Eisenach (dapd). Funken fliegen bis unter die Decke der neuen Mehrzweckhalle des Autoherstellers Opel in Eisenach. 60 Roboter schweißen Bleche verschiedener Formen und Größen zusammen und veranstalten damit in dem eigens für die Fertigung des neuen Kleinwagens Adam gebauten Gebäude ein regelrechtes Feuerwerk. In dem Thüringer Werk startete am Donnerstag offiziell die Serienproduktion des neuen Hoffnungsträgers von Opel. So groß die Erwartungen an den Kleinwagen sind, so groß bleiben auch die Herausforderungen, vor denen die deutsche Tochter des US-Konzerns General Motor (GM) steht. Bei der Premiere preisen sowohl der GM-Vizechef und Opel-Aufsichtsratsvorsitzende Steve Girsky als auch der amtierende Opel-Chef Thomas Sedran den Adam als ein Fahrzeug, auf das die Kunden schon sehnsüchtig warteten. 16.000 Bestellungen gebe es schon für den Kleinwagen – obwohl der offizielle Verkaufsstart erst am 19. Januar sei, sagt Sedran. „Der Adam ist ein Symbol für die Zukunft von Opel, für die Zukunft von Eisenach“, ruft Sedran. Dann rollt der Kleinwagen durch eine Papierwand. „Der Adam ist ein Symbol für unseren Aufbruch.“ Girsky spricht von einem Angriff auf die Konkurrenz. Gemeinsam mit dem Kompakt-Geländewagen Mocca und dem Mittelklasse-Cabrio Cascada stehe der Adam für eine neue Opel-Produktpalette, mit der der Autohersteller „in die Offensive“ gehen wolle. Opel-Chef rechnet mit schrumpfendem Automarkt Der Betriebsratschef im Eisenacher Opel-Werk, Harald Lieske, schließt sich dem Jubel zumindest in Teilen an. Der Produktionsstart des Adam sei für die Opelaner in Thüringen auch deshalb etwas ganz Besonderes, weil in dem Werk bisher nur Modelle gebaut wurden, die an anderen Standorten bereits erstproduziert worden seien. Der Adam aber werde zuerst und nur in Eisenach gebaut. Doch Lieske vergisst nicht zu betonen, dass die Eisenacher dafür Opfer bringen mussten. Die Adam-Produktion in Eisenach sei Teil des Standortsicherungskonzepts von Opel für seine deutschen Werke. Deshalb hätten die Beschäftigten unter anderem auf bis zu zehn Prozent ihres Einkommens verzichtet. „Der Adam ist uns lieb und teuer“, sagt der Betriebsratschef. Dass mit dem Kleinwagen die strukturellen Probleme bei Opel und GM nicht auf einen Schlag gelöst sein werden, wird auch auf der Premierenfeier klar. Nach dem obligatorischen Fototermin vor dem gerade vom Band gelaufenen Wagen sagt Sedran, er rechne in diesem Jahr nicht damit, dass der Automobilmarkt wachsen werde. Ziel von Opel könne deshalb nur sein, seinen Marktanteil zu halten. Der Gesamtmarkt werde 2013 wohl um etwa vier Prozent schrumpfen. Behauptungen, wonach GM für die Probleme bei Opel mitverantwortlich sei, weil der Mutterkonzern ein Agieren seiner Tochter auf internationalen Märkten verhindere, dementiert Sedran: „Fakt ist: Ich habe keinerlei Beschränkungen für Exporte, solange ich nachweisen kann, dass ich damit Gewinn mache.“ Der Adam werde trotzdem und gerade deswegen für Europa gebaut. Italien sei ein sehr wichtiger Markt für das Auto. Thüringens Wirtschaftsminister Matthias Machnig (SPD) fordert GM einmal mehr auf, langfristige Strategien zu entwickeln, damit Opel seine Autos auch in Wachstumsregionen wie Osteuropa oder Asien verkaufen könne. Ein „origineller Kleinwagen wie der Adam“ habe in Russland, China und Brasilien beste Verkaufschancen, sagt Machnig. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Wirtschaft
Weniger Strom in Deutschland verbraucht
Berlin (dapd). Der Stromverbrauch in Deutschland ist 2012 um 1,4 Prozent gesunken. Gleichzeitig wurde ein Prozent mehr Gas verbraucht, wie eine am Donnerstag veröffentlichte Schätzung des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) in Berlin ergab. Die Brutto-Stromerzeugung nahm demnach um 1,3 Prozent zu. Ein Grund für den erhöhten Gasverbrauch sei die kältere Witterung, hieß es. Der gesunkene Stromverbrauch sei unter anderem auf die verhaltene Konjunktur zurückzuführen. Der Anteil des Stroms aus erneuerbaren Energiequellen an der Brutto-Stromerzeugung stieg den Angaben zufolge im vergangenen Jahr auf 21,9 Prozent. Im Jahr zuvor habe er bei 20,3 Prozent gelegen. Der Anteil von Erdgas sei dagegen von 13,6 auf 11,3 Prozent gesunken. Gründe seien unter anderem, dass mehr Energie aus erneuerbaren Quellen in die Netze eingespeist werde und Kohle billiger sei als Gas. Dies habe dazu geführt, dass insbesondere die Niederlande, wo viele Gaskraftwerke betrieben würden, günstigeren Kohlestrom aus Deutschland eingekauft hätten. „Wir haben beim Stromaustausch ins Ausland einen historischen Höchstwert erreicht“, sagte BDEW-Hauptgeschäftsführerin Hildegard Müller. So wurden einer Schätzung des BDEW zufolge 2012 unter dem Strich 23 Milliarden Kilowattstunden Strom exportiert. Im Jahr zuvor seien es sechs Milliarden Kilowattstunden gewesen. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Volkswagen meldet Rekordabsatz bei Nutzfahrzeugen
Hannover (dapd). Volkswagen hat 2012 bei Nutzfahrzeugen das bislang beste Verkaufsergebnis seiner Geschichte erzielt. Weltweit lieferte der Autohersteller 550.400 Nutzfahrzeuge aus, 4,1 Prozent mehr als 2011. Das Unternehmen zeigt sich dennoch zurückhaltend: Die europäischen Märkte blieben weiter schwierig, sagte Vorstandssprecher Eckhard Scholz am Donnerstag in Hannover. „Ins neue Jahr starten wir mit Vorsicht, aber auch mit Zuversicht“, fügte er hinzu. In Westeuropa sank die Zahl der Auslieferungen 2012 um 1,8 Prozent auf 284.300 Fahrzeuge. In Osteuropa verzeichnete das Unternehmen hingegen einen Anstieg um 14,2 Prozent auf 41.700 Fahrzeuge. Auch in Südamerika (plus 7,9 Prozent), Afrika (plus 17,7 Prozent) und der Region Asien-Pazifik (plus 61,9 Prozent) stieg die Nachfrage nach Nutzfahrzeugen von Volkswagen. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Nokia erfreut Anleger mit unerwartet positiven Zahlen
Espoo (dapd). Der angeschlagene finnische Handyhersteller Nokia hat überraschend gute Zahlen für das Schlussquartal des vergangenen Jahres angekündigt, hinkt aber der Konkurrenz weiter hinterher. Im letzten Vierteljahr 2012 verkaufte Nokia nach vorläufigen Zahlen 86,3 Millionen Geräte und machte dabei einen Umsatz von etwa 3,9 Milliarden Euro, wie der Konzern am Donnerstag in Espoo mitteilte. Das war zwar deutlich weniger als die 113,5 Millionen Geräte und fast sechs Milliarden Euro Umsatz vor einem Jahr. Doch honorierte die Börse die Zahlen nach einer langen Reihe von schlechten Nachrichten mit einem Kurssprung von zeitweise fast 20 Prozent, da Nokia besser abgeschnitten hatte als erwartet. Allerdings warnte der Konzern auch vor einem schlechteren ersten Quartal 2013 durch den harten Wettbewerb und saisonale Einflüsse auf das Geschäft. Von seinen Lumia-Smartphones verkaufte Nokia im vierten Quartal 4,4 Millionen Stück. Der einst weltgrößte Handyanbieter setzt große Hoffnung auf die neuen Modelle mit der Microsoft-Software Windows 8, da die Finnen in den vergangenen Jahren den Anschluss an die Wettbewerber Apple und Samsung verloren haben. So verkaufte Samsung Schätzungen zufolge im Schlussquartal 2012 mindestens 60 Millionen Smartphones, davon allein 15 Millionen vom Typ Galaxy S III. Nokia-Vorstandschef Stephen Elop bezeichnete die Quartalsergebnisse als „solide“. Nokia sei es gelungen, die Kosten zu senken. Elop hatte der Konkurrenz erst kürzlich wieder den Kampf angesagt und angekündigt, dass Nokia sich auch dank des Lumia wieder zurück in die Weltspitze arbeiten werde. Genaue Zahlen für das vierte Quartal und das Gesamtjahr 2012 will Nokia am 24. Januar vorlegen. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Draghi sieht Anzeichen für Abschwächung der Eurokrise
Frankfurt/Main (dapd). Die Europäische Zentralbank (EZB) stellt Fortschritte bei der Überwindung der Eurokrise fest. Mehrere positive Daten hätten den Notenbankrat dazu veranlasst, einstimmig für unveränderte Leitzinsen zu stimmen und damit gegen eine weitere Senkung, sagte EZB-Präsident Mario Draghi am Donnerstag in Frankfurt am Main. Die Ungleichgewichte innerhalb der Währungsunion hätten sich verringert. Damit lobte Draghi indirekt seinen Krisenkurs, Geld in den Markt zu pumpen und notfalls Staatsanleihen zu kaufen. Anzeichen für eine Erholung seien etwa, dass die Salden im EZB-internen Verrechnungssystem Target 2 zurückgegangen seien und die Bilanz der Zentralbank kleiner geworden sei, sagte Draghi. Beides spricht dafür, dass Banken in den Krisenländern wieder leichter an Kredite kommen und weniger abhängig vom Geld der EZB sind. Die Erfolge seien aber kein Grund, vom Kurs abzukommen, mahnte der EZB-Präsident. Die Wirtschaft der Eurozone habe noch einen langen Weg vor sich, um die Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Hamburg bei Kreuzfahrtpassagieren so bliebt wie noch nie
Hamburg (dapd). In Hamburg sind 2012 so viele Kreuzfahrtpassagiere angekommen wie nie zuvor. Mit rund 430.000 Passagieren und einem Wachstum von 37 Prozent im Vergleich zum Vorjahr setzte sich die Elbmetropole an die Spitze aller deutschen Häfen, wie eine Sprecherin des Hamburger Cruise Centers (HCC) am Donnerstag mitteilte. Der Hamburger Hafen wurde im vergangenen Jahr 160 Mal von Kreuzfahrtschiffen angelaufen. Das war ein Plus von 36 Prozent im Vergleich zu 2011. Für das laufende Jahr wird mit einem weiteren Anstieg gerechnet. Für die Saison 2013 erwarte er 173 Schiffsanläufe und mehr als 500.000 Passagiere, sagte der HCC-Vorstandsvorsitzende Stefan Behn. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Lufthansa steigert Passagierzahl und Auslastung
Frankfurt/Main (dapd). Die Lufthansa und ihre Töchter Swiss, Austrian und Germanwings haben 2012 mehr Passagiere befördert, dafür aber weniger Flüge benötigt. Die Zahl der Fluggäste stieg im Jahresvergleich um 2,4 Prozent auf 103 Millionen, wie der Konzern am Donnerstag in Frankfurt am Main mitteilte. Für die Rentabilität der Flüge ist vor allem die Auslastung wichtig, sie stieg um 1,2 Prozentpunkte auf 78,8 Prozent. Die Zahl der Flüge nahm den Angaben zufolge um 1,6 Prozent ab. Die Lufthansa verfolgt derzeit ein hartes Sparprogramm. Billigflieger und Staatsairlines aus dem Nahen Osten bedrohen das Geschäft, zudem lasten neue Abgaben und Steuern auf dem Konzern. Ein Sorgenkind des Konzerns blieb im vergangenen Jahr der Frachtverkehr. Das Aufkommen ging um 8,5 Prozent auf 1,7 Millionen Tonnen zurück. Weil der Konzern zugleich die Kapazität verkleinerte, blieb die Auslastung der Flieger mit 69,6 Prozent fast gleich. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Opel-Chef Sedran dementiert Verkaufsgerüchte an PSA
Eisenach (dapd). Opel-Interimschef Thomas Sedran hat Gerüchte um einen Verkauf des Autoherstellers an den französischen Konzern PSA Peugeot-Citroën nachdrücklich dementiert. „Es gibt keinen Verkauf“, sagte er am Donnerstag in Eisenach beim offiziellen Start der Serien-Produktion des neuen Kleinwagens Adam. „Übernahmen in der Automobilindustrie sind in den vergangenen Jahren nie gutgegangen“, fügte Sedran hinzu. Eine Kooperation zwischen Herstellern bei einzelnen Fahrzeugmodellen sei „zielführender“. Gleichzeitig wies Sedran Meldungen zurück, der US-Mutterkonzern General Motors (GM) habe Opel verboten, seine Autos auf internationalen Märkten anzubieten. „Fakt ist: Ich habe keinerlei Beschränkungen für Exporte, solange ich nachweisen kann, dass ich damit Gewinn mache“, sagte er. Opel hatte zuvor in Eisenach mit einem klaren Bekenntnis zum Industriestandort Deutschland offiziell die Serienproduktion des Kleinwagens Adam gestartet. „Als einziges Auto in seinem Segment wird der Adam im Hochlohnland Deutschland produziert“, sagte Sedran. Deutschland sei die Heimat von Opel und zugleich auch der größte und wichtigste Markt für den Automobilhersteller. Der GM-Vizechef und Opel-Aufsichtsratsvorsitzende Steve Girsky sagte, dass Opel mit dem Kompakt-Geländewagen Mocca, dem Kleinwagen Adam und dem Mittelklasse-Cabrio Cascada in die Offensive gehe. Der Betriebsratschef im Eisenacher Opel-Werk, Harald Lieske, verwies darauf, dass die Mitarbeiter die Adam-Produktion unter anderem durch Abstriche beim Einkommen von bis zu zehn Prozent gesichert hätten. „Der Adam ist uns lieb und teuer“, sagte er. Das Modell gilt als Hoffnungsträger der krisengeplagten GM-Tochter. An der feierlichen Veranstaltung nahm neben Sedran und Girsky auch Thüringens Wirtschaftsminister Matthias Machnig (SPD) teil. In dem Eisenacher Werk arbeiten etwa 1.600 Beschäftigte. Bislang wird dort nur der Kleinwagen Corsa gebaut. Dessen Produktion läuft künftig parallel zur Adam-Herstellung. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Wein- und Sekteinlagerung in Deutschland weiter gesunken
Mainz (dapd). Die Wein- und Sektbestände in Deutschland haben den niedrigsten Stand seit 2000 erreicht. Im Handel und bei den Erzeugern waren am 31. Juli 2012 noch 10,8 Millionen Hektoliter eingelagert, wie das Deutsche Weininstitut (DWI) am Donnerstag in Mainz mitteilte. Von 2010 auf 2011 waren die Bestände bereits von 12,7 auf 11,0 Millionen Hektoliter gesunken. 2000 waren dagegen noch Lagerbestände von rund 16 Millionen Hektoliter registriert worden. Der weitere leichte Rückgang in diesem Jahr ist den Angaben zufolge nahezu ausschließlich auf die Verringerung der Lagerbestände von Sekt zurückzuführen. Dies hänge zum einen mit dem Ziel zusammen, die Lagerkosten zu verringern, sagte DWI-Sprecher Ernst Büscher. Zudem habe auch die gestiegene Nachfrage nach Wein und Sekt zu den niedrigeren Lagerbeständen beigetragen. Hinzu komme, dass in den vergangenen Jahren vermehrt junge Weine direkt in den Verkauf gingen und man teilweise von einer einjährigen Einlagerung im Keller absehe, sagte Büscher. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Fleischatlas klärt über Folgen der Massentierhaltung auf
Berlin (dapd). Mit 60 Kilogramm pro Person essen die Deutschen doppelt soviel Fleisch im Jahr wie Menschen in Entwicklungs- und Schwellenländern und belegen dabei einen internationalen Spitzenplatz. Welche globalen Auswirkungen dieser Konsum hat, belegt ein am Donnerstag in Berlin vorgestelltes Nachschlagewerk der Heinrich-Böll-Stiftung, des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) und der Monatszeitung „Le Monde diplomatique“. „Der Fleischatlas soll Daten und Fakten zu den globalen Auswirkungen und Dimensionen unseres Fleischkonsums liefern“, sagte Stiftungsvorstand Barbara Unmüßig. Die intensive Fleischproduktion sei nicht nur qualvoll für die Tiere und belaste die Umwelt, sondern verschlinge gleichzeitig riesige Mengen an Rohstoffen, die als Futtermittel importiert werden, sagte Unmüßig weiter. Der Atlas solle aufklären, informieren und die Verbraucher zum Nachdenken anregen. Die Initiatoren wollten aber auch die Politik auffordern, „endlich umzusteuern“, sagte Unmüßig. Der Fleischatlas kann bei der Heinrich-Böll-Stiftung kostenlos bestellt oder auf deren Internetseite heruntergeladen werden. (Der Fleischatlas beim BUND im Internet: http://url.dapd.de/PsEBcP ) dapd (Politik/Wirtschaft)
