Ökonom Fuest mahnt Griechenland zu größerer Anstrengung

Ökonom Fuest mahnt Griechenland zu größerer Anstrengung Oxford (dapd). Der Ökonom Clemens Fuest warnt nach der Griechenlandwahl vor Euphorie und mahnt das Land zu mehr Anstrengungen. „Es ist ein bisschen einfacher geworden, aber nicht viel einfacher“, sagte der Oxford-Professor und Berater der Bundesregierung am Montag der Nachrichtenagentur dapd. „Jetzt gibt es in Griechenland wenigstens jemanden, mit dem man reden kann“, sagte er nach dem Wahlsieg der konservativen Neue Demokratie (ND), die ein proeuropäisches Bündnis anstrebt. „Aber die Probleme sind nicht gelöst“, sagte Fuest weiter. Die Voraussetzungen für die Auszahlung der nächsten Tranche an Hilfskrediten durch die Staatengemeinschaft seien nicht gegeben. „Wenn die Anpassung hin zu mehr Wettbewerbsfähigkeit nicht gelingt, hat das Land keine Zukunft in der Eurozone“, sagte er. Griechenland sei sehr teuer. „Wenn die Löhne und andere Kosten sinken, dann kommen Unternehmer auf Ideen“, sagte er. Fuest gab sich überzeugt, dass der Umbruch gelingen kann. „Jedes Land hat etwas anzubieten“, sagte er. „Griechenland hat tolle Orte, an denen man Urlaub machen kann. Aber auch Industrien, etwa im Logistikbereich“, sagte er. Der Reformprozess müsse unverändert fortgesetzt werden. Vor einer Aufweichung der Sparauflagen für das Land warnte Fuest. „Wir müssen aufhören, das Land mit weiteren Hilfsprogrammen auf einem Lebensstandard zu halten, den es nicht selbst finanzieren kann“, sagte er. Die Politik und die Finanzinstitute machten das Land auf Dauer abhängig, wenn sie die Hilfen großzügiger gestalteten. „Außerdem kommen dann andere Länder und wollen Konzessionen haben“, fürchtet Fuest im Hinblick auf weitere Krisenländer wie Portugal oder Spanien. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

Erst ein Drittel der deutschen Autofahrer hat E10 ausprobiert

Erst ein Drittel der deutschen Autofahrer hat E10 ausprobiert Berlin (dapd). Auch fast anderthalb Jahre nach der Einführung des Öko-Benzins Super E10 hat erst ein Drittel der betroffenen Autofahrer den umweltfreundlichen neuen Sprit ausprobiert. Das ist das Ergebnis einer am Montag veröffentlichten Umfrage unter 1.000 Bundesbürgern von TNS Infratest im Auftrag des Bundesverbandes der deutschen Bioethanolwirtschaft. Die Zurückhaltung der übrigen Autofahrer wird zumeist mit Bedenken begründet, der Öko-Sprit könnte dem Motor schaden. Deutlich offener für Super E10 sind Autofahrer im Süden Deutschlands mit einem Nutzeranteil von 38 Prozent. Super E10 enthält 10 Prozent Bioethanol aus nachwachsenden Rohstoffen. Der Öko-Anteil soll die Umweltbelastung durch das klimaschädliche CO2 aus dem Auspuff senken. Mehr als 90 Prozent aller Benziner vertragen den Biosprit, wie die Autoindustrie ermittelt hat. E10 ist pro Liter 4 Cent billiger als herkömmliches Superbenzin. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

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Bundesbank lehnt Schuldentilgungsfonds ab

Bundesbank lehnt Schuldentilgungsfonds ab Frankfurt/Main (dapd). Die Deutsche Bundesbank wehrt sich gegen Pläne zur gemeinschaftlichen Haftung der Europartner für einen Teil der Staatsschulden im Rahmen eines Tilgungsfonds. Schon die Bezeichnung „Schuldentigungspakt“ sei missverständlich, weil damit keine harten Einsparauflagen und Überschüsse zur Rückzahlung der Staatschulden einhergingen, heißt es im Monatsbericht der Bundesbank, der am Montag vorgestellt wurde. Die bisherigen Euro-Rettungsfonds EFSF und ESM seien im Kampf gegen die Eurokrise besser geeignet. Für einen Schuldentilgungspakt haben das sich Europaparlament sowie Grüne und SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier ausgesprochen. Die Bundesregierung lehnt die Pläne ab. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

Nebenklage attackiert im RAF-Prozess das Bundesinnenministerium

Nebenklage attackiert im RAF-Prozess das Bundesinnenministerium Stuttgart (dapd). Im Prozess gegen die frühere RAF-Terroristin Verena Becker wegen des Mordanschlags auf Generalbundesanwalt Siegfried Buback im Jahr 1977 hat die Nebenklage in ihrem Plädoyer die Bundesregierung scharf kritisiert. „Auch die Bundesrepublik Deutschland hat ihre Chance nicht genutzt, einen Dreifachmord aufzuklären“, sagte einer der Anwälte von Nebenkläger Michael Buback, dem Sohn des Opfers, am Montag vor dem Oberlandesgericht Stuttgart. Er begründete dies unter anderem damit, dass das Bundesinnenministerium teilweise die Einsicht von wichtigen Unterlagen des Verfassungsschutzes verboten habe. Der Anwalt sagte weiter: „Man kann sich die Frage stellen: Was soll vertuscht werden?“ Die Bundesanwaltschaft fordert wegen Beihilfe zum Mord eine Haftstrafe von viereinhalb Jahren für Becker. Buback, der am Montag während der Plädoyers seiner Anwälte zunächst nicht anwesend war, verlangt hingegen keine Strafe für die heute 59-Jährige. dapd (Politik/Politik)

Schlecker senkt nochmals die Preise

Schlecker senkt nochmals die Preise Ehingen (dapd). Bei der insolventen Drogeriekette Schlecker geht der Ausverkauf in die nächste Runde. Zum Wochenbeginn seien die Preise nochmals deutlich gesenkt worden, teilte der Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz am Montag mit. Auf das gesamte Sortiment würden Rabatte von 50 bis teilweise 70 Prozent gewährt. Vor anderthalb Wochen hatte Schlecker mit Rabatten von 30 Prozent den Ausverkauf begonnen. Voraussichtlich Ende des Monats sollen die mehr als 13.000 Mitarbeiter, vorwiegend Frauen, gekündigt werden. „Ich bin sehr dankbar für das Engagement der Schlecker-Frauen in dieser für sie emotional schwierigen Situation“, sagte Geiwitz. Er betonte, das Geld aus dem Ausverkauf werde gebraucht, um die Verbindlichkeiten gegenüber den Mitarbeitern und anderen Gläubigern der Kette bestmöglich bedienen zu können. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

Mieterbund warnt vor drastischem Wohnungsmangel

Mieterbund warnt vor drastischem Wohnungsmangel Berlin (dapd). Der Deutsche Mieterbund rechnet für die kommenden fünf Jahre mit Hunderttausenden Wohnungen zu wenig. „Bis zum Jahr 2017 werden in Deutschland 825.000 Mietwohnungen, insbesondere in Ballungszentren, Groß- und Universitätsstädten fehlen, wenn so weitergebaut wird wie bisher“, warnte Verbandsdirektor Lukas Siebenkotten am Montag in Berlin. Konsequenz wären noch schneller steigende Mieten. Schon heute fehlten nach einer Untersuchung des Pestel-Instituts in Hannover mehr als 100.000 Mietwohnungen in den zehn Großstädten Deutschlands. Bis 2017 werde die Zahl auf 825.000 steigen, wenn weiterhin nur 60.000 bis 70.000 Einheiten jährlich gebaut würden. „Die Bundesregierung muss die steuerlichen Rahmenbedingungen für den Wohnungsneubau verbessern und ein klares Bekenntnis für den sozialen Wohnungsbau abgeben“, forderte Siebenkotten. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

Auch mein Unternehmen wird sein Ende finden

Auch mein Unternehmen wird sein Ende finden München (dapd). Der Schrauben-Unternehmer und Milliardär Reinhold Würth rechnet irgendwann mit dem Ende seines Unternehmens. „Ein Unternehmen ist ein lebendiges Gebilde. Und alles Lebendige hat seine Zeit“, sagte er in einem Interview mit der „Süddeutschen Zeitung“. „Auch mein Unternehmen wird irgendwann sein Ende finden. Hundertprozentig“, sagte er. Laut Würth, der eine bedeutende Kunstsammlung hat und in mehreren Museen ausstellt, sind die Werke Teil des Firmenkapitals. „Womöglich muss sie einmal verkauft werden, um Arbeitsplätze zu retten.“ Seine Tochter Bettina, die derzeit den Beirat führt, der für die Kontrolle der Würth-Gruppe mit Sitz in Künzelsau zuständig ist, mache einen „tollen Job“. Sie solle ihm aber nicht als Stiftungsratsvorsitzende nachfolgen. Die Zusammensetzung des Gremiums aus fünf Leuten habe er schon festgelegt: „Zwei familienexterne, die ihre Nachfolge selbst bestimmen.“ Dazu kämen drei Delegierte aus dem Familienrat. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

Windreich denkt über Börsengang nach

Windreich denkt über Börsengang nach Berlin (dapd). Die Windreich AG erwägt, noch in diesem Herbst an die Börse zu gehen. „Wir schaffen aktuell im Unternehmen die Voraussetzungen dafür“, sagte Willi Balz, Vorstandsvorsitzender des nach eigenen Angaben größten deutschen Entwicklers von Offshore-Windparks, der Zeitung „Die Welt“. „Wir wären ab Herbst bereit“, fügte er hinzu. Hierzu wäre er als Unternehmensgründer bereit, sich von etwa 25 Prozent seines Firmenanteils zu trennen und als platziertes Kapital einzusetzen, sagte Balz. Eine endgültige Entscheidung sei aber noch nicht gefallen. Das Wolfschlugener Unternehmen hat nach eigenen Angaben bisher über 1.000 Windkraftanlagen geplant und gebaut. Im vergangenen Jahr stieg der Bilanzgewinn von 2,0 Millionen auf rund 11,9 Millionen Euro. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

Fresenius kommt der Übernahme von Rhön-Klinikum näher

Fresenius kommt der Übernahme von Rhön-Klinikum näher Bad Homburg (dapd). Der Gesundheitskonzern Fresenius hat bei der Übernahme des Krankenhaus-Betreibers Rhön-Klinikum eine weitere Hürde genommen. Der ehemalige Aufsichtsratschef und Großaktionär Eugen Münch und seine Frau hätten ihr gesamtes Aktienpaket über 12,45 Prozent des Grundkapitals an Fresenius verkauft, teilte der DAX-Konzern am Montag in Bad Homburg mit. Das Paar hatte diesen Schritt zuvor zugesichert. Zu Fresenius gehört bereits das Klinikunternehmen Helios, das mit der Rhön-Klinikum AG zusammengeführt werden soll. Das Kaufangebot hat ein Volumen von 3,1 Milliarden Euro und läuft noch bis zum 27. Juni. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

RWE will keine Atomkraftwerke mehr bauen

RWE will keine Atomkraftwerke mehr bauen Essen (dapd). Der künftige RWE-Chef Peter Terium zieht einen Schlussstrich unter den Pro-Atom-Kurs seines Vorgängers Jürgen Großmann. Deutschlands zweitgrößter Energieversorger RWE werde keine neuen Atomkraftwerke mehr bauen, weder im Ausland noch im Inland, sagte der Manager wenige Wochen vor seinem Amtsantritt. Das finanzielle Risiko von Reaktor-Neubauten sei „für den Konzern nicht zumutbar“. Der Schritt hatte sich bereits Ende März abgezeichnet, als RWE und E.on ihre Pläne aufgaben, gemeinsam in Großbritannien mit einem Kostenaufwand von bis zu 17 Milliarden Euro fünf bis sechs neue Atomkraftwerke zu bauen. Das eigens dafür gegründete Gemeinschaftsunternehmen Horizon Nuclear Power steht nun zum Verkauf. Statt in Atomkraft will Terium verstärkt in erneuerbare Energien investieren. Dabei kommt auch die bislang von RWE eher kritisch beurteilte Solarenergie zu neuen Ehren. Der Preisverfall bei Solarmodulen sei um ein Vielfaches höher ausgefallen als erwartet, sagte Terium. Vor allem in Südeuropa und Nordafrika würden Investitionen in Sonnenenergie damit attraktiv. Doch auch in Deutschland sei das Unternehmen bereit, zusammen mit Partnern wie etwa den Stadtwerken den Bau von Solarparks voranzutreiben, wenn der Subventionsrahmen stimme. Terium setzt sich damit deutlich von seinem Vorgänger Großmann ab, der einer der profiliertesten Atomkraft-Befürworter in Deutschland war und in Schlüsselrolle bei der Verlängerung der Reaktorlaufzeiten kurz vor der Atomkatastrophe von Fukushima spielte. Auch nach der Energiewende hatte Großmann wenig Zweifel daran gelassen, dass er den raschen Ausstieg aus der Kernenergie für einen Fehler hielt. Doch auch beim Bau neuer Gas- und Kohlekraftwerke tritt Terium auf die Bremse. Auch konventionelle Kraftwerksprojekte werde RWE „in absehbarer Zeit“ nicht in Angriff nehmen, sagte der Manager. Die regulatorischen Rahmenbedingungen dafür seien in Europa zurzeit nicht gegeben. Der Hintergrund: Wegen des Einspeisevorrangs für erneuerbare Energien und gesunkener Großhandelspreise wird der Betrieb konventioneller Kraftwerke für die Energiekonzerne zunehmend unattraktiv. Terium rückt zum 1. Juli an die Spitze des zweitgrößten deutschen Versorgers. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

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