Die wahren Euroretter sitzen in Mainz

Die wahren Euroretter sitzen in Mainz Mainz (dapd). Frank Herzog reichen ein bis zwei Quadratmillimeter, um einen Geldschein zu erkennen. „Ein fotografisches Gedächtnis und eine ganz ruhige Hand sind wichtig“, sagt er. Vorsichtig hebt er mit einer Pinzette einen Schnipsel einer Banknote aus einem verlotterten Portemonnaie. Stück für Stück reiht er die vergammelten Fetzen wie ein Puzzle nebeneinander auf und untersucht sie akribisch. Herzog ist einer von bundesweit zwei Gelddetektiven der Bundesbank. Mit seinem Kollegen Uwe Holz nimmt er besonders schwer beschädigte Banknoten unter die Lupe. Holz sitzt gerade an einem zerfledderten 20-Euro-Schein. „Das war ein Hamster“, benennt der 39-Jährige den Übeltäter. „Man sieht richtig, wie das Tier sich durch den Schein gefressen hat.“ Erinnerungen an die Ermittlungen in der US-Krimiserie CSI kommen auf, und auch die Mitarbeiter des Nationalen Analysezentrums der Bundesbank lösen in ihren hochmodernen Labors in Mainz so gut wie jeden Fall. Unter dem Mikroskop prüfen sie Geldscheine auf ihre Echtheit. Anschließend bearbeiten sie die Noten soweit, bis sie mehr als die Hälfte zusammengesetzt haben. „Das ist die Erstattungsgrundlage“, erläutert der Leiter des Zentrums, Rainer Elm. Bei der Abteilung für beschädigtes Geld kann jedermann ramponierte Münzen oder Banknoten einreichen. Wurden sie nicht mutwillig zerstört, werden sie in voller Höhe ersetzt. Dabei gilt die Alles-oder-Nichts-Regel: Es müssen mehr als 50 Prozent des Geldes zu retten sein, ansonsten geht der Kunde leer aus. 2012 seien 22.000 Anträge eingereicht worden, sagt Gruppenleiter Michael Erbert. Die Bundesbank erstattete 32 Millionen Euro für die Bargeld-Überreste. Geld stinkt doch Knapp 840.000 Scheine gingen im vergangenen Jahr durch die Hände der Mitarbeiter des Analysezentrums. „Das stinkt auch manchmal“, verrät Erbert. Der Klassiker seien zerrissene Banknoten. Immer mal wieder gebe es aber auch außergewöhnliche oder übel riechende Aufträge – etwa Geld, das wochenlang neben einer Leiche lag. Sehr unangenehm sei auch der „Eier-Fall“ gewesen, erinnert sich der Gruppenleiter. Vor einigen Monaten sei ein als Geldversteck genutzter Eierkarton im Analysezentrum eingegangen. Die verdorbenen Eier seien regelrecht mit den Scheinen verwachsen gewesen. „Das war eine einzelne stinkende Masse“, berichtet Erbert und verzieht bei der Erinnerung daran noch immer das Gesicht. Nach Angaben des Gruppenleiters liegen teils sechsstellige Beträge auf den Labortischen. Die reparierten Bündel würden aber nicht mehr in Umlauf gebracht, sondern von der Bundesbank vernichtet. „Privat weiß man schon, was das Geld wert ist“, sagt Erbert. Bei der Arbeit dagegen seien die Noten einfach Gegenstände. „Das ist wie der Sack Kartoffeln beim Bauer“, zieht er einen Vergleich. Hinter dem Geld steckt immer eine Geschichte Besonders viel zu tun gibt es im Analysezentrum vor allem nach Weihnachten. Versehentlich würden dann Banknoten mit ungeliebten Weihnachtskarten zerschreddert oder im Kamin verstecktes Geld verfeuert, sagt Zentrumsleiter Elm. Häufig würden auch Hochzeitsgeschenke im Original abgeliefert. Der Erfindergeist der Partygäste reiche von laminierten Noten bis hin zu harzenden Holzstämmen als Geldversteck. Von der Eurokrise merken die Geldexperten dagegen wenig. Die Auftragslage sei in den vergangenen Jahren konstant geblieben. Mehr zu tun gibt es dagegen bei Naturkatastrophen oder Verbrechen. „Hat mal wieder jemand versucht, einen EC-Automaten zu sprengen, dann landet der mit Sicherheit bei uns“, sagt Mitarbeiter Herzog. Auch nach Naturkatastrophen arbeiten die Männer unter Hochdruck. Bei Hochwasser liefen beispielsweise Keller und Tresore voll. Schlamm presse Scheine wie Ziegelsteine zusammen, die die Feinmechaniker der Bundesbank dann auseinander pfriemelten, berichtet Herzog. Die Arbeit sei nicht immer einfach, sagt Zentrumsleiter Elm. Hinter dem eingereichten Geld stecke immer auch eine Geschichte, manchmal handele es sich um Todesfälle oder Schicksalsschläge. In diesen Fällen könne das Analysezentrum helfen und den betroffenen Menschen wenigstens das Geld zurückerstatten, fügt Elm hinzu. Die wahren Euroretter sitzen also nicht in Brüssel, sondern in Mainz. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

TUI Travel prüft Fusion mit der TUI AG

TUI Travel prüft Fusion mit der TUI AG Hannover (dapd). In der Reisebranche könnte eine große Fusion anstehen: Die deutsche TUI AG will sich möglicherweise mit ihrer britischen Tochter TUI Travel zusammenschließen. Der Hannoveraner Konzern sei mit dieser Idee an den Londoner Reiseveranstalter herangetreten, bestätigte TUI Travel am Mittwoch. Die Gespräche seien aber noch in einem frühen Stadium; ob die Verhandlungen in einer Fusion der beiden Unternehmen münden, sei noch offen, hieß es. TUI Travel reagierte damit auf einen Medienbericht, wonach eine Übernahme des Mutterkonzerns durch TUI Travel geprüft werde. In der Stellungnahme hieß es jedoch, es stehe lediglich ein Aktientausch ohne Zahlung von Prämien im Raum. Die TUI AG hält derzeit knapp 55 Prozent an ihrer Touristiktochter und muss nach britischem Recht nun bis zum 13. Februar ein verbindliches Angebot vorlegen oder davon offiziell Abstand nehmen. Die Frist kann noch verlängert werden. Die TUI-Travel-Aktie reagierte mit einem Kurssprung von acht Prozent auf die Nachricht, TUI-Aktien kletterten um gut sechs Prozent. (Dieser Meldung liegt eine Dow-Jones-Nachricht zugrunde) dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

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Bundesbank reagiert mit Transportaktion auf emotionale Gold-Debatte

Bundesbank reagiert mit Transportaktion auf emotionale Gold-Debatte Frankfurt/Main (dapd). Einen Teil ihres Schatzes zeigt die Bundesbank ausnahmsweise in der Öffentlichkeit: Die glänzenden Goldbarren sind etwa 20 Zentimeter lang, sechs Zentimeter breit und vier Zentimeter hoch, passen also locker in eine Handtasche. Obwohl der Kopf weiß, dass die Barren viel schwerer sind als sie aussehen, ist das erste Anheben doch eine Überraschung. Immerhin wiegt er mehr als ein Sixpack 1,5-Liter-Wasserflaschen aus dem Supermarkt. Der Marktwert eines Barrens: rund eine halbe Million Euro. Mehr als 50.000 davon verlegt die Bundesbank demnächst nach Frankfurt. Früher wäre eine Vorführung von Goldbarren in der Frankfurter Bundesbankzentrale undenkbar gewesen. Doch seit neuestem setzt die Bundesbank auf Transparenz, wenn es um ihre Goldreserven von 3.391 Tonnen geht. Bei der Vorstellung des neuen Lagerungskonzeptes am Mittwoch durften sich die Journalisten deshalb unter den Augen bewaffneter Wachleute ein Bild davon machen, wie sorgfältig die Bundesbank die Barren auf Echtheit prüfen kann. Mit Waage, Ultraschall und Röntgenstrahlen lässt sich zweifelsfrei feststellen, ob der Barren echt ist und wie viel Gold er enthält. Zuvor hatte Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele bereits bekanntgegeben, dass die Bundesbank Gold mit einem Marktwert von 27 Milliarden Euro aus New York und Paris nach Frankfurt holt. Bis 2020 sollen 674 Tonnen transportiert werden. Dass die Bundesbank mit dem Schritt auf die Kritik des Bundesrechnungshofs und einiger Bundestagsabgeordneter reagiert, wies Thiele zurück. „Das Thema Goldreserven ist in Deutschland auch mit vielen Emotionen belegt“, räumte er dann aber doch ein. Die Kritiker monieren, dass sich die Bundesbank bei der Inventarisierung des Goldes, das bei der US-Notenbank Fed in einem Tresor tief unter Manhattan liegt, auf die Angaben der Amerikaner verlässt. Das widerspreche den Regeln der Buchführung. Zwar bezweifelt kein ernstzunehmender Kritiker, dass das Gold in New York sicher ist. Dennoch gibt es die Kampagne „Holt unser Gold heim“, die sich für die Aufbewahrung in deutschen Tresoren einsetzt. Im Internet kursieren zudem mehrere Verschwörungstheorien, wonach die Amerikaner das deutsche Gold längst ausgegeben haben oder Betrüger das Gold in den Barren durch das ähnlich schwere Metall Wolfram ersetzt haben. Glaubhaft sind diese Thesen nicht, manch ein Bundesbürger wüsste die Barren dennoch gerne lieber in einem Frankfurter als in einem New Yorker Keller verwahrt. Zwtl.: Marktwert von knapp 138 Milliarden Euro Das neue Konzept sieht deshalb vor, das gesamte Gold der Bundesbank aus Paris abzuziehen, wo es momentan noch bei der französischen Nationalbank kostenlos lagert. Die Vorräte in den USA sollen künftig statt 45 Prozent noch 37 Prozent des deutschen Goldschatzes ausmachen. Der Bestand in London soll dagegen unverändert bleiben und weiterhin 13 Prozent an der Gesamtmenge ausmachen. Ende vergangenen Jahres besaß die Bundesbank nach eigenen Angaben insgesamt Gold im Wert von 137,51 Milliarden Euro. Auf die Kritik an der Bilanzierung gehen die deutschen Notenbanker ebenfalls ein. Thiele erklärt, die Bundesbank bespreche mit der Fed derzeit, wie den Prüfanforderungen des Bundesrechnungshofes Genüge getan werden könne. Gleichzeitig habe die US-Notenbank aber hohe Sicherheitsbestimmungen und wenig Platz in den Tresoren, was eine Prüfung erschwere. „Die Gespräche sind auf gutem Weg“, sagte Thiele. Die offizielle Begründung für den Transport von 27 Milliarden Euro in Gold von Paris und New York in frei gewordene Tresore in Frankfurt hat mit dem Ende des Ost-West-Konflikts zu tun. Es sei nicht mehr nötig, große Bestände außerhalb der Reichweite des Warschauer Pakts vorzuhalten, erklärte Thiele. Seit der Einführung des Euro könne das Gold in Paris auch nicht mehr als Währungsreserve dienen. An den Standorten New York und London sei die Lagerung aber nach wie vor sinnvoll, erklärte das Bundesbank-Vorstandsmitglied. In New York könne es im Krisenfall jederzeit in Dollar getauscht werden, also die wichtigste Währung der Welt. London sei der wichtigste Handelsplatz für Gold weltweit, dort könnten die Bestände der Notenbank notfalls besonders schnell eingetauscht werden. Wahrscheinlich werden die Barren aber künftig nur in einem anderen Tresor einstauben als bisher. Für einen Privatmann hätte übrigens auch der Diebstahl wenig Sinn. Zwar ist ein unter Notenbanken gängiger Barren aus 12,5 Kilogramm Gold rund 500.000 Euro wert. Doch dürfte es als Dieb schwer sein, dafür einen Abnehmer zu finden. Mit der eingeprägten Nummer ist jeder Barren einer Notenbank zuzuordnen. (Die Mitteilung der Bundesbank mit der genauen Verteilung des Goldes und die Präsentation von Bundesbank-Vorstand Thiele im Internet: http://url.dapd.de/ks1gmg sowie die Kampagne „Holt unser Gold heim“ http://www.gold-action.de/ ) dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

ADAC: Benzin und Diesel etwa billiger

ADAC: Benzin und Diesel etwa billiger München (dapd). Die Spritpreise sind in den vergangenen sieben Tagen etwas gefallen. Ein Liter Super E10 verbilligte sich laut ADAC binnen Wochenfrist um 0,5 Cent und kostete zuletzt im bundesweiten Durchschnitt 1,549 Euro. Bei Diesel gab es einen Rückgang um 0,2 Cent auf 1,446 Euro pro Liter, wie der Autoclub am Mittwoch in München mitteilte. Die Differenz zwischen den beiden Kraftstoffsorten verringerte sich damit leicht auf rund zehn Cent. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

Media Markt und Saturn punkten mit Preissenkungen

Media Markt und Saturn punkten mit Preissenkungen Düsseldorf (dapd). Preissenkungen und der Ausbau des Online-Geschäfts sorgen nach einer Schwächephase wieder für klingelnde Kassen bei Deutschlands größten Elektronikmarktketten Media Markt und Saturn. Im wichtigen Weihnachtsquartal steigerten die Handelsketten ihren Umsatz in der Bundesrepublik flächenbereinigt um mehr als drei Prozent, wie der Mutterkonzern Metro am Mittwoch mitteilte. Davon profitierte auch die Metro Group. Der Handelskonzern vermeldete für 2012 trotz der Konjunkturkrise in weiten Teilen Europas auf der Basis vorläufiger Zahlen eine Umsatzsteigerung um 1,2 Prozent auf 66,7 Milliarden Euro. Doch so gut die Geschäfte für Media-Saturn in Deutschland liefen, so schlecht entwickelten sie sich in China. Dort zieht Metro zwei Jahre nach der Eröffnung der ersten Testmärkte in Schanghai jetzt die Reißleine. Media-Saturn werde sich aus der Volksrepublik zurückziehen, kündigte Metro-Chef Olaf Koch an. Ursprünglich hatte der Konzern gehofft, in China mehrere Hundert Filialen eröffnen zu können. Doch erwies sich der Wettbewerb auf dem heißumkämpften Markt für die Newcomer aus Deutschland als zu hart. Experten gehen davon aus, dass der Rückzug den Konzern noch einmal mehr als 100 Millionen Euro kosten dürfte. Metro-Aktie im Minus Das Aus für die Elektronikmarktketten bedeutet allerdings keinen kompletten Rückzug des größten deutschen Handelskonzerns aus China. Sein Großhandelsgeschäft will der Konzern dort weiter ausbauen. Für diese Sparte sei das Land weiter „ein sehr wichtiger und zukunftsträchtiger Markt“, sagte Koch Umsatzzuwächse erzielte neben den Elektronikmarktketten auch die Großhandelssparte Metro Cash & Carry, die vom boomenden Geschäft in Asien profitierte, das Umsatzeinbußen in Deutschland und Westeuropa mehr als wettmachte. Bei der Supermarktkette Real stagnierten dagegen die Umsätze, und bei der Warenhaussparte Kaufhof waren sie nach Konzernangaben sogar leicht rückläufig. Schuld daran sei nicht zuletzt das warme Herbstwetter gewesen, hieß es im Konzern. Mit der Bekanntgabe der vorläufigen Umsatzzahlen bestätigte die Metro Group gleichzeitig die Prognose für das betriebliche Ergebnis (Ebit) vor Sonderfaktoren im Jahr 2012 in Höhe von rund zwei Milliarden Euro. An der Börse verlor die Metro-Aktie dennoch bis zum Nachmittag fast 0,5 Prozent an Wert. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

Gute US-Quartalszahlen ziehen DAX ins Plus

Gute US-Quartalszahlen ziehen DAX ins Plus Frankfurt/Main (dapd). Der deutsche Aktienmarkt hat am Mittwoch nach guten Unternehmenszahlen doch noch in der Gewinnzone geschlossen. So ging der DAX am Abend mit einem Plus von 0,2 Prozent bei 7.691 Punkten aus dem Handel. Auch die Nebenwerte zeigten sich freundlich: Der MDAX legte 0,4 Prozent auf 12.315 Zähler zu, der TecDAX gewann ebenfalls 0,4 Prozent auf 863 Punkte. Auslöser für die Trendwende waren im Tagesverlauf unter anderem Geschäftszahlen der US-Bank Goldman Sachs, die mit ihrem Ergebnis für das vierte Quartal positiv überraschte. Damit stieg die Hoffnung der Investoren, dass die Berichtssaison noch mehr positive Überraschungen parat haben könnte. Von der positiven Stimmung profitierte auch der Euro. Nachdem Devisenhändler am Morgen noch um 1,3270 Dollar gezahlt hatten, notierte die Gemeinschaftswährung am Abend bei 1,3300 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte ihren Referenzkurs am Nachmittag noch um 0,4 Prozent auf 1,3277 Dollar gesenkt. Gemischt war die Stimmung dagegen am Abend (MEZ) bereits wieder an der Wall Street. In New York gab der Dow-Jones-Index 0,2 Prozent auf 13.508 Punkte ab. Der technologieorientierte Nasdaq konnte dagegen 0,2 Prozent auf 3.116 Zähler zulegen. Tagessieger im DAX waren Papiere des Chemiekonzerns Lanxess, die knapp drei Prozent zulegten und bei 63,33 Euro notierten. Daneben stiegen Fresenius um ebenfalls drei Prozent auf 85,90, und Adidas gewannen am Ende 2,6 Prozent auf 69,97 Euro. Zwischenzeitlich hatte die Aktie getrieben von positiven Analystenkommentaren sogar ein historisches Hoch von 70,13 Euro markiert. Verkauft wurden dagegen vor allem Anteile der Münchner Rückversicherung, die 2,4 Prozent einbüßten und bei 131,95 Euro aus dem Handel gingen. Daneben verloren Allianz zwei Prozent auf 103,55 Euro und E.on ein Prozent auf 13,85 Euro. Dem Energiekonzern droht möglicherweise bald der erste Streik seit 13 Jahren – zugleich versucht das Unternehmen aber, bis 2015 inflationsbereinigt zwei Milliarden Euro an Betriebskosten einzusparen. Unangefochtener Tagessieger im MDAX waren Anteile des Touristikkonzerns TUI, die um 8,8 Prozent auf 8,05 Euro nach oben schossen. Grund dafür ist eine mögliche Großfusion: Die TUI prüft einen Zusammenschluss mit ihrer britischen Tochter TUI Travel. Die Gespräche seien aber noch in einem frühen Stadium, hieß es. Daneben legten Wincor Nixdorf 3,1 Prozent und Gerry Weber 2,8 Prozent zu. Ans Ende der Liste rutschten Gerresheimer, die 2,8 Prozent auf 37,80 Euro einbüßten. Daneben schlossen der Hamburger Hafenbetreiber HHLA mit 2,3 Prozent und Wacker Chemie 1,4 Prozent im Minus. Den TecDAX führten zu Handelsschluss Papiere von Stratec Biomedical mit einem Kursplus von 2,6 Prozent auf 34,65 Euro an. Gefragt waren auch Morphosys, die 2,1 Prozent zulegten, und SMA Solar, die sich um 1,8 Prozent verteuerten. Verkauft wurden dagegen Solarworld, die 4,7 Prozent auf 1,52 Euro einbüßten. Zugleich verloren Nordex 4,6 Prozent und Adva 1,1 Prozent. (Mit Material von Dow Jones Newswires) dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

Datenschutzbeauftragter hält neue Facebook-Suche für Rasterfahndung

Datenschutzbeauftragter hält neue Facebook-Suche für Rasterfahndung Hamburg (dapd). Die Ausweitung der Suchfunktion bei Facebook ist Datenschützern ein Dorn im Auge. Künftig ermögliche die Suche eine „gezielte private Rasterfahndung über bestimmte Merkmale“, kritisierte der Hamburger Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar am Mittwoch im Gespräch der Nachrichtenagentur dapd. Caspar gilt unter den deutschen Beauftragten als Experte für das soziale Netzwerk. Dienstagabend hatte Facebook die „Graph Search“ vorgestellt – sie soll eine erweiterte Recherche etwa in Fotos oder Hobbys ermöglichen. So sollen Nutzer beispielsweise künftig „Freunde von Freunden, die in München gerne Schach spielen“ auffinden können. Facebook versprach, nur Inhalte in die Suche einzubeziehen, die Nutzer nicht für die Öffentlichkeit gesperrt haben. (Langfassung bis 1530, 25 Zeilen) (Informationen von Facebook zur neuen Suchfunktion: https://www.facebook.com/help/graphsearch ; Presseinformationen in Englisch: http://url.dapd.de/znhgSr ) dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

Die Geschichte der Grünen Woche

Die Geschichte der Grünen Woche Berlin (dapd). Die nach Angaben der Veranstalter heute weltgrößte Verbraucherschau für Landwirtschaft, Ernährung und Gartenbau öffnete das erste Mal 1926 ihre Pforten. Damals kamen bereits 50.000 Besucher. Die Idee zur Messe entstand anlässlich der Wintertagungen der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft, die diese seit Ende des 19. Jahrhunderts in Berlin abhielt. Um die Tagungsstätte herum bildete sich in den Straßen ein florierender Markt mit fliegenden Händlern, bis die Stadtväter beschlossen, alles unter einem Dach zusammenzufassen. Zu den Tagungen kamen zahlreiche Teilnehmer in grünen Lodenmänteln. Journalisten prägten wohl später den Begriff „Grüne Woche“. Seither präsentierten nach Angaben der Veranstalter mehr als 80.000 Aussteller aus 127 Ländern etwa 31 Millionen Besuchern eine vielfältige Palette von landestypischen Spezialitäten, Nahrungsmitteln und Agrarprodukten. Der Berliner nennt die Schau rund ums Essen und Trinken gern auch respektlos „Fressmesse“. 1935 wurde das von Wilhelm Hölter entworfene Markenzeichen – die stilisierten gelben Ähren auf grünem Grund – zum Symbol der Grünen Woche. Der jährliche Turnus wurde 1938 wegen der grassierenden Maul- und Klauenseuche, in den Kriegs- und Nachkriegsjahren 1940 bis 1947 sowie 1950 wegen größerer Bauarbeiten unterbrochen. 1951 wurde die Messe „international“, als erstmals ein Aussteller aus den Niederlanden teilnahm. Seit 1962 trägt die Messe die Bezeichnung „International“ auch offiziell im Titel. 2005 gab es mit Tschechien erstmals ein offizielles Partnerland bei der Grünen Woche. 2013 findet die Messe zum 78. Mal statt. Partnerland sind in diesem Jahr die Niederlande. Es werden 1.630 Aussteller aus 67 Ländern und wieder etwa 400.000 Besucher erwartet. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

Tierschutzbund mischt die Grüne Woche auf

Tierschutzbund mischt die Grüne Woche auf Berlin (dapd). Mit einem Gütesiegel für Fleisch aus artgerechter Viehhaltung hat der Deutsche Tierschutzbund ein umstrittenes Thema auf die Agenda der Grünen Woche gesetzt. Bauernpräsident Joachim Rukwied reagierte am Mittwoch prompt. Dem Verbraucher müsse klar sein, „dass ein Mehr an Tierschutz auch einen höheren Erlös für Landwirte“ erforderte, sagte Rukwied zum Auftakt der weltgrößten Verbraucherschau für Landwirtschaft, Ernährung und Gartenbau. Erstmals kommt am Freitag Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zu einem Messerundgang. Offiziell eröffnet Bundesagrarministerin Ilse Aigner (CSU) bereits am Donnerstagabend die internationale Leistungsschau. Bis 27. Januar zeigen dann 1.630 Aussteller aus 67 Ländern ihre Produkte auf 115.000 Quadratmetern unter dem Funkturm. Erwartet werden wieder 400.000 Besucher. Parallel zur Grünen Woche wollen auch in diesem Jahr wieder Tausende unter dem Motto „Wir haben es satt“ gegen Agrarfabriken und Massentierhaltung demonstrieren. Der Präsident des Deutschen Bauernverband, Rukwied, sagte, die Landwirte nähmen den Tierschutz und das Tierwohl ernst. „Unsere Tierhalter investieren jährlich sieben Milliarden Euro in die Verbesserung von Tier- und Arbeitsschutz in neuen Ställen.“ Das seien fast 60 Prozent aller Investitionen in der Landwirtschaft. Rukwied warb dafür, den Bauern grundsätzlich mehr Vertrauen im Umgang mit den Tieren entgegenzubringen. Das Thema Tierwohl sei „nicht im Wahlkampfmodus zu bearbeiten“. Aigner für EU-weites Tierschutzlabel Ab sofort können Verbraucher Schweine- und Hähnchenfleisch mit einem Gütesiegel des Tierschutzbunds kaufen. Präsident Thomas Schröder sagte zum Verkaufsstart, mit dem „Tierschutzlabel“ könne Millionen von Tieren geholfen werden. Schweinefleisch bekomme beispielsweise nur dann das Siegel, wenn die Tiere mehr Platz und mehr Beschäftigung als in der Massentierhaltung hätten, sagte Schröder. Schwänze dürften nicht kupiert sein. Untersagt ist auch die Kastration von Ferkeln ohne Betäubung, die per Gesetz noch nicht verboten ist. Für die Premiumstufe des Siegels müssen die Tiere zusätzlich Außenklimabereiche, Zugang zu Auslauf oder Freilandhaltung haben. Bundesagrarministerin Aigner sagte, sie bedauere es, dass es in Brüssel bisher nicht gelungen sei, europaweit eine verlässliche Tierschutzkennzeichnung auf den Weg zu bringen. „Am Ziel eines EU-weit gültigen Siegels halten wir fest“, betonte die Ministerin. „Aber wir wollen nicht auf Brüssel warten, sondern bringen nun im Alleingang ein deutsches Tierschutzlabel auf den Weg.“ Ihr Ministerium förderte die Entwicklung des neuen freiwilligen Labels mit über einer Million Euro. In Umfragen ist fast jeder ein Tierschützer Umfragen zeigten, dass immer mehr Kunden bereit seien, beim Einkauf von Lebensmitteln für besonders hohe Produktionsstandards mehr Geld auszugeben, sagte Aigner. Das Tierschutzsiegel garantiere verlässliche Kriterien. Dass Tierschutz für deutsche Verbraucher ein bedeutendes Kriterium ist, zeigt eine Umfrage im Auftrag des Ministeriums: 89 Prozent der Deutschen gaben an, ihnen sei es „sehr wichtig“ oder „wichtig“, dass die Lebensmittel aus besonders tiergerechter Haltung stammen. Nur elf Prozent sagten, dies sei „weniger oder gar nicht wichtig“. Laut Umfrage ist tiergerechte Haltung ein bedeutendes Kriterium beim Einkauf von Lebensmitteln. An zweiter Stelle steht die regionale Herkunft von Lebensmitteln – sie ist für 67 Prozent der Verbraucher sehr wichtig und wichtig. An dritter Stelle kommt der Preis: Dass Lebensmittel preiswert sind, nennen 66 Prozent der Verbraucher als sehr wichtig oder wichtig. Vor „Mogelpackungen“, die als Lebensmittel aus der näheren Umgebung verkauft werden, warnte der Bundesverband der Regionalbewegungen. Derzeit gebe es keine einheitlichen Mindeststandards, die sowohl die Herkunft der Rohstoffe als auch den Ort der Verarbeitung einschlössen, sagte der Vorsitzende Heiner Sindel. So werde beispielsweise Orangensaft als regionales Produkt aus Bayern vermarktet. Klage über 6.650 Fälle von Etikettenschwindel In den vergangenen 18 Monaten haben sich Verbraucher im Internet über 6.650 Etiketten von Lebensmitteln beschwert, weil sie sich von Aufmachung und Kennzeichnung der Produkte getäuscht fühlten. Der Vorstand des Bundesverbands der Verbraucherzentralen, Gerd Billen, sagte, etwa jede dritte Kritik habe zu Verbesserungen beim beanstandeten Produkt geführt. Das Bundesverbraucherministerium stellte in Aussicht, das Portal www.lebensmittelklarheit.de könne weiter gefördert werden. Dieses Portal hatte der vzbv zusammen mit den Verbraucherzentralen und mit Förderung des Ministeriums im Juli 2011 eingerichtet. Damit wurde eine Anlaufstelle für Bürger geschaffen, die sich durch die Aufmachung von Lebensmitteln getäuscht fühlen. Beispiele für Beschwerden sind „Kalbswiener“ mit nur 15 Prozent Kalbfleischanteil oder Beerenfruchtjoghurts, die Früchte auf dem Etikett zeigen, aber nur Aromen enthalten. ( www.gruenewoche.de ) dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

Bauernverband: Lebensmittel werden auch künftig erschwinglich sein

Bauernverband: Lebensmittel werden auch künftig erschwinglich sein Berlin (dapd). Der Deutsche Bauernverband erwartet keinen drastischen Anstieg der Lebensmittelpreise durch die Bereitstellung landwirtschaftlicher Flächen für die Energiewende. „Lebensmittel werden auch zukünftig erschwinglich sein“, sagte Verbandspräsident Joachim Rukwied am Mittwoch zum Auftakt der Grünen Woche in Berlin. Die deutschen Landwirte seien bereit, sich an der Energiewende zu beteiligen und Äcker und Felder dafür zur Verfügung zu stellen, sagte Rukwied. Die Bauern erwarteten jedoch einen sparsamen Umgang und dass keine weiteren Flächen im Rahmen eines naturschutzrechtlichen Ausgleichs aus der Nutzung herausgenommen würden. Stattdessen sollten vorhandene Biotope qualitativ verbessert werden. „Das ist für mich zielführender und flächenschonender Naturschutz“, sagte der Bauernpräsident. Abraham warnt vor Mehrwertsteuererhöhung bei Lebensmitteln Der Vorsitzende der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie, Jürgen Abraham, sagte, die Ernährungsindustrie habe im vergangenen Jahr unter anderem mit gestiegenen Energiekosten zu kämpfen gehabt. Dennoch sei bei den Lebensmittelpreisen die Steigerungsrate von drei Prozent nicht überschritten worden. Derzeit müssten die Verbraucher nicht mehr als etwa elf Prozent ihres verfügbaren Einkommens für Nahrung ausgeben, sagte Abraham. Er warnte jedoch, dass eine Erhöhung der Mehrwertsteuer für Lebensmittel insbesondere Haushalte mit niedrigem Einkommen hart treffen würde. Ernährungsindustrie steigert Export Die deutsche Ernährungswirtschaft habe im vergangenen Jahr ihren Umsatz auf 170,1 Milliarden Euro gesteigert, sagte Abraham. Das entspreche einem Wachstum von 4,1 Prozent im Vergleich zu 2011. Allerdings habe das Umsatzplus im Inland nur 1,2 Prozent betragen. Bei den Exporten gab es Abraham zufolge einen Zuwachs von 11,4 Prozent auf 53,4 Milliarden Euro. Dies sei jedoch nicht auf das Geschäft innerhalb der Europäischen Union zurückzuführen, sondern insbesondere auf Ausfuhren in die USA, nach Russland, die Schweiz sowie nach Asien oder Afrika. Die Grüne Woche ist nach Angaben der Veranstalter die weltgrößte Verbraucherschau für Landwirtschaft und Ernährung. Sie wird am Donnerstag (18.00 Uhr) offiziell von Bundesagrarministerin Ilse Aigner (CSU). Ab Freitag präsentieren sich auf der Messe 1.630 Aussteller aus 67 Ländern. Partnerland sind in diesem Jahr die Niederlande, die ihre 60. offizielle Länderbeteiligung an der Grünen Woche begehen. Erstmals vertreten sind der Kosovo und der Sudan. Zum Eröffnungsrundgang am Freitag wird Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) erwartet. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)