Bremen (dapd). Über die neuesten technischen Entwicklungen in der Windenergieerzeugung tauschen sich seit Mittwoch in Bremen mehr als 350 Forscher und Ingenieure aus 30 Ländern aus. Auf der zweitägigen Deutschen Windenergie-Konferenz stünden vor allem Windparks auf hoher See im Fokus, sagte Organisator Jens Peter Molly. Dabei gehe es um Fragen, wie wetterbeeinflusste Offshore-Logistikprobleme vermindert und die Rotorblattfertigungen stärker automatisiert werden können. Die Konferenz findet bereits zum elften Mal statt. Erwartet worden waren in diesem Jahr eigentlich 600 Teilnehmer. Wegen der Krise in der Branche seien von den Firmen weniger Mitarbeiter entsandt worden, sagte der Geschäftsführer des Deutschen Windenergie-Instituts, Molly. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Wirtschaft
Lahmes Print-Geschäft verpasst Springer einen Dämpfer
Berlin (dapd). Trotz boomender Geschäfte im Internet hat der Medienkonzern Axel Springer im dritten Quartal unter dem Strich weniger Umsatz und Gewinn gemacht als noch vor einem Jahr. Wegen schwächerer Geschäfte im deutschen und internationalen Print-Markt erlöste das Verlagshaus von Juli bis September 787,3 Millionen Euro und damit 0,7 Prozent weniger als im dritten Quartal 2011, wie Springer am Mittwoch mitteilte. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sank zugleich um 4,4 Prozent auf 150,6 Millionen Euro. Trotz der Delle im abgelaufenen Vierteljahr markierte der operative Gewinn nach Konzernangaben in den ersten drei Quartalen mit 459,3 Millionen Euro aber einen neuen Rekord. Springer sehe sich daher weiterhin auf Kurs für ein Rekordergebnis im laufenden Jahr – trotz eines Marktumfeldes, das sich „in den vergangenen Monaten spürbar eingetrübt“ habe, sagte der Springer-Vorstandsvorsitzende Mathias Döpfner. Entsprechend freundlich nahmen die Investoren die Zahlen auf: Bis gegen 12 Uhr legte die Springer-Aktie gut 3,4 Prozent auf 34,27 Euro zu. Zugleich bestätigte Döpfner erneut die Prognose für das Gesamtjahr. Demnach will Springer den Umsatz im Vergleich zu 2011 im einstelligen Prozentbereich steigern, der operative Gewinn soll leicht zulegen. Probleme mit Print, Wachstum im Web Probleme bereiteten Springer im dritten Quartal vor allem die gedruckten Produkte: Sowohl die Zeitungen und Zeitschriften in Deutschland als auch die internationalen Print-Titel büßten deutlich an Umsatz ein, beim operativen Gewinn lag das Minus aller drei Sparten auf Jahressicht sogar durchweg weit im zweistelligen Prozentbereich. So sank etwa das Ebitda bei den heimischen Zeitungen um fast ein Fünftel auf 60,1 Millionen Euro. Unverändert gut lief für die Berliner dagegen das Geschäft im Internet. Dort legten die Erlöse um 15,9 Prozent auf 281,1 Millionen Euro zu. Der Konzernbereich Digitale Medien war damit erstmals die nach Umsatz größte Sparte des Verlagskonzerns. Der operative Gewinn aus dem Internet stieg um mehr als ein Drittel auf nun 55,2 Millionen Euro. Zudem machte Springer mehr als 55 Prozent seiner gesamten Werbeerlöse im Quartal mit seinem Web-Angeboten. Weitere Erlöse will der Konzern nun im Internet künftig mit bezahlten Inhalten auf journalistischen Portalen machen: Bis Jahresende soll nach dem Vorbild der „New York Times“ nur noch eine bestimmte Anzahl von Klicks auf der Webseite der „Welt“ kostenlos sein, anschließend müssen Leser für Artikel zahlen. Im kommenden Jahr sollen dann weitere Angebote eine Bezahlschranke erhalten, die aber je nach Titel anders aussehen werde, sagte Döpfner. Probleme bei den Werbeeinnahmen im Web fürchtet der Springer-Vorstandschef dabei nicht – „weil kostenlose Leser weniger wert sind als zahlende Leser“. So seien Anzeigen in bezahlten Zeitungen seit jeher deutlich teurer als Annoncen in Gratis-Blättern, sagte Döpfner. „Wir sind fest davon überzeugt, dass sich diese Erkenntnis auch in der Vermarktung der digitalen Medien durchsetzen wird.“ (Quartalsbilanz Axel Springer: http://url.dapd.de/Km77id ) dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Produktion in Deutschland schrumpft um 1,8 Prozent
Berlin (dapd). Die deutsche Produktion ist im September geschrumpft. Sie ging gegenüber dem Vormonat vorläufigen Angaben zufolge bereinigt um 1,8 Prozent zurück, wie das Wirtschaftsministerium am Mittwoch in Berlin mitteilte. Im Monat zuvor habe sie um 0,4 Prozent abgenommen. Ausschlaggebend für den Rückgang im September sei eine um 2,3 Prozent verringerte Industrieproduktion gewesen. Auch die Energie-Erzeugung sei leicht eingeschränkt worden. Das Bauhauptgewerbe dagegen erhöhte seine Erzeugung um 2,7 Prozent. In der Industrie meldeten Vorleistungs- und Investitionsgüter Rückgänge um 2,2 Prozent und 3,5 Prozent. Die Produktion von Konsumgütern nahm dagegen um 0,7 Prozent zu. Gegenüber dem zweiten Quartal wurde aber im produzierenden Gewerbe im dritten Kalenderviertel noch 0,7 Prozent mehr erzeugt. Die Industrieproduktion im Jahresschlussquartal sei durch die schwache Bestellungen vorbelastet, erklärte das Ministerium. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Merkel erhält Gutachten der Wirtschaftsweisen
Berlin (dapd). Die fünf Wirtschaftsweisen haben ihr Jahresgutachten mit dem Titel „Stabile Architektur für Europa – Handlungsbedarf im Inland“ an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) übergeben. Anliegen des Gutachtens sei es, Europa zu festigen und Brücken in die Zukunft zu bauen und zudem weiteren wirtschaftspolitischen Handlungsbedarf im Inland aufzuzeigen, sagte der Vorsitzende des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, Wolfgang Franz, am Mittwoch in Berlin bei der Übergabe. Merkel sagte, das Gutachten stelle zu recht fest, dass in Europa Einiges vorangekommen sei, zugleich aber noch erheblicher Handlungsbedarf bestehe. Europa brauche „keine zentrale wirtschaftspolitische Steuerung“. Die Kanzlerin sprach sich für „intergouvernementale Absprache“ und eine Politik in eigener Hoheit der Staaten aus. Bei der Beurteilung der wirtschaftlichen Lage stimme die Regierung mit den Gutachtern überein. An der Übergabe des Gutachtens nahmen Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP), Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU), Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) und Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) teil. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Banken loben die Wirtschaftsweisen
Berlin (dapd). Die Privatbanken haben den Sachverständigenrat gelobt. „Völlig zu Recht“ forderten die Wirtschaftsweisen einen langfristigen Orientierungsrahmen für Euroland, erklärte der Hauptgeschäftsführer des Bankenverbandes, Michael Kemmer, am Mittwoch in Berlin. Das könne entweder ein wirksames fiskalpolitisches Regelwerk sein, das die finanzpolitische Souveränität weitestgehend auf nationaler Ebene belasse, oder eine stärkere gemeinschaftliche Haftung, die dann zwingend mit einem nationalen Souveränitätsverzicht einhergehen müsse. Kemmer begrüßte die geforderte Einbeziehung aller Banken in eine EU-Bankenaufsicht. „Für das gleiche Geschäft, für gleiche Risiken und für alle Marktteilnehmer müssen die gleichen Aufsichtsregeln gelten und auch einheitlich angewandt werden“, sagte Kemmer. Damit sprach er sich gegen Sonderregeln für kleine und mittlere Institute wie Sparkassen aus. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Hurrikan Sandy kann Munich Re nicht vom Erfolgskurs abbringen
München (dapd). Der weltgrößte Rückversicherer Munich Re hat vorzeitig sein Gewinnziel für 2012 erreicht und hebt deswegen trotz des Hurrikans „Sandy“ seine Prognose an. In den ersten neun Monaten des Jahres verdiente die Munich Re bereits 200 Millionen Euro mehr als die ursprünglich fürs Gesamtjahr anvisierten 2,5 Milliarden Euro, wie Finanzvorstand Jörg Schneider am Mittwoch in München sagte. Als neues Ziel für 2012 gab Schneider einen Gewinn von rund drei Milliarden Euro aus. Grund für die verhältnismäßig geringen Erwartungen an das laufende vierte Quartal seien die Belastungen, die auf den Wirbelsturm „Sandy“ zurückgehen. Der Hurrikan hatte Ende Oktober vor allem in den USA Schäden von geschätzten 7 bis 20 Milliarden Euro verursacht. Noch könne die Munich Re nicht beziffern, wie sehr dies die eigene Bilanz belaste. Schneider kalkuliert aber mit einem mittleren dreistelligen Millionen-Euro-Betrag. Den Aktionären stellte der Finanzvorstand eine höhere Dividende als die zuletzt gezahlten 6,25 Euro in Aussicht. Das Plus werde jedoch voraussichtlich weniger als ein Fünftel betragen, sagte Schneider. Die Munich Re war nach der Bekanntgabe der Zahlen größter Gewinner im DAX. Der Kurs legte bis gegen 11.30 Uhr um rund 2,8 Prozent auf 131,15 Euro zu. Vor einem Jahr stand der Kurs noch bei 92 Euro. Bis zum Wirbelsturm „Sandy“ profitierte der Rückversicherer in diesem Jahr aber auch von deutlich geringeren Belastungen durch Katastrophen als im vergangenen Jahr, als die Erdbeben in Japan und Neuseeland sowie die Überschwemmungen in Thailand den Jahresgewinn auf 712 Millionen Euro drückten. Allein von Juli bis September verdiente der Rückversicherer 1,14 Milliarden Euro. Im Vorjahr waren es 290 Millionen Euro. Neben der positiven Entwicklung im Versicherungsgeschäft habe auch ein hoher Gewinn aus den Kapitalanlagen zur deutlichen Ergebnissteigerung beigetragen, sagte Schneider. Ergo verhandelt mit Betriebsrat über Stellenabbau Die Erstversicherungstochter Ergo macht der Munich Re aber nach wie vor Sorgen. Zwar steuerte das Unternehmen von Januar bis September 333 Millionen Euro zum Gewinn bei. Der geplante Abbau von rund 1.300 von 5.000 Arbeitsplätzen im Vertrieb werde aber voraussichtlich in diesem Jahr noch einen dreistelligen Millionenbetrag kosten, sagte Ergo-Vorstandschef Torsten Oletzky. Derzeit laufen die Verhandlungen mit dem Betriebsrat. Künftig will Ergo durch die Umstrukturierung jährlich 164 Millionen Euro einsparen. Der Erstversicherer leidet unter deutlichen Beitragsrückgängen. Oletzky hofft auch, dass die Lustreisenaffäre das Unternehmen nicht mehr belasten werde. Ergo hatte seine Erkenntnisse zu den umstrittenen Vertreter-Reisen nach Budapest und Jamaika vor kurzem ins Internet gestellt. Dass die Munich Re im kommenden Jahr ein ähnliches Ergebnis wie dieses Jahr erzielt, schätzt Finanzvorstand Schneider als schwer ein. Allerdings geht er davon aus, dass nach dem Hurrikan „Sandy“ die Rückversicherer im wichtigen US-Markt mit Preissteigerungen rechnen könnten. Auch der drittgrößte Rückversicherer der Welt, die Hannover Rück, strebt trotz der Belastungen durch den verheerenden Wirbelsturm eine Gewinnsteigerung an. Vorstandschef Ulrich Wallin hatte am Dienstag für 2012 ein Rekordergebnis angekündigt. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Bauwirtschaft erwartet bis zu vier Prozent Wachstum
Berlin (dapd). Das deutsche Baugewerbe rechnet auch im kommenden Jahr mit einer guten Branchenkonjunktur. Nach einem prognostizierten Umsatzplus von 2,3 Prozent auf rund 94 Milliarden Euro in diesem Jahr erwartet die Bauwirtschaft für 2013 noch mehr Zuwachs, wie der Zentralverband des deutschen Baugewerbes am Mittwoch in Berlin mitteilte. „2013 könnte die Bauwirtschaft mit drei bis bestenfalls vier Prozent noch stärker wachsen“, erklärte Verbandspräsident Hans-Hartwig Loewenstein. Voraussetzung dafür sei aber, dass die positiven Anzeichen im Wirtschaftsbau für Gewerbe und Industrie auch tatsächlich zum Tragen kommen. Die gute Entwicklung der Baubranche bedeute auch einen höheren Personalbedarf. So werde 2013 die Zahl der Beschäftigten im Bau im Jahresdurchschnitt um 1,5 Prozent auf 745.000 ansteigen, sagte Loewenstein. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Abkommen zu Wüstenstrom-Pilotprojekt wird verschoben
Berlin (dapd). Die Unterzeichnung eines Abkommens über ein Pilotprojekt der Desertec-Wüstenstrominitiative zwischen Marokko, Deutschland und anderen EU-Staaten wird wegen der fehlenden Zustimmung Spaniens verschoben. „Ich bin zuversichtlich, dass die übrigen Verhandlungspartner aus Marokko und den EU-Staaten Spanien schon bald überzeugen können, da Spanien dadurch viel gewinnen wird“, sagte der Geschäftsführer der Desertec Industrie Initiative (Dii), Paul van Son, am Mittwoch in Berlin. Geldgeber seien bereits gefunden, erste Fördermittel stünden bereit, erklärte die Initiative. Die Teilnehmer der am selben Tag in Berlin begonnenen 3. Dii-Konferenz hatten gehofft, dass eine Absichtserklärung über ein Pilotprojekt bereits in dieser Woche unterzeichnet wird. Als erste Projekte plant ein vom Energiekonzern RWE geführtes Konsortium eine Sonnen- und Windenergieanlage, die 100 Megawatt Strom produzieren soll. Ein weiteres 150-Megawatt-Projekt ist in Marokko geplant. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Audi legt beim Absatz kräftig zu
Ingolstadt (dapd). Die VW-Tochter Audi hat im Oktober ihre Auslieferungen deutlich gesteigert, auch in Europa. Vor allem dank der SUV-Modelle Q3, Q5 und Q7 sowie der A5-Baureihe hätten sich die weltweiten Verkäufe im vergangenen Monat im Vergleich zum Vorjahr um 13,9 Prozent auf rund 123.600 Automobile erhöht, teilte Audi am Mittwoch in Ingolstadt mit. Seit Jahresbeginn stieg der Absatz damit auf rund 1,2 Millionen Fahrzeuge. Das sind 12,9 Prozent mehr als von Januar bis Oktober 2011. Das Ziel von Audi-Chef Rupert Stadler, im Jahr erstmals mehr als 1,4 Millionen Autos zu verkaufen, rückt damit sehr nahe. Mit einem Plus von 4,2 Prozent legte der Premiumhersteller im Oktober auch in Europa gegen den Markttrend zu. In den USA steigerte er den Absatz um 14,5 Prozent. Das stärkste Plus erzielte Audi in China mit 29,5 Prozent. Die VW-Tochter schnitt im vergangenen Monat auch besser ab als die Konkurrenz. BMW legte nach vorläufigen Angaben um zwölf Prozent zu, Mercedes-Benz um sechs Prozent. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Brüssel billigt Inoxum-Verkauf unter Auflagen
Brüssel (dapd). Die EU-Kommission hat den geplanten Verkauf der Thyssenkrupp-Edelstahltochter Inoxum an den finnischen Stahlkonzern Outokumpu unter Auflagen genehmigt. Möglich wurde das 2,7 Milliarden Euro schwere Geschäft durch die verpflichtende Zusage der Finnen, das Inoxum-Edelstahlwerk im italienischen Terni abzustoßen. Die Kommission erklärte am Mittwoch, ihre Bedenken seien damit ausgeräumt. Die Brüsseler Wettbewerbshüter hatten befürchtet, das aus der Fusion der beiden größten Anbieter kaltgewalzter Stahlprodukte hervorgehende Unternehmen könne durch seine Marktmacht höhere Preise durchsetzen. „Edelstahl ist Grundstoff für eine Vielzahl von Produkten – von Haushaltswaren bis hin zu Industrieanlagen“, erklärte EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia. „Durch den Verkauf des Standorts Terni in Italien wird sichergestellt, dass sich das Aufkommen eines neuen europäischen Marktführers nicht negativ auf die Verbraucher und die Unternehmen in Europa auswirkt.“ dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
