Auf dem ehemaligen Zechengelände in Ibbenbüren nimmt ein zentrales Infrastrukturprojekt Gestalt an: Im künftigen I-NOVA Park soll ein Großbatteriespeicher entstehen, der überschüssigen Strom aus Wind- und Solarenergie aufnimmt und bei Bedarf wieder ins Netz abgibt. Mit einer geplanten Speicherkapazität von rund 1,9 Gigawattstunden (GWh) zählt die Anlage nach aktuellem Planungsstand zu den größten Vorhaben dieser Art in Nordrhein-Westfalen.
Dimensionen: 340 Container auf rund sieben Fußballfeldern
Die Größenordnung ist außergewöhnlich: Vorgesehen sind etwa 340 Container (in der Größe kleiner Seefrachtcontainer) mit rund sechs Metern Länge sowie jeweils ungefähr 2,5 Metern Breite und Höhe. Die Anlage soll sich über eine Fläche von rund sieben Fußballfeldern erstrecken. Entwickelt wird das Projekt von der Gesellschaft für Großbatterie-Anlagen mbH (GFGBA) aus Köln.
Funktion: Energie speichern – Netz stabilisieren
Großbatteriespeicher übernehmen in einem zunehmend erneuerbaren Energiesystem eine doppelte Rolle:
- Speicherfunktion: Wenn Sonne und Wind mehr Strom liefern als aktuell benötigt wird, wird Energie zwischengespeichert und später wieder abgegeben.
- Netzdienstleistungen: Durch schnelle Reaktionszeiten können Batteriespeicher helfen, Schwankungen auszugleichen und die Netzfrequenz stabil zu halten.
Für Ibbenbüren ist zudem ein Standortvorteil entscheidend: die unmittelbare Nähe zum geplanten Konverter des Übertragungsnetzbetreibers Amprion. Damit verbessert sich die Einbindung in die überregionale Netzinfrastruktur – ein wichtiger Faktor für die Betriebsführung und die Systemwirkung des Speichers.
Energiewende trifft Strukturwandel
Das Vorhaben ist eng mit dem Wandel des Standorts verbunden: Der I-NOVA Park steht für die Transformation des früheren Bergbauareals hin zu einem zukunftsgerichteten Energie- und Wirtschaftsstandort. Stadt und Projektentwickler betonen die Bedeutung einer stabilen Energieversorgung als Basis für regionale Entwicklung – wirtschaftlich wie gesellschaftlich.
Nächste Schritte und Zeitplan
Aktuell bereitet die GFGBA den Bauantrag vor. Der Baustart ist für Anfang 2027 vorgesehen – unter der Voraussetzung, dass das Grundstück bis dahin vollständig aus der Bergaufsicht entlassen ist. Der Ausbau der Anlage soll schrittweise erfolgen.
Unternehmenslink: https://www.ibbenbueren.de/
