Bochum (dapd). Das Bochumer Opel-Werk könnte womöglich schneller vor dem Aus stehen als geplant. Die Belegschaft lehnte auf Betriebsversammlungen am Donnerstag das vor rund einem Monat ausgehandelte Sanierungsprogramm für den angeschlagenen deutschen Autobauer mehrheitlich ab, wie die IG Metall mitteilte. Von den Gewerkschaftsmitgliedern der Belegschaft votierten 76,1 Prozent dagegen. Die Wahlbeteiligung betrug 69,3 Prozent. Das Sanierungsprogramm, das Ende Februar von Geschäftsleitung und Gesamtbetriebsrat vereinbart worden war, sah für Opel in Bochum eine Verlängerung des Kündigungsschutzes bis Ende 2016 und das daran anschließende Auslaufen der Autoproduktion vor. Mit der Ablehnung des Plans könnte der Opel-Mutterkonzern General Motors (GM) die Produktion im Bochumer Werk wie ursprünglich geplant schon zwei Jahre früher Ende 2014 einstellen. IG Metall und Betriebsrat wollten trotz der Abstimmung nun erneut das Gespräch mit der Opel-Geschäftsführung suchen, sagte ein Sprecher der Gewerkschaft. „Klares Misstrauensvotum“ Der Sanierungsplan sah außerdem vor, dass Bochum nach Auslaufen der Fahrzeugproduktion Autoteile zuliefern und Logistikstandort werden sollte. Damit sollten nach GM-Plänen 1.200 der verbliebenen 3.300 Arbeitsplätze erhalten bleiben. Der Bochumer Betriebsratschef Rainer Einenkel hatte sich damals gegen das Sanierungskonzept ausgesprochen, das von den anderen drei Opel-Werken Rüsselsheim, Eisenach und Kaiserslautern inzwischen gebilligt wurde. Die Bochumer Opel-Belegschaft ist mit ihrem „Nein“ Einenkel nun gefolgt. „Das Ergebnis werte ich als klares Misstrauensvotum gegenüber dem Management von Opel“, sagte Nordrhein-Westfalens IG-Metall-Chef Knut Giesler. Er fügte hinzu: „Zu viele Fehler, zu viele falsche Versprechungen, seit über acht Jahren, das sitzt tief. Die Zusagen einer Komponentenproduktion, das Engagement für Alternativarbeitsplätze, und die möglichen Abfindungen blieben ihnen mehrheitlich zu vage.“ dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Wirtschaft
SAP-Aktionäre erhalten geringere Dividende
Walldorf (dapd). Die Aktionäre des Softwarekonzerns SAP sollen für das Jahr 2012 eine Dividende von 0,85 Euro je Aktie erhalten. Im vergangenen Jahr hatten sie 1,10 Euro bekommen. In dem Betrag war allerdings ein Bonus enthalten. Anlässlich des 40-jährigen Firmenjubiläums hatte der Walldorfer Konzern eine Sonderdividende von 0,35 Euro gezahlt. Lasse man diese Sonderzahlung außen vor, so steige die Ausschüttung um 0,10 Euro oder 13 Prozent, schreibt das Unternehmen. Bei Annahme des Vorschlags durch die Hauptversammlung würden rund eine Milliarde Euro ausgeschüttet. SAP erzielte 2012 einen Nettogewinn von 3,61 Milliarden nach 3,37 Milliarden Euro im Vorjahr. Die Hauptversammlung ist am 4. Juni. (Quelle: Dow Jones Newswires) dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Bundesbank-Studie: Deutsche Haushalte beim Vermögen abgeschlagen
Frankfurt/Main (dapd). Nach einer Studie der Deutschen Bundesbank verfügen die Haushalte in den Euro-Krisenländern Italien und Spanien über wesentlich mehr Vermögen als die deutschen. Auch die Franzosen sind reicher, wie aus der am Donnerstag veröffentlichte Untersuchung hervorgeht. Demnach besitzt der durchschnittliche deutsche Haushalt ein Nettovermögen von 51.400 Euro. In Spanien sind es mit 178.300 Euro mehr als drei Mal so viel, in Italien sieht es mit 163.900 ähnlich aus. Die Franzosen haben mit 113.500 Euro immer noch mehr als das Doppelte als die Deutschen. Zum Nettovermögen zählen zum Beispiel Immobilien, Wertpapiere, Lebensversicherungen und Bankguthaben. Hauptgrund für den großen Unterschied zwischen den Ländern ist der Besitz von Häusern und Wohnungen. Während Deutschland eher ein Land der Mieter ist, leben Franzosen, Italiener und Spanier viel häufiger in den eigenen vier Wänden. Die Untersuchung zeigt auch, dass der Reichtum in Deutschland höchst ungleich verteilt ist. Die oberen 10 Prozent der Bevölkerung besitzen demnach nahezu 60 Prozent des Vermögens. Der gut betuchte Haushalt verfügt im Schnitt über 440.000 Euro. Deutliche Ungleichgewichte gibt es der Studie zufolge auch über 20 Jahre nach der deutschen Wiedervereinigung. In den neuen Bundesländern betrage das Nettovermögen mit 21.400 Euro nur ein Viertel des Westniveaus. Hinzu komme, dass im Osten nur ein Drittel der Haushalte Immobilien besitze. In den alten Ländern sei es knapp die Hälfte. (Quelle: Dow Jones Newswires) dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Chef der Simba-Dickie-Gruppe übernimmt Märklin
Fürth (dapd). Die Übernahme des Modelleisenbahnherstellers Märklin durch den Chef des Fürther Spielwarenkonzerns Simba Dickie ist perfekt: Der Simba-Dickie-Vorstandsvorsitzende und -Gesellschafter Michael Sieber und der frühere Märklin-Insolvenzverwalter Michael Pluta gaben den Deal am Donnerstag in Fürth nach der Vertragsunterzeichnung bekannt. Als Käufer tritt die von Sieber und seinem Sohn Florian eigens dafür gegründete Sieber & Sohn GmbH & Co. KG auf. Zum Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Der Transaktion muss noch das Bundeskartellamt zustimmen. „Wir haben unseren Traumpartner gefunden“, sagte Pluta, der Märklin seit der Insolvenz 2009 betreute. Ihm sei immer klar gewesen, dass er das Traditionsunternehmen nicht jedem geben wolle, sondern nur einem Käufer „mit Herz“. In Sieber habe er ihn gefunden. Sieber betonte, er und sein Sohn hätten sehr viel Respekt vor der neuen Aufgabe. Märklin sei wie Schuco und Steiff eine Ikone der Spielwarenbranche. Gleichwohl habe er sich nicht sofort für eine Übernahme entschieden, sondern von Pluta in vielen Gesprächen davon überzeugen lassen. Nun glaube er an das Wachstumspotenzial des Unternehmens, auch international. „Wir denken in Generationen. Für uns ist es ein langfristiges Engagement“, betonte er. Märklin soll nicht ins Simba-Dickie-Korsett Die Eigenständigkeit von Märklin soll dabei erhalten bleiben. Es sei nicht vorgesehen, das Unternehmen in das Korsett der Simba-Dickie-Gruppe zu stecken. Allerdings werde der 28-jährige Florian Sieber die bisherige Doppelspitze bei Märklin aus Wolfrad Bächle und Stefan Löbich als gleichberechtigter dritter Geschäftsführer ergänzen. Sieber sagte, der Stammsitz von Märklin in Baden-Württemberg sowie alle etwa 1.100 Arbeitsplätze in Göppingen und im ungarischen Györ blieben erhalten. Die Verbindlichkeiten gegenüber Banken und allen anderen Gläubigern würden vollständig beglichen. Zur künftigen Ausrichtung von Märklin sagte er, die von Pluta begonnene Mehrmarken-Strategie solle fortgeführt werden. Geplant sei, die Marke wieder in die Kinderzimmer zu bringen und auch für Jugendliche attraktiv zu machen. Märklin war 2009 in die Insolvenz gegangen und hatte die Sanierung aus eigener Kraft geschafft. Das Unternehmen gehörte seither vorwiegend den Gläubigerbanken Goldman Sachs, BW-Bank und Kreissparkasse Göppingen. Laut Pluta setzte Märklin zuletzt 109 Millionen Euro um und erzielte ein operatives Ergebnis (Ebit) von zehn Millionen Euro. Die Simba Dickie Group, zu der unter anderem der Bobby-Car-Hersteller BIG gehört, setzte 2012 mit ihren weltweit 4.200 Mitarbeitern 615 Millionen Euro um. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Keine Annäherung in erster Tarifrunde der Metallindustrie
Esslingen (dapd). Zum Auftakt der Tarifverhandlungen in der Metall- und Elektroindustrie haben sich Arbeitgeber und Gewerkschaft einen schnellen Abschluss gewünscht. In wichtigen Positionen liegen ihre Vorstellungen aber noch weit auseinander. Der Bezirksleiter der IG Metall in Baden-Württemberg, Jörg Hofmann, gab am Donnerstag in Esslingen als Ziel eine zwölfmonatige Laufzeit für den Tarifvertrag aus. „Eine Laufzeit, die länger ist, wird sich die IG Metall mit einem höheren Volumen bezahlen lassen müssen“, fügte er hinzu. Die IG Metall fordert bundesweit 5,5 Prozent mehr Lohn. Vor Baden-Württemberg hatten schon die Verhandlungen in anderen Ländern wie Bayern, Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland oder Berlin und Brandenburg begonnen – alle wurden ohne Ergebnis vertagt. Im Südwesten dauerten die Gespräche am Donnerstagabend noch an. Die Gehaltsforderung der Gewerkschaft sei bei den Arbeitgebern „verhalten pessimistisch“ aufgenommen worden, sagte der Südwestmetall-Vorsitzende Stefan Wolf. Die Unternehmen seien noch nicht wieder auf dem Vorkrisenniveau von 2007 und müssten darüber hinaus immer noch den „historisch hohen“ Abschluss des Jahres 2012 verkraften, sagte Wolf, der Vorsitzende des Autozulieferers ElringKlinger ist. In Baden-Württemberg wurde im vergangenen Jahr der Pilotabschluss für die insgesamt 3,7 Millionen Beschäftigen der Branche erzielt, der eine Lohnerhöhung von 4,3 Prozent vorsah. Während die IG Metall argumentiert, dass höhere Löhne auch die Kaufkraft erhöhen und die Binnennachfrage stärken, konterte Wolf: „Wodurch Sie den Konsum ankurbeln und Binnennachfrage schaffen, ist durch neue Arbeitsplätze.“ Wenn die Unternehmen aber durch hohe Löhne zu stark belastet würden, wandere Arbeit in andere Länder ab. Arbeitgeber fordern lange Laufzeit für Planungssicherheit Auch auf eine kurze Laufzeit will sich Wolf, der im September den inzwischen als Präsident des Verbandes Gesamtmetall amtierenden Rainer Dulger ablöste, nicht einlassen. „Lange Laufzeiten sind ganz wichtig. Unsere Unternehmen brauchen Planungssicherheit“, sagte er. Das erste Quartal laufe bei vielen Unternehmen noch sehr holprig. Deswegen fordern die Arbeitgeber auch, auf die unterschiedliche Situation der Unternehmen Rücksicht zu nehmen. Die IG Metall sollte flexible Lohnentwicklungen zulassen, hatte Dulger zu Wochenbeginn in der „Bild“-Zeitung verlangt. „Die tatsächliche Lage ist besser als die Laune mäkelnder Wirtschaftsvertreter“, monierte dagegen am Donnerstag der Bezirksleiter der IG Metall in Berlin-Brandenburg, Olivier Höbel. Der Bezirksleiter in Sachsen-Anhalt, Hartmut Meine, kritisierte, die Arbeitgeber seien nicht bereit, mit der IG Metall den Tarifkonflikt zügig beizulegen. Gewerkschafter Hofmann forderte von den Arbeitgebern, in der zweiten Runde ein verhandlungsfähiges Angebot vorzulegen. Die wird in allen Ländern ab Mitte April stattfinden. Am 30. April läuft die Friedenspflicht aus. Dann sind auch Streiks möglich. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Hochseefischer zufrieden mit Fangbilanz 2012
Hamburg/Sassnitz (dapd). Deutschlands Hochseefischer haben im vergangenen Jahr fast 104.000 Tonnen Fisch angelandet. Damit sei eine vergleichsweise gute Fangbilanz erreicht worden, erklärte der Deutsche Hochseefischereiverband am Donnerstag in Hamburg. Gute Fänge seien vor allem in der Schwarmfischerei auf Hering, Makrele und Holzmakrele in der Nordsee und im Nordatlantik erzielt worden, sagte ein Sprecher. Vollständig abgefischt wurde die Kabeljau-Quote vor Grönland. Volle Netze meldeten auch Besatzungen, die auf den Fang von Schwarzem Heilbutt, Rotbarsch, Goldlachs und Blauem Wittling ausgelaufen waren. Insgesamt fischten 2012 neun Hochseetrawler unter deutscher Flagge. An Bord arbeiteten etwa 500 Seeleute, die die Fänge noch auf See verarbeiteten und einfrosteten. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Fernbuslinie zwischen Braunschweig und Hamburg gestartet
Braunschweig/Hamburg (dapd-nrd). Ein ungewohntes Bild bietet sich am Donnerstagvormittag am Zentralen Omnibus-Bahnhof (ZOB) in Braunschweig. Wo bisher hauptsächlich internationale Fernbusse oft spät in der Nacht einen kurzen Zwischenstopp einlegten, steht ein grüner Reisebus mit der Aufschrift „MeinFernbus, Braunschweig-Hamburg, ab 11 Euro“. Die niedersächsische Stadt hat seit Donnerstag eine neue Fernbuslinie. Viermal täglich pendeln die Busse künftig zwischen Braunschweig und Hamburg. Die Landes-Nahverkehrs-Gesellschaft hatte die Buslinie zu Jahresbeginn genehmigt. Zuvor hatten Bundestag und Bundesrat die Expansion des Streckennetzes ermöglicht, indem sie die strengen Genehmigungsvorgaben für nationale Fernbuslinien lockerten. Das Unternehmen MeinFernbus wirbt mit günstigen Preisen und Komfort wie kostenlosem WLAN und einem Audio-Video-Programm. Die direkte Fahrt von Braunschweig nach Hamburg dauert planmäßig 45 Minuten länger als mit dem ICE der Deutschen Bahn. Die Fahrpreise beginnen ab elf Euro, sind wie von Billigfliegern bekannt gestaffelt und liegen deutlich unter den Normalpreisen der Deutschen Bahn. Neu ist die Situation am Donnerstag in Braunschweig auch für den Fahrer eines gerade ankommenden Bus der Firma Berlin-Linien-Bus. Sein Ziel ist München und die Parkbucht für Fernbusse bereits belegt. Wirklich vorbereitet scheint Braunschweig auf den neuen Wettbewerb der Busanbieter noch nicht zu sein. Die Studentin Stefanie Deters ist eine der ersten Fahrgäste der neuen Linie nach Hamburg. Ihr Reiseziel ist Australien, am Abend will die 24-Jährige am Flughafen der Hansestadt in ihr Auslandssemester starten. Obwohl sie eine Bahncard besitzt, hat sie sich für die neue Fernbusverbindung entschieden. „Ich reise mit viel Gepäck, mit der Bahn müsste ich mindestens einmal umsteigen“, sagte Deters. Eine Direktverbindung nach Hamburg biete im Moment ausschließlich die neue Fernbuslinie. Die im Vergleich zum ICE etwas längere Fahrt stört sie nicht. „Ich habe Zeit“, sagte Deters. Für Justin Stumpe ist vor allem der „geringe Preis“ der Grund für seine Entscheidung, mit dem Bus nach Hamburg zu fahren. „Mit dem Zug würde ich über 50 Euro zahlen, mit dem Bus nur 11 Euro“, sagt der 16-Jährige, der mit Freunden das Nachtleben der norddeutschen Metropole erkunden will. Gäbe es keine Busverbindung, würde er eine Mitfahrgelegenheit nutzen. „Aber der Bus ist praktisch genauso teuer, und man muss sich nicht mit unzuverlässigen und nervenden Mitfahrern auseinandersetzen“, sagte Stumpe. Stolz auf „seinen“ Bus ist Fahrer Michael Psykala, der im Wechsel mit einem Kollegen zweimal täglich zwischen Hamburg und Braunschweig hin und her fährt. Der Bus sei kein normaler Reisebus, „sondern schon etwas Besonderes“, sagte der 35-Jährige. Ein Videoprogramm mit einer Auswahl aus zehn verschiedenen Hollywoodfilmen sorgt auf Mini-Bildschirmen in der Rückseite jedes Sitzes für Unterhaltung, ähnlich wie im Flugzeug. Auch das aktuelle Fernsehprogramm und die aktuelle Position des Busses könnten über die Bildschirme angezeigt werden, sagt Psykala. Für den kleinen Hunger während der Fahrt gebe es eine Snackbar. Er hofft, dass sich der Komfort herumspreche und künftig immer mehr Fahrgäste von der Bahn in den Bus wechselten. Eine Umsteigerin von der Schiene auf die Straße ist Mareike Vietze, die mit ihrer Freundin „ein paar schöne Tage in Hamburg“ verbringen will. Sie kommt eigens mit der Bahn aus dem 50 Kilometer entfernten Wittingen nach Braunschweig. „Es lohnt sich sogar, mit dem Bus zu fahren, wenn ich vorher mit dem Regionalexpress anreise“, sagt Vietze. Die Bahn sei bei „diesen Preisen“ keine wirkliche Alternative. „Ohne Bus würden wir gar nicht fahren“, sagte Vietze. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Deutsche Bahn befördert so viele Fahrgäste wie noch nie
Berlin (dapd). Die Deutsche Bahn soll kundenfreundlicher werden. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) kündigte am Donnerstag mehr Investitionen in Bahnhöfe und das Gleisnetz an. Damit die Kundenzufriedenheit steige, müsse es mehr Zuverlässigkeit und Qualität im Betrieb und mehr Wettbewerb auf der Schiene geben, erklärte Ramsauer in Berlin. Zuvor hatte der Staatskonzern ein erfolgreiches Jahr 2012 bilanziert. „Die Deutsche Bahn fährt wirtschaftlich auf einem erfolgreichen Gleis“, sagte Ramsauer. Im vergangenen Jahr beförderte die Bahn nach eigenen Angaben so viele Fahrgäste wie noch nie und fuhr ein deutlich höheres Ergebnis als im Vorjahr ein. Die Zahl der Reisenden in Deutschland stieg um 49 Millionen auf 1,97 Milliarden. Der Umsatz erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 3,7 Prozent auf 39,3 Milliarden Euro. Das bereinigte operative Ergebnis stieg um 17,3 Prozent auf 2,7 Milliarden Euro, und das Jahresergebnis kletterte um 10,9 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro. Alle Geschäftsfelder seien in den schwarzen Zahlen, erklärte die Bahn. Bei der Frachttochter DB Schenker Rail Deutschland sei trotz eines schwierigen konjunkturellen Umfelds die Trendwende geschafft worden, hieß es. Bahnchef Rüdiger Grube sagte, die Zahlen zeigten, dass die Bahn mit ihrer Strategie „auf einem richtigen und erfolgreichen Weg“ sei. Der Konzern strebt an, das weltweit führende Mobilitäts- und Logistikunternehmen zu sein. Dabei sollen ökonomische, soziale und ökologische Gesichtspunkte in Einklang gebracht werden. Wie die Bahn weiter mitteilte, stiegen die Netto-Investitionen um 35,7 Prozent auf 3,5 Milliarden Euro. Die Netto-Finanzschulden seien um 226 Millionen auf 16,4 Milliarden Euro gesenkt worden. Allein in Deutschland seien im vergangenen Jahr rund 11.000 neue Mitarbeiter eingestellt worden. Aus Sicht der Bahn war die Schiene im vergangenen Jahr der Gewinner bei den Verkehrsmitteln. Während die Zahl der innerdeutschen Flugreisenden um 3,8 Prozent und die Zahl der Pkw-Neuzulassungen in Deutschland um 2,9 Prozent zurückgegangen seien, habe die Schiene ein Wachstum von 4 Prozent verzeichnet. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Loewe will mit neuen Investoren aus den roten Zahlen heraus
München (dapd). Der abgeschlagene Fernsehgerätehersteller Loewe sieht sich noch lange nicht gerettet. Nach dem dritten Jahr in Folge mit Verlusten suche das oberfränkische Traditionsunternehmen nach Investoren, sagte Finanzvorstand und Sanierer Rolf Rickmeyer am Donnerstag in München. „Allein können wir nicht marschieren.“ Es würden alle Optionen geprüft, um an neues Kapital zu kommen. Am liebsten wäre ihm ein strategischer Partner, der Loewe auch technologisch unterstütze. Als Übernahmekandidat sieht sich das Unternehmen aber nicht. Nur dank neuer Kreditlinien der Banken und massiven Einschnitten bei der Belegschaft kann Loewe weitermachen. Nach 26 Verhandlungstagen einigten sich Arbeitgeber und IG Metall auf einen Sanierungstarifvertrag mit Lohnkürzungen von bis zu zehn Prozent und einen Sozialplan. 180 Arbeitsplätze baut das Unternehmen ab, 130 Stellen allein in der Fertigung im Stammwerk Kronach. 6,6 Millionen Euro wendet Loewe dieses Jahr für den Umbau und damit verbundene Abfindungszahlungen auf. Rickmeyer, der seit Dezember als Sanierer tätig ist, sprach von harten Verhandlungen. Eine Insolvenz sei aber kein Thema gewesen. Vor allem in der zweiten Jahreshälfte 2012 brachen die Umsätze von Loewe ein. Insgesamt gingen die Erlöse im Jahresvergleich um 24 Millionen auf 274 Millionen Euro zurück. Der TV-Gerätehersteller ließ sich auf Rabattschlachten ein und verlor Margen. Der Verlust vor Zinsen und Steuern erhöhte sich von 10,5 Millionen im Jahr 2011 auf 29 Millionen Euro. Neben externen Faktoren wie rückläufigem Markt und anhaltendem Preisdruck waren laut Finanzvorstand Rickmeyer auch eigene Fehler an dem schlechten Ergebnis schuld. Die Restrukturierung sei „nicht mit der nötigen Schnelligkeit, Konsequenz und vielleicht auch Härte angegangen“ worden, sagte der Finanzvorstand. Die Kosten seien zu spät an das niedrige Geschäftsvolumen angepasst worden, das Sortiment sei zu komplex gewesen. Nun will sich der Hersteller auf seine vier Fernsehgerätelinien konzentrieren und die Zahl der Modelle beschränken. So soll es in allen Preisklassen nur noch 40, 46 und 55 Zoll große Bildschirme geben. Kleinere Fernseher sollen der preiswertesten Kategorie vorbehalten bleiben, größere der teueren Linie. Um Kosten zu sparen, will Loewe verstärkt im Ausland produzieren. Neben den Audiosystemen sollen die preiswerteren TV-Geräte in China gefertigt werden. Die 160 verbliebenen Mitarbeiter im Kronacher Werk sollen sich auf die teuereren Geräte konzentrieren und künftig in einer „gläsernen Manufaktur“ arbeiten. Der Vorstandsvorsitzende Matthias Harsch, der erst vor wenigen Wochen den glücklosen Oliver Seidl an der Spitze des Unternehmens ablöste, will Loewe hin zu einem Systemanbieter entwickeln, der verschiedene Dienste wie Fernsehen, Internet, Audio und Haushaltsgeräte miteinander vernetzt. Diese bis zu 10.000 Euro teuren Home Entertainment Systeme sollen weiterhin im Stammwerk entwickelt werden. Der Vorstandschef sieht Loewe noch vor einem schwierigen Weg. Der Markt für LCD-Geräte sei in Europa in den ersten zwei Monaten weiter geschrumpft. Um weniger von der Heimat abhängig zu sein, will Loewe verstärkt internationale Märkte wie Russland, Indien und China erschließen. Außerdem strebt das Unternehmen neben der Zusammenarbeit mit dem japanischen Hersteller Sharp weitere internationale Kooperationen an. In diesem Jahr soll der Umsatz leicht wachsen. Das operative Ergebnis soll ohne die Restrukturierungskosten wieder ausgeglichen sein. Unter dem Strich werde es nochmals einen Verlust geben, sagte Rickmeyer. Doch die Hausaufgaben seien gemacht. Wann neue Investoren einsteigen, konnte er nicht sagen. Es gebe aber keine Galgenfrist der Banken. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Lufthansa-Maschinen starten nach Warnstreiks wieder
Frankfurt/Main (dapd-hes). Warnstreiks am Drehkreuz Frankfurt am Main und weiteren deutschen Flughäfen haben bis Donnerstagmittag den Verkehr der Lufthansa lahmgelegt und Reisende vor eine Geduldsprobe gestellt. Vor allem in Frankfurt, München und Hamburg blieben viele Flugzeuge am Boden, weil Tausende Beschäftigte von Deutschlands größter Fluggesellschaft am Morgen die Arbeit für mehrere Stunden niederlegten. Am Mittag sei der Flugverkehr dann wieder aufgenommen worden, sagte ein Lufthansa-Sprecher in Frankfurt. „Die ersten Maschinen gehen schon wieder pünktlich raus“, erklärte er. Warnstreiks des Lufthansa-Personals gab es auch in Berlin, Düsseldorf, Köln/Bonn sowie in Norderstedt. Die dortige Außenstelle ist für die Ticketabrechnung zuständig und soll nach Plänen der Lufthansa bis 2017 geschlossen werden. Ein Chaos an den Flughäfen sei ausgeblieben, weil die Lufthansa auch per SMS über die Streiks informiert hatte und viele Fluggäste davon wussten. Zahlreiche Passagiere hätten umgebucht oder seien auf Züge umgestiegen, sagte der Sprecher. Die Gewerkschaft ver.di hatte das Bodenpersonal und weitere Beschäftigte der Lufthansa zu Warnstreiks zwischen 5.00 und 12.00 Uhr aufgerufen, um Druck in den Tarifverhandlungen zu machen. Die Lufthansa strich daraufhin vorsorglich fast 700 Flüge innerhalb Deutschlands und Europas, einige auch noch für den Nachmittag. Interkontinentalflüge sollten aber planmäßig starten und landen. In München fielen nach Angaben der Lufthansa 240 Flüge aus. In Düsseldorf wurden von 125 geplanten Abflügen 49 gestrichen. Auch etwa 50 Ankünfte seien ausgefallen. Am Berliner Flughafen Tegel wurden 50 Flüge annulliert. Auch Regionalflughäfen wie Münster/Osnabrück oder Nürnberg waren von den Folgen des Arbeitskampfs betroffen. Ver.di versteht den Streik als „Warnsignal“ an die Lufthansa vor der am Freitag anstehenden zweiten Runde der Tarifverhandlungen für die 33.000 Beschäftigten der Lufthansa am Boden und in der Kabine. Dabei rechnet die Gewerkschaft mit einer harten Auseinandersetzung. „Das sind keine einfachen Verhandlungen“, sagte eine ver.di-Sprecherin. Gewerkschaftschef Frank Bsirske drohte mit weiteren Streiks. Sollte es am Freitag kein Ergebnis geben, „werden wir nachlegen“, sagte er auf einer Kundgebung vor Lufthansa-Personal in Hamburg. Die Lufthansa hatte am Mittwoch den Warnstreik bereits nach der ersten Verhandlungsrunde als „völlig unnötig, unangemessen und unverhältnismäßig“ bezeichnet. Ver.di fordert 5,2 Prozent mehr Entgelt. Die Lufthansa bietet nur eine Nullrunde an und möchte zudem die wöchentliche Arbeitszeit um eine Stunde verlängern. Die Fluggesellschaft will ihre Kosten drücken, weil das Geschäft unter der Konkurrenz durch Billigflieger und hohen Benzinkosten leidet. Daher hat sich die Lufthansa einen strikten Sparkurs verordnet, dem auch Hunderte Arbeitsplätze zum Opfer fallen. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
