehr als 5.000 Menschen beschäftigt. Brandenburgs SPD-Fraktionschef Ralf Holzschuher erinnerte das Unternehmen am Donnerstag an seine Verantwortung für die Lausitz. Ohne die in der Lausitz erwirtschafteten Gewinne wären die meisten Ideen der schwedischen Konzernspitze finanziell nicht umsetzbar. Für den Erfolg von Vattenfall nähmen viele Lausitzer Beeinträchtigungen durch die Tagebaue in Kauf. „Im Gegenzug dürfen wir dann aber wohl erwarten, dass die schwedische Konzernspitze sich nicht aus der Verantwortung für die Region stiehlt. Einen Arbeitsplatzabbau am Standort Cottbus darf es nicht geben!“, betonte Holzschuher. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

Wirtschaftsweise di Mauro zieht in Bosch-Aufsichtsrat ein

Wirtschaftsweise di Mauro zieht in Bosch-Aufsichtsrat ein Stuttgart (dapd). Der Bosch-Aufsichtsrat wird deutlich weiblicher und erhält mit der ehemaligen Wirtschaftsweisen Beatrice Weder di Mauro zudem prominente Unterstützung. Neben Weder di Mauro ziehen zum 22. März auch Christiane Benner und Kerstin Mai von der Arbeitnehmerseite neu in das Gremium ein, wie Bosch am Donnerstag in Stuttgart mitteilte. Bislang war die Chefin des Allensbach Instituts, Renate Köcher, einzige Frau im 20-köpfigen Aufsichtsrat. Hermut Kormann, früherer Chef des Maschinenherstellers Voith, scheidet dagegen aus Altersgründen nach fünfjähriger Mitgliedschaft aus. Auf der Arbeitnehmerseite hören Daniel Müller und Wolf Jürgen Röder auf. Weder di Mauro hat einen Lehrstuhl an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz inne. Daneben sitzt sie im Verwaltungsrat der Schweizer Großbank UBS. Sie gehörte bis Februar 2012 dem Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung an. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

Deutsche Industrie bekommt deutlich weniger Aufträge

Deutsche Industrie bekommt deutlich weniger Aufträge Berlin (dapd). Die deutsche Industrie ist nach der zuletzt leichten Erholung überraschend schwach ins neue Jahr gestartet. Im Januar fielen die Auftragseingänge im Vergleich zum Vormonat voraussichtlich um 1,9 Prozent, wie das Bundeswirtschaftsministerium am Donnerstag in Berlin mitteilte. Im Dezember waren die Bestellungen noch um 1,1 Prozent gestiegen. Der Rückgang im Januar zeige, „dass die Industrie ihre Schwächephase noch nicht überwunden hat“, erklärte das Ministerium. Das Auftragsminus steht im Widerspruch zur zuletzt aufgehellten Stimmung in der Industrie, die nach dem schlechten Jahresende 2012 eigentlich auf eine rasche Belebung des Geschäfts schließen ließ. „Einen positiven Ausblick für die Industriekonjunktur geben bislang vor allem die Stimmungsindikatoren, die sich teilweise kräftig verbessert haben“, schrieb das Ministerium. Grund für die Auftragsflaute im Januar war den Angaben zufolge vor allem eine spürbar gesunkene Auslandsnachfrage. Hier gingen die Bestellungen auf Monatssicht deutlich um drei Prozent zurück. Dagegen fiel das Minus im Inland mit 0,6 Prozent weniger Aufträgen wesentlich geringer aus. „Der Umfang von Großaufträgen war im Gegensatz zum Vormonat stark unterdurchschnittlich“, erklärte das Ministerium weiter. Im Zweimonatsvergleich von Dezember und Januar zu Oktober und November gingen die Bestellungen bei den deutschen Industriefirmen um 1,3 Prozent zurück. Auch hier schwächte sich vor allem die Auslandsnachfrage mit einem Minus von 2,3 Prozent kräftig ab. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

Autozulieferer Continental schüttelt Krise in Europa einfach ab

Autozulieferer Continental schüttelt Krise in Europa einfach ab Frankfurt/Main (dapd). Dem Autozulieferer Continental kann die Krise auf dem europäischen Automarkt derzeit nichts anhaben. Der Konzern kehrte 2012 in den Kreis der 30 wichtigsten börsennotierten Unternehmen Deutschlands zurück – und verbuchte gleich ein Rekordjahr. „Continental hat 2012 den Gewinn gegenüber dem Vorjahr um gut 50 Prozent auf knapp 1,9 Milliarden Euro gesteigert“, sagte der Vorstandsvorsitzende Elmar Degenhart am Donnerstag in Frankfurt am Main. Der Umsatz stieg demnach um 7,3 Prozent auf 32,7 Milliarden Euro. Und das Wachstum soll weitergehen. Dafür will sich Continental auch unabhängiger von Europa machen und setzt auf Fahrerassistenzsysteme, die bis 2025 das völlig autonome Fahren ermöglichen sollen. „Etwaige Verunsicherungen gehören der Vergangenheit an. Ihre Continental ist wieder da und das stärker als je zuvor“, sagte Degenhart. Der Konzern war nach dem Einstieg des deutlich kleineren Konkurrenten Schaeffler als Großaktionär 2008 aus dem Leitindex DAX ausgeschieden. Zu niedrig war der Anteil der frei handelbaren Aktien geworden. Inzwischen ist der Anteil des selbst hoch verschuldeten Schaeffler-Konzerns an Continental wieder auf 49,9 Prozent geschrumpft. Damit – und mit dem wirtschaftlichen Erfolg – stand dem Wiederaufstieg in den DAX im September nichts mehr im Weg. „Wir können mit unsicheren Marktbedingungen umgehen“ Bei den Rekordwerten 2012 half das Wachstum in Nordamerika und Asien. Zudem ließ laut Degenhart der Preisdruck bei den Rohstoffen nach. Ins laufende Jahr ist Continental verhalten gestartet, dennoch erwartet der Konzern insgesamt weiteres Wachstum. Im ersten Quartal rechnet Continental mit einem Umsatzrückgang um ein bis drei Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Es sei nicht wie noch im Schlussvierteljahr 2012 gelungen, den Einbruch auf dem europäischen Automarkt in anderen Regionen auszugleichen, hieß es. Davon zeigte sich Degenhart allerdings nicht verunsichert: „Unsichere Marktbedingungen sind unser ständiger Begleiter. Wir wissen aber genauso gut: Wir können damit umgehen“, sagte er. Der Konzernchef erwartet für das Jahr ein Umsatzwachstum von rund fünf Prozent auf mehr als 34 Milliarden Euro. Die Zuversicht schöpft er dabei aus der Erwartung, dass der weltweite Pkw-Markt von 81 Millionen produzierten Einheiten im vergangenen Jahr auf 82,5 Millionen Einheiten 2013 leicht wachsen wird. Auch der Markt für Ersatzreifen werde zulegen. Langfristiges Wachstum sollen die Märkte in Asien und Südamerika ermöglichen. „Wir machen immer noch 55 Prozent des Umsatzes in Europa, wir wollen diesen Anteil auf 45 Prozent absenken und darunter“, sagte Degenhart. Continental setzt zudem auf Fahrerassistenzsysteme. „Das voll automatisierte Fahren wird technisch voraussichtlich 2025 möglich sein“, erwartet Degenhart. Einen entsprechenden Plan hatte der Konzern bereits im Dezember vorgelegt. „Innovationen wie diese sind die Wachstumstreiber von morgen“, gab sich Degenhart überzeugt. Die zunehmende Zahl älterer Fahrer werde zusätzlich die Nachfrage nach solchen Hilfen befeuern. Continental habe deshalb die Ausgaben für Forschung und Entwicklung 2012 um zehn Prozent auf über 1,7 Milliarden Euro erhöht. Die Anleger belohnten die Entwicklung mit einem weiteren Kurssprung der Aktie. Kurz nach Vorlage der Zahlen stieg auf einen Höchstwert von deutlich über 98 Euro zu und pendelte sich bis gegen 11.45 Uhr mit einem Plus von knapp vier Prozent bei 97,50 Euro ein. Im Jahresverlauf 2012 hatte die Aktie bereits um mehr als 80 Prozent zugelegt. Die Aktionäre will das Unternehmen mit einer Rekorddividende von 2,25 Euro je Aktie belohnen. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)