Berlin (dapd). Reis wird in Deutschland offenbar immer beliebter. Im vergangenen Jahr aß jeder Deutsche durchschnittlich 5,4 Kilogramm des Lebensmittels, wie das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz am Donnerstag mitteilte. Damit sei der Pro-Kopf-Reisverbrauch mehr als doppelt so hoch wie noch vor 20 Jahren. Der größte Reisproduzent der Welt sei China. Dort würden pro Jahr knapp 200 Millionen Tonnen der kleinen, weißen Körner angebaut. Größter Exporteur ist jedoch Thailand mit etwa neun Millionen Tonnen Reis pro Jahr. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Volkswagen erlebt in Amerika den besten Oktober seit 40 Jahren
Herndon (dapd). Die Marke Volkswagen bleibt auf dem US-Markt auf der Überholspur: Mit einem Wachstum von mehr als 22 Prozent auf 34.000 Neuwagen verzeichnete der deutsche Hersteller den besten Oktober seit 40 Jahren in Amerika. Dabei lieferte das neue Modell des US-Passat mit einem Wachstum von 66 Prozent den stärksten Beitrag, wie VW am Donnerstag am US-Sitz in Herndon mitteilte. Auch die Modelle Tiguan und Golf legten kräftig zu. Bis Ende Oktober hat VW bereits 357.000 Fahrzeuge verkauft, ein Plus von 36 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Zuvor hatte bereits der US-Hersteller Chrysler ein Wachstum von zehn Prozent auf 126.000 verkaufte Neuwagen gemeldet. Der US-Automarkt setzt damit offenbar seinen seit Monaten anhaltenden Boom fort. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Insolvenzverfahren für P+S Werften eröffnet
Stralsund/Wolgast (dapd). Für die angeschlagenen P+S Werften in Stralsund und Wolgast ist am Donnerstag das Insolvenzverfahren eröffnet worden. Betroffen sind 1.750 Mitarbeiter. Damit gehe die Verfügungsgewalt an den Insolvenzverwalter Berthold Brinkmann und den Gläubigerausschuss über, sagte ein Sprecher des Amtsgerichts Stralsund. Der Insolvenzrichter habe die Gläubiger aufgefordert, bis 14. Dezember ihrer Forderungen beim Insolvenzverwalter anzumelden. Insgesamt sollen sich die Verbindlichkeiten beider Werften auf mehr als eine halbe Milliarde Euro belaufen. Die Gläubigerversammlung wurde für 17. Januar 2013 in der Volkswerft Stralsund einberufen. Am Donnerstag startete auch eine Transfergesellschaft zur Vorbereitung von zunächst 1.070 ehemaligen Mitarbeitern auf den ersten Arbeitsmarkt. Das Land und der Europäische Sozialfonds stellten dafür 24,2 Millionen Euro zur Verfügung. Mit einer zusätzlichen Million Euro wird die weitere Ausbildung von Lehrlingen finanziert. 350 Firmen melden vakante Stellen Nach Angaben des Geschäftsführers der Transfergesellschaft Küste, Oliver Fieber, meldeten inzwischen etwa 350 norddeutsche Firmen vakante Stellen, darunter Unternehmen aus dem Schiffbau und dem Offshore-Bereich. Mit den ersten ehemaligen Werft-Mitarbeitern würden schon in den nächsten Tagen Vermittlungsgespräche geführt. Unter anderem könnten Schweißer für Schweißverfahren an neuartigen Werkstoffen und kaufmännische Mitarbeiter für moderne Softwareprogramme geschult werden. Mecklenburg-Vorpommerns Sozialministerin Manuela Schwesig (SPD) sagte, jetzt sei es wichtig, dass hochqualifizierte Beschäftigte an den Standorten Stralsund und Wolgast gehalten würden. „Künftige Investoren sind auf gut ausgebildete und motivierte Fachleute angewiesen“, betonte die SPD-Politikerin. Modernisierung von sechs Versorgungsschiffen abgeschlossen Unterdessen schloss die Peene-Werft die Instandsetzung und Modernisierung von sechs Versorgungsschiffen der Deutschen Marine ab. Als letztes der Schiffe verließ am Donnerstag der Versorger „Main“ den Peenestrom, wie die Werftengruppe mitteilte. Das 100 Meter lange Schiff sei komplett instand gesetzt worden, sagte Betriebsrat Carsten Frick. Unter anderem wurden der Wohnbereich und die Maschinenanlagen erneuert. Das Schiff wird hauptsächlich zur Versorgung von Korvetten- und Bootsgeschwadern in See mit Kraftstoff, Wasser, Lebensmitteln, Ersatzteilen und Munition eingesetzt. An Bord befinden sich auch eine Krankenstation, Abwasseraufbereitungsanlagen und eine Müllentsorgung. Die in der Peene-Werft verbliebenen 380 von 490 Mitarbeitern reparieren gegenwärtig vier Minenjagdboote. Darüber hinaus befinden sich ein Einsatzschiff für die schwedische Küstenwache sowie Teile der neuen Fregatte F 125 in Bau. Das 150 Meter lange Schiff von Blohm + Voss in Hamburg soll voraussichtlich 2016 in Dienst gehen. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Marks Spencer greift deutschen Versandhandel an
Hamburg (dapd). Die größte britische Kaufhauskette Marks & Spencer (M&S) fordert deutsche Versandhandelsunternehmen wie Otto oder Zalando heraus: Der auf Kleidung spezialisierte Anbieter eröffnet am 19. November einen Online-Shop in Deutschland mit zunächst 15.000 Artikeln. Gleichzeitig geht M&S im Internet auch nach Spanien, Belgien und Österreich, wie der Konzern am Donnerstag in Hamburg mitteilte. Schon heute gehören deutsche Kunden zu den größten Käufergruppen auf der englischen Internetseite des Handelsunternehmens, wie es hieß. Das 1884 gegründete Marks & Spencer betreibt weltweit rund 1.100 Kaufhäuser und hat mehr als 80.000 Mitarbeiter. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
SPD kritisiert schleppende Aufklärarbeit nach NSU-Pannenserie
Berlin (dapd). Ein Jahr nach dem Auffliegen der rechten Terrorgruppe NSU wirft SPD-Fraktionsgeschäftsführer Thomas Oppermann der Bundesregierung vor, bei den notwendigen Konsequenzen hinterherzuhinken. „Ich kann leider nicht erkennen, dass die Bundesregierung den Umbau der Sicherheitsbehörden mit Präzision und Entschlossenheit vorantreibt“, sagte Oppermann am Donnerstag in Berlin. Zudem agierten die Behörden „teilweise grauenhaft“ bei der Aufarbeitung ihrer eigenen Ermittlungspannen, sagte Oppermann. Akten würden vernichtet oder zurückgehalten, wichtige Informationen kämmen nur scheibchenweise ans Licht und es werde versucht, Fehler zu relativieren. Die Terrorgruppe Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) flog vor einem Jahr auf, nachdem die beiden Terroristen Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt am 4. November 2011 Selbstmord begangen hatten. Das mutmaßlich dritte NSU-Mitglied, Beate Zschäpe, stellte sich wenige Tage später und sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Der Gruppe werden zehn Morde, zwei Sprengstoffanschläge und mindestens 15 Banküberfälle zur Last gelegt. dapd (Politik/Politik)
Zeitung: Bundesagentur für Arbeit rechnet 2013 mit Milliardendefizit
Berlin/Nürnberg (dapd). Die Bundesagentur für Arbeit (BA) erwartet laut einem Zeitungsbericht im nächsten Jahr wieder in die roten Zahlen zu rutschen: Der Vorstand rechnet im Haushaltsentwurf 2013 mit einem Minus von 1,2 Milliarden Euro, berichtet die Zeitung „Die Welt“ (Onlineausgabe) unter Berufung auf Verwaltungsratskreise. Allerdings könnte die Agentur, die 2012 mit einem Überschuss von mehr als zwei Milliarden Euro rechnet, das Defizit aus eigenen Mitteln decken. Der Vorstand gehe bei seiner Finanzplanung für das kommende Jahr nunmehr von einer durchschnittlichen Arbeitslosenzahl von 2,9 Millionen statt 2,78 Millionen aus, heißt es weiter. Auch die Mittel für das Kurzarbeitergeld sollen dem Bericht zufolge von derzeit knapp 500 Millionen leicht aufgestockt werden. Eine Agentur-Sprecherin wollte den Bericht auf dapd-Anfrage am Donnerstag nicht kommentieren. Sie verwies aber auf die Verwaltungsratssitzung am 9. November, auf der der Haushalt für 2013 beraten werden soll. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Wagenknecht soll NRW-Linke im Bundestagswahlkampf anführen
Herne (dapd). Die Linke in Nordrhein-Westfalen will mit Sahra Wagenknecht als Spitzenkandidatin in den kommenden Bundestagswahlkampf ziehen. Der Landesrat der Partei sprach sich am Donnerstag in Herne mit „überwältigender Mehrheit“ für die gebürtige Jenaerin aus, wie der Landessprecher der Linken, Rüdiger Sagel, sagte. Lediglich 3 der 123 Delegierten stimmten demnach gegen Wagenknecht, 4 Delegierte enthielten sich. Damit ist jedoch noch nicht die endgültige Entscheidung über die Spitzenkandidatur gefallen. Diese will die Linke auf ihrem Landesparteitag in etwa drei Monaten treffen. Der Landesrat der Partei habe aber bereits ein eindeutiges Signal gesendet, sagte Sagel. dapd (Politik/Politik)
Deutsche Chemieindustrie stagniert
Frankfurt/Main (dapd). Die Chemieindustrie leidet weiter unter der Konjunkturschwäche in Deutschland und Europa. Nur die anziehenden Exporte nach Übersee hielten den Umsatz der deutschen Chemiebranche im dritten Quartal nahezu konstant. Die Branche erlöste von Juli bis September 44,9 Milliarden Euro und erreichte fast den Umsatz des Vorquartals von 45,2 Milliarden Euro, wie der Verband der Chemischen Industrie (VCI) am Donnerstag in Frankfurt am Main mitteilte. Auch im Gesamtjahr werde der Umsatz vermutlich stagnieren, erklärte der VCI. Der Inlandsumsatz der Chemiebranche blieb von Juli bis September ein Prozent hinter dem Vorquartal zurück, während die Exporterlöse um ein Prozent anzogen. Verglichen mit dem Vorjahresquartal stieg der Umsatz um zwei Prozent. Dabei wuchsen die Exporte um 5,0 Prozent, während die Erlöse im Inland um 2,5 Prozent sanken. Das dritte Quartal fiel damit für die Chemieindustrie etwas besser aus als das erste Halbjahr, in dem der Gesamtumsatz noch um ein halbes Prozent gesunken war. Die Branche weitete ihre Produktion sogar um 1,5 Prozent aus. Das führte aufgrund sinkender Preise allerdings nicht zu höheren Umsatzerlösen. „Kein Anzeichen einer Trendwende“ Derzeit stagniere das Geschäft der chemischen Industrie, sagte VCI-Präsident Karl-Ludwig Kley. „Der leichte Anstieg der Produktion in diesem Quartal ist kein Anzeichen einer Trendwende.“ Für einen Aufschwung in der EU sehe der Verband derzeit nur eine geringe Chance. Die Hoffnung auf eine Erholung bereits in der zweiten Jahreshälfte habe sich nicht erfüllt. Die Industriekunden der Branche in Deutschland spürten inzwischen konjunkturellen Gegenwind. Der VCI hält allerdings auch übertriebenen Konjunkturpessimismus für unangebracht. In Deutschland gebe es weiter keine rezessive Entwicklung, die Exporterfolge stützten weiter die Wirtschaft. Verbandspräsident Kley sagte, die Chemieunternehmen seien „auf außereuropäischen Märkten weiter erfolgreich und können dadurch die Umsatzdefizite in der EU schließen“. Nach Angaben des VCI zogen die Exporte in die USA, nach Südamerika und Asien im dritten Quartal weiter an. Unterm Strich lagen die Ausfuhren nach Nordamerika von Juli bis September 25,5 Prozent höher als im Vorjahresquartal. Die Exporte nach Lateinamerika stiegen um 18,0 Prozent und die nach Asien um 15,5 Prozent. Die Ausfuhren ins europäische Ausland legten dagegen im Jahresvergleich nur um ein Prozent zu und schrumpften damit preisbereinigt leicht. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Ex-Wirtschaftsminister Müller soll Chef der RAG-Stiftung werden
München (dapd). Der frühere Bundeswirtschaftsminister Werner Müller soll laut einem Medienbericht Chef der RAG-Stiftung werden und damit den Ausstieg aus dem deutschen Steinkohlebergbau leiten. „Der Name Müller wird am Freitag festgeklopft“, sagte die saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) der „Süddeutschen Zeitung“. Dann will das neu zusammengesetzte Kuratorium der Stiftung in Berlin zusammenkommen. Ein Sprecher der RAG-Stiftung wollte den Bericht am Donnerstag nicht kommentieren. Für den parteilosen Energiemanager Müller, der von 1998 bis 2002 das Wirtschaftsressort in einer rot-grünen Bundesregierung leitete und später die Führung des RAG-Konzerns übernahm, wäre die Wahl an die Spitze der Stiftung ein Erfolg im zweiten Anlauf. Vor fünf Jahren war er am Widerstand der damals CDU-geführten Landesregierung von Nordrhein-Westfalen gescheitert. Im Kuratorium der Stiftung sitzen neben Kramp-Karrenbauer auch Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD), Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU), Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) und der Vorsitzende der Bergbaugewerkschaft IG BCE, Michael Vassiliadis. Dazu kommen acht weitere Mitglieder, von denen sechs neu in dem Gremium sind. Mit der Einigung auf Müller würde ein monatelanger Streit um die Führungspersonalie bei der Stiftung enden. Die RAG-Stiftung soll die bis Ende 2018 geplante Abwicklung des Steinkohlebergbaus finanzieren. Dazu gehören etwa die Kosten für das auch nach der Stilllegung der letzen Zechen weiterhin notwendige Absenken des Grundwasserspiegels im Ruhrgebiet. Um die nötigen Milliarden aufzubringen, setzt die Stiftung auch auf Erlöse aus einem Börsengang des aus der RAG hervorgegangenen Chemiekonzerns Evonik, an dem sie die Mehrheit hält. Im Juni hatte die Stiftung den Gang aufs Parkett kurzfristig abgesagt, weil ihr der erzielbare Preis zu niedrig erschien. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Fanforscher: Krawalle in Hannover erinnern an alte Hooligan-Zeiten
Berlin (dapd-nrd). Der Fanforscher Harald Lange erkennt in den Hannoveraner Fußball-Ausschreitungen ein Wiederaufleben überwundener Hooligan-Strukturen in neuer Form. „Sei es das sogenannte Cyber-Mobbing gegen einzelne Spieler, das Nachstellen von Spielern, das Verfolgen von Bussen oder der nun in Hannover in Ansätzen erfolgte Versuch, ein Stadion zu stürmen“, sagte der Professor für Sportwissenschaften an der Universität Würzburg am Donnerstag der Nachrichtenagentur dapd. „Ich kann mich nicht erinnern, dass ich so etwas schon einmal in der Form mitbekommen habe.“ Den Leiter des Institutes für Fankultur, eines interdisziplinären Forscher-Zusammenschlusses erinnern die Vorfälle an den Hooliganismus der 80er und 90er Jahre. „Man könnte von einem Revival alter Muster sprechen, die jetzt vereinzelt wieder auftauchen“, sagte Lange. „Man muss aufpassen, ob sich daraus eine Serie, eine Strategie oder wieder eine Bewegung entwickelt.“ Zugleich warnte er aber auch vor einer Überdramatisierung der Ereignisse. Zahlreiche Anhänger von Dynamo Dresden waren am Mittwochabend am Rande der 3:4-Niederlage nach Elfmeterschießen bei Hannover 96 durch gewaltsame Aktionen aufgefallen. Sie hatten versucht, ins Stadion einzudringen, Feuerwerkskörper auf den Rängen gezündet und nach dem Spiel den Innenraum gestürmt. dapd (Vermischtes/Politik)
