München (dapd). Die Deutsche Bank hat mehr als fünf ihrer Händler freigestellt, die in Umsatzsteuer-Betrügereien in großem Stil verwickelt sein sollen. Finanzkreise bestätigten am Donnerstag der Nachrichtenagentur dapd einen entsprechenden Bericht der „Süddeutschen Zeitung“, das Institut selbst wollte sich zu dem Fall nicht äußern. Den betroffenen Mitarbeitern wird vorgeworfen, mit einer internationalen Bande kooperiert zu haben, die den deutschen Fiskus beim Handel mit Luftverschmutzungsrechten um Hunderte Millionen Euro betrogen hat. Gegen keinen der freigestellten Deutsch-Banker sei Anklage erhoben worden, es sei unklar, ob es überhaupt juristische Konsequenzen für sie geben werde, hieß es aus Finanzkreisen. Doch das Durchgreifen der Bankspitze habe mit dem neuen Kurs des größten deutschen Geldhauses zu tun, mit dem das Führungsduo aus Anshu Jain und Jürgen Fitschen Vertrauen zurückgewinnen will. Nicht alles, was legal sei, sei auch legitim, hatten die neuen Vorstandschefs als neue Devise ausgegeben. Anrüchige Geschäfte mit dem Umsatzsteuer-Karussell Die Freistellung der Mitarbeiter hat mit einem der größten Fälle von Wirtschaftskriminalität der vergangenen Jahre zu tun. Über sogenannte Umsatzsteuer-Karusselle kassierten zahlreiche Firmen zu Unrecht Steuererstattungen. Ende des vergangenen Jahres verurteilte das Frankfurter Landgericht mehrere Geschäftsleute aus dem In- und Ausland deshalb zu hohen Haftstrafen. Die Mitarbeiter der Deutschen Bank saßen damals zwar nicht auf der Anklagebank, im Zuge des Prozesses kam aber ein Verhalten des Instituts ans Licht, das der Bankspitze unangenehm sein dürfte. Laut dem Zeitungsbericht setzte das Institut auch dann die Geschäfte mit den Verschmutzungsrechten fort, als es schon längst Zweifel an deren Rechtmäßigkeit gab. Die Frankfurter Generalstaatsanwaltschaft verdächtige mindestens sieben Händler der Großbank, in die Affäre verwickelt zu sein. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Wirtschaft
Staatsfonds Aabar steigt angeblich noch im Oktober bei Daimler aus
Stuttgart (dapd). Einem Medienbericht zufolge gibt der Staatsfonds Aabar aus Abu Dhabi seine verbliebenen Anteile an Daimler noch im Oktober ab. Die Rechte an den letzten gut drei Prozent trete Aabar dieser Tage an die Deutsche Bank ab, berichtet das „Manager Magazin Online“ unter Berufung auf Konzernkreise. Ein Daimler-Sprecher sagte der Nachrichtenagentur dapd, „es gilt unverändert der Status Quo“. Dem Konzern sei noch kein Verkauf angezeigt worden. Im Jahr 2009 war Aabar mit einem Anteil von neun Prozent bei Daimler eingestiegen. Zwar hat sich der Wert der Daimler-Aktie seit dem Einstieg fast verdoppelt. Dem Magazin zufolge musste der Fonds wegen diverser Besicherungsgeschäfte jedoch hohe Bewertungsverluste ausweisen. Allein für 2011 verbuchte der Investor demnach mit der Beteiligung ein Minus von 2,25 Milliarden Dollar. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Frauen in Top-Position verdienen fast ein Drittel weniger als Männer
Wiesbaden (dapd). Weibliche Führungskräfte in Deutschland verdienten im Jahr 2010 ganze 30 Prozent weniger als Männer in derselben Position, teilte das Statistische Bundesamt (Destatis) am Donnerstag mit. Der durchschnittliche Bruttolohn pro Stunde lag bei 27,64 Euro bei Frauen, während männliche Führungskräfte für die gleiche Arbeit 39,50 Euro in der Stunde mit nach Hause nehmen konnten. Dies geht aus der Verdienststrukturerhebung 2010 von Destatis hervor. Insgesamt verdienten Frauen laut Studie 22 Prozent weniger als Männer. Der Unterschied im Durchschnittsverdienst, auch Gender Pay Gap genannt, hat sich somit seit der letzten Erhebung in 2006 nur geringfügig um einen Prozentpunkt verbessert. Den größten Verdienstunterschied mussten Frauen in 2010 in technischen Berufen hinnehmen, während bei Bürokräften nahezu gleiche Gehaltsniveaus herrschten. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Ein Fluggast verbraucht 3,92 Liter Sprit auf 100 Kilometer
Berlin (dapd). Ein Passagier eines deutschen Flugzeugs verbrauchte 2011 durchschnittlich 3,92 Liter Kerosin auf 100 Kilometer. Das ist ein Prozent weniger als 2010 (3,96 Liter). Diese Entwicklung geht aus dem am Donnerstag in Berlin vorgelegten ersten Nachhaltigkeitsreport der deutschen Luftverkehrswirtschaft hervor. Dem Bericht zufolge sind die CO2-Emissionen im innerdeutschen Luftverkehr von 1990 bis 2010 um 14 Prozent gesunken, obwohl die Verkehrsleistung um 80 Prozent gestiegen ist. Der Bundesverband der deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL), der den Bericht veröffentlichte, sieht die Zahlen als Beleg, dass es der Branche gelungen ist, auch ohne staatliche Regulierung nicht nur die Zunahme von Verbrauch und Emissionen geringer als das Wachstum zu halten, sondern sogar für eine absolute Abnahme zu sorgen. „Wir haben es geschafft, den Schadstoffausstoß vom Wachstum zu entkoppeln“, kommentierte BDL-Präsident Klaus-Peter Siegloch die Entwicklung. Freilich ist dem Bericht zufolge im internationalen Luftverkehr im selben Zeitraum nicht nur die Verkehrsleistung um 310 Prozent, sondern auch der Verbrauch gestiegen, wenn auch mit plus 105 Prozent deutlich geringer. Den Verbrauch pro Passagier und 100 Kilometer gibt der BDL für 1991 mit 6,2 Liter an. Der BDL will den Bericht künftig jährlich aktualisieren. Siegloch nahm für die deutsche Luftverkehrswirtschaft in Anspruch, schon jetzt CO2-neutral zu agieren, da sie ja am Emissionshandel teilnehme, auch wenn die derzeitige Ausgestaltung ihr große Nachteile im internationalen Wettbewerb beschere. Die Branche hat sich ein Vier-Säulen-Modell gegeben, an dem sie ihr Handeln in Sachen Energieeffizienz orientieren will: Technischer Fortschritt, operative Maßnahmen, effizientere Infrastruktur und marktbasierte Steuerungsinstrumente. Damit ist etwa der Emissionshandel gemeint. Zu ersterem zählt der Anbau von aerodynamischen Flügelspitzen (Winglets), der dem BDL zufolge Einsparungen von drei Prozent beim Verbrauch oder 270 Tonnen Kerosin pro Jahr und Flugzeug – am Beispiel einer Boeing 737-700 – ermöglicht. (Bericht: http://www.bdl.aero ) dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Enders kämpft für eine Fusion von EADS und BAE
Berlin (dapd). Im Poker um grünes Licht für die Fusion des Luftfahrtkonzerns EADS mit dem britischen Rüstungshersteller BAE Systems stellt EADS-Chef Tom Enders eine weitreichende Standortgarantie in Aussicht: „Ich bin so überzeugt von unserem Projekt, dass ich bereit bin, über attraktive Arbeitsplatz- und Standortgarantien zu sprechen, die ich für die EADS so nicht in Betracht ziehen könnte“, sagte Enders der „Bild“-Zeitung.
Obermann setzt auf das iPhone
Frankfurt/Main (dapd). Telekom-Vorstandschef René Obermann will dafür sorgen, dass die US-Mobilfunktochter T-Mobile USA ihren Kunden das iPhone von Apple anbieten kann. Darüber würden „intensive Gespräche“ mit dem Elektronikkonzern geführt, kündigte er in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Donnerstagsausgabe) laut Vorabbericht an.
Deutsche Bank stellt offenbar Mitarbeiter frei
München (dapd). Die Deutsche Bank hat laut einem Vorabbericht der „Süddeutschen Zeitung“ mehrere Beschäftigte freigestellt, die in Umsatzsteuer-Betrügereien in großem Stil verwickelt sein sollen. Die Angestellten aus dem Handelsbereich hätten ihre Schreibtische und Büros räumen müssen, schrieb das Blatt. Betroffen seien mehr als fünf Mitarbeiter.
Mercedes-Benz Ludwigsfelde liefert 500.0000 Nutzfahrzeuge aus
Ludwigsfelde (dapd-lbg). Im Mercedes-Benz Werk Ludwigsfelde sind seit 1991 eine halbe Million Nutzfahrzeuge montiert worden. Das 500.000. Fahrzeug sei ein Sprinter, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Der Transporter sei das Zugpferd der Produktion in Ludwigsfelde. Das Transporterwerk in Ludwigsfelde sei mit 2.100 Beschäftigten einer der größten industriellen Arbeitgeber in der Region. Am Standort Ludwigsfelde begann bereits 1936 die Errichtung eines Daimler-Benz-Werkes für Flugmotoren. Es wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört und danach zurückgebaut. Ab 1965 begann der Aufbau eines Automobilwerks, in dem die Serienproduktion von IFA-Nutzfahrzeugen startete. Bis zur Wiedervereinigung wurden in dem Werk rund 600.000 Lastwagen produziert. Ab 1991 liefen dann Nutzfahrzeuge von Mercedes-Benz vom Band. In die Fertigung wurden mehrere Hundert Millionen Euro investiert. Neben dem Sprinter wird in Ludwigsfelde auch der Vario hergestellt. (Das Werk auf der Daimler-Webseite: http://url.dapd.de/NfZdEO ) dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Studie: Minijobs sind Falle für Frauen
Berlin (dapd). Frauen mit Minijobs haben laut einer Studie oft Schwierigkeiten, in einen Job mit mehr Arbeitszeit und Lohn zu wechseln. Die Minijobs wirkten „wie eine Geringfügigkeitsfalle“ und stellten vor allem „eine hohe Hürde für den substanziellen Wiedereinstieg von Müttern ins Erwerbsleben dar“, heißt es in einer Studie der Bertelsmann-Stiftung, wie das „Handelsblatt“ vorab berichtete. Ursache sei zum einen der abrupte Anstieg der Abgaben- und Steuerbelastung an der oberen Verdienstgrenze der Minijobs. Zusätzlich verschärfe das Ehegattensplitting die Problematik: Jeder Mehrverdienst der Partnerin führe dann über den sinkenden Splittingvorteil zu einem überproportionalen Anstieg der Steuerlast. Den Angaben zufolge leben allein zwei Millionen der rund sieben Millionen Minijob-Beschäftigten mit einem vollzeitbeschäftigten Ehepartner zusammen und mehr als drei Viertel von ihnen haben mindestens eine abgeschlossene Berufsausbildung. dapd (Politik/Wirtschaft)
Großaktionär drängt Air Berlin zu Allianz mit Air France
München (dapd). Die arabische Fluggesellschaft Etihad Airways, Großaktionär von Air Berlin, drängt das Unternehmen zu einer Allianz mit Air France. Wenn sich die Möglichkeit ergebe, sei man „erpicht darauf“, dass Air Berlin mit Air France Gemeinschaftsflüge anbiete, sagte Etihad-Chef James Hogan der „Süddeutschen Zeitung“ laut Vorabbericht. „Die Gespräche laufen sehr gut“, fügte er hinzu. Air Berlin hatte sich in der Vergangenheit für einen Beitritt zur Flugallianz Oneworld entschieden, der unter anderem der Air-France-Rivale British Airways angehört. „Oneworld ist sekundär“, sagte Hogan nun. Etihad Airways ist mit 29 Prozent größter Aktionär von Air Berlin. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
