Nürnberg (dapd). Die Krise im Euroraum hat die Zahl der offenen Stellen im vierten Quartal 2012 deutlich zurückgehen lassen. Sie sank im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um rund 90.000 oder acht Prozent auf 1,037 Millionen, wie das Nürnberger Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) am Dienstag nach der Befragung von 13.000 Arbeitgebern aller Wirtschaftsbereiche mitteilte. Der Rückgang sei vor allem auf die Entwicklung in Westdeutschland zurückzuführen: Hier habe sich das Stellenangebot auf dem ersten Arbeitsmarkt verglichen mit dem Vorjahresquartal um zehn Prozent auf 863.000 verringert, während es in Ostdeutschland um vier Prozent auf 175.000 zugelegt habe und damit wieder auf dem Niveau von 2007 liege. In der Entwicklung in den alten Bundesländern schlägt sich nach den Worten von IAB-Forscherin Anja Kettner die anhaltende Verunsicherung der stärker exportorientierten westdeutschen Wirtschaft nieder – bedingt durch die europäische Staatsschuldenkrise und die insgesamt schwache internationale Wirtschaftslage. Mehr Jobs in kleinen Betrieben Mehr Personal gesucht wurde den Angaben nach in Kleinstbetrieben mit weniger als zehn sozialversicherungspflichtig Beschäftigten: Hier stieg die Zahl der Jobangebote um 18 Prozent auf 409.000. Mittelgroße und große Betriebe suchten indes deutlich weniger neue Mitarbeiter als vor einem Jahr. Im bundesweiten Durchschnitt zeigten sich laut IAB deutliche Rückgänge beim Stellenangebot im Verarbeitenden Gewerbe, insbesondere im Bereich Chemie, Kunststoff, Glas und Baustoffe mit minus 45 Prozent sowie Metalle und Metallerzeugnisse (minus 36 Prozent). Dem standen mehr offene Stellen im Gastgewerbe (plus 23 Prozent), in den Finanz- und Versicherungsdienstleistungen (plus 25 Prozent) und im Bereich der freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen (plus 26 Prozent) gegenüber. Hierzu zählen Rechts-, Steuer- und Unternehmensberatungen, Wirtschaftsprüfer, Architektur- und Ingenieurbüros sowie Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
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PSA Peugeot Citroen schließt Übernahme von Opel aus
München (dapd). Der kriselnde französische Autohersteller PSA Peugeot Citroen will keine Fusion mit dem ebenfalls angeschlagenen Partner Opel. „Eine Übernahme von Opel ist nicht geplant“, sagte PSA-Vorstandschef Philippe Varin der „Süddeutschen Zeitung“ (Dienstagausgabe). Die Franzosen und die Tochter des US-Konzerns General Motors kooperieren bereits beim Einkauf und bei der Entwicklung neuer Automodelle, um Geld zu sparen. PSA gehe es darum, mit Opel „gleichberechtigt auf Augenhöhe zusammenzuarbeiten und gemeinsam besser zu werden“, erklärte Varin. Es gebe keinen Boss. „Bei Opel braucht niemand Angst vor uns zu haben“, sagte der PSA-Chef. Der französische Autokonzern hatte wegen der eingebrochenen Nachfrage in Europa im vergangenen Jahr fünf Milliarden Euro Verlust gemacht und will auch durch den Abbau von 8.000 Stellen wieder auf Kurs kommen. Eine Sanierung durch den Einstieg des Staates schließt PSA dabei aus. „Eine Verstaatlichung steht nicht auf der Tagesordnung“, sagte Varin. Ende 2012 verfügte PSA über finanzielle Sicherheiten von zehn Milliarden Euro. „Wir könnten gut ohne den Staat auskommen“, erklärte er. Die Rettung von PSA sieht Varin auf einem gutem Weg. „Unsere Prognosen entsprechen bereits dem Negativ-Szenario. Wir rechnen damit, dass der Markt in Europa um weitere drei bis fünf Prozent schrumpfen wird“, sagte er. „Die ersten beiden Monate dieses Jahres waren alles andere als gut, aber wir gehen davon aus, dass wir am Ende des Jahres im Rahmen der Marktentwicklung liegen werden.“ Dabei will der Konzern mit den beiden französischen Kultmarken auch die deutschen Anbieter in der Oberklasse angreifen. „Wir bieten heute die gleiche Qualität wie deutschen Hersteller in den entsprechenden Segmenten“, sagte Varin. Zwar hätten die PSA-Marken noch Imageprobleme in Deutschland. „Aber das ist bald vorbei“, erklärte Varin. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Tourismuswirtschaft erwartet bis zu zwei Prozent Wachstum
Berlin (dapd). Die deutsche Tourismuswirtschaft ist für das laufende Jahr verhalten optimistisch. Angesichts der unsicheren wirtschaftlichen Rahmenbedingungen falle die Prognose für 2013 „ein wenig zurückhaltend“ aus, sagte der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Tourismuswirtschaft, Michael Frenzel, am Dienstag zum Auftakt der Reisemesse ITB in Berlin. Die Branche hoffe auf ein Wachstum „zwischen einem und zwei Prozent“. Die Reiselust der Bundesbürger sei nach wie vor vorhanden, wie aktuelle Umfragen zeigten. Sollte sich die konjunkturelle Schwäche zunehmend auf den Arbeitsmarkt und die Binnennachfrage auswirken, würde dies jedoch auch die Tourismuswirtschaft beeinflussen, sagte der ehemalige TUI-Vorstandsvorsitzende. Auch wirkten sich branchenspezifische Sonderabgaben auf das touristische Wachstum aus. So hätten Deutschlands Flughäfen in den vergangenen beiden Jahren ohne Luftverkehrssteuer mehrere Millionen Passagiere zusätzlich verzeichnet. Die ITB als weltgrößte Fachmesse der Reisebranche mit 10.086 Ausstellern aus 188 Ländern sollte am Abend erstmals von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) offiziell eröffnet werden. Von Mittwoch bis Freitag ist die Messe dem Fachpublikum vorbehalten, am Wochenende öffnet sie auch für Privatbesucher. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Osram-Personalchefin plädiert für Heimarbeit
München (dapd). Die Personalchefin des Leuchtmittelherstellers Osram, Janina Kugel, kann die von Yahoo-Chefin Marissa Mayer angeordnete Anwesenheitspflicht im Büro nicht nachvollziehen. „Für mich zählt der konkrete Beitrag zum Erfolg eines Projekts und nicht, wie viele Stunden der Mitarbeiter im Büro sitzt“, sagte Kugel am Dienstag der Nachrichtenagentur dapd. „In Zeiten der Smartphones und Tablets ist theoretisch jeder immer und überall erreichbar.“ Man sei daher nicht mehr an das Büro gebunden. „Aus meiner Sicht überwiegen die Vorteile, da sich die Arbeit heute flexibler den individuellen Lebensumständen anpassen kann.“ Die Osram-Personalchefin schränkte zwar ein, dass manche Tätigkeiten im Büro in Zusammenarbeit mit den Kollegen erledigt werden müssten, andere könnten jedoch besser von zu Hause aus gemacht werden. „Erreichbarkeit sollte aber ihre Grenzen haben“, betonte Kugel. „Beruf und Privatleben müssen auch in Zeiten flexibler Arbeitsmodelle getrennt werden können. Das müssen Vorgesetzte wie auch Mitarbeiter lernen.“ Für die 11.500 Mitarbeiter von Yahoo gilt ab Juni Anwesenheitspflicht in den Großraumbüros in der Zentrale im Silicon Valley. Die Kritik richtet sich vor allem gegen Marissa Mayer, die erst im Herbst den Chefposten bei dem angeschlagenen Internetriesen übernommen hatte. Kurz nach Amtsantritt hatte die 37-Jährige ein Kind bekommen und war zwei Wochen später wieder in die Firma zurückgekehrt. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Kein Persilschein für die NPD vom Bundesverfassungsgericht
Karlsruhe (dapd). Die NPD ist mit dem Versuch gescheitert, sich gerichtlich eine Art Persilschein ausstellen zu lassen. Das Bundesverfassungsgericht verwarf jetzt einen entsprechenden Antrag der rechtsextremen Partei auf Feststellung ihrer Verfassungsmäßigkeit. Dafür sehe das Bundesverfassungsgerichtsgesetz gar kein Verfahren vor, betonte das Gericht in dem am Dienstag veröffentlichten Beschluss. Die Partei wollte in Karlsruhe feststellen lassen, dass sie „nicht verfassungswidrig“ im Sinne des Grundgesetzes sei. Die NPD hatte geltend gemacht, die laufende Verbotsdebatte wirke sich wie ein faktisches Parteiverbot aus. Der Zweite Senat des Verfassungsgerichts sah hier aber keine „Rechtsschutzlücke“. Staatliche Stellen könnten durchaus „das Für und Wider eines Parteiverbotsverfahrens mit der gebotenen Sachlichkeit zur Debatte zu stellen“, heißt es in dem Karlsruher Beschluss. Das Verfassungsgericht verwarf zudem einen Hilfsantrag der NPD. Damit wollte die rechtsextreme Partei feststellen lassen, dass Bundestag, Bundesrat und Bundesregierung die parteibezogenen Rechte der NPD „durch die fortwährende Behauptung ihrer Verfassungswidrigkeit“ verletzten. Im Dezember 2012 hatte der Bundesrat beschlossen, einen neuen NPD-Verbotsantrag in Karlsruhe zu stellen. Ein erstes Verfahren in Karlsruhe war 2003 gescheitert, weil sich belastendes Material auf V-Leute stützte. dapd (Politik/Politik)
Neuvorstellung auf der CeBIT 2013: vollmodulare KVM-Matrix
Hannover/Wilnsdorf. Die CeBIT 2013 – Treffpunkt der Entscheider und Meinungsbildner. Die weltweit wichtigste Veranstaltung der digitalen Wirtschaft lädt zwischen dem 5. und 9. März 2013 zum geschäftlichen Networking nach Hannover. Die Guntermann & Drunck GmbH wird hier dem deutschen Publikum zum ersten Mal ihre vollmodulare KVM-Matrix vorstellen.
Daimler hält an altem Kältemittel fest
Stuttgart (dapd). Der Autohersteller Daimler hält an dem alten Kältemittel R134a fest – obwohl es gesetzlich verboten ist. „Wir sind davon überzeugt, dass wir den richtigen Weg gehen. Deshalb setzen wir weiter auf R134a, das aus unserer Sicht derzeit einzige verfügbare und sichere Kältemittel“, sagte Entwicklungsvorstand Thomas Weber dem Online-Fachmagazin „Autogazette“. Seit dem 1. Januar darf das Kältemittel in neu zugelassenen Fahrzeugen nicht mehr verwendet werden, weil es als klimaschädlich gilt. Die EU-Kommission hat stattdessen das Kältemittel R1234yf zugelassen. Bei einem Test von Daimler ging jedoch eine B-Klasse mit dem neuen Kältemittel in Flammen auf – seitdem weigert sich das Unternehmen, es einzusetzen. Gefährdet ist damit beispielsweise die Zulassung der neuen S-Klasse, die im Jahresverlauf in den Handel kommen soll. Weber setzt aber auf ein Entgegenkommen der EU-Kommission: „Es kann meiner Ansicht nach nicht das Ziel einer Behörde sein, uns in punkto Gesetzeserfüllung in die Pflicht zu nehmen, dabei aber die Sicherheit der Kunden außer Acht zu lassen.“ dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Deutsche Bahn muss 1.900 Haltestellen nachrüsten
Köln (dapd). Die Bahn muss 1.900 ihrer 5.400 Bahnhöfe mit elektronischen Hinweistafeln und Lautsprechern ausstatten. Ein Urteil des Kölner Verwaltungsgerichts verpflichte das Unternehmen, Fahrgäste aktiv über Ausfälle und Verspätungen zu informieren, sagte ein Sprecher der Bahn am Dienstag und bestätigte damit Berichte der „WAZ“-Mediengruppe. Die Bahn habe bereits in den vergangenen Jahren bundesweit 3.000 Stationen mit insgesamt 4.500 Geräten ausgerüstet, sagte er weiter. Für die weitere Nachrüstung könnten Kosten in Höhe von mehreren Millionen Euro entstehen. Das Eisenbahnbundesamt als staatliche Aufsichtsbehörde habe die Entscheidung gegen die Bahn erstritten. Nach Angaben des Unternehmenssprechers wird die Entscheidung weitestgehend akzeptiert. Für Stationen mit wenig Zugbewegung will die Bahn allerdings gegen die Nachrüstungspflicht klagen. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Computermesse Cebit öffnet ihre Tore
Hannover (dapd). Die Hightech-Schau Cebit hat für das Publikum eröffnet. Auf der Messe in Hannover zeigen ab (dem heutigen) Dienstag bis Samstag (9. März) 4.100 Unternehmen Neuheiten aus der Informations- und Kommunikationstechnik – vor allem rund um das Schwerpunktthema „Shareconomy“.
Nivea-Hersteller Beiersdorf profitiert vom Konzernumbau
Hamburg (dapd). Der Nivea-Hersteller Beiersdorf hat im vergangenen Jahr dank des eingeleiteten Konzernumbaus deutlich mehr Geld verdient. Unter dem Strich steigerte das Hamburger Traditionsunternehmen 2012 seinen Gewinn im Jahresvergleich um etwa ein Zehntel auf 477 Millionen Euro, wie der Konzern am Dienstag mitteilte. Der Betriebsgewinn (Ebit) ohne Sondereffekte legte auf 735 Millionen Euro zu nach 646 Millionen Euro im Vorjahr. Der organische Umsatz ohne Zukäufe stieg um 4,7 Prozent auf gut sechs Milliarden Euro. Für 2012 will der von der Tchibo-Mutter Maxingvest kontrollierte Konsumgüterhersteller, dem neben Nivea auch Marken wie Eucerin, Hansaplast und Tesa gehören, eine unveränderte Dividende von 0,70 Euro je Aktie ausschütten. 2013 will Beiersdorf beim Umsatz stärker zulegen als der Markt und die Umsatzrendite weiter verbessern. Den Konzernumbau mit der Konzentration auf Kernmarken will der neue Vorstandsvorsitzende Stefan Heidenreich fortsetzen. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
