Berlin (dapd). Das Bundeswirtschaftsministerium sieht die deutsche Wirtschaft „an der Schwelle zur Erholung“. Nach der spürbaren Abschwächung der Wirtschaftsleistung im letzten Quartal 2012 gebe es Hinweise auf eine beginnende Belebung voraussichtlich ab diesem Frühjahr, erklärte das Ministerium am Dienstag in seinem Bericht zur wirtschaftlichen Lage im März. Darauf deuteten sowohl das etwas verbesserte weltwirtschaftliche Umfeld als auch die sich seit Monaten aufhellenden nationalen Stimmungsindikatoren hin. Der Arbeitsmarkt sei weiterhin in guter Verfassung. Im Euroraum seien die rezessiven Entwicklungen zwar noch nicht überwunden, es gebe aber Anzeichen einer Stabilisierung, heißt es in dem Bericht weiter. In der zweiten Jahreshälfte 2013 könnte eine allmähliche Erholung einsetzen. Die globale Wirtschaftsentwicklung scheine nach dem verhaltenen Jahresausklang wieder etwas Fahrt aufzunehmen. Die sich andeutende Belebung bleibe aber fragil. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Wirtschaft
Gewinn der Bundesbank deutlich unter Schäubles Planung
Frankfurt/Main (dapd). Die Deutsche Bundesbank überweist für 2012 einen Jahresüberschuss von 664 Millionen Euro an die Bundesregierung und damit erheblich weniger als von Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) geplant. Wegen einer kräftig aufgestockten Risikovorsorge für mögliche Folgen der Eurokrise sei der Gewinn der Bundesbank trotz höherer Zinserträge kaum gestiegen, sagte Bundesbankpräsident Jens Weidmann am Dienstag in Frankfurt am Main. Schäuble hatte im Bundeshaushalt eigentlich eine Summe von 1,5 Milliarden Euro von der Bundesbank eingeplant. 2011 war der Gewinn der Bundesbank aufgrund der gewachsenen Risiken durch die europäische Staatsschuldenkrise auf 643 Millionen Euro eingebrochen. Damit bekam die Bundesregierung damals nicht wie gewohnt einen Milliardenscheck von der Bundesbank, sondern die niedrigste Summe seit 2003. Im vergangenen Jahr erhöhte die Bundesbank nun ihre Rückstellungen auf Jahressicht um 6,7 Milliarden auf 14,4 Milliarden Euro. Grund dafür waren „die im Zuge der Finanz- und Schuldenkrise weiter gestiegenen Wagnisse aus geldpolitischen Geschäften“, erklärte Weidmann. Die europäische Krise sei auch für die deutsche Konjunktur weiter das bedeutendste Risiko. „Der krisenbedingte Vertrauensverlust wurde bislang nur teilweise wettgemacht“, sagte Weidmann. Allerdings dürfte sich das Wirtschaftswachstum im Jahresverlauf wohl verstärken. Doch müssten dafür weitere „Vertrauensschocks“ ausbleiben. Trotz der Probleme bei den europäischen Partnern sei die deutsche Wirtschaft „in einem guten Zustand“, erklärte der Bundesbankchef.+ dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Energie- und Nahrungsmittelpreise steigen im Februar kräftig
Wiesbaden (dapd). Die Teuerungsrate im Februar von 1,5 Prozent wurde nach Angaben des Statistischen Bundesamts von überdurchschnittlichen Preiserhöhungen bei Energie und Nahrungsmitteln geprägt. Die Zahlen im Detail: Energie verteuerte sich gegenüber Februar 2012 um 3,6 Prozent (davon Haushaltsenergie: plus 5,4 Prozent; Kraftstoffe: plus 0,4 Prozent) und damit etwas stärker als Nahrungsmittel (plus 3,1 Prozent). Ohne Berücksichtigung der Preisentwicklung dieser beiden Güterbereiche lag die Teuerungsrate im Februar 2013 bei 1,1 Prozent. Bei der Haushaltsenergie war im Februar 2013 vor allem Strom mit einem Plus von 12,4 Prozent erheblich teurer als vor einem Jahr. Ein wesentlicher Grund dafür ist die Erhöhung der Umlage nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz zum Jahresbeginn 2013. Deutliche Preissteigerungen gab es auch bei Umlagen für Zentralheizung und Fernwärme (plus 5,4 Prozent) sowie bei festen Brennstoffen (plus 5,2 Prozent). Günstiger wurde dagegen leichtes Heizöl (minus 3,5 Prozent). Bei den Nahrungsmitteln mussten die Verbraucher im Februar 2013 spürbar mehr als vor einem Jahr für Obst (plus 7,2 Prozent) sowie Fleisch und Fleischwaren (plus 5,4 Prozent) zahlen. Deutlich teurer waren auch Brot und Getreideerzeugnisse (plus 2,7 Prozent), Fisch und Fischwaren (plus 2,6 Prozent) sowie Süßwaren (plus 2,3 Prozent). Günstiger wurden dagegen Speisefette und Speiseöle (minus 2,4 Prozent). Die Preise für alkoholfreie Getränke entwickelten sich mit einem Plus von 0,5 Prozent eher moderat. Auffällig war hier der Preisrückgang bei Kaffee, Tee und Kakao (minus 2,8 Prozent; darunter Bohnenkaffee: minus 4,6 Prozent, aber Kakaopulver: plus 8,4 Prozent). (Quelle: Destatis) dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Evonik schließt Aktienplatzierung erfolgreich ab
Essen (dapd). Deutschlands drittgrößter Chemiekonzern Evonik hat die angekündigte Privatplatzierung weiterer Aktien erfolgreich abgeschlossen. Insgesamt verkauften die Evonik-Eigentümer, die RAG-Stiftung und der Finanzinvestor CVC, rund 12 Prozent des Grundkapitals an institutionelle Investoren aus dem In- und Ausland, wie das Unternehmen und die Eigentümer am Dienstag mitteilten. Der Vorsitzende der RAG-Stiftung, Werner Müller, betonte, mit der Aktienplatzierung habe Evonik „eine wichtige Voraussetzung für die geplante Börsennotierung des Unternehmens erreicht“. Über den Verkaufspreis sei Stillschweigen vereinbart worden, hieß es. Doch betonte Evonik-Chef Klaus Engel, der Preis habe deutlich über dem beim abgesagten Börsengang im Juni 2012 erreichbaren Niveau gelegen. Evonik verdiente 2012 Engel zufolge unter dem Strich soviel Geld wie noch nie zuvor. Das Nettoergebnis stieg nach der am Dienstag veröffentlichten Konzernbilanz um 15 Prozent auf knapp 1,2 Milliarden Euro. Umsatz und operatives Ergebnis lagen allerdings nicht zuletzt wegen des Verkaufs des Geschäfts mit Industrierußen unter den Vorjahreswerten. Der Umsatz sank um 6 Prozent auf 13,6 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis (bereinigtes Ebitda) lag mit 2,6 Milliarden Euro rund 180 Millionen Euro unter dem Vorjahreswert. Für das laufende Jahr erwartet der Konzern wieder einen höheren Umsatz und ein operatives Ergebnis auf Vorjahresniveau. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Audi weniger profitabel
Ingolstadt (dapd). Der Autohersteller Audi hat im vergangenen Jahr seine Ziele übertroffen, aber an Rentabilität eingebüßt. Absatz und Umsatz erreichten 2012 neue Bestmarken, wie der Vorstandsvorsitzende Rupert Stadler am Dienstag in Ingolstadt sagte. Allerdings ging die operative Umsatzrendite im Vergleich zum Vorjahr von zwölf auf elf Prozent zurück. Der operative Gewinn der VW-Tochter stieg nur leicht auf 5,4 Milliarden Euro. Der Überschuss fiel von 692 auf 576 Millionen Euro. Wegen des geringeren Ergebnisses fällt die Gewinnbeteiligung für die Mitarbeiter etwas geringer aus als im vergangenen Jahr. Im Schnitt bekommt jeder Tarifbeschäftigte an den deutschen Standorten 8.030 Euro extra. Allerdings waren die 8.251 Euro vor einem Jahr auch der höchste Wert aller Zeiten. Audi hatte im vergangenen Jahr zahlreiche neue Modelle auf den Markt gebracht und außerdem den italienischen Motorradhersteller Ducati übernommen. Der weltweite Absatz stieg um knapp zwölf Prozent auf den neuen Bestwert von 1,46 Millionen Autos. Der Umsatz erhöhte sich um rund elf Prozent auf den Rekord von 48,8 Milliarden Euro. In diesem Jahr will Audi weiter wachsen und auch die Mitarbeiterzahl weiter erhöhen. Allein in Deutschland sind 1.500 Neueinstellungen geplant. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Duftproduzent Symrise erzielt Bestmarken
Holzminden (dapd). Der Duft- und Aromahersteller Symrise hat dank glänzender Geschäfte in Nord- und Lateinamerika 2012 ein Rekordjahr hingelegt. Der Umsatz kletterte im vergangenen Jahr um ein Zehntel auf die Bestmarke von 1,73 Milliarden Euro, wie das Unternehmen am Dienstag in Holzminden mitteilte. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) legte auf Jahressicht um sieben Prozent auf rund 339 Millionen Euro zu. Unter dem Strich blieb 2012 ein Plus von 157,5 Millionen Euro nach 146,5 Millionen Euro im Vorjahr. Die Ertragskraft von Symrise sei trotz steigender Rohstoffkosten und Sonderbelastungen „auf einem hohen Niveau“ geblieben, sagte Vorstandschef Heinz-Jürgen Bertram. Die Aktionäre will Symrise am Erfolg teilhaben lassen. Die Dividende soll nach Firmenangaben um drei Cent auf 0,65 Euro je Anteilsschein angehoben werden. Bei der Prognose für 2013 blieb Symrise vage. Der Weltmarkt für Duftstoffe und Aromen werde 2013 zwei bis drei Prozent wachsen, erklärte die Firma. „Symrise strebt an, dieses Marktwachstum auch im laufenden Jahr zu übertreffen.“ Erstmals nannte Symrise aber langfristige Zeile. Demnach peilt das Unternehmen bis 2020 einen Umsatzzuwachs von mehr als einer Milliarde Euro und ein Ebitda von mehr als einer halben Milliarde Euro an. An der Börse schlugen die Rekordzahlen nicht durch, da den Anlegern der kurzfristige Ausblick offenbar nicht konkret genug war. Die im MDAX notierte Symrise-Aktie geriet stark unter Druck. Das Papier büßte schnell fast vier Prozent auf 28,55 Euro ein. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
DIW senkt Konjunkturprognose für 2013
Berlin (dapd). Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) wird seine Konjunkturerwartungen für das laufende Jahr nach unten korrigieren. DIW-Präsident Marcel Fratzscher sagte der „Bild“-Zeitung (Dienstagausgabe) , die bisherige Prognose werde „ein bisschen“ zurückgeschraubt. Bislang geht das DIW für 2013 von einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts um 0,9 Prozent aus. Fratzscher begründete die Änderung der Prognose auch mit dem schwachen vierten Quartal 2012. Für 2014 ist der DIW-Präsident deutlich optimistischer. „In der zweiten Jahreshälfte 2013 gewinnt die Konjunktur an Fahrt, sodass wir für 2014 mit rund zwei Prozent Wirtschaftswachstum rechnen“, sagte er. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Insolvente Kodak setzt auf Neubeginn zur Jahresmitte
Rochester (dapd). Der insolvente US-Fotopionier Eastman Kodak glaubt ungeachtet anhaltend massiver Verluste weiter an ein Comeback als Druckspezialist. Dank der Treue seiner Kunden und des voranschreitenden Firmenumbaus werde Kodak wie geplant zur Jahresmitte aus der Insolvenz herauskommen, sagte Kodak-Chef Antonio Perez am Montagabend in Rochester im US-Bundesstaat New York. Kodak hatte im Januar 2012 Insolvenz angemeldet. Das traditionsreiche Unternehmen beherrschte einst den Foto- und Filmmarkt, angefangen von Kleinbildfilmen für Urlaubsfotos bis hin zu Material für die Kinoleinwand sowie Kameras. Doch verpasste Kodak den Übergang in die digitale Fotografie und machte in der Folge hohe Verluste. Auch 2012 schrieb Kodak noch tiefrote Zahlen. Unter dem Strich verdoppelte sich der Verlust nahezu auf rund 1,4 Milliarden Dollar (etwa 1,1 Milliarden Euro) nach einem Minus von 764 Millionen Dollar im Vorjahr. Als Grund nannte Kodak Kosten für den Firmenumbau in Höhe von fast 1,1 Milliarden Dollar. Für den Neuanfang trennte sich Kodak von seinem Traditionsgeschäft der Fotografie weitgehend. Dafür setzt das Unternehmen nun auf Drucklösungen für Geschäftskunden. Aber auch in diesem Bereich machte Kodak 2012 noch dreistellige Millionenverluste. Das zuständige Insolvenzgericht hatte zuletzt wichtige Kredite für Kodak freigegeben, nachdem das Unternehmen als Voraussetzung dafür Patente verkauft und dabei wie gefordert mehr als eine halbe Milliarde Dollar eingenommen hatte. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Wirtschaftsverbände fordern Agenda 2020
Berlin (dapd). Vertreter führender Wirtschaftsverbände fordern von der Bundesregierung ein höheres Reformtempo und regen eine neue Agenda 2020 an. Der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Hans-Heinrich Driftmann, sagte der „Bild“-Zeitung: „Wir müssen uns in Deutschland anstrengen, damit der Zug der Reformen nicht an uns vorbeirauscht.“ Beispielsweise dürfe die Energiewende „nicht zum Klotz am Bein“ werden. Außerdem müsse das Steuersystem vereinfacht werden, mahnte Driftmann. Der Präsident des Bundesverbands Groß- und Außenhandel (BGA), Anton Börner, sagte der Zeitung: „Wir brauchen einen neuen Schub, eine Agenda 2020. Ohne strukturelle Reformen werden wir zurückfallen.“ Deutschland sei „zunehmend überreguliert“, sagte der Verbandschef. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Wieland: Deckelung von Banker-Boni bringt nichts
Berlin (dapd). Der neue Wirtschaftsweise Volker Wieland sieht die Begrenzung der Bonuszahlungen für Bankvorstände kritisch. „Das ist ein Nebenkriegsschauplatz“, sagte der Frankfurter Wirtschaftsprofessor dem „Tagesspiegel“. „Extraleistungen zu deckeln mag populär sein, wird aber eine simple Konsequenz haben: Die Festgehälter steigen. Gewonnen hat man dann nichts“, prognostizierte er. Sinnvoller sei es, Boni so auszurichten, dass sie für langfristig geschaffene Werte gezahlt würden, nicht für kurzfristige Erfolge mit großem Risiko. Auch eine Finanz-Transaktionssteuer sieht Wieland skeptisch. „Dass sie Krisen vorbeugt, glaube ich nicht. Mit der Steuer will der Staat in erster Linie mehr Geld einsammeln“, befand er. Als Konsequenz werde vermutlich das Handelsvolumen sinken und der Preis der Finanzprodukte steigen, zudem werde ein Teil der riskanten Transaktionen in Länder verschwinden, die weniger streng reguliert werden. „Zahlen wird der Endverbraucher“, sagte Wieland. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
