Düsseldorf (dapd). Der Netzausbau für erneuerbare Energien muss nach Ansicht des Vorstandsvorsitzenden des Windpark-Entwicklers Windreich, Willi Balz, nicht am ersten Tag der Energiewende fertig sein. „Man muss doch nicht für noch nicht vorhandene Windkraftwerke schon ganz Deutschland verkabeln“, sagte Balz dem „Handelsblatt“. Wenn es bereits heute eine große „Stromautobahn“ von Flensburg bis Garmisch geben würde, würde sie doch keiner befahren, fügte er hinzu. Grund dafür ist laut Balz das Ruhrgebiet, das „den Strom von etwa 40 Offshore-Windparks absorbiert“. Es werde noch etwa 15 Jahre dauern, bis all diese Parks in Betrieb seien. Das sei genug Zeit, um die Anbindung nach Süden in Ruhe und mit Augenmaß auszubauen. Der mittelständische Windpark-Entwickler aus dem schwäbischen Wolfschlugen setzt laut Firmengründer Balz gerade die Fundamente für das erste eigene Projekt. Die Finanzierung des Offshore-Windparks sei ein „gewaltiger Kraftakt“. Um diesen zu stemmen, will Windreich bis Ende des Jahres eigene Anteile am Projekt verkaufen. „Wenn wir alle Anteile abgeben würden, was nicht beabsichtigt ist, würden wir über 150 Millionen Euro erlösen“, sagt er. Mit Problemen beim Anschluss der Windparks auf hoher See an das Stromnetz rechnet Balz nicht. „Bei unserem zweiten Projekt ist das Kabel sogar vor Errichtungsbeginn des Windparks fertig.“ dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Wirtschaft
Fotomesse Photokina in Köln eröffnet
Köln (dapd). Mit zahlreichen Neuheiten und Premieren ist am Dienstag in Köln die weltgrößte Fotomesse Photokina gestartet. Rund 1.160 Unternehmen aus 41 Ländern zeigen auf der internationalen Branchenschau die neuesten Trends rund um das Thema Fotografie, darunter Digitalkameras, Smartphones, Camcorder, Zubehörartikel und Drucker. Besonders Geräte mit WLAN-Anbindung liegen im Trend. Smartphones wiederum werden häufig mit dem Fotoapparat verknüpft, etwa als Auslöser aus der Ferne. Ein Wermutstropfen: Die Preise für Kameras klettern weiter. Die Messe dauert bis Sonntag. Zur vergangenen Photokina vor zwei Jahren waren rund 180.000 Besucher gekommen. In diesem Jahr legt die Branche besonderen Wert auf Servicefunktionen. Die Handhabung soll auch für Rentner und technikunerfahrene Hobbyfotografen einfach sein. Zur Übertragung der Bilder auf den Computer sind in vielfachen Ausführungen dank WLAN-Funktion keine Verbindungskabel mehr nötig. Per Internet lassen sich auch Drucker starten oder Fotos direkt in soziale Netzwerke einstellen. Auch im Detail hat sich die Technik verbessert. Zur Ausstattung gehört inzwischen die Aktivierung der Kamera und des Autofokus durch den Blick in den Sucher. Canon bietet bei einem Gerät einen 50-fach optischen und einen 200-fach digitalen Zoom an. Panasonic hat für Naturliebhaber bei der Systemkamera Lumix G5 das Klick-Geräusch beim Auslösen verstummen lassen. Viele Digitalkameras verfügen über eine ausgereifte Videofunktion in Full-HD-Qualität, auch die Fototechnik von Smartphones hat zugelegt. Die Photokina hält in diesem Jahr auch Kurioses bereit. Apparate gibt es in nahezu allen Farben – von Pink bis Orange. Ein Nikon-Modell ist gerade so groß wie eine Scheckkarte. Mit einem digitalen Effektfilter lassen sich Aufnahmen künstlerisch verändern. Alle bunten Farben können per Bildverfremdung in graue Farben geändert werden, bis auf eine. So entsteht ein Pop-Gemälde. ( http://www.photokina.de ) dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Coca-Cola will weiter wachsen
Berlin (dapd). Der Getränkehersteller Coca-Cola sieht in Deutschland noch Wachstumschancen. Der Marktanteil der Konzernmarken werde hierzulande überschätzt, sagte Geschäftsführer Hendrik Steckhan der Zeitschrift „Superillu“ nach einem Vorabbericht vom Dienstag. „Hier in Deutschland liegt er bei alkoholfreien Getränken bei neun Prozent“, sagte Steckhan. In einigen Ländern der Welt schaffe Coca-Cola bis zu 20 Prozent, in Deutschland gebe es daher noch Spielraum. Zugpferd der Expansion solle der Osten Deutschlands sein. Hier habe das Unternehmen im ersten Halbjahr 2012 das stärkste Wachstum erzielt. „Die Ostdeutschen mögen es süßer, sie sind experimentierfreudiger“, sagte Steckhan. „Deswegen haben wir extra für den Osten eine Fanta mit Erdbeergeschmack entwickelt“. Der weltweite Umsatz stieg im zweiten Quartal 2012 auf 13,1 Milliarden Dollar (rund 10,7 Milliarden Euro). Zum Umsatz in Deutschland wollte Coca-Cola auf dapd-Anfrage keine Angaben machen. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
ZF rechnet mit 1.200 neuen Jobs in Deutschland
Hannover (dapd). Der Autozulieferer ZF will bis Jahresende 1.200 zusätzliche Arbeitsplätze in Deutschland schaffen. Weltweit will der Konzern aus Friedrichshafen am Bodensee vor allem wegen der guten Nachfrage nach seinen Automatikgetrieben 3.500 neue Kräfte einstellen und Ende 2012 rund 75.000 Mitarbeiter beschäftigen. Das sagte der Vorstandsvorsitzende Stefan Sommer am Dienstag auf der Nutzfahrzeugmesse IAA in Hannover. Er bestätigte das Wachstumsziel von zehn Prozent auf 17 Milliarden Euro Umsatz bis Jahresende. ZF habe vor allem durch das gute Pkw-Geschäft Rückgänge im Lastwagensegment mehr als ausgeglichen, sagte der Manager. Weltweit sei der Konzern bis Ende August bereits um 16 Prozent gewachsen. In den USA habe der Absatz sogar 44 Prozent zugelegt, in China 32 Prozent. Sommer erklärte das Wachstum auch mit dem Erfolg des modernen Automatikgetriebes mit acht Gängen. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Schuldenkrise lässt Autoabsatz weiter einbrechen
Brüssel (dapd). Der Autoabsatz in Europa ist im August weiter eingebrochen. Wie der Branchenverband Acea am Dienstag in Brüssel mitteilte, ging die Zahl der Neuzulassungen von Pkw im Vergleich zum Vormonat EU-weit um 8,9 Prozent auf 688.000 Fahrzeuge zurück. Grund dafür ist die Schuldenkrise, die vor allem in Südeuropa die Autoverkäufe sinken lässt. Neben Griechenland, wo der Autoabsatz um fast die Hälfte zurückging, kommt die Krise nun auch in den großen europäischen Volumenmärkten an. So brach der Absatz in Frankreich um 11,4 Prozent auf gut 96.000 Autos ein. In Italien betrug der Rückgang sogar mehr als ein Fünftel. In Spanien konnten die Autohersteller infolge von Vorzieheffekten durch die anstehende Mehrwertsteuererhöhung dagegen ihren Absatz entgegen dem Trend um 3,4 Prozent auf 48.800 Einheiten ausbauen. Insgesamt ging der Automarkt dieses Jahr bereits EU-weit um 7,1 Prozent oder knapp 650.000 Autos zurück. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Nutzfahrzeugsparte von VW wächst um 5,6 Prozent
Hannover (dapd). Die Nutzfahrzeugsparte von VW widersteht der Absatzkrise in Europa: Bis Ende August wuchs der Anbieter von VW-Bus und Caddy weltweit um 5,6 Prozent auf 362.200 Fahrzeuge. Das sagte der Sprecher des Markenvorstandes bei VW-Nutzfahrzeuge, Eckhard Scholz, am Dienstag auf der Messe IAA Nutzfahrzeuge in Hannover. Selbst in Westeuropa legte die VW-Tochter zu – um zwei Prozent auf 189.000 Stück in den ersten acht Monaten 2012. Der Gesamtmarkt in Westeuropa liegt wegen der Krise in den Südländern dagegen fast zehn Prozent im Minus. In Südamerika legte VW bei den Lieferwagen um fast drei Prozent auf 96.000 Stück zu. In Russland wuchs VW um fast 30 Prozent. In den Zahlen sind die VW-Töchter MAN und Scania nicht enthalten. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Einzelhandel erwartet stabiles Weihnachtsgeschäft
Düsseldorf (dapd). Trotz der zunehmenden Konjunktureintrübung rechnet der deutsche Einzelhandel mit einem stabilen Weihnachtsgeschäft. Der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Deutschland (HDE) , Stefan Genth, sagte am Dienstag in Düsseldorf, die nach wie vor gute Situation auf dem Arbeitsmarkt und die stabile Einkommensentwicklung stützten die Konsumlust der Bundesbürger. Der Verband erwartet für 2012 weiterhin eine Zunahme des Einzelhandelsumsatzes um 1,5 Prozent. Ganz geht die Konjunkturabkühlung am Einzelhandel allerdings nicht vorbei. Eine Branchenumfrage des HDE zeigt, dass sich die Zukunftserwartungen der Einzelhändler deutlich verschlechtert haben. Erstmals seit dem Frühjahr 2010 überwiegt wieder der Anteil der Unternehmen mit einer schlechten Lagebewertung gegenüber denen mit einer guten Einschätzung. Dazu beigetragen hat sicher die zuletzt schwache Gewinnentwicklung – im ersten Halbjahr mussten 45 Prozent der Betriebe Ergebniseinbußen hinnehmen. Die steigenden Kosten für Haushaltsenergie und Kraftstoffe ließen den Verbrauchern weniger Geld für den Konsum, sagte Genth. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Continental beginnt mit Wiederaufarbeitung von Alt-Lkw-Reifen
Hannover (dapd). Der Reifenhersteller Continental will abgefahrene Lkw-Reifen in Eigenregie wieder aufarbeiten und erneut verkaufen. Dazu richtet das Unternehmen in Hannover-Stöcken einen neuen Betriebsteil ein und schafft 100 neue Arbeitsplätze, wie Continental am Dienstag auf der IAA Nutzfahrzeuge in Hannover mitteilte. Die Investition beträgt nach Angaben des Konzerns zehn Millionen Euro. Bisher werden abgenutzte Reifen oft verbrannt oder anders verwertet. Der Anbieter aus Hannover verspricht sich von seiner neuen Technik erhebliche Einsparungen an Material und beim CO2-Ausstoß. Die Produktion soll im Herbst 2013 beginnen und 180.000 Reifen pro Jahr erreichen. Vorstandsmitglied Nikolai Setzer erklärte zur Wirtschaftslage, Conti sehe „eine Abkühlung der Konjunktur in Europa“. Das Unternehmen könne diese Entwicklungen aber über Werke in anderen Teilen der Welt wettmachen. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Portigon will Bad Banks als Kunden gewinnen
Düsseldorf (dapd). Der aus der WestLB-Zerschlagung hervorgegangene Bankdienstleister Portigon will im Ausland auf Kundenfang gehen. Portigon wolle Banken sowie deren „Bad Banks“ bei der Abwicklung komplexer Portfolios beraten, berichtete das „Handelsblatt“. „Das Interesse an einer Dienstleistung, wie Portigon sie bietet, ist vor allem im Ausland groß“, sagte Portigon-Chef Dietrich Voigtländer der Zeitung. Voigtländer hofft, davon profitieren zu können, dass Banken Bilanzvolumina senken und sich von nicht strategischen Geschäften trennen. Hier sehe er gute Wachstumsmöglichkeiten, sagte Voigtländer. Denn ausländische Bankvorstände würden „häufig schneller und konsequenter“ handeln als deutsche Manager bei Themen wie Anpassung von Geschäftsprozessen. Parallel umgarnen die Düsseldorfer künftig eine weitere mögliche Kundengruppe: Versicherer, denen es angesichts der niedrigen Zinsen derzeit schwer fällt, attraktive Erträge am Finanzmarkt zu erzielen. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Daimler legt trotz Krise beim Lkw-Absatz zu
Hannover (dapd). Der weltgrößte Lkw-Hersteller Daimler hat trotz der schweren Krise in Europa den globalen Lastwagenabsatz bis Ende August um 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gesteigert. Das sagte Vorstandsmitglied Andreas Renschler am Dienstag in Hannover auf der Messe IAA Nutzfahrzeuge. Der Hersteller profitiere von seiner weltweiten Präsenz: Während der Markt in Europa um mehr als zehn Prozent eingebrochen sei, gebe es einen Boom bei den Geschäften in Nordamerika und Japan. Die Krise vor allem in Südeuropa ziehe an Daimler weitgehend vorbei, sagte Renschler: „Daimler Trucks ist davon durch den traditionell starken Absatz in Nordeuropa aber weniger betroffen.“ Daimler hatte im ersten Halbjahr den Absatz an Lastwagen um 34 Prozent auf 122.000 Stück gesteigert, der Umsatz kletterte um 22 Prozent auf 8,1 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis stieg um fast zehn Prozent auf 524 Millionen Euro. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
