Bombardier hält an Schließung von Werk in Aachen fest

Bombardier hält an Schließung von Werk in Aachen fest Montreal (dapd). Der kanadische Flugzeug- und Zughersteller Bombardier hat die Schließungspläne für sein traditionsreiches Werk in Aachen bekräftigt. In einem am Mittwochabend in Montreal vorgelegten Quartalsbericht kündigte Bombardier an, weltweit 1.200 Arbeitsplätze streichen zu wollen, darunter auch die in Aachen. Bombardier hatte im Oktober mitgeteilt, dass der Standort Aachen mit seinen 400 fest angestellten Beschäftigten sowie 200 Leiharbeitern bis Mitte kommenden Jahres dicht gemacht werden soll. Die Schließungspläne stoßen auf heftigen Widerstand bei Politikern und Gewerkschaften. Bombardier will durch den Stellenabbau Kosten sparen und wettbewerbsfähiger werden. In dem Aachener Werk, das 1838 gegründet wurde, baut Bombardier derzeit S-Bahn-Triebzüge. Der Standort ist allerdings seit Jahren nicht voll ausgelastet. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

Commerzbank will bis 2016 zwei Milliarden Euro investieren

Commerzbank will bis 2016 zwei Milliarden Euro investieren Frankfurt/Main (dapd). Die Commerzbank hat einen Wachstumsplan für die kommenden Jahre aufgelegt. Bis 2016 sollen insgesamt zwei Milliarden Euro investiert werden, um die Ertragskraft in den Kernbanksegmenten Privatkunden, Mittelstandsbank, Corporates & Markets sowie Central & Eastern Europe zu steigern, wie die Bank am Mittwochabend mitteilte. Ziel sei es, das „Geschäftsmodell in den kommenden Jahren an die veränderten Rahmenbedingungen in der Finanzbranche“ anzupassen. Insbesondere das Privatkundengeschäft wird dabei strategisch neu ausgerichtet, hier wollen die Frankfurter bis 2016 etwa eine Milliarde Euro investieren. Trotz der geplanten Investitionen will das Bankhaus bei den Kosten auf der Bremse bleiben – sie sollen durch Steigerung der Effizienz und eine Optimierung der Kapitalbasis stabil gehalten werden. Mit all diesen Maßnahmen zusammen soll bis 2016 in der Kernbank eine Eigenkapitalrendite nach Steuern (RoE) von mehr als zehn Prozent erreicht und die Aufwandsquote (CIR) auf rund 60 Prozent reduziert werden. Auf die Ausschüttung einer Dividende für die Geschäftsjahre 2012 und 2013 müssen die Aktionäre wohl verzichten. Dies sei „aus heutiger Sicht unwahrscheinlich“, hieß es in der Mitteilung. Am (morgigen) Donnerstag will die Bank ihre neue Strategie erläutern und das Ergebnis des dritten Quartals vorlegen. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

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Wüstenstromprojekt kommt nur langsam voran

Wüstenstromprojekt kommt nur langsam voran Berlin (dapd). Das Wüstenstromprojekt Desertec kommt weiterhin nur schleppend voran. Die Gründe: eine fehlende politische Einigung in Europa, Finanzprobleme und ungelöste Fragen zum Stromtransport. Wie der Geschäftsführer der Desertec Industrie Initiative (Dii), Paul van Son, auf einer Dii-Konferenz am Mittwoch in Berlin sagte, wird die Unterzeichnung eines Abkommens über ein Pilotprojekt zwischen Marokko, Deutschland und anderen EU-Staaten wegen der fehlenden Zustimmung Spaniens verschoben. Die Teilnehmer der Konferenz hatten gehofft, dass eine Absichtserklärung bereits in dieser Woche unterzeichnet wird. Dabei geht es um den Bau eines etwa 600 Millionen Euro teuren Solarthermieprojekts in Marokko und den Transport des dort erzeugten Stroms nach Europa. Bei Solarthermie wird von Spiegeln gebündeltes Sonnenlicht zur Stromerzeugung genutzt. Rösler warnt vor Euphorie Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) warnte vor Beginn der Desertec-Konferenz in einem Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Mittwochausgabe) „vor zu viel Euphorie“. Die Bundesregierung sei zwar grundsätzlich bereit, das Pilotprojekt zu unterstützen. Einige Fragen seien aber noch ungeklärt. Dazu gehöre „wie wir uns zusammen mit anderen interessierten EU-Mitgliedsstaaten und der EU-Kommission an der Finanzierung des Pilotprojekts beteiligen“, sagte Rösler. Laut einer im Sommer veröffentlichten Studie des Dii-Konsortiums könnten bis 2050 bis zu 20 Prozent des europäischen Strombedarfs aus den Wüsten Nordafrikas und des Nahen Ostens kommen. Die damit verbundenen Kosten werden auf mehrere Hundert Milliarden Euro beziffert. Die Stromerzeugung vor Ort in Nordafrika ist heute schon wirtschaftlich, zumindest was Windenergie und Photovoltaik betrifft, sagte Frank-Detlef Drake, der Leiter der Forschungsabteilung beim Energiekonzern RWE der Nachrichtenagentur dapd. Photovoltaik-Anlagen wandeln Sonnenenergie über Solarzellen direkt in Strom um. Die Kosten für Windenergie lägen wegen günstiger Windbedingungen bei fünf bis sechs Cent pro Kilowattstunde erzeugtem Strom. Für Photovoltaik könne immer noch mit weniger als zehn Cent pro Kilowattstunde gerechnet werden. „Das ist in Deutschland viel teurer“, sagte Drake. Solarthermie sei mit etwa 20 Cent pro Kilowattstunde jedoch auch in Nordafrika noch nicht wirtschaftlich. Stromtrassen fehlen Ein weiteres Problem sei allerdings der Transport nach Europa. So müsste Strom aus Marokko beispielsweise über Spanien in den Rest Europas geleitet werden. Dafür stünden aber nur zwei Leitungen über die Pyrenäen zur Verfügung. „Man bräuchte für Desertec aber mindestens 30 bis 40 Leitungen mit je einem Gigawatt Transportkapazität“, schätzt Drake. RWE setzt deshalb zunächst auf Projekte, die Strom für die lokale Bevölkerung in Nordafrika produzieren. So plant ein von RWE geleitetes Konsortium eine 100-Megawatt Pilotanlage in Marokko, die Wind- und Sonnenkraft vereint. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

Hochtief gelingt Rückkehr in die schwarzen Zahlen

Hochtief gelingt Rückkehr in die schwarzen Zahlen Essen (dapd). Deutschlands größer Baukonzern Hochtief macht wieder Gewinn. Nachdem Fehlkalkulationen im Australien-Geschäft und Probleme bei der Elbphilharmonie in Hamburg zuletzt die Bilanz verdorben hatten, erwirtschaftete der Konzern zwischen Juli und September einen Nettogewinn von 141 Millionen Euro. Damit machte Hochtief die Verluste der ersten sechs Monate mehr als wett, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. „Hochtief ist wieder auf profitablem Wachstumskurs“, sagte Konzernchef Frank Stieler bei der Präsentation der Quartalszahlen. In einem Brief an die Aktionäre betonte der Manager, der Konzern habe „entscheidende Fortschritte“ bei der Abwicklung seiner großen Verlustprojekte in Brisbane und Melbourne gemacht. Außerdem profitierte Hochtief von Einnahmen aus dem Verkauf einer Autobahnkonzession in Chile und eines Müllentsorgungsunternehmens in Australien. Eine Einigung über die Kostenrisiken des Prestigeprojekt Elbphilharmonie steht allerdings noch aus. Die Verhandlungen mit der Stadt Hamburg dauerten an, berichtete Stieler. Bereits im zweiten Quartal hatte der Konzern für das Projekt Rückstellungen in zweistelliger Millionenhöhe gebildet. Ergebnisprognose für Gesamtjahr bestätigt In den ersten neun Monaten erzielte das mehrheitlich vom spanischen Baukonzern ACS kontrollierte Unternehmen unter dem Strich einen Gewinn von 92 Millionen Euro, nach einem Verlust von 57 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Der Auftragseingang lag mit 22,3 Milliarden Euro um 38 Prozent über Vorjahresniveau. Auch bereinigt um Währungseffekte lag das Plus noch bei 27 Prozent. Der Auftragsbestand erreichte 50,4 Milliarden Euro, ein Plus von 13,1 Prozent. Die Umsatzerlöse stiegen um 17,5 Prozent auf 18,5 Milliarden Euro. Für das Gesamtjahr bekräftigte Hochtief seine Ergebnisprognose. Danach erwartet der Konzern ein Vorsteuerergebnis leicht unter 550 Millionen Euro und einen Konzerngewinn knapp unter 180 Millionen Euro. An der Börse sorgten die Zahlen für einen Höhenflug der im MDAX notierten Hochtief-Aktie. Zeitweise stieg ihr Wert um mehr als acht Prozent. Auch am Nachmittag lag sie noch knapp fünf Prozent im Plus. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

Externe Wirtschaftsprüfer sollen Flughafen-Projekt überprüfen

Externe Wirtschaftsprüfer sollen Flughafen-Projekt überprüfen Berlin (dapd). Mit dem Hauptstadtflughafen und der Verschiebung seiner Eröffnung sowie möglichen personellen Konsequenzen hat sich am Mittwoch erneut der Bundestag beschäftigt. Die Vorgänge sollen nun von einer externen Anwaltskanzlei und externen Wirtschaftsprüfern untersucht werden, sagte Verkehrsstaatssekretär Rainer Bomba nach Bundestagsangaben im Verkehrsausschuss. Die Aufträge dafür sollten am 7. Dezember erteilt werden. Die Ergebnisse sollten „spätestens“ bis Ende März 2013 vorliegen, fügte Bomba hinzu. Zudem teilte er mit, dass die Flughafen-Geschäftsführung für 2011 keine Tantiemen erhalten werde. Zu der Sitzung war auch Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD), der auch Vorsitzender des Aufsichtsrats der Flughafengesellschaft ist, eingeladen, er hatte seine Teilnahme aber abgesagt. Am Nachmittag wurde er im Haushaltsausschuss des Bundestages erwartet. Mitte November 200 Arbeiter auf der Baustelle Bomba geht den Angaben zufolge davon aus, dass mit den weiteren Arbeiten am Flughafen Mitte November begonnen wird. Dann würden wieder 200 Arbeiter auf der Baustelle tätig sein. Der Staatssekretär zeigte sich optimistisch, dass der 27. Oktober 2013 als Tag der Eröffnung gehalten werden kann und die prognostizierten Mehrkosten für den Flughafen die Summe von rund 1,2 Milliarden Euro nicht überschritten werden. Wie es weiter hieß, wurde ein Antrag der Grünen-Bundestagsfraktion, in dem die Entlassung von Flughafen-Geschäftsführer Rainer Schwarz gefordert wurde, vertagt. Erst solle der Bericht der Anwaltskanzlei abgewartet werden. Scharfe Kritik daran äußerte der verkehrspolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Stephan Kühn. CDU/CSU, FDP und SPD hätten die entsprechende Abstimmung im Ausschuss abgelehnt. Erstaunlich sei dabei insbesondere das Verhalten der Unionsfraktion, da ein inhaltsgleicher Antrag in Brandenburg gemeinsam von Grünen und CDU-Fraktion gestellt worden sei. Nach Auffassung von Kühn ist keine rechtliche Prüfung durch eine externe Anwaltskanzlei notwendig, um politisch feststellen zu können, dass „Herr Schwarz gar nicht oder falsch informiert hat“. Schwarz müsse dafür die Konsequenzen tragen. Der Grünen-Politiker verwies darauf, dass Schwarz dem Aufsichtsrat Briefe von McKinsey zum Probebetrieb vom März und April vorenthalten habe. In diesen soll die Beratungsgesellschaft Schwarz im März darauf hingewiesen haben, dass der Inbetriebnahmetermin am 3. Juni nicht gehalten werden könne. Das Flughafen-Debakel ist am Donnerstag (8. November) auch Thema im Berliner Abgeordnetenhaus. Beschlossen werden soll ein Nachtragshaushalt zur Finanzierung von Mehrkosten für den künftigen Hauptstadtflughafen. Das Land muss zusätzlich 444 Millionen Euro aufbringen, für die aber keine neuen Schulden gemacht werden sollen. Bisher flossen aus dem Landesetat 180 Millionen Euro in das Projekt. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

Munich Re schraubt trotz Sandy Erwartungen nach oben

Munich Re schraubt trotz Sandy Erwartungen nach oben München (dapd). Trotz des Hurrikans „Sandy“ hat der weltgrößte Rückversicherer Munich Re seine Gewinnprognose erhöht. Bereits in den ersten neun Monaten des Jahres verdiente die Munich Re 2,7 Milliarden Euro und damit rund 200 Millionen Euro mehr als ursprünglich fürs Gesamtjahr anvisiert, wie Finanzvorstand Jörg Schneider am Mittwoch in München sagte. Als neues Ziel für 2012 gab Schneider einen Gewinn von rund drei Milliarden Euro aus. Vor allem das zurückliegende dritte Quartal fiel deutlich besser aus als erwartet. Von Juli bis September verdiente der Rückversicherer 1,14 Milliarden Euro. Die Analysten von Independent Research hatten mit 690 Millionen Euro gerechnet. Neben der positiven Entwicklung im Versicherungsgeschäft habe auch ein hoher Gewinn aus den Kapitalanlagen zur deutlichen Ergebnissteigerung beigetragen, sagte Schneider. Grund für die verhältnismäßig geringen Erwartungen an das laufende vierte Quartal seien die Belastungen, die auf den Wirbelsturm „Sandy“ zurückgehen. Der Hurrikan hatte Ende Oktober vor allem in den USA Schäden von geschätzten 7 bis 20 Milliarden Euro verursacht. Noch könne die Munich Re nicht beziffern, wie sehr dies die eigene Bilanz belaste. Schneider kalkuliert aber mit einem mittleren dreistelligen Millionen-Euro-Betrag. Den Aktionären stellte der Finanzvorstand eine höhere Dividende als die zuletzt gezahlten 6,25 Euro in Aussicht. Das Plus werde jedoch voraussichtlich weniger als ein Fünftel betragen, sagte Schneider. Die Munich Re war nach der Bekanntgabe der Zahlen größter Gewinner im DAX. Im Laufe des Tages gab der Kurs in einem schwachen Umfeld etwas nach. Gegen 15.30 Uhr stand die Aktie knapp ein Prozent im Plus bei 128,80 Euro zu. Vor einem Jahr lag der Kurs bei 92 Euro. Bis zum Wirbelsturm „Sandy“ profitierte der Rückversicherer in diesem Jahr aber auch von deutlich geringeren Belastungen durch Katastrophen als im vergangenen Jahr, als die Erdbeben in Japan und Neuseeland sowie die Überschwemmungen in Thailand den Jahresgewinn auf 712 Millionen Euro drückten. Ergo verhandelt mit Betriebsrat über Stellenabbau Die Erstversicherungstochter Ergo macht der Munich Re aber nach wie vor Sorgen. Zwar steuerte das Unternehmen von Januar bis September 333 Millionen Euro zum Gewinn bei. Der geplante Abbau von rund 1.300 von 5.000 Arbeitsplätzen im Vertrieb werde aber voraussichtlich in diesem Jahr noch einen dreistelligen Millionenbetrag kosten, sagte Ergo-Vorstandschef Torsten Oletzky. Derzeit laufen die Verhandlungen mit dem Betriebsrat. Künftig will Ergo durch die Umstrukturierung jährlich 164 Millionen Euro einsparen. Der Erstversicherer leidet unter deutlichen Beitragsrückgängen. Oletzky hofft auch, dass die Lustreisenaffäre das Unternehmen nicht mehr belasten werde. Ergo hatte seine Erkenntnisse zu den umstrittenen Vertreter-Reisen nach Budapest und Jamaika vor kurzem ins Internet gestellt. Dass die Munich Re im kommenden Jahr ein ähnliches Ergebnis wie dieses Jahr erzielt, schätzt Finanzvorstand Schneider als schwer ein. Allerdings geht er davon aus, dass nach dem Hurrikan „Sandy“ die Rückversicherer im wichtigen US-Markt mit Preissteigerungen rechnen könnten. Auch der drittgrößte Rückversicherer der Welt, die Hannover Rück, strebt trotz der Belastungen durch den verheerenden Wirbelsturm eine Gewinnsteigerung an. Vorstandschef Ulrich Wallin hatte am Dienstag für 2012 ein Rekordergebnis angekündigt. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

Stadtwerke Bochum wollen Strompreis erhöhen

Stadtwerke Bochum wollen Strompreis erhöhen Bochum (dapd). Die wegen Honorarzahlungen an Politiker in die Kritik geratenen Stadtwerke Bochum wollen den Strompreis erhöhen. Es gehe darum, die Kosten unter anderem für die gestiegene Umlage nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz auszugleichen, sagte ein Sprecher des Unternehmens am Mittwoch auf dapd-Anfrage. Die Zeitungen der WAZ-Mediengruppe und die „Bild“-Zeitung (jeweils Donnerstagausgaben) hatten berichtet, die Stadtwerke planten eine Preiserhöhung auch bei Gas und Fernwärme. Dem widersprach der Sprecher: „Es geht nur um eine Strompreiserhöhung.“ Er sagte, das Unternehmen verdiene an der Erhöhung nicht, weil damit lediglich gestiegene administrative Kosten gedeckt werden sollten. „Wir sind da nur Geldeintreiber für den Staat.“ Der Aufsichtsrat berate am Dienstag (13. November) über die Höhe und den Zeitpunkt der Preissteigerung. Eine Zustimmung sei wahrscheinlich. Das kommunale Unternehmen steht in der Kritik, weil es dem SPD-Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück für seine Teilnahme am „Atriumtalk“ 25.000 Euro gezahlt hatte. Auch Joachim Gauck hatte vor seiner Zeit als Bundespräsident die gleiche Summe für einen Vortrag bekommen. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

Draghi: Gemeinsame Einlagensicherung nicht notwendig

Draghi: Gemeinsame Einlagensicherung nicht notwendig Frankfurt/Main (dapd). Der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, rückt von einer gemeinsamen Einlagensicherung im Euroraum ab. Eine Finanzunion der Euroländer brauche nicht notwendigerweise einen Zusammenschluss der nationalen Einlagensicherungen, sagte Draghi am Mittwoch in Frankfurt am Main auf dem Wirtschaftstag der Volksbanken und Raiffeisenbanken laut Redetext. „Wie mir bekannt ist, herrscht hier in Deutschland diesbezüglich eine gewisse Besorgnis.“ Besonders in der Bundesrepublik hatten Politiker und Bankenvertreter die Pläne der EU-Kommission kritisiert, die Einlagensicherungssysteme zusammenzulegen. Die Sorge war, dass damit letztlich deutsche Banken für die Ausfälle spanischer Institute zahlen müssten. Dem trat Draghi nun entgegen: „Die Einrichtung und Finanzierung solcher Einlagensicherungssysteme kann bei vergleichbarer Wirksamkeit in nationaler Verantwortung verbleiben.“ Krise erreicht Deutschland Bisher sei Deutschland zwar vergleichsweise gut durch die Krise gekommen, sagte Draghi. „Die neuesten Daten deuten jedoch darauf hin, dass die Ausläufer der Krise nun auch die deutsche Wirtschaft erreicht haben.“ Das sei kein Wunder, schließlich mache der Handel mit den Europartnern 40 Prozent der deutschen Wirtschaftsleistung aus. Rund zwei Drittel der Direktinvestitionen in Deutschland kämen aus anderen Euroländern. Draghi verteidigte die Politik der EZB, notfalls Anleihen angeschlagener Krisenstaaten zu kaufen. Wenn sich dadurch die Wirtschaft im Euroraum stabilisiere, profitiere auch Deutschland. Außerdem würden dadurch die extrem niedrigen Zinsen in Deutschland steigen, was Sparern zugutekomme und die Altersvorsorge unterstütze. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

Belgische Ford-Mitarbeiter randalieren in Kölner Werk

Belgische Ford-Mitarbeiter randalieren in Kölner Werk Köln (dapd). Aufgebrachte belgische Arbeiter des US-Autoherstellers Ford haben am Mittwoch vor der deutschen Unternehmenszentrale in Köln gegen die Schließung ihres Werks in Genk protestiert. Einige von ihnen verschafften sich gewaltsam Zutritt zum Firmengelände und randalierten dort. Drei Polizisten wurden leicht verletzt, wie ein Sprecher mitteilte. Sie erlitten durch umherfliegende Feuerwerkskörper vermutlich ein Knalltrauma. Ein Demonstrant wurde den Angaben zufolge festgenommen, weil er mit Knallkörpern warf. Rund 200 Beschäftigte waren mit Bussen aus Belgien angereist. Sie blockierten zunächst den Eingang. Als die Polizisten eintrafen, seien sie von einigen Demonstranten mit Feuerwerkskörpern beworfen worden, sagte der Polizeisprecher. Zahlreiche Arbeiter vermummten sich, legten Reifen auf die Fahrbahn und zündeten diese an. Die Situation sei eskaliert, und alle Arbeiter hätten das Firmengelände gestürmt. Einige von ihnen hätten Fenster eingeschlagen. Die Polizei nahm die Personalien der Demonstranten auf. Erst gegen Mittag beruhigte sich die Lage Am Mittag beruhigte sich laut Polizei die Lage, und die Arbeiter verließen das Werksgelände wieder. Anschließend protestierten sie vor dem Gelände. Auf einem Transparent hieß es: „Genker und Kölner Kollegen kämpfen gemeinsam gegen Arbeitsplatzabbau bei Ford.“ Die Versammlung vor dem Werksgelände sei als Spontandemonstration gewertet und deshalb nicht aufgelöst worden, sagte der Polizeisprecher. Das Unternehmen äußerte in einer ersten Reaktion zwar Verständnis für die Verärgerung der belgischen Beschäftigten, zeigte zugleich aber Unverständnis für die Form des Protests. „Natürlich verstehen wir auf der einen Seite, welchen Einfluss unser europäischer Geschäftsplan auf die Menschen hat“, erklärte Ford Deutschland. „Auf der anderen Seite sind wir enttäuscht darüber, dass einige der Protestierenden sich gewaltsam Zugang zum Werksgelände verschafft haben“, hieß es in der Stellungnahme. Unter der Bedingung, dass die Demonstranten das Gelände verlassen, habe Ford auf Anzeigen verzichtet, sagte eine Unternehmenssprecherin auf dapd-Anfrage. Die Sachschäden seien „marginal“ gewesen. Ford-Chef verteidigt Werksschließungen Für Mittwoch und Donnerstag waren internationale Betriebsratssitzungen der Ford-Mitarbeiter in Köln geplant. Das Werk in Genk soll Ende 2014 schließen, etwa 4.500 Mitarbeiter sowie 5.000 Stellen bei Zulieferern sind davon betroffen. Derzeit laufen noch Gespräche zwischen Ford und belgischen Regierungs- und Gewerkschaftsvertretern, die sich mit der Entscheidung nicht abfinden wollen. Bereits Ende Oktober hatten die Ford-Mitarbeiter in Genk protestiert und vor dem Werk Autos angezündet. Ford leidet seit geraumer Zeit unter Absatzeinbrüchen und rechnet im Europageschäft für das laufende Jahr mit einem Verlust von mehr als 1,5 Milliarden Dollar (1,2 Milliarden Euro). Konzernchef Alan Mulally verteidigte am Mittwoch in Berlin die Schließung von zwei Werken in Großbritannien und dem in Genk. „Das wird viele Menschen betreffen, und wir sind uns dessen bewusst“, sagte er bei seinem ersten öffentlichen Auftritt in Europa seit Bekanntgabe der Entscheidung, die insgesamt 6.200 Jobs kosten dürfte. Zu den Schließungen gebe es aber keine Alternative. Mulally bekräftige, dass es Überlegungen gebe, im Zuge der Umstrukturierung die Produktion der Van-Modelle C-MAX und Grand C-MAX aus dem spanischen Valencia ins saarländische Saarlouis zu verlegen. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

Studie: Viele Mieter müssen auch 2013 tiefer in die Tasche greifen

Studie: Viele Mieter müssen auch 2013 tiefer in die Tasche greifen Berlin (dapd). Mieter in den meisten deutschen Großstädten müssen sich nach Einschätzung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) auch im kommenden Jahr auf steigende Preise einstellen. Allerdings dürfte sich die Preisspirale 2013 insgesamt etwas langsamer drehen. Zu dieser Einschätzung kommt das DIW auf Basis einer am Mittwoch veröffentlichten Auswertung von neun Millionen Internet-Immobilienanzeigen in 25 deutschen Großstädten. Der Studie zufolge liegen Berlin, Hamburg, München und Frankfurt am Main preislich weiter an der Spitze. Dort ziehen seit Ende 2010 die Preise sogar deutlich stärker an als die Mieten. „Daraus können spekulative Blasen entstehen, wenn die Mieten nicht aufholen“, warnte DIW-Ökonom Konstantin Kholodilin. Hauptursache des teils starken Preisanstiegs sei die „zunehmende Wohnungsknappheit in vielen Großstädten“. Eine deutlich schwächere Preis- und Mietentwicklung sei hingegen für das Ruhrgebiet zu erwarten. (Die Studienergebnisse im Internet: http://url.dapd.de/8l5LVC ) dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)