Gartner baut sprengstoffhemmende Fassade für World Trade Center

Gartner baut sprengstoffhemmende Fassade für World Trade Center Gundelfingen (dapd). Mit Aufträgen für das neue World Trade Center in New York und den Evolution Tower in Moskau ist der Fassadenbauer Gartner auf Wachstumskurs. Das Unternehmen, das sich zu den weltweit führenden seiner Branche zählt, setzte im vergangenen Jahr knapp 300 Millionen Euro um, wie Gartner am Freitag in Gundelfingen mitteilte. Der bayerische Fassadenbauer geht trotz sinkender Bautätigkeit von weiter steigenden Erlösen aus und sucht Techniker. Das 1868 gegründete Familienunternehmen gehört seit 2001 zum italienischen Baukonzern Permasteelisa und beschäftigt weltweit 1.200 Mitarbeiter, davon arbeiten 700 am Stammsitz in Gundelfingen an der Donau. Das Unternehmen ist zurzeit an mehreren Großprojekten beteiligt. So hat es den Auftrag, für die unteren Stockwerke des neuen World Trade Centers eine sprengstoffhemmende Fassade zu bauen. Am Neubau der Europäischen Zentralbank in Frankfurt am Main montiert Gartner eine der höchsten gläsernen Atriumfassaden Europas, die sich zwischen dem 185 Meter hohen Nordturm und dem Südturm spannt. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

Praktiker sichert Kapitalerhöhung ab

Praktiker sichert Kapitalerhöhung ab Kirkel/Hamburg (dapd). Die angeschlagene Baumarktkette Praktiker hat ihre geplante Kapitalerhöhung um 60 Millionen Euro schon zu zwei Dritteln im Sack: Zwei Finanzanleger haben sich verpflichtet, im Notfall Aktien für 40 Millionen Euro zu übernehmen, falls sich am freien Markt nicht genug Anleger finden. Allerdings haben sie sich einen Bezugspreis von 1,08 Euro ausbedungen, das ist 30 Prozent unter dem Börsenkurs von Praktiker vom Freitag. Die Hauptversammlung hatte eine Kapitalerhöhung von insgesamt 60 Millionen Euro genehmigt. Die Finanzanleger sind Whitesmith Private Equity Investors und Donau Invest, wie Praktiker am Donnerstagabend mitteilte. Whitesmith ist offenbar dem Finanzprofi Clemens Vedder zuzurechnen, Donau Invest der Bankmanagerin Isabella de Krassny. Nach Angaben eines Firmensprechers springen die beiden Investoren aber nur ein, falls sich beim der Kapitalerhöhung nicht genug andere Investoren finden. Erst am Dienstag hatte die Baumarktkette einen anderen Fortschritt gemeldet: Praktiker erhält demnach von der österreichischen Privatbank Semper Constantia Finanzmittel in Höhe von 40 Millionen Euro. Zudem lägen von einem weiteren Kreditinstitut verbindliche Zusagen über weitere 20 Millionen Euro vor, erklärte das Unternehmen. Praktiker war wegen seiner jahrelangen Billigstrategie („20 Prozent auf alles“) und Missmanagements tief in die roten Zahlen gerutscht. 2011 machte das Unternehmen mehr als 500 Millionen Euro Verlust. Der Vorstand setzt nun auf Personalabbau, unter anderem durch einen Umzug der Firmenleitung nach Hamburg. Außerdem sollen viele Märkte der Marke Praktiker umgestellt werden auf die Schwestermarke Max Bahr, die höhere Gewinnspannen erzielt. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

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Verkehrsminister wollen Einführung einer City-Maut prüfen

Verkehrsminister wollen Einführung einer City-Maut prüfen Cottbus (dapd-lbg). Die Verkehrsminister von Bund und Länder wollen die Einführung einer City-Maut prüfen. Darauf einigten sie sich während ihrer Herbsttagung in Cottbus, wie der Vorsitzende der Konferenz, Brandenburgs Infrastrukturminister Jörg Vogelsänger (SPD), am Freitag sagte. Über einen einheitlichen Weg für die zukünftige Finanzierung der Verkehrsinfrastruktur in Deutschland konnten sich die Minister aber nicht verständigen. Bundesweit fehlen Schätzungen zufolge pro Jahr rund sieben Milliarden Euro für den Ausbau und die Pflege von Straßen, Bahnstrecken und Wasserwegen. Deshalb sei die Politik gezwungen, neue Geldquellen zu erschließen, begründete Vogelsänger (SPD) den Vorstoß. Die Konferenz habe über einen Expertenbericht beraten, in dem Vorschläge für zusätzliche Einnahmen gemacht wurden. Vogelsänger forderte eine „offene Debatte ohne Denkverbote“. Es müsse dafür gesorgt werden, dass mehr finanzielle Mittel in die Verkehrsinfrastruktur fließen. „Wenn jetzt nicht gehandelt wird, droht ein dramatischer Substanzverlust mit gravierenden Folgen für die Lebensqualität und den Wirtschaftsstandort Deutschland.“ Der Deutsche Städte- und Gemeindebund sowie der ADAC hatten eine mögliche City-Maut bereits zuvor deutlich abgelehnt. Ramsauer plädiert für Pkw-Autobahnmaut Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) hob hervor, dass Investitionen in die Infrastruktur Wachstum und Beschäftigung sicherten. „Wir haben allerdings im Verkehrsbereich mit einer strukturellen Unterfinanzierung zu kämpfen“, sagte er. Bund, Länder und Kommunen hätten nicht genügend Geld, um alles Notwendige für den Erhalt der Straßen zu gewährleisten. Ziel müsse sein, das moderne und leistungsfähige Straßennetz in Deutschland dauerhaft zu erhalten. Für die Finanzierung dieses Vorhabens sprach sich Ramsauer wiederholt für die Einführung einer Pkw-Autobahnmaut aus. Weiteres Thema der Konferenz war der steigende Benzinpreis. Thüringens Verkehrsminister Christian Carius (CDU) forderte eine „Benzinpreisbremse“ und eine Stärkung des Wettbewerbs auf dem Kraftstoffmarkt. Preise sollten in Zukunft im Internet für jedermann in Echtzeit zugänglich sein, damit Kraftfahrer problemlos vergleichen können. Einig waren sich die Verkehrsminister darüber, weiter für das Tragen von Fahrradhelmen zu werben. Allerdings bewerteten sie eine gesetzlich geregelte Helmpflicht als nicht umsetzbar. Brandenburg hatte zwei Jahre lang den Vorsitz der Verkehrsminister-Konferenz. Vogelsänger gibt ihn nun an seinen schleswig-holsteinischen Kollegen Reinhard Meyer (SPD) weiter. Die Frühjahrstagung ist für den 10. und 11. April 2013 in Flensburg angesetzt. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

Stadt Nürnberg hat die Quelle-Pleite gut verdaut

Stadt Nürnberg hat die Quelle-Pleite gut verdaut Nürnberg (dapd). Drei Jahre nach dem Aus für den Versandhändler Quelle hat die Stadt Nürnberg ein überwiegend positives Fazit gezogen. „Das war damals ein Schock. Aber wir haben das insgesamt erstaunlich gut überwunden“, sagte Wirtschaftsreferent Michael Fraas (CSU) auf einer Pressekonferenz am Freitag in Nürnberg. Ein Großteil der Quelle-Immobilien und -Gründstücke werde inzwischen neu genutzt. So baue beispielsweise der Nürnberger Softwaredienstleister Datev derzeit auf dem 25.000 Quadratmeter großen Gelände des ehemaligen Quelle-Möbelhauses ein neues Software-Entwicklungszentrum. Ein 82.000 Quadratmeter großes Areal, auf dem das Quelle-Gartencenter stand, sei an zwei Unternehmen veräußert worden. Etwas schwieriger gestaltet sich laut Fraas der Verkauf des 250.000 Quadratmeter großen Areals an der Fürther Straße, wo einst das Versandzentrum untergebracht war. Derzeit verhandle der Insolvenzverwalter mit verschiedenen Investoren. Die Größe des Geländes und Auflagen des Denkmalschutzes erforderten hier allerdings einen etwas längeren Atem, sagte Fraas. Was aus den etwa 4.300 Quelle-Mitarbeitern und rund 1.000 Beschäftigten von Zuliefererfirmen geworden ist, die im Zuge der Insolvenz 2009 ihre Arbeit verloren, konnte Fraas nicht sagen. Er betonte aber, dass im Oktober 2010, als die Arbeitslosenstatistik die ehemaligen Quelle-Mitarbeiter zum letzten Mal gesondert auswies, noch 788 Ex-Quelle-Beschäftigte arbeitslos gemeldet waren. Da die Arbeitslosenquote seither im Zuge des Konjunkturaufschwungs auch in Nürnberg sank, sieht Fraas keine andauernden Nachwirkungen. „Die Quelle-Insolvenz hat mittelfristig nicht zu einem Zuwachs der Arbeitslosigkeit geführt“, sagte er. Im September lag die Arbeitslosenquote der Stadt Nürnberg bei 7,6 Prozent, verglichen mit 3,5 Prozent bayern- und 6,5 Prozent deutschlandweit. Im Januar 2010 hatte die Quote in Nürnberg 9,2 Prozent betragen. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

Neue Runde im Rechtsstreit um Becel -Margarine

Neue Runde im Rechtsstreit um Becel -Margarine Hamburg (dapd). Entscheidung vertagt: Der Rechtsstreit zwischen der Verbraucherorganisation Foodwatch und dem Nahrungsmittelkonzern Unilever über die Margarine „Becel pro.activ“ geht weiter. Entgegen der ursprünglichen Planung verkündete das Landgericht Hamburg am Freitag kein Urteil, sondern eröffnete das Verfahren erneut. Dadurch bekomme Foodwatch die Möglichkeit, eine weitere Stellungnahme einzureichen, sagte eine Gerichtssprecherin. Die Verbraucherorganisation wirft Unilever vor, Hinweise auf Nebenwirkungen der Margarine zu leugnen. Die Wiedereröffnung des Verfahrens kommt überraschend: Ursprünglich waren die Verhandlungen in dem Rechtsstreit bereits abgeschlossen, ein Urteil für Freitag erwartet worden. Das Gericht begründete seinen Schritt nicht. Foodwatch hatte jedoch nach eigenen Angaben am vergangenen Dienstag einen Antrag auf Wiedereröffnung des Verfahrens gestellt. Hintergrund sei unter anderem ein Bericht der „Berliner Zeitung“ vom Dienstag. Neue Aussagen von Wissenschaftler werfen Fragen auf Darin wird der Gießener Professor Hans-Ulrich Klör zitiert, der über die der cholesterinsenkenden Margarine zugesetzten Pflanzensterine sagt: „Auf alle Fälle ist ihr Risiko für Nebenwirkungen deutlich geringer als das der Statine oder anderer Medikamente, mit denen sich die Blutfettwerte senken lassen.“ Nach Auffassung von Foodwatch räumt der Wissenschaftler damit ein, dass von den Pflanzensterinen ein Risiko ausgeht. Klörs Aussagen sind deshalb von Bedeutung, weil es in dem Rechtsstreit zwischen Foodwatch und Unilever genau darum geht. Der Professor hatte in einer Pressemitteilung des Konzerns gesagt: „Aus wissenschaftlicher Sicht gibt es keinen Hinweis darauf, dass der Verzehr Pflanzensterin-angereicherter Produkte mit Nebenwirkungen in Verbindung zu bringen ist.“ Foodwatch sieht in dieser Aussage eine Verschleierung von Hinweisen auf Nebenwirkungen des Produkts und will die Aussage deshalb gerichtlich verbieten lassen. Unilever sieht Entwicklung entspannt Nach Angaben von Foodwatch gibt es wissenschaftliche Studien, die den Verdacht erhärteten, dass die der Margarine zugesetzten Pflanzensterine Ablagerungen in den Gefäßen verursachen und damit das Risiko auf Herzkrankheiten erhöhten. Unilever weist diese Vorwürfe zurück. Zudem würden die Aussagen Klörs in der Pressemitteilung der freien Meinungsäußerung unterliegen und seien daher rechtlich nicht anfechtbar, sagte Unternehmenssprecher Merlin Koene. Die nun erschienenen Aussagen des Wissenschaftlers in der „Berliner Zeitung“ seien für das laufende Verfahren nicht von Bedeutung. „Wir sind da sehr entspannt“, sagte Koene. Das Urteil wird laut Gericht nun am 14. Dezember erwartet. (Aktenzeichen: 324 O 64/12) dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

Die Krise kommt: VW stoppt den Passat und stellt alten Golf länger her

Die Krise kommt: VW stoppt den Passat und stellt alten Golf länger her Wolfsburg/Düsseldorf (dapd). Europas größter Autokonzern Volkswagen stoppt wegen der Absatzkrise in Europa zeitweise die Produktion des klassischen Vertreterautos Passat. Gleichzeitig verlängert VW die Laufzeit des alten Golf-Modells um mindestens zwei Monate. Mit diesen deutlich billigeren Fahrzeugen will der Hersteller Preiskämpfe abwehren, wie VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh dem „Handelsblatt“ sagte. „Die Probleme in Europa treffen uns besonders beim Passat, der gerade bei Geschäftskunden gefragt ist. Viele Flottenkunden schieben ihre Bestellungen auf“, sagte Osterloh. „Wir reagieren darauf, indem wir Schichten herausnehmen.“ Der Passat wird im Werk Emden produziert, wo am Donnerstag und Freitag die Arbeit ruhte. Der Konzern fertigt zudem in Wolfsburg weniger Exemplare des Kompaktvans Touran als ursprünglich geplant. Umgekehrt beim alten Golf der sechsten Generation: Statt bis Ende Oktober wird das inzwischen im Kern neun Jahre alte Auto mindestens bis Jahresende weitergebaut, gleichzeitig zur neuen Generation 7. Der Vorgänger wirft dank abgeschriebener Produktionsmaschinen hohe Renditen ab und wird von VW als Preisbrecher eingesetzt. Händler bieten Sondermodelle des alten Golf mit für VW ungewöhnlich hohen Rabatten an. „Weil wir die alte Generation bis Ende des Jahres parallel mit dem neuen Modell bauen, können wir damit Preiskämpfe abwehren, ohne den neuen Golf zu belasten“, sagte Osterloh dem „Handelsblatt“. Der neue Golf kommt ab November zu den Händlern. Zudem korrigiere der Konzern den geplanten Absatz für 2012 leicht nach unten, schreibt die Zeitung unter Berufung auf die interne Bedarfs-Kapazitätsplanung. Um die Kosten im Griff zu behalten, reduziert VW zudem die Lagerbestände. „Teilweise liegen die Bestände 20 Prozent unter der idealen Größe“, sagte Osterloh. In der Krise 2008 waren zu hohe Lagerbestände ein Riesenproblem für die Hersteller: Weil die Nachfrage damals völlig unerwartet wegbrach, standen plötzlich viel zu viele unverkäufliche Neuwagen auf den Werkshöfen. Der VW-Konzern senkt laut Bericht zudem seine maximal eingeplante Produktionskapazität: Statt 2012 bis zu 9,7 Millionen Fahrzeuge bauen zu können, rechne Produktionsvorstand Michael Macht inklusive der Lkw-Töchter MAN und Scania nur noch mit bestenfalls 9,4 Millionen. „Die Bedarfs-Kapazitätsplanung bildet ab, wie viel Autos wir pro Jahr unter technischen und logistischen Bedingungen im besten Fall bauen können“, erläutert Volkswagens Betriebsratschef, der im Präsidium des Aufsichtsrats sitzt. Daraus lasse sich aber nicht zwangsläufig ableiten, wie viele Autos VW wirklich absetze. 2011 verkaufte VW 8,4 Millionen Autos. Spätestens 2018 sollen es mehr als 10 Millionen sein. Branchenkenner erwarten, dass Toyota schon im laufenden Jahr diese Zahl erreichen könnte. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

Greizer Forscher bringen Stoffe zum Leuchten

Greizer Forscher bringen Stoffe zum Leuchten Greiz (dapd). Die Polizei hat ihn schon getestet, die Feuerwehr bekundet großes Interesse. Und das Chemnitzer Eiskunstlaufpaar Aljona Savchenko und Robin Szolkowy setzt sogar große Hoffnung auf den Stoff, der von alleine zu erstrahlen scheint. Tausende winzige Leuchtdioden (LED) in einem Stoff verwoben machen es möglich, dass die Kostüme der Sportler und andere Hemden und Hosen in den schrillsten Farben leuchten. Zurück geht das neuartige Textil auf eine Entwicklung des Instituts für Spezialtextilien (TITV) in Greiz. Für seine Erfindung wurde das bereits zu DDR-Zeiten gegründete Institut von der Initiative „Land der Ideen“ zu einem der 365 Orte in Deutschland gewählt. Die Forscher selbst glauben, dass der Stoff der Beginn einer Revolution in der Beziehung von Mensch und Maschine ist. Vom Kombinat „Wolle und Seide“ zum Thinktank Begonnen hat alles mit der Anfrage einer Talsperre im Vogtland. Alternativ zum klassischen Metall sollte das Institut einen Pegelmesser aus einem robusten Stoff kreieren, der zudem den aktuellen Wasserstand in eine Zentrale melden kann. „Also begannen wir, winzige Kontakte in klassische Textilien einzuweben“, sagt der Ingenieur und Erfinder Andreas Neudeck. Zunächst waren es grobe Elektroden, später folgten LED. „Die Methode wurde immer mehr verfeinert, bis wir eine Symbiose aus Stoff und elektronischen Bauteilen hatten“, sagt Neudeck. Ein ultrafeines Garn entstand, der schließlich Uniformen und sogar die Kostüme der ehemaligen Weltmeister Savchenko und Szolkowy effektvoll zum Leuchten bringt. So viel Glamour gab es in Greiz bis zur Wende nicht. Zu tiefsten DDR-Zeiten gegründet, gehörte das TITV zum sächsisch-thüringischen Textilkombinat „Wolle und Seide“ und forschte an der Perfektionierung von Technologien für die Herstellung von Gardinen und Teppichen. „Das hätten wir auch noch eine Weile machen können. Doch die Optimierungsmöglichkeiten waren einfach ausgereizt“, sagt Institutssprecherin Birgit Seidel. Dies und nicht zuletzt der Untergang der sächsischen Textilhochburgen zur Jahrtausendwende zwang das Institut zum radikalen Umdenken. Das neue Objekt der Forscher heißt seit dem funktionale Textilien. Um sich das Feld zu erschließen, holten sich die Thüringer zunächst fachfremdes Personal in ihr unscheinbares Domizil in einem Hinterhaus am Ortsrand von Greiz. „Mit Webern alleine wären wir nicht weit gekommen. Wir brauchten Naturwissenschaftler, Mediziner und Elektroniker“, sagt Seidel. Die Ergebnisse des aus den unterschiedlichsten Berufsgruppen zusammengewürfelten Thinktanks reichten bald von der Leuchtjacke bis zum beheizbaren Garn für Autositze. Für Entwickler Neudeck ist das alles nur der erste Schritt in eine ganz neue Dimension. „Damit ist lediglich der Anfang für interaktive Mikrosysteme aus Textilien gemacht“, sagt der Sachse. Als Nächstes will der Ingenieur nämlich die Interaktion zwischen Mensch und Maschine verändern. „Nichts ist besser geeignet als Stoff, um mit Gesten eine Maschine zu steuern“, sagt Neudeck. Auch die Elektronikindustrie hat er im Visier: „Denkbar ist eine Tastatur, die man zusammenfaltet und in die Hosentasche stecken kann.“ Träume vom Bildschirm aus Stoff Gleichwohl haben es die rund 40 Forscher des TITV bislang schwer, ihre vielen Ideen in reale Produkte umzuwandeln. Nur einige Entwicklungen haben es bislang zur Serienreife gebracht. So entwarf die Universität Bochum zusammen mit dem TITV einen Handschuh, der Schlaganfall-Patienten bei der häuslichen Therapie unterstützt. Und der niederländische Elektronikkonzern Philips verwendet das Leuchtgarn für einige seiner Wellness-Produkte. Diese Erfolge sind es aber, die die Greizer auf ihrem langen Weg durchhalten lassen. „Leuchten können wir jetzt schon. Aber natürlich wollen wir viel mehr“, sagt Neudeck. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

Weniger Bestellungen in der deutschen Industrie

Weniger Bestellungen in der deutschen Industrie Berlin (dapd). Die deutsche Industrie hat im August weniger Aufträge erhalten als noch im Vormonat. Die Auftragseingänge seien preis-, kalender- und saisonbereinigt um 1,3 Prozent zurückgegangen, teilte das Wirtschaftsministerium am Freitag in Berlin mit. Zudem korrigierte das Ministerium den Monatszuwachs der Aufträge im Juli von 0,5 auf 0,3 Prozent. Das Wirtschaftsministerium begründete den Rückgang im August mit der schwachen Inlandsnachfrage, die mit einem Minus von drei Prozent zu Buche geschlagen habe. Das Volumen der Auslandsnachfrage sei dagegen unverändert geblieben. Während die Produzenten von Vorleistungsgüter, die zur Weiterverarbeitung bestimmt sind, ein Orderplus von 1,3 Prozent verzeichneten, meldeten die Hersteller von Investitionsgütern einen Rückgang um drei Prozent und die Konsumgüterproduzenten um 0,7 Prozent. Im Zweimonatsvergleich Juli und August nahmen die Auftragseingänge in der Industrie gegenüber Mai und Juni um 1,2 Prozent ab. Im Vergleich zum Juli und August des Vorjahres verzeichneten die Hersteller laut Behörde einen Rückgang um 4,7 Prozent. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

Deutsche Kleinanleger wollen rund 180 Millionen Euro von Griechenland

Deutsche Kleinanleger wollen rund 180 Millionen Euro von Griechenland Berlin (dapd). Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) rechnet damit, dass private Inhaber von griechischen Staatsanleihen in den nächsten Wochen rund 180 Millionen Euro von Griechenland einklagen werden. „Wer Geld haben will, muss klagen“, sagte DSW-Geschäftsführer Thomas Hechtfischer am Freitag in Berlin. Die Anlegerschützer hätten bereits 4.000 betroffene Anleger registriert, die Griechenland auf Schadenersatz verklagen wollen. Die Forderungen beträfen Verluste, die Anlegern durch den im März 2012 beschlossenen „freiwilligen Zwangsumtausch“ entstanden seien. Das krisengeschüttelte Euroland verringerte damit seine Staatsschulden um etwa 100 Milliarden Euro. Damals stimmten 86 Prozent der Anleger dem Umtausch zu, darunter alle im Internationalen Bankenverband zusammengeschlossenen Großbanken. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

IWF prophezeit weitere Eintrübung des weltweiten Konjunkturklimas

IWF prophezeit weitere Eintrübung des weltweiten Konjunkturklimas Düsseldorf (dapd). Der Internationale Währungsfonds (IWF) erwartet eine weitere Abkühlung des Konjunkturklimas in Deutschland und der Welt. Wie das „Handelsblatt“ berichtet, korrigierte der IWF seine Wachstumsprognose für Deutschland nach unten. Nachdem die Wirtschaft in den vergangenen beiden Jahren 4,0 und 3,1 Prozent zugelegt hatte, erwarteten die IWF-Volkswirte in ihrem offiziell am Dienstag vorgestellten Weltwirtschaftsbericht für Deutschland nur noch jeweils 0,9 Prozent Wachstum in diesem und im kommenden Jahr. Im Juli hatte der IWF für Deutschland noch 1,0 und 1,4 Prozent Wachstum vorhergesagt. Noch pessimistischer fiel die am Donnerstag vorgestellte Prognose des gewerkschaftsnahen Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) aus, das für dieses Jahr nur von einem mageren Plus des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 0,6 Prozent und einem Wachstum von 0,4 Prozent für 2013 ausgeht. Der IWF mahnt die Bundesregierung dem Bericht zufolge, weitere Strukturreformen anzugehen, „um das relativ niedrige Niveau der Investitionen und das Wachstumspotenzial der Binnenwirtschaft zu stärken“. Mit diesen trüben Aussichten steht Deutschland allerdings nicht alleine da. Für die Eurozone rechnen die IWF-Ökonomen in diesem Jahr mit einem Schrumpfen der Wirtschaftsleistung um 0,4 Prozent. Im kommenden Jahr sei nur mit einem marginalen Wachstum von 0,2 Prozent zu rechnen. „Entscheidende Politikschritte“ erwartet Die Entwicklung der Weltwirtschaft leidet unter der Schwäche Europas. Für das laufende Jahr rechnet der IWF nur noch mit einem Wachstum von 3,3 Prozent, 2013 soll das globale Bruttoinlandsprodukt um 3,6 Prozent zulegen. Der IWF korrigierte damit seine bisherigen Prognosen um 0,1 beziehungsweise 0,3 Prozentpunkte nach unten. „Die weitere Abkühlung des Wachstums der Weltwirtschaft in diesem und im nächsten Jahr geht mit einer deutlichen Zunahme der Abwärtsrisiken einher“, zitiert die Zeitung aus dem Bericht. Der Wachstumsausblick für die Weltwirtschaft hänge vor allem davon ab, „ob im Eurogebiet und den USA entscheidende Politikschritte zur Stabilisierung des Vertrauens unternommen werden“, warnen die Ökonomen. Der IWF-Bericht soll offiziell am kommenden Dienstag veröffentlicht werden. Der Währungsfonds ist die erste bedeutende Institution, die in diesem Herbst neue Deutschland-Daten präsentiert. Am kommenden Donnerstag folgen dann die führenden deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute mit ihrem Gutachten. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)