Vier Personen präsentieren Produkte und freuen sich auf einen Abend zum nachhaltigen Genuss auf Schloss Benkhausen
Maik Ostendorf (von links), Larissa Mattlage, Alexander Wellmann und Mark Wehmer freuen sich auf einen Abend, der im Zeichen des nachhaltigen Genusses steht. Foto: Schloss Benkhausen

Nachhaltiger Genuss auf Schloss Benkhausen: Alexander Wellmann lädt zum Sechs-Gänge-Menü

Nachhaltigkeit und Fleischkonsum werden häufig als Gegensätze diskutiert. Alexander Wellmann aus Rödinghausen setzt dem eine undogmatische Sicht entgegen: Entscheidend seien Maß, Herkunft und Verarbeitung – nicht Moralisieren. In der Rentei von Schloss Benkhausen brachte er diese Haltung jetzt rund 50 Gästen näher – kulinarisch begleitet von einem Sechs-Gänge-Menü.

„Fleisch ist für mich ein Genussmittel“

Wellmann betrachtet Fleisch nicht als Alltagsprodukt, sondern als bewussten Genuss. Wenn Tiere artgerecht gehalten würden, die Produktion nicht industriell erfolge und die Verarbeitung regional stattfinde, sei gegen moderaten Konsum aus seiner Sicht nichts einzuwenden. Genau dieser Ansatz stieß beim Publikum in Espelkamp auf spürbares Interesse.

Menü mit Haltung – von Feldsalat bis Schweineleber „Berliner Art“

Das Sechs-Gänge-Menü übersetzte die Idee des bewussten Essens in konkrete Gerichte. Auf der Karte standen unter anderem Feldsalat in Bio-Erdapfel-Vinaigrette, eine Kraftbrühe vom Huhn, Schnitzel aus der Oberschale sowie Schweineleber „Berliner Art“. Der Abend verband damit Genuss, Handwerk und die Frage, wie Qualität und Verantwortung im Lebensmittelbereich zusammengehen können.

Schloss Benkhausen: Nachhaltigkeit als Teil der Hotelphilosophie

Dass das Thema im Tagungshotel Schloss Benkhausen auf offene Ohren trifft, passt zur Positionierung des Hauses. Direktorin Larissa Mattlage betonte den Anspruch, Nachhaltigkeit mit hochwertigen Zutaten zu kombinieren. Das Hotel wurde im vergangenen Jahr mit dem Nachhaltigkeitszertifikat „GreenSign“ ausgezeichnet, das unter anderem den Umgang mit Ressourcen und Biodiversität bewertet.

elseLiebe: vom Selbstversorger-Projekt zur Marke

Wellmanns Weg begann auf seinem Hof in Rödinghausen als Selbstversorger. Daraus entwickelte sich die Idee für „elseLiebe“, eine Marke für nachhaltige Lebensmittel. Besonderes Augenmerk legte er auf das bunte Bentheimer Schwein – eine alte Rasse, die langsamer wächst, älter wird und aufgrund ihrer Fettschicht dauerhaft draußen leben kann.

Onlinehandel endet – die Idee bleibt

Die Reise von elseLiebe kommt nun dennoch an ein Ende: Der Onlinehandel habe nicht die notwendige Reichweite entwickelt, um das kleine Unternehmen wirtschaftlich weiterzuführen. Wellmann nimmt das nüchtern: Entscheidend sei für ihn, die Idee verfolgt zu haben. Unter der Woche arbeitet er in Vollzeit als Controller bei einem Herforder Bekleidungsunternehmen. Der Zuspruch beim Menüabend zeigt dennoch: Das Interesse an einem maßvollen, qualitätsorientierten Umgang mit Lebensmitteln ist vorhanden – vielleicht braucht es dafür andere Vertriebswege oder einfach mehr Zeit.

Unternehmenslink: https://www.schloss-benkhausen.de/

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