Die HWK Münster hat am 11. Oktober 2026 insgesamt 1.440 neue Meisterinnen und Meister geehrt. Sie haben ihre Prüfungen seit Herbst 2024 vor den Ausschüssen der Handwerkskammer bestanden. 820 Absolventen wohnen im Kammerbezirk. Eine begleitende Befragung zeigt: Viele wollen Führungsverantwortung übernehmen, ausbilden oder einen eigenen Betrieb führen.

Meistertitel für Fachkräfte aus 23 Gewerken
Etwa 1.000 der neuen Meister nahmen mit rund 2.400 Gästen an der Feier in der Halle Münsterland teil. Die geehrten Abschlüsse verteilen sich auf 23 Gewerke. Die größte Gruppe bilden Installateur- und Heizungsbauer mit 162 Absolventen. Es folgen Tischler mit 142, Kraftfahrzeugtechniker mit 123, Schornsteinfeger mit 112 und Elektrotechniker mit 110 Abschlüssen.
179 der insgesamt 1.440 Meistertitel wurden von Frauen erworben. Der jüngste Absolvent war bei seiner Prüfung 18 Jahre alt, der älteste 64. Das Durchschnittsalter betrug 28 Jahre. Die Zahl von 1.440 bezieht sich damit auf den Zeitraum seit Herbst 2024 und nicht allein auf das laufende Jahr.
820 Absolventen leben im Kammerbezirk
Im Kreis Borken wohnen 195 der neuen Meister, im Kreis Steinfurt 150 und im Kreis Coesfeld 131. Hinzu kommen 121 aus dem Kreis Recklinghausen und 73 aus dem Kreis Warendorf. Die Stadt Münster stellt 111 Absolventen, Gelsenkirchen 23 und Bottrop 16. Diese regionalen Angaben summieren sich auf die 820 Wohnsitze im Kammerbezirk.
Weitere 620 Absolventen wohnen außerhalb des Bezirks: 370 in anderen Teilen Nordrhein-Westfalens und 250 in anderen Bundesländern. Die Wohnorte zeigen die regionale Herkunft der Absolventen; sie geben nicht an, in welchem Ort diese künftig arbeiten oder einen Betrieb übernehmen werden.
Befragte sehen Chancen für Führung und Selbstständigkeit
Nach einer Umfrage der HWK Münster bewerten 89 Prozent der Befragten ihre persönlichen beruflichen Perspektiven im Handwerk als sehr gut oder eher gut. Die Kammer hatte Meister befragt, die in den vergangenen zwei Jahren ihre Prüfung bestanden haben. Die Zahl der Antworten und die Rücklaufquote nennt die Mitteilung nicht. Die Prozentwerte beziehen sich daher auf die Befragten und lassen sich nicht ohne Weiteres auf sämtliche 1.440 Absolventen übertragen.
Als Motiv für die Meisterprüfung nannten 70 Prozent die fachliche Weiterentwicklung. 59 Prozent wollten ihre beruflichen Aufstiegschancen verbessern, 56 Prozent ihre Einkommensmöglichkeiten. Für gut die Hälfte spielte die persönliche Weiterentwicklung eine Rolle.
Elf Prozent der Befragten sind bereits selbstständig. Weitere 21 Prozent wollen diesen Schritt innerhalb der nächsten drei Jahre gehen; ein Drittel kann ihn sich zu einem späteren Zeitpunkt vorstellen. Daneben planen viele eine verantwortungsvollere Tätigkeit innerhalb bestehender Betriebe: 54 Prozent streben eine Führungsposition an, 50 Prozent mehr Verantwortung in ihrem derzeitigen Betrieb. 44 Prozent möchten sich als Ausbilder engagieren.
Weiterbildung und Betriebsnachfolge bleiben Themen
HWK-Hauptgeschäftsführer Thomas Banasiewicz verwies bei der Feier auf den Bedarf an Fachkräften, Ausbildern, künftigen Unternehmern und Betriebsnachfolgern. Die Kammer unterstützt die Absolventen nach eigenen Angaben auch nach der Prüfung mit Fortbildungen und Beratung, unter anderem zu Existenzgründung und Betriebsübernahme.
Knapp die Hälfte der Befragten nennt mindestens eine weitere Qualifikation, die für sie infrage kommt. Für handwerklich-technische Fortbildungen interessieren sich 20 Prozent, für den Betriebswirt nach der Handwerksordnung 16 Prozent. Impulse für digitale Anwendungen im Betriebsalltag bietet die Digitalwoche Handwerk vom 13. bis 15. Oktober 2026.