Continental bekräftigt Gewinnziel

Continental bekräftigt Gewinnziel Frankfurt/Main (dapd). Der Autozulieferer Continental bekräftigt allen Hiobsbotschaften von Autoherstellern zum Trotz sein Gewinnziel. „Conti bleibt auf Rekordkurs“, sagte Vorstandschef Elmar Degenhart der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. Der Konzern hat erst Anfang August die Gewinnprognose für das laufende Jahr erhöht. Mit Blick auf die Gewinnwarnung der Daimler-Pkw-Sparte und das damit verbundene Sparprogramm sagte Degenhart: „Wir sind sensibel, was die Signale aus dem Markt angeht, sehen aber keinen Anlass für eine Vollbremsung.“ Kurzarbeit sei für Conti nicht nötig. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

Opel sieht sich mit neuer Modellpalette auf Erholungskurs

Opel sieht sich mit neuer Modellpalette auf Erholungskurs Rüsselsheim (dapd). Opel schreibt tiefrote Zahlen, kämpft mit einem miesen Image und der Vorstandsvorsitz ist vakant, doch zum Firmenjubiläum verbreitet der Autohersteller zaghaften Optimismus. „Ja, derzeit befinden wir uns in einem Tal, keine Frage“, sagte Opel-Interimschef Thomas Sedran am Samstag bei der Jubiläumsfeier zum 150. Bestehen im Rüsselsheimer Stammwerk. „Aber ich sehe uns auf einem guten Weg.“ Allein für den neuen kompakten Geländewagen Mokka gebe es vor der Markteinführung mehr als 25.000 Bestellungen. „Opel hat heute die attraktivste Modellpalette in seiner 150-jährigen Geschichte“, sagte Sedran bei der öffentlichen Feier, zu der Zehntausende Gäste aufs Werksgelände kamen. Bis 2016 werde das Unternehmen weitere 13 neue Fahrzeugmodelle vorstellen. Der Kleinstwagen Adam sei der „einzige kleine Miniwagen, der in Deutschland gebaut“ werde. Der Interimschef stellte die führende Position beim Bau eines Elektroautos heraus und lobte den neuen Biturbo-Motor, der zugleich durchzugsstark und sparsam sei. Und die Limousine Insignia liege in Gebrauchtwagen-Statistiken vorn. Eine halbe Milliarde Verlust im ersten Halbjahr Zuletzt hatte es wenige hoffnungsvolle Signale aus Rüsselsheim gegeben. Die Führungsspitze wechselte häufig, erst Mitte Juli gab der damalige Vorstandsvorsitzende Karl-Friedrich Stracke überraschend auf. Daraufhin berief Opel den Sanierungsexperten und Strategievorstand Sedran zum Übergangschef, bis ein dauerhafter Nachfolger gefunden ist. Schlechte Nachrichten drohen, wenn der amerikanische Mutterkonzern General Motors (GM) Ende Oktober die Zahlen zum dritten Quartal vorstellt. Opel wird dann wahrscheinlich wieder hohe Verluste aufweisen. Die deutsche Traditionsmarke verliert seit Jahren Marktanteile und fährt horrende Verluste ein. Allein im ersten Halbjahr summierte sich das Minus auf 500 Millionen Euro. Seit kurzem gibt es an den Standorten Rüsselsheim und Kaiserslautern Kurzarbeit, außerdem streicht Opel einzelne Schichten, zum Beispiel in Eisenach. In Presseberichten wird immer wieder kolportiert, GM wolle das Werk in Bochum nach dem Auslaufen der derzeitigen Produktion am liebsten dichtmachen. Ausstellung historischer Modelle – Kapitän, GT, Ascona Von all dem war am Samstag auf der Feier nicht viel zu spüren. Auf dem Werksgelände in Rüsselsheim drängten sich die Besucher, um die historischen Modelle zu bestaunen. Da standen sie dann aufgereiht, der Kadett in der Vorkriegs- und in der Nachkriegsvariante, der mondäne Kapitän, der flotte GT oder auch ein blauer Ascona Kombi. Würstchenduft zog durch die Halle K48, wo sonst die Betriebsversammlungen stattfinden, auf denen Geschäftsleitung und Betriebsrat in den vergangenen Jahren selten gute Neuigkeiten zu verkünden hatten. Nach Sedran sprach dort der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Wolfgang Schäfer-Klug. „Wir verstehen diese Krise als eine Chance.“ Wer schwere Zeiten überstehe, könne gestärkt daraus hervorgehen. „Ganz sicher werden wir auch in 25 Jahren zur Geburtstagsfeier von Opel einladen“, rief der oberste Vertreter der Opel-Mitarbeiter den Gästen unter Applaus zu. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

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Vorwerk erwägt offenbar trotz Rekordergebnis Personalabbau

Vorwerk erwägt offenbar trotz Rekordergebnis Personalabbau Düsseldorf (dapd). Das Wuppertaler Familienunternehmen Vorwerk erwartet in diesem Jahr erneut ein Rekordergebnis. Trotzdem soll die Effizienz vor allem der Staubsaugersparte steigen. „2012 wird voraussichtlich das dritte Geschäftsjahr in Folge mit einem Rekordumsatz und Rekordgewinn“, sagten die persönlich haftenden Vorwerk-Gesellschafter Walter Muyres und Reiner Strecker der „Wirtschaftswoche“ laut einer Vorabmeldung vom Samstag. Angepeilt seien rund 2,4 Milliarden Euro Umsatz. Der Gewinn vor Steuern, den das Unternehmen nicht beziffert, wird laut Magazin schätzungsweise deutlich über 200 Millionen Euro liegen. Trotzdem werde Vorwerk voraussichtlich im Oktober ein Paket von Struktur- und Sparmaßnahmen inklusive Personalabbau verkünden. „Wir müssen effizienter werden“, sagte Strecker der „Wirtschaftswoche“. Zudem gehe es darum, „die Organisation auf neue, strategische Herausforderungen vorzubereiten“. Dem Bericht zufolge wird die deutsche Staubsaugersparte nach internen Prognosen in diesem Jahr erstmals seit 2008 wieder schwarze Zahlen schreiben. Doch es gebe Probleme beim Umbau des Direktvertriebs. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

Ikea testet Verkauf von Solaranlagen

Ikea testet Verkauf von Solaranlagen Düsseldorf (dapd). Die schwedische Möbelkette Ikea will in den Handel mit Solaranlagen einsteigen. Testweise bietet das Unternehmen in den nächsten Monaten zunächst in England Dünnschicht-Solarmodule zu besonders günstigen Preisen an, wie die „Wirtschaftswoche“ am Samstag meldete. Danach wolle der Konzern entscheiden, ob er das Geschäft auf andere Länder ausweitet. „Wir warten den Test in Großbritannien ab“, sagte ein Konzern-Sprecher in Deutschland dem Magazin. Die von Ikea vertriebenen Solaranlagen kommen vom chinesischen Konzern Hanergy, der neben Sonnenstrom- auch Wind- und Wasserkraftanlagen baut. In Deutschland übernahm Hanergy im Juni die insolvente ehemalige Q-Cells-Tochter Solibro aus Bitterfeld in Sachsen-Anhalt. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

Tatort Zapfsäule: Tankbetrug nimmt weiter zu

Tatort Zapfsäule: Tankbetrug nimmt weiter zu Berlin (dapd). Spritdiebstahl und Tankbetrug haben in Deutschland angesichts hoher Kraftstoffpreise offenbar auch 2012 Hochkonjunktur. Die Täter schlagen an Tankstellen oder auf Parkplätzen und Werksgeländen zu. Mal erbeuten sie eine volle Tankfüllung, in anderen Fällen füllen sie mehrere Tausend Liter Diesel ab. Vor allem das Abzapfen von Kraftstoff aus Baumaschinen und Lastwagen nimmt deutlich zu, wie aus einer Umfrage der Nachrichtenagentur dapd hervorgeht. Auch beim Betrug an Tankstellen ist keine Trendwende erkennbar. 2011 wurden 85.000 Anzeigen erstattet, neun Prozent mehr als im Vorjahr. Ein Rückgang der Delikte ist nicht in Sicht. Die Zahl der Spritdiebstähle außerhalb von Tankstellen nahm in einigen Bundesländern von 2010 auf 2011 um mehr als 40 Prozent zu. In Sachsen-Anhalt registrierten die Ermittler einen Anstieg um fast 50 Prozent auf 1.287 Fälle. Auch in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Baden-Württemberg wurde ein Plus von mehr als 40 Prozent verzeichnet. Dieses Jahr scheint sich die Entwicklung fortzusetzen, wie mehrere Landeskriminalämter auf dapd-Anfrage mitteilten. So meldete das LKA Bayern von Januar bis Ende August eine Zunahme des Dieseldiebstahl um fast 25 Prozent auf 1.590 Fälle. In Niedersachsen gingen bis Mitte September 1.090 Anzeigen wegen Spritklaus ein, 20 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Auch in Hessen und Sachsen-Anhalt gehen die Ermittler von einer steigenden Tendenz aus. Die Diebe haben es vor allem auf die Tanks von Baumaschinen und -fahrzeugen sowie auf parkende Lastwagen abgesehen, deren Tanks 1.000 Liter fassen können. Manche Täter setzen gar elektrische Pumpen oder Bohrer ein. „Viele stehlen nicht nur für den Eigenbedarf“, sagte ein Sprecher des Landeskriminalamts in Potsdam. Teilweise handele es sich dabei um Gruppen, die gemeinsam vorgingen. „Von organisierter Kriminalität kann man aber nicht sprechen“, erklärte er. Fälle, in denen mehr als 1.000 Liter gestohlen würden, seien keine Seltenheit. Im niedersächsischen Weyhe wurden im Januar aus einem Großtank auf einem Werksgelände 15.000 Liter Diesel in mobile Tanks abgezapft. Immer mehr Fälle von Tankbetrug Auch an Tankstellen machen sich immer mehr Kunden aus dem Staub, ohne die Rechnung zu bezahlen. Der geschätzte Schaden belief sich 2010 auf 4,3 Millionen Euro. Die Aufklärungsquote lag in den vergangenen Jahren zwischen 43 und 45 Prozent. Auch in diesem Jahr deutet sich eine konstante bis leicht ansteigende Entwicklung an. Am häufigsten wurden im vergangenen Jahr die Tankstellen in Nordrhein-Westfalen Opfer von Betrügern. Köln war mit 244 Fällen je 100.000 Einwohnern die Stadt mit den meisten Tankbetrügern. Diese Entwicklung setzte sich im ersten Halbjahr fort: Bis Ende Juni lagen dort bereits 11.368 Anzeigen vor, 7,5 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Während die Fallzahlen in Hamburg im bisherigen Jahresverlauf leicht rückläufig waren und in Rheinland-Pfalz konstant blieben, erwarten auch die Landeskriminalämter in Berlin und Bayern eine deutliche Zunahme. „Denn von Januar bis August hat sich der Trend zum unbezahlten Tanken im Vergleich zum Vorjahr nochmals verstärkt“, teilte das bayerische LKA mit. „Je höher die Benzinpreise, desto niedriger die Hemmschwelle“ „Einer der möglichen Gründe für den Anstieg der Delikte sind auch die gestiegenen Kraftstoffpreise“, sagte die stellvertretende Sprecherin des Landeskriminalamts Sachsen (LKA), Kathleen Zink. Wie aus dem Autokosten-Index des ADAC und des Statistischen Bundesamts vom April hervorgeht, stiegen die Spritkosten seit 2005 um fast 40 Prozent. Auch für den Berliner Polizeisprecher Thomas Neuendorf könnte dies eine Erklärung sein: „Je höher die Benzinpreise sind, desto niedriger ist offensichtlich die Hemmschwelle.“ Der Fachverband Tankstellen-Gewerbe (FTG) sieht die größten Probleme bei den großen Tankstellen in Stadtlage mit viel Kundenverkehr. Zwar sind die allermeisten Tankstellen inzwischen videoüberwacht. Nutzen die Betrüger aber gestohlene oder unkenntlich gemachte Kennzeichen, hilft auch dies wenig. „Davor schützen kann man sich eigentlich gar nicht“, sagte der Leiter der Rechtsabteilung des Bundesverbands Tankstellen und Gewerbliche Autowäsche (BTG), Thomas Drott. „Wir empfehlen, jeden noch so kleinen Diebstahl zur Anzeige zu bringen.“ Für die Betroffenen bedeute dies aber einen hohen bürokratischen Aufwand. Doch während die Tankwarte der großen Mineralölkonzerne das Geld solcher Betrügereien wenigstens erstattet bekommen, bleiben die Pächter Freier Tankstellen auf ihrem Schaden sitzen, wie der Vorsitzende des Bunds Freier Tankstellen, Thomas Greb, hervorhob: „Das geht voll zu unseren Lasten.“ Auch die Spediteure zeigen sich ratlos. „Einen hundertprozentigen Schutz gibt es nicht“, erklärte der Sprecher des Bundesverbands Güterkraftverkehr, Logistik und Entsorgung (BGL), Martin Bulheller. Nicht überall gebe es bewachte Parkplätze. Auch der Einbau von Tankschlössern sei keine Lösung, da diese mit Gewalt geknackt würden. Zu dem gestohlenen Diesel komme dann noch der Schaden am zerstörten Tank. dapd (Vermischtes/Wirtschaft)

Arbeitsagentur-Vorstand Alt kritisiert Ein-Euro-Jobs als wirkungslos

Arbeitsagentur-Vorstand Alt kritisiert Ein-Euro-Jobs als wirkungslos Berlin (dapd). Die Bundesagentur für Arbeit (BA) hat bisherige Ansätze zur Wiedereingliederung Langzeitarbeitsloser in den ersten Arbeitsmarkt als weitgehend wirkungslos kritisiert und stattdessen dauerhafte staatliche Lohnzuschüsse gefordert. „All die vielen Programme, von ABM bis zum Ein-Euro-Job, haben dauerhaft nicht die gewünschte Wirkung gezeigt“, sagte BA-Vorstand Heinrich Alt der „Berliner Zeitung“ (Wochenendausgabe). Er fügte hinzu: „Wir müssen darauf hinarbeiten, dass auch Menschen mit größeren Vermittlungshemmnissen eine Chance auf dem ersten Arbeitsmarkt erhalten.“ In Frage kämen vor allem jene 400.000 Arbeitslosen, „die in ihrem Leben noch nie eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung ausgeübt“ hätten und ohne Zuschüsse oft keine Chance auf einen Arbeitsplatz hätten. Zugleich sprach sich Alt vehement dagegen aus, diesen Personenkreis als arbeitsunfähig in die Sozialhilfe abzuschieben. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

Suzuki darf angeblich Kult-Kürzel GTI von VW benutzen

Suzuki darf angeblich Kult-Kürzel GTI von VW benutzen Berlin (dapd). Im langjährigen Streit zwischen dem japanischen Autohersteller Suzuki und Volkswagen um das Typenkürzel „GTI“ hat der Wolfsburger Konzern seinen Widerstand laut einem Zeitungsbericht nun aufgegeben. Suzuki dürfe jetzt für seinen Kleinwagen Swift die zugkräftige Buchstabenkombination nutzen, mit der VW etwa die sportlichen Varianten des Bestsellers Golf kennzeichnet, berichtete die Zeitung „Die Welt“ (Samstagausgabe) vorab. Die früheren Partner hatten den Streit um die Bezeichnung „GTI“ („Grand Tourisme Injektion“) auch schon vor einem Gericht der Europäischen Union ausgetragen. Dabei hatten die Japaner recht bekommen, weil die Richter keine Verwechslungsgefahr zwischen dem Swift GTI und dem Golf GTI sahen. Zwischen Suzuki und VW schwelt zudem ein weiterer Streit. Suzuki will eine Kapitalverflechtung mit den Wolfsburgern beenden und drängt VW, seinen Anteil von knapp 20 Prozent an Suzuki zurückzugeben. VW dagegen will den Anteil behalten. Suzuki ist umgekehrt mit 1,5 Prozent an VW beteiligt. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

Scania-Chef mahnt zu Geduld bei Lkw-Allianz mit MAN und Scania

Scania-Chef mahnt zu Geduld bei Lkw-Allianz mit MAN und Scania Berlin (dapd). Der neue Scania-Vorstandsvorsitzende Martin Lundstedt hat zu Geduld bei der Lkw-Allianz mit MAN unter dem Dach des Volkswagen-Konzerns gemahnt. „Kurzfristig können wir sicherlich den einen oder anderen Synergieeffekt über den Einkauf erzielen. Aber es geht da in erster Linie um mittel- und langfristige Synergien“, sagte Lundstedt der Zeitung „Die Welt“ (Samstagausgabe) laut Vorabbericht. So brauche etwa die Entwicklung von Getrieben Zeit. Die Marken dürften trotz aller Synergien nicht unter der Kooperation zwischen Scania und den Anteilseignern MAN und VW leiden. Für 2013 rechnet Lundstedt mit möglichen Vorzieheffekten wegen der Einführung der Abgasnorm Euro VI im Jahr darauf. Lundstedt sprach sich für eine Mautermäßigung für schadstoffarme Lkw mit Euro-VI-Motoren aus. Zurzeit überlegten Kunden sehr genau, welche Motoren sie einsetzen. „Da kann ein Stimulus für besonders umweltfreundliche Antriebe hilfreich sein“, sagte er. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

Jahrhundertbauwerk Jade-Weser-Port geht in Betrieb

Jahrhundertbauwerk Jade-Weser-Port geht in Betrieb Wilhelmshaven (dapd). Mit dem symbolischen Entladen des ersten Containers ist Deutschlands erster tideunabhängiger Tiefwasserhafen Jade-Weser-Port in Betrieb gegangen. Nach mehreren Verschiebungen des Starttermins und monatelangen Diskussionen um Baumängel verlief der Löschvorgang ohne Komplikationen. „Was lange währt, wird endlich gut“, sagte der Chef des Hafenbetreibers Eurogate, Emanuel Schiffer, am Freitag in Wilhelmshaven. Vertreter des Bundes und der beteiligten Länder Niedersachsen und Bremen betonten die Ausnahmestellung des Hafens. Der Jade-Weser-Port sei ein Jahrhundertprojekt, Deutschland bekomme ein „neues Tor zur Welt“, sagte Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister (CDU). „Wir rechnen mit über 2.000 Arbeitsplätzen, die in den nächsten Jahren hier geschaffen werden“, fügte er an. Zudem sei der neue Hafen eine sinnvolle Ergänzung zu den etablierten Konkurrenten in Hamburg und Bremerhaven. „Zum ersten Mal in der Geschichte Deutschlands haben sich zwei Bundesländer zusammengefunden, um gemeinsam ein Hafenprojekt zu realisieren“, sagte Bremens Bürgermeister Jens Böhrnsen (SPD). Es sei aber nicht nur ein guter Tag für die beiden Länder, sondern auch für Deutschland. „Denn Hafenpolitik hat auch immer eine bundespolitische Bedeutung“, bekräftigte er. Künftig zwei Containerschiffe pro Woche Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) betonte die Einzigartigkeit des neuen Hafens. Der Jade-Weser-Port könne als einziger deutscher Hafen auch die größten Containerschiffe voll beladen und unabhängig von Ebbe und Flut abfertigen. „Damit wird sich Wilhelmshaven zu einer Drehscheibe des internationalen Seeverkehrs entwickeln“, prognostizierte Rösler. Im Anschluss an den Festakt wurde der erste Container des am Donnerstagabend an der Kaje angelegten Frachtschiffs „Maersk Laguna“ symbolisch gelöscht. Das Schiff ist 300 Meter lang und gehört der dänischen Reederei Maersk. Sie ist nicht nur an der Hafenbetriebsgesellschaft beteiligt, sondern auch derzeit einziger Kunde des Jade-Weser-Ports. Maersk hatte zugesagt, den Hafen künftig von zwei Schiffen pro Woche anfahren zu lassen. 16 Jahre Planung und viereinhalb Jahre Bauzeit stecken in dem Hafen, der nördlich von Wilhelmshaven aufgespült wurde. Eine Milliarde Euro haben die Länder Niedersachsen und Bremen sowie Hafenbetreiber Eurogate investiert. Wegen Rissen in der Spundwand, sogenannten Schlosssprengungen, konnte der zuvor genannte Starttermin Anfang August nicht gehalten werden. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

Jet-Tankstellenbetreiber unterliegt Bundeskartellamt

Jet-Tankstellenbetreiber unterliegt Bundeskartellamt Bonn (dapd). Das Bundeskartellamt hat in seinem Kampf um mehr Wettbewerb auf dem deutschen Tankstellenmarkt Rückendeckung vom Oberlandesgericht Düsseldorf bekommen. Das Gericht entschied, dass der Betreiber der Jet-Tankstellen, ConocoPhillips, einen umfangreichen Fragenkatalog der Kartellwächter zu möglichen Wettbewerbsbehinderungen beantworten muss. Das bestätigte am Freitag ein Justizsprecher der Nachrichtenagentur dapd. Die Wettbewerbshüter ermitteln wegen des Verdachts der Behinderung freier Tankstellen gegen die fünf großen Mineralölkonzerne – Deutsche BP/Aral, Exxon/Esso, ConocoPhillips, Shell und Total. Die großen Mineralölkonzerne sollen den freien Tankstellen Kraftstoff zu Preisen verkauft haben, die noch über denen lagen, die sie von ihren eigenen Endkunden an der Zapfsäule verlangten. Das Kartellamt hatte deshalb in einem Auskunftsbeschluss von den fünf Unternehmen Antwort auf 19 Fragen etwa zu den Eigentumsverhältnissen an den Marken-Tankstellen, zur Preishoheit und zu Rabatten gefordert. ConocoPhillips hatte als einziges Unternehmen die Herausgabe der Daten abgelehnt und Beschwerde beim Oberlandesgericht Düsseldorf eingelegt. Das Unternehmen warf dem Bundeskartellamt vor, sein Auskunftsersuchen basiere auf völlig haltlosen Vermutungen. Der 2. Kartellsenat des Oberlandesgerichts hatte jedoch keine ernstlichen Zweifel an der Rechtmäßigkeit des Auskunftsbegehrens. Schon die bei den Wettbewerbshütern eingegangenen Beschwerden freier Tankstellen begründeten einen Anfangsverdacht und rechtfertigten die Ermittlungen, urteilten sie. Dabei entscheide allein die Wettbewerbsbehörde, ob und welche Ermittlungen zur Wahrung ihrer Aufgaben anzustellen seien. Der Ermessensspielraum der Behörde sei dabei notwendigerweise weit gespannt, entschied das Gericht. ConocoPhillips muss dem Urteil zufolge nun bis zum 8. Oktober die Fragen des Bundeskartellamtes beantworten. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)