Düsseldorf/Karlsruhe (dapd). Der Energieversorger EnBW hat seine internen Strukturen aufgrund der dubiosen Verträge mit dem russischen Geschäftsmann Andrej Bykow umgestellt. Nach Aufdeckung der Vorfälle sei das ganze Thema Compliance neu angepackt worden, sagte der Vorstandsvorsitzende Hans-Peter Villis dem „Handelsblatt“. „In diesem Zusammenhang haben wir das Thema Revision neu aufgesetzt, die Satzungen und Geschäftsordnungen angepasst und zum Beispiel ein qualifiziertes Vier-Augen-Prinzip eingeführt“, sagte er. Zudem müsse anders als früher bei allen wichtigen Verträgen der Rechtsbereich eingebunden werden. Der im September aus seinem Amt scheidende Villis wurde 2007 Chef des drittgrößten deutschen Energieversorgers und machte sich 2009 an die Aufarbeitung der Verträge mit Bykow. EnBW hatte mit Bykow Geschäfte gemacht, die beim Konzern zu Abschreibungen von 130 Millionen Euro führten und derzeit ein Schiedsgericht in der Schweiz beschäftigen. In dem Zusammenhang verklagte der Konzern auch vier Manager auf Schadenersatz. Bei Villis‘ Vorgänger Utz Claassen habe der Konzern jedoch keine Belege gefunden, „dass er sich rechtlich falsch verhalten hat“. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
IZA-Direktor warnt vor sozialen Unruhen in Krisenstaaten
Düsseldorf (dapd). Der Direktor des Instituts zur Zukunft der Arbeit (IZA), Klaus Zimmermann, schließt soziale Unruhen als Folge der Eurokrise nicht aus. Er teile die Einschätzung der Internationalen Arbeitsorganisation, dass eine massiv steigende Erwerbslosigkeit Unruhen in der Eurozone auslösen könnte, sagte Zimmermann dem „Handelsblatt“ (Onlineausgabe). Auf die Gewerkschaften komme daher eine „große Bewährungsprobe“ zu. Sie dürften nicht „durch populistische Kampagnen“ die Ängste der Bürger in den Schuldenstaaten zusätzlich schüren, sagte Zimmermann. Der Ökonom plädierte dafür, dass Deutschland bei der Bewältigung der Arbeitslosigkeit in diesen Ländern hilft. Zimmermann verwies auf Zahlen des Deutschen Industrie- und Handelskammertages, wonach hierzulande in diesem Jahr rund 80.000 Lehrstellen unbesetzt blieben. Daher sei es „klug, ausbildungswilligen jungen Griechen, Spaniern, Italienern bei uns eine Chance zu geben“. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Opel verkauft offenbar deutlich weniger Autos
Berlin (dapd). Der Absatz beim kriselnden Autohersteller Opel ist seit Jahresbeginn offenbar massiv zurückgegangen. So seien die Verkäufe im ersten Halbjahr um rund acht Prozent geschrumpft, berichtet die „Bild“-Zeitung am Freitag unter Berufung auf Firmenkreise. Ein Grund dafür sei die Krise in Südeuropa, hieß es demnach bei Opel. Am 2. August legt die amerikanische Opel-Mutter General Motors (GM) die Zahlen für das erste Halbjahr vor. Auch angesichts der Verkaufsschwäche habe GM nicht mehr daran geglaubt, mit Karl-Friedrich Stracke an der Spitze des Unternehmens die Wende zu schaffen, meldete das Blatt weiter. Stracke war am Donnerstag zurückgetreten. Für ihn übernimmt vorläufig GM-Strategiechef Steve Girsky das Ruder, der auch den Opel-Aufsichtsrat leitet. Als aussichtsreicher Kandidat für den Chefposten gelte Opel-Strategievorstand Thomas Sedran, berichteten mehrere Medien übereinstimmend. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
ver.di fordert die Neckermann-Führung zu Verhandlungen auf
Frankfurt/Main (dapd). Die Gewerkschaft ver.di hat die Geschäftsführung des angeschlagenen Versandhändlers Neckermann zu Verhandlungen aufgefordert und zugleich Gesprächsbereitschaft signalisiert. Ursprünglich geplante Streiks könnten nach einer Entscheidung der betrieblichen Einigungsstelle ausgesetzt werden, teilte ver.di in Frankfurt am Main mit. Die Einigungsstelle, die zu gleichen Teilen mit Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertretern besetzt ist, hatte entschieden, dass ein Sozialplan aus dem Jahr 2005 weiterhin Gültigkeit hat. Über einen vom Management beabsichtigten Abbau von 1.380 der rund 2.400 Stellen in Deutschland war keine Einigung erzielt worden. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Bette bringt Wasser in Form
Paderborn. Mitunter eine ganz heiße Angelegenheit war der Besuch einer Delegation der Wirtschaftsjunioren Paderborn + Höxter beim Familienunternehmen Bette GmbH & Co. KG in Delbrück. Denn bei der rund zweistündigen Betriebsbesichtigung ging es auch an frisch emaillierten Badewannen vorbei. Denn das Email wird bei weit über 800 Grad Celsius gebrannt. Und hoch über den Köpfen der Besucher strebten bei laufender Produktion aufgehängte Wannen ihrer Bestimmung entgegen.
Wettbewerbsvorteile mit MODUS FOODVISION in der Schweiz
Gütersloh. Was macht den Erfolg von ERP-Projekten aus? Worauf sollte ein Unternehmen bei der Implementierung achten? Welche Vorzüge bietet MODUS FOODVISION? Antworten auf diese Fragen erhielten die Teilnehmer des Food Round Table aus erster Hand von der Pacovis AG.
Weiter Streit um Gorleben
Frankfurt/Main (dapd-nrd). Niedersachsens SPD kritisiert die Pläne von Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) für ein Endlagersuchgesetz. „Wenn wir von einer weißen Landkarte sprechen, darf sie nicht von Anfang an einen Fleck namens Gorleben haben“, sagte der SPD-Landesvorsitzende Stephan Weil der „Frankfurter Rundschau“ laut Vorabbericht. Nach 35 Jahren Debatte sei erwiesen, dass der Salzstock als atomares Endlager geologisch ungeeignet sei. Weil sagte, Altmaiers Ansatz einer ergebnisoffenen Standortsuche für ein Atommüllendlager sei vom Prinzip her völlig richtig, der Einschluss Gorlebens aber völlig falsch. Weil räumte ein, dass er eine weitere Erkundung des Gorlebener Salzstocks im Falle seines Sieges bei der Landtagswahl im Januar 2013 nicht verhindern könne. „Ich bin Realist. Wenn es jetzt einen großen parteiübergreifenden Vorschlag geben sollte, wird der so schnell nicht wieder zu verändern sein“, sagte der Spitzenkandidat. dapd (Politik/Politik)
Ein Mann am falschen Platz
Regensburg (dapd-bay). Der oberste katholische Glaubenshüter, Erzbischof Gerhard Ludwig Müller, hat den Menschenrechtsbeauftragten der Bundesregierung, Markus Löning (FDP), scharf kritisiert und sich indirekt für seinen Rücktritt ausgesprochen. Löning sei „ein Mann am falschen Platz“, sagte der Präfekt der Glaubenskongregation in einem dapd-Interview und warf dem FDP-Politiker „schreiendes Fehlverhalten“ vor. Löning hatte auf seiner Facebook-Seite den Spruch „Too stupid to understand science – Try religion!“ (Zu dumm, die Wissenschaft zu verstehen – versuch es mit der Religion) verbreitet. Anschließend soll er laut Medienberichten unter anderem gesagt haben, er habe die Toleranz von gläubigen Menschen prüfen wollen. Müller sprach von einem „totalen Widerspruch“. Ein Menschenrechtsbeauftragter verletze die Menschenwürde gläubiger Menschen und wolle sich auch noch damit rechtfertigen, „dass er diejenigen, die er beleidigt, jetzt auch noch testen will“. Auch der evangelische Berliner Landesbischof Markus Dröge hatte dem FDP-Politiker eine Abwertung religiösen Denkens vorgeworfen. Löning hat den Eintrag inzwischen gelöscht. dapd (Politik/Politik)
Mappus schnappt zurück
Berlin (dapd-bwb). Stefan Mappus zeigt sich kampfeslustig. Baden-Württembergs früherer Ministerpräsident wertete die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens im Zusammenhang mit dem Kauf von Anteilen des Energieversorgers EnBW am Freitag als Ergebnis von Nachstellungen der grün-roten Landesregierung. Parteifreunden, die sich von ihm distanzierten, warf der CDU-Politiker in der „Bild“-Zeitung (Onlineausgabe) Opportunismus vor. Nur die Staatsanwaltschaft nahm er von der Kritik aus. Mappus hatte den Kauf von EnBW-Aktien durch das Land Baden-Württemberg Ende 2010 am Parlament vorbei eingefädelt. Der Staatsgerichtshof in Stuttgart erklärte dies später für verfassungswidrig. Der Landesrechnungshof rügte eine grobe Verletzung von Rechtsvorschriften. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts auf Untreue. Mit der Aufklärung der Vorgänge ist ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss beschäftigt. Mappus sagte, er gehe davon aus, dass sich die Vorwürfe des Rechnungshofes als haltlos erweisen werden. „Ich war, bin und bleibe überzeugt davon, dass der Preis in Ordnung ist“, sagte er. Mappus kritisierte das von Finanzminister Nils Schmid (SPD) präsentierte Gutachten, das zu dem Ergebnis kommt, dass das Land dem französischen EdF-Konzern damals 840 Millionen Euro zu viel gezahlt habe. Mappus sagte, ein Gutachten der Landesbank Baden-Württemberg habe den von ihm ausgehandelten Preis bestätigt. Die Landesregierung seines Nachfolgers Winfried Kretschmann (Grüne) habe nichts ausgelassen, was ihm schaden könne. „Ich habe allerdings von Herrn Kretschmann und seiner Mannschaft nichts anderes erwartet“, sagte er. Mappus sagte, an die Nieren gehe ihm die Distanzierung einiger CDU-Freunde. Allerdings sei deren Verhalten nicht außergewöhnlich. „Da sind im Regelfall diejenigen als Erstes weg, die zuvor gar nicht nahe genug bei einem sein konnten“, sagte er. „Hierbei gibt es Verhaltensmuster, die einen wenig bis gar nicht überraschen.“ Als Beispiel nannte der den CDU-Landtagsfraktionsvorsitzenden Peter Hauk. Der Staatsanwaltschaft machte Mappus keine Vorwürfe. „Nach dem Rechnungshofgutachten und den darauf folgenden Medienberichten war für mich klar, dass die Staatsanwaltschaft reagieren muss“, sagte er. Die Hausdurchsuchungen vom Mittwoch eröffneten ihm die Möglichkeit, die Vorwürfe zu widerlegen. Mappus sagte, an seiner Freundschaft zu dem Morgan-Stanley-Banker Dirk Notheis habe sich nichts geändert. Vorwürfe, er habe sich von Notheis beim EnBW-Kauf steuern lassen, konterte Mappus mit der Bemerkung: „Einmal bin ich beratungsresistent, dann wieder bin ich ferngesteuert – meine politischen Gegner sollten sich schon festlegen.“ Mappus beteuerte, er habe auch beim EnBW-Kauf mit allen Mitteln zum Wohle Baden-Württembergs gearbeitet. Allerdings würde er heute bei einem solchen Geschäft den Landtag einschalten. (Das Mappus-Interview: http://url.dapd.de/tnUcxx ) dapd (Politik/Politik)
Nvidia will Prozessoren in immer mehr Autos bringen
Stuttgart (dapd). Der US-amerikanische Grafikprozessorhersteller Nvidia sieht die deutschen Autohersteller ganz vorn bei der Integration von Elektronik in ihre Fahrzeuge. „Die deutschen Unternehmen zeigen eindeutig, dass sie zu den vorausschauendsten der Branche gehören“, sagte Daniel Shapiro, bei Nvidia für Automobilmarketing zuständig, der Nachrichtenagentur dapd. Premiummarken wie Daimler, BMW oder Audi böten schon heute Technologien in ihren Oberklasse-Limousinen an, die erst später auch in günstigeren Modellen zum Einsatz kommen würden. Als Beispiele nannte er die Adaptive Geschwindigkeitsregelung, bei der das Fahrzeug auf Knopfdruck Abstand zum vorausfahrenden Auto einhält oder Detektoren, die vor Fahrzeugen oder Fußgängern im toten Winkel warnen. Die Rolle der Technologie in Autos werde ständig zunehmen, sagt er. „Die Leute haben heute ganz andere Vorstellungen, wenn sie ein Auto kaufen.“ Immer mehr wollten ihr Smartphone im Auto nutzen können und auch unterwegs vernetzt sein. Nvidia, das durch Grafikchips vor allem bei Computerspielern bekannt ist, will davon profitieren. „Das birgt ein enormes Wachstumspotenzial für uns“, sagte Shapiro. Die genauen Umsatzzahlen nach Segmenten verrät das Unternehmen nicht. „Aber wir sehen ein ständiges Wachstum und sind sehr zufrieden damit“, sagt Shapiro über den Automotive-Bereich. Jeder große Autohersteller habe schon bei Nvidia angeklopft, um zu schauen, was mit den Prozessoren der Firma möglich ist. Derzeit sind Nvidia-Chips in mehr als 35 Fahrzeugmodellen eingebaut und treiben die Infotainment- oder Navigationssysteme an. Dabei werden die Prozessoren vor allem in hochpreisigen Fahrzeugen eingesetzt. „Es ist nicht unser Ziel, billiges Zeug anzubieten, sondern wir versuchen immer, das Beste herauszuholen“, sagte Shapiro. Deswegen finde sich Nvidia-Technik heute vor allem bei Herstellern wie Lamborghini, dem Elektrofahrzeug-Pionier Tesla oder auch im neuen Audi A3. Demnächst werde auch die BMW-Gruppe im Mini auf Chips von Nvidia setzen. Aber mit der Zeit setze ein „Wasserfall-Effekt“ ein, der dazu führe, dass die Kosten immer weiter runtergehen und die Chips auch in günstigeren Modellen eingesetzt werden. So werde das Audi-System bald auch im neuen Golf und im Skoda Octavia eingesetzt. Auch bei der Individualisierung und der Gewichtseinsparung in Autos könne Nvidia helfen. Dadurch, dass Anzeigen wie Geschwindigkeit oder Temperatur nicht mehr über Instrumente, sondern über ein Display angezeigt würden, werde Gewicht reduziert. Das Anzeigenfeld könne dann individuell gestaltet werden, etwa in den Farben des Lieblingsvereins. Die Ideen gehen aber noch weiter. „Wir könnten ein Display in Sichthöhe auf die Windschutzscheibe projizieren, das relevante Informationen zeigt wie Navigationsinstrumente, Wetter oder Benzinpreise.“ Da immer mehr Kameras und Sensoren ins Auto eingebaut werden, sind auch die nächsten Schritte nach Auffassung Shapiros nicht weit. „Es liegt an den Herstellern, wie weit sie das treiben wollen“, sagte er. Aber bis ein Fahrzeug ganz alleine fahren könne, sei es noch ein Zeitraum von etwa einem Jahrzehnt. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
