Der deutsche Maschinen- und Anlagenbau ist 2025 erneut unter Druck geraten. Zwar bleibt die Branche stark international aufgestellt, doch handelspolitische Eingriffe und geopolitische Risiken hinterlassen spürbare Spuren in der Exportbilanz. Unterm Strich sank das Ausfuhrvolumen – und mit ihm die Planungssicherheit für viele exportorientierte Unternehmen.
Exporte rückläufig – stärker als die Produktion
Nach Angaben des Statistischen Bundesamts gingen die Maschinenexporte 2025 nominal um 1,8 Prozent auf 198,5 Milliarden Euro zurück. Preisbereinigt fiel das Minus deutlicher aus. Damit entwickelten sich die Exporte schwächer als die Produktion, die nach vorläufiger Berechnung real um 2,6 Prozent schrumpfte. Aus Sicht des VDMA zeigt das: Der Druck kommt nicht nur aus der Binnenkonjunktur, sondern auch aus den Auslandsmärkten.
EU-Binnenmarkt bleibt wichtigste Absatzregion – aber mit großen Unterschieden
Die Europäische Union bleibt für den deutschen Maschinenbau der zentrale Absatzraum. Der EU-Anteil lag 2025 bei 44,7 Prozent. Insgesamt entwickelten sich die Exporte in die EU etwas stabiler als im Gesamtdurchschnitt, blieben aber leicht unter Vorjahresniveau. Auffällig sind die Unterschiede im Binnenmarkt: Während Italien deutlich zulegen konnte und auch Spanien positiv auffiel, rutschte Frankreich spürbar ins Minus. Für Unternehmen bedeutet das: „Europa“ ist als Markt zwar stabilisierend, aber keineswegs homogen.
USA und China: wichtigste Einzelländer – beide mit deutlichen Rückgängen
Unter den Einzelländern stehen die USA weiterhin an der Spitze (Exportanteil 12,7 Prozent), gefolgt von China (8,2 Prozent). Genau diese beiden Märkte waren 2025 allerdings Belastungsfaktoren. In den USA gingen die Ausfuhren im Jahresverlauf deutlich zurück. Der VDMA verweist dabei auf die erratische Zollpolitik und die damit verbundene Unsicherheit; zusätzlich dürfte die Euro-Dollar-Entwicklung gebremst haben. In China setzte sich der strukturelle Abwärtstrend fort, die Exporte schrumpften ebenfalls deutlich. Für viele Maschinenbauer sind das doppelte Risiken: wegfallende Volumina in zwei Kernmärkten und gleichzeitig höhere Anforderungen an Diversifizierung.
Lichtblicke außerhalb der großen Märkte
Trotz Rückgängen in den großen Regionen gab es 2025 auch Märkte mit Wachstum. Zulegen konnten die Exporte nach Afrika, in den Nahen und Mittleren Osten sowie in die Mercosur-Staaten. Das sind keine vollständigen Ersatzmärkte für USA und China – aber wichtige Signale dafür, dass sich Nachfrage verlagern kann, wenn Rahmenbedingungen stimmen und Zugangshürden sinken.
Ausblick 2026: raueres Klima – Freihandel wird zur Standortfrage
Für 2026 rechnet der VDMA mit anhaltendem Gegenwind. Zölle, drohende zusätzliche handelspolitische Maßnahmen und geopolitische Unsicherheiten dürften die Geschäfte weiter belasten. In den USA bleiben insbesondere Zölle auf Stahl- und Aluminiumderivate sowie mögliche weitere Zollschocks ein Risiko. In China ist eine schnelle Trendwende nicht in Sicht. Zusätzlich bremst ein erstarkter Euro die Exportwirtschaft.
Hoffnung macht der europäische Binnenmarkt, der von Auftragseingängen aus Europartnerländern getragen wird. Gleichzeitig wird Freihandel aus Sicht der Branche wieder zur strategischen Absicherung: Der VDMA fordert, Abkommen – etwa mit Mercosur sowie mit Indien und Indonesien – zügig voranzubringen, um Marktzugänge zu verbessern und Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.
Unternehmenslink: https://www.vdma.org/
