Die Investitionsbereitschaft im deutschen Mittelstand ist laut Creditreform auf den niedrigsten Stand seit 20 Jahren gefallen. In der Herbstumfrage 2026 planen 37,3 Prozent der befragten Unternehmen Investitionen. Ein Jahr zuvor waren es noch 43,5 Prozent. Das Geschäftsklima verbessert sich dagegen nur geringfügig.

Zurückhaltung trotz etwas besserer Erwartungen
Der Creditreform-Geschäftsklimaindex steigt gegenüber dem Vorjahresherbst von 0,1 auf 1,1 Punkte. Während die Unternehmen ihre aktuelle Geschäftslage weiterhin mehrheitlich negativ bewerten, fallen die Erwartungen etwas günstiger aus. Die Untersuchung beruht auf einer Befragung von rund 1.200 kleinen und mittleren Unternehmen in Deutschland; eine gesonderte Aussage für OWL, das Münsterland oder das Emsland lässt sich daraus nicht ableiten.
Der Anteil der Betriebe mit Investitionsplänen sinkt um 6,2 Prozentpunkte. Auch bei den Aufträgen überwiegen die negativen Meldungen: 20,2 Prozent berichten von Zuwächsen, 26,4 Prozent von Rückgängen. Im Vorjahresherbst lagen diese Anteile bei 21,5 beziehungsweise 27,6 Prozent.
Mehr Unternehmen bauen Personal ab als auf
14,5 Prozent der befragten Betriebe haben ihre Belegschaft vergrößert, 18,6 Prozent haben sie verkleinert. Nach der Auswertung von Creditreform entstehen im Mittelstand damit per saldo bereits seit drei Jahren keine zusätzlichen Arbeitsplätze.
Auch die Kapitalausstattung bleibt für viele Unternehmen knapp: 33 Prozent weisen eine Eigenkapitalquote unter zehn Prozent auf. Ebenfalls 33 Prozent verfügen über eine Quote von mehr als 30 Prozent; ein Jahr zuvor traf dies noch auf 35,7 Prozent zu.