Index für 2018 von NRW-Wirtschaftsministerium und Sparkassenverband zeigt Handlungsbedarf in Sachen Digitalisierung vor allem bei kleinen und mittleren Betrieben. (Bild: geralt/ pixabay)
Index für 2018 von NRW-Wirtschaftsministerium und Sparkassenverband zeigt Handlungsbedarf in Sachen Digitalisierung vor allem bei kleinen und mittleren Betrieben. (Bild: geralt/ pixabay)

Unternehmen im Münsterland und Digitalisierung

Münsterland. Viele Betriebe im Münsterland – aber auch im Rest von NRW – stehen bei der Digitalisierung noch relativ am Anfang. Das ist das Ergebnis des Digitalisierungsindex von kleinen und mittleren Unternehmen in NRW für 2018, den NRW-Wirtschafts- und Digitalminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart heute vorgestellt hat.

Mit einem Gesamtindex-Wert von 3,83 auf einer Skala von 1 bis 10 schätzen sich die befragten Unternehmen im Münsterland als wenig digitalisiert ein – und liegen damit im Vergleich mit den anderen acht Regionen in NRW im Mittelfeld.

Den höchsten Indexwert (4,43) gaben die Unternehmen in der Region Aachen an, den niedrigsten (3,36) im Bergischen Städtedreieck. „Das zeigt, dass in allen Regionen noch deutlicher Unterstützungsbedarf in der Digitalisierung der Unternehmen besteht und wir hier im Münsterland unsere Angebote weiter ausbauen müssen“, erklärt Klaus Ehling, Vorstand des Münsterland e.V. „Das werden wir unter anderem mit unseren Projekten tun, die wir bis Ende September beim nächsten Regio.NRW-Aufruf einreichen.“

Handlungsbedarf für Digitalisierung bei KMU

Dass sich regionales Engagement positiv auf die Digitalisierung auswirkt, lässt sich beim heute vorgestellten Index unter anderem an der Bewertung der IT-Ausstattung und -Infrastruktur ablesen. Mit einem Wert von 4,64 lässt das Münsterland sogar die Regionen Köln/Bonn und Düsseldorf hinter sich. Auch bei der digitalen Zusammenarbeit, die zwar – über alle Regionen hinweg – mit Werten zwischen 1,82 und 2,95 auf ziemlich niedrigem Niveau ist, belegt das Münsterland einen Platz im Mittelfeld.

Größten Handlungsbedarf offenbart die Studie beim Einsatz von Industrie-4.0-Technologien. Bei einem Indexwert von 1,13 für die Unternehmen der Region ist hier von Digitalisierung noch nicht wirklich zu sprechen.

Sortiert nach Unternehmensgröße zeigt die Studie über alle Aspekte der Digitalisierung hinweg, dass mit zunehmender Zahl der Mitarbeiter auch der Grad der Digitalisierung steigt. Liegt bei 20 bis 49 Mitarbeiter der Wert noch bei 3,84 steigt er bei 20 bis 249 Mitarbeitern auf 4,44 und bei über 250 Mitarbeitern auf 5,32. „Diese Unterschiede erklären, warum unsere Region, die in erster Linie durch kleine und mittlere Unternehmen geprägt ist, im Vergleich mit ganz NRW keinen vorderen Platz belegt. Sie zeigen aber auch, dass unser Ansatz, genau die kleinen und mittleren Unternehmen zu unterstützen, goldrichtig ist“, erklärt Ehling.

Der Digitalisierungsindex 2018 ist eine vom Sparkassenverband Westfalen-Lippe in Auftrag gegebene Neuauflage der im Jahr 2017 vom NRW-Wirtschaftsministerium erstmalig beauftragten Studie. Zwischen November 2017 und Januar 2018 wurden 13.849 nordrhein-westfälische Unternehmen, in der Größe von 20 bis 499 Mitarbeitern, aus den Branchen Industrie, Handwerk und industrienahe Dienstleistungen befragt. Teilgenommen an der Onlinebefragung haben insgesamt 498 Unternehmen, davon 54 aus dem Münsterland.

Die vollständige Studie finden Sie hier: www.svwl.eu

Veröffentlicht von

Sascha Brinkdöpke

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