Berlin (dapd). Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) wird seine Konjunkturerwartungen für das laufende Jahr nach unten korrigieren. DIW-Präsident Marcel Fratzscher sagte der „Bild“-Zeitung (Dienstagausgabe) , die bisherige Prognose werde „ein bisschen“ zurückgeschraubt. Bislang geht das DIW für 2013 von einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts um 0,9 Prozent aus. Fratzscher begründete die Änderung der Prognose auch mit dem schwachen vierten Quartal 2012. Für 2014 ist der DIW-Präsident deutlich optimistischer. „In der zweiten Jahreshälfte 2013 gewinnt die Konjunktur an Fahrt, sodass wir für 2014 mit rund zwei Prozent Wirtschaftswachstum rechnen“, sagte er. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
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Insolvente Kodak setzt auf Neubeginn zur Jahresmitte
Rochester (dapd). Der insolvente US-Fotopionier Eastman Kodak glaubt ungeachtet anhaltend massiver Verluste weiter an ein Comeback als Druckspezialist. Dank der Treue seiner Kunden und des voranschreitenden Firmenumbaus werde Kodak wie geplant zur Jahresmitte aus der Insolvenz herauskommen, sagte Kodak-Chef Antonio Perez am Montagabend in Rochester im US-Bundesstaat New York. Kodak hatte im Januar 2012 Insolvenz angemeldet. Das traditionsreiche Unternehmen beherrschte einst den Foto- und Filmmarkt, angefangen von Kleinbildfilmen für Urlaubsfotos bis hin zu Material für die Kinoleinwand sowie Kameras. Doch verpasste Kodak den Übergang in die digitale Fotografie und machte in der Folge hohe Verluste. Auch 2012 schrieb Kodak noch tiefrote Zahlen. Unter dem Strich verdoppelte sich der Verlust nahezu auf rund 1,4 Milliarden Dollar (etwa 1,1 Milliarden Euro) nach einem Minus von 764 Millionen Dollar im Vorjahr. Als Grund nannte Kodak Kosten für den Firmenumbau in Höhe von fast 1,1 Milliarden Dollar. Für den Neuanfang trennte sich Kodak von seinem Traditionsgeschäft der Fotografie weitgehend. Dafür setzt das Unternehmen nun auf Drucklösungen für Geschäftskunden. Aber auch in diesem Bereich machte Kodak 2012 noch dreistellige Millionenverluste. Das zuständige Insolvenzgericht hatte zuletzt wichtige Kredite für Kodak freigegeben, nachdem das Unternehmen als Voraussetzung dafür Patente verkauft und dabei wie gefordert mehr als eine halbe Milliarde Dollar eingenommen hatte. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Wirtschaftsverbände fordern Agenda 2020
Berlin (dapd). Vertreter führender Wirtschaftsverbände fordern von der Bundesregierung ein höheres Reformtempo und regen eine neue Agenda 2020 an. Der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Hans-Heinrich Driftmann, sagte der „Bild“-Zeitung: „Wir müssen uns in Deutschland anstrengen, damit der Zug der Reformen nicht an uns vorbeirauscht.“ Beispielsweise dürfe die Energiewende „nicht zum Klotz am Bein“ werden. Außerdem müsse das Steuersystem vereinfacht werden, mahnte Driftmann. Der Präsident des Bundesverbands Groß- und Außenhandel (BGA), Anton Börner, sagte der Zeitung: „Wir brauchen einen neuen Schub, eine Agenda 2020. Ohne strukturelle Reformen werden wir zurückfallen.“ Deutschland sei „zunehmend überreguliert“, sagte der Verbandschef. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Wieland: Deckelung von Banker-Boni bringt nichts
Berlin (dapd). Der neue Wirtschaftsweise Volker Wieland sieht die Begrenzung der Bonuszahlungen für Bankvorstände kritisch. „Das ist ein Nebenkriegsschauplatz“, sagte der Frankfurter Wirtschaftsprofessor dem „Tagesspiegel“. „Extraleistungen zu deckeln mag populär sein, wird aber eine simple Konsequenz haben: Die Festgehälter steigen. Gewonnen hat man dann nichts“, prognostizierte er. Sinnvoller sei es, Boni so auszurichten, dass sie für langfristig geschaffene Werte gezahlt würden, nicht für kurzfristige Erfolge mit großem Risiko. Auch eine Finanz-Transaktionssteuer sieht Wieland skeptisch. „Dass sie Krisen vorbeugt, glaube ich nicht. Mit der Steuer will der Staat in erster Linie mehr Geld einsammeln“, befand er. Als Konsequenz werde vermutlich das Handelsvolumen sinken und der Preis der Finanzprodukte steigen, zudem werde ein Teil der riskanten Transaktionen in Länder verschwinden, die weniger streng reguliert werden. „Zahlen wird der Endverbraucher“, sagte Wieland. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Flughafenbetreiber Fraport steigert Umsatz und Ergebnis
Frankfurt/Main (dapd). Der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport hat im vergangenen Jahr seinen Umsatz deutlich gesteigert, aber nur etwas mehr verdient als 2011. Wie der MDAX-Konzern am Dienstag mitteilte, stiegen die Umsatzerlöse um 70,8 Millionen oder drei Prozent auf 2,44 Milliarden Euro. Das operative Konzernergebnis (Ebitda) habe um 48,4 Millionen oder sechs Prozent auf 850,7 Millionen Euro zugelegt. Das Konzernergebnis vor Minderheiten sei wegen umfangreicher Investitionsmaßnahmen und damit verbundener Abschreibungs- und Finanzierungskosten nur leicht um 0,8 Millionen oder 0,3 Prozent auf 251,6 Millionen Euro gestiegen. Der Hauptversammlung solle wieder eine Dividende in Höhe von 1,25 Euro pro Aktie vorgeschlagen werden. Insgesamt hätten 99,4 Millionen Passagiere die Airports mit Fraport-Mehrheitsbeteiligung genutzt, teilte der Konzern weiter mit. Das waren 2,9 Prozent mehr als im vergangenen Jahr. In Frankfurt sei die Zahl der Fluggäste um 1,9 Prozent auf 57,5 Millionen gestiegen. 2013 rechnet der Konzern den Angaben zufolge mit einem Passagiervolumen auf Vorjahresniveau, einem Anstieg der Umsatzerlöse um bis zu fünf Prozent und einem Anstieg des Ebitda auf rund 870 bis 890 Millionen Euro. Das Konzern-Ergebnis werde im Wesentlichen wegen weiter steigender Abschreibungen und Finanzierungskosten unter Vorjahresniveau liegen. Neben dem Heimatstandort Frankfurt hält Fraport an vier internationalen Airports eine Beteiligungsquote von mindestens 50 Prozent (Antalya/Türkei, Lima/Peru, Varna und Burgas/beide Bulgarien) sowie Minderheitsbeteiligungen und Managementverträge an acht weiteren Flughäfen. Im Februar zählte Fraport an seinem Heimatstandort Frankfurt rund 3,6 Millionen Passagiere, teilte das Unternehmen mit. Dies entspreche einem leichten Zuwachs von 0,2 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Das Frachtaufkommen sei um drei Prozent auf 156.258 Tonnen zurückgegangen. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Munich Re will 2013 knapp drei Milliarden Euro verdienen
München (dapd). Der weltgrößte Rückversicherer Munich Re strebt in diesem Jahr erneut einen Milliardengewinn an. Der DAX-Konzern liegt mit seiner Prognose von knapp drei Milliarden Euro allerdings unter dem Ergebnis von 2012. „Auch wenn die Konsolidierung der Staatsfinanzen und hohe Arbeitslosigkeit die konjunkturelle Dynamik in vielen Industrieländern schwächen werden, bleiben wir für unser Geschäft optimistisch“, sagte der Vorstandsvorsitzende Nikolaus von Bomhard am Dienstag in München. Trotz Wirbelsturm „Sandy“ hatte der weltgrößte Rückversicherer im vergangenen Jahr unter dem Strich mit 3,2 Milliarden Euro deutlich mehr als geplant verdient. Bomhard sprach von einem „sehr guten Ergebnis“. Das Unternehmen will die Dividende von 6,25 auf 7,00 Euro pro Aktie anheben. Das Rückversicherungsgeschäft steuerte mit 3,1 Milliarden Euro im vergangenen Jahr den Großteil zum Gewinn bei. Das Unternehmen profitierte zum einen von höheren Beiträgen. Außerdem machten die Schäden aus Naturkatastrophen nur rund 1,3 Milliarden Euro aus. Im Vorjahr waren es noch 4,5 Milliarden Euro. Die höchsten Kosten verursachte 2012 mit etwa 800 Millionen Euro der Wirbelsturm „Sandy“ in Nordamerika. Der Erstversicherer Ergo verdiente mit 289 Millionen Euro 60 Millionen Euro weniger als im Vorjahr. Ergo will bis Anfang 2014 mehr als ein Viertel der 5.000 Stellen im Vertrieb streichen und Einheiten zusammenlegen. Dafür musste das Unternehmen Rückstellungen bilden. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Inflationsrate sinkt auf 1,5 Prozent
Wiesbaden (dapd). Die Teuerung in Deutschland hat sich im Februar weiter verlangsamt. Die Verbraucherpreise stiegen auf Jahressicht um 1,5 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mitteilte und damit das vorläufige Ergebnis von Ende Februar bestätigte. Eine niedrigere Inflationsrate sei zuletzt im Dezember 2010 ermittelt worden. Im Januar 2013 hatte die Teuerungsrate bei 1,7 Prozent gelegen. Im Vergleich zum Vormonat stieg der Verbraucherpreisindex im Februar 2013 um 0,6 Prozent. Gegenüber Februar 2012 stellten die Statistiker überdurchschnittliche Preiserhöhungen bei Energie und Nahrungsmitteln (3,6 und 3,1 Prozent) fest. Kräftige Preisrückgänge seien dagegen bei der Gesundheitspflege infolge der Abschaffung der Praxisgebühr verzeichnet worden (minus 3,6 Prozent). dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Zahl der Firmenpleiten sinkt kräftig
Wiesbaden (dapd). Im vergangenen Jahr ist die Zahl der Unternehmens- und Verbraucherinsolvenzen deutlich zurückgegangen. Wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte, sank die Zahl der Firmenpleiten gegenüber 2011 um sechs Prozent auf 28.304. Einen Anstieg der Unternehmensinsolvenzen hatte es zuletzt im Krisenjahr 2009 gegeben. Ihren bisherigen Höchststand hatten sie mit 39.320 Fällen im Jahr 2003. Die Zahl der Verbraucherinsolvenzen fiel den Angaben zufolge um 5,5 Prozent auf 97.635. Damit seien nach den Jahren 2008 und 2011 zum dritten Mal seit Einführung der Insolvenzordnung im Jahr 1999 weniger Verbraucherinsolvenzen registriert worden als im entsprechenden Vorjahr. Angestiegen sind dagegen die Forderungen der Gläubiger. Sie kletterten von 31,5 Milliarden Euro im Jahr 2011 auf rund 51,7 Milliarden Euro, wie es weiter hieß. Dies sei darauf zurückzuführen, dass die Amtsgerichte im vergangenen Jahr mehr Insolvenzen von wirtschaftlich bedeutenden Unternehmen registriert hätten als 2011. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Familienpolitik ist eine Frage der Organisation
Berlin (dapd). SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles glaubt an eine Verbesserung der Familienpolitik durch strukturelle Reformen. Es gebe einige Fehlentwicklungen bei der Familienförderung, sagte Nahles dem RBB-Inforadio am Dienstag kurz vor dem Familiengipfel unter der Ägide von Familienministerin Kristina Schröder (CDU). Im Großen und Ganzen scheine es doch eher eine Frage der Organisation und weniger des Geldes zu sein, sagte die SPD-Politikerin. Geld für Fördermaßnahmen sei genug da. Jedoch seien unter anderen die Anforderungen im Beruf, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, befristete und prekäre Beschäftigungsverhältnisse ein Problem. Dies führe zu sehr wenig Planungssicherheit. Infolgedessen würden sich viele junge Leute gar nicht, erst spät oder für weniger Kinder entscheiden. All dies seien Dinge, die vielleicht bei der bisherigen Förderpolitik nicht so sehr im Mittelpunkt gestanden hätten, die aber wahrscheinlich auch einen großen Anteil hätten, sagte Nahles. dapd (Politik/Politik)
Grüne auf Distanz zu Schröders Agenda 2010
Berlin (dapd). Zehn Jahre nach der Verkündung der „Agenda 2010“ mit grundlegenden Arbeitsmarkt- und Sozialreformen gehen die Grünen auf Distanz zum damaligen Koalitionspartner SPD. Grünen-Fraktionschef Jürgen Trittin macht die SPD für Fehlentwicklungen verantwortlich. Führende SPD-Politiker verteidigten hingegen die „Agenda 2010“. Der damalige Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) hatte am 14. März 2003 im Bundestag ein umfassendes Reformprogramm mit Einschnitten in die sozialen Sicherungssysteme wie Flexibilisierungen beim Kündigungsschutz, Einschnitte beim Arbeitslosengeld sowie die Zusammenlegung von Arbeitslosenhilfe und Sozialhilfe vorgestellt. Die Reformen waren auch in der eigenen Partei umstritten und machte der SPD viele Jahre schwer zu schaffen. Die Gewerkschaften gingen auf Distanz zu den Sozialdemokraten. Die Grünen hätten damals andere Vorstellungen gehabt, sagte Fraktionschef Trittin der „Neuen Presse“ aus Hannover (Dienstagausgabe). So hätten die Grünen einen höheren Regelsatz angestrebt und die Frage des Förderns anstelle des Forderns weiter nach vorne ziehen wollen. „Und wir haben bis zum Schluss dafür plädiert, die Flexibilisierung des Arbeitsmarktes zu verknüpfen mit einem gesetzlichen Mindestlohn“, sagte Trittin. Er fügte hinzu: „Das ist damals nicht von den Grünen blockiert worden, sondern von der Sozialdemokratie und von einem sozialdemokratischen Kanzler. Wenn es nach den Grünen gegangen wäre, hätten wir heute manches Problem nicht.“ Müntefering räumt Korrekturbedarf bei Leiharbeit ein Der frühere SPD-Chef und Bundesarbeitsminister Franz Müntefering verteidigte unterdessen die Hartz-Reformen. „Das war richtig“, sagte Müntefering am Dienstag im ARD-„Morgenmagazin“. Müntefering räumte aber Korrekturbedarf ein. Bei der Leiharbeit „sind wir umkurvt worden“. Der frühere Bundesminister für Wirtschaft und Arbeit, Wolfgang Clement, betonte ebenfalls, es spreche heute alles dafür, sich zu diesem Reformwerk zu bekennen. Die „Agenda 2010“ und die damit verbundenen Arbeitsmarktreformen seien „nicht unmaßgeblich daran beteiligt, dass wir heute eine der besten Arbeitsmarktsituationen in ganz Europa haben“, sagte Clement im Bayerischen Rundfunk. Kritik an der Zeitarbeit ließ 2008 aus der SPD ausgetretene Clement aber nicht gelten. Zeitarbeit habe keine regulären Jobs verdrängt, sondern habe geholfen, Arbeitslose wieder in Arbeit zu bringen. Der Vorsitzende der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di, Frank Bsirske, kann sich mit der „Agenda“-Politik bis heute nicht anfreunden. Dieser Kurs habe „massiv das Kräfteverhältnis zwischen Arbeit und Kapital verschoben und das Kernprofil der SPD, für soziale Gerechtigkeit zu stehen, schwer beschädigt“, sagte Bsirske der „Leipziger Volkszeitung“ (Dienstagausgabe). Lob bekommt Schröder derweil aus der Union. Der Chef der Jungen Union, Philipp Mißfelder“, sagte „bild.de“: „Schröders Agenda hat Deutschland vorangebracht.“ Notwendig seien aber weitere Reformen für mehr Bildung, sichere Sozialsysteme und Wachstum – eine „Agenda 2020“. dapd (Politik/Politik)
