Person im VR-Labor der Hochschule Bielefeld mit Sony-XR-Brille und Eingabestift bei der Arbeit an einer virtuellen Konstruktion
Die Hochschule Bielefeld nutzt als erste Hochschule in Deutschland eine Sony-XR-Brille in Forschung und Lehre. Mit dem System lassen sich Konstruktionen direkt im erweiterten Raum bearbeiten. Foto: P. Pollmeier/HSBI

HSBI nutzt als erste Hochschule in Deutschland Sony-XR-Brille in der Lehre

Die Hochschule Bielefeld setzt eine neue Sony-XR-Brille als erste Hochschule in Deutschland in Forschung und Lehre ein. Für die Ingenieurausbildung ist das relevant, weil Studierende damit nicht nur virtuelle Modelle betrachten, sondern Konstruktionen direkt im erweiterten Raum bearbeiten können. Das eröffnet neue Möglichkeiten für die praxisnahe Ausbildung im Maschinenbau in Ostwestfalen-Lippe.

Neue Stufe für Konstruktion und Entwicklung

Im VR-Labor der HSBI kommt die Brille in Lehrveranstaltungen von Prof. Dr. Jan Robert Ziebart zum Einsatz. Der Professor am Fachbereich Ingenieurwissenschaften und Mathematik nutzt Virtual-Reality-Anwendungen bereits seit Jahren in der Lehre, etwa um räumlich komplexe Konstruktionen verständlicher zu machen oder industrielle Abläufe realitätsnah zu simulieren.

Bisher lagen die Grenzen klassischer VR-Systeme vor allem im Wechsel zwischen virtueller Prüfung und realer Bearbeitung. Konstruktionen mussten am Rechner angepasst und anschließend erneut in die virtuelle Umgebung übertragen werden. Für industrielle Anwendungen ist dieser Ablauf oft zu langsam.

Direkte Arbeit im virtuellen Raum

Die neue XR-Brille geht einen Schritt weiter. Sie blendet digitale Inhalte in die reale Umgebung ein und ist direkt mit einer CAD-Anwendung von Siemens verbunden. Dadurch lassen sich Maschinenbauteile nicht nur dreidimensional prüfen, sondern in Echtzeit weiterentwickeln und für nachgelagerte Prozesse nutzen.

An der HSBI wird die Technologie unter anderem in Projekten rund um einen umgebauten 3D-Drucker eingesetzt. Mehrere Studierendenteams arbeiten dabei parallel an Konstruktionen, die auf engem Bauraum aufeinander abgestimmt werden müssen. Gerade für solche Aufgaben bietet die räumliche Darstellung einen praktischen Vorteil, weil Kollisionen, Platzprobleme und Konstruktionsfehler früher sichtbar werden.

Früher Kontakt mit Technik für die Industrie

Für die Hochschule ist der Einsatz der XR-Brille mehr als ein technisches Experiment. Studierende sollen frühzeitig lernen, wie immersive Werkzeuge im späteren Berufsalltag sinnvoll eingesetzt werden können. Das betrifft nicht nur die Bedienung der Technik, sondern auch die Frage, wann ihr Einsatz tatsächlich Mehrwert schafft.

Prof. Dr. Jan Robert Ziebart spricht von einem Meilenstein für das industrielle Konstruieren. Aus seiner Sicht wird die Brille vom reinen Betrachtungswerkzeug zum produktiven Arbeitsmittel. Für den Standort Bielefeld ist das zugleich ein Beispiel dafür, wie neue digitale Werkzeuge früh in die Hochschullehre und damit in die Fachkräfteentwicklung der Region eingebunden werden.

Unternehmens-/Veranstalterlink: https://www.hsbi.de

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