Innovation & Digitalisierung

DIGITPAIN: HSBI erprobt digitale Schmerzerfassung in Bielefeld

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Mit DIGITPAIN untersucht die Hochschule Bielefeld (HSBI), wie sich eine digitale Schmerzerfassung in den Alltag stationärer Pflegeeinrichtungen integrieren lässt. Gemeinsam mit den von Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel will das Forschungsteam die Akzeptanz bei Pflegefachpersonen und praktische Einführungshürden untersuchen. Eine sechsmonatige Erprobung in drei Bielefelder Einrichtungen soll im März 2027 beginnen.

DIGITPAIN-Projektleiterin Rena Amelung von der Hochschule Bielefeld
Prof. Dr. med. Rena Amelung leitet das Projekt DIGITPAIN an der Hochschule Bielefeld. Foto: P. Pollmeier / HSBI

DIGITPAIN prüft die Anwendung im Pflegealltag

Das Vorhaben richtet sich auf die Versorgung von Menschen mit mittelschwerer bis schwerer Demenz, die Schmerzen nicht oder nur eingeschränkt sprachlich mitteilen können. Eingesetzt werden soll die App PainChek des gleichnamigen australischen Unternehmens. Nach Darstellung der HSBI verbindet sie die KI-gestützte Auswertung mimischer Muskelaktivität mit Beobachtungen von Pflegefachkräften und berechnet daraus einen Schmerzscore.

Die Hochschule berichtet, dass eine Ende 2025 abgeschlossene Studie die deutsche App-Version untersucht hat. Das neue Projekt stellt eine andere Frage: Unter welchen Bedingungen lässt sich das Werkzeug in bestehende Arbeitsabläufe übernehmen? Im Mittelpunkt stehen deshalb die Erfahrungen der Anwenderinnen und Anwender sowie organisatorische und technische Hindernisse.

Für Pflegeeinrichtungen ist diese Unterscheidung wichtig. Eine technische Anwendung muss sich auch unter den personellen und organisatorischen Bedingungen des täglichen Betriebs bewähren. Ob DIGITPAIN zu besseren Versorgungsergebnissen führt, steht mit dem Projektbeginn noch nicht fest.

Fragebögen, Interviews und Versorgungsdaten

Während der Praxisphase sollen Pflegefachpersonen das Instrument eigenständig einsetzen, ohne dass das Forschungsteam in die Erfassung eingreift. Vor und nach der Erprobung sind Fragebögen und Gespräche mit Pflegefachpersonen sowie Ärztinnen und Ärzten geplant.

Ergänzend will das Team pseudonymisierte Versorgungsdaten auswerten. Dazu zählen nach Angaben der HSBI Veränderungen der Schmerzmedikation, Stürze und Krankenhauseinweisungen. Aus den Ergebnissen soll ein Konzept entstehen, das anderen Langzeitpflegeeinrichtungen bei der Einführung digitaler Schmerzerfassung helfen kann. Eine bundesweite Übertragbarkeit ist ein Projektziel und wird damit noch nicht als Ergebnis vorausgesetzt.

Knapp 90.000 Euro Förderung und Vorstellung am 5. November

Die Leitung liegt bei Prof. Dr. med. Rena Amelung vom Fachbereich Gesundheit der HSBI, stellvertretende Projektleiterin ist Dr. Olga Grintsova. Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt fördert DIGITPAIN im Programm DATIpilot mit knapp 90.000 Euro. Der Förderzeitraum läuft vom 1. September 2026 bis zum 1. März 2028; der offizielle Projektstart ist für den 17. November 2026 angekündigt.

Bereits am Donnerstag, 5. November, wird das Vorhaben im Rahmen der GENIALE in der Bielefelder Wissenswerkstadt vorgestellt. Die Veranstaltung findet von 18 bis 19 Uhr in der Reihe „Altern“ statt. Informationen und Anmeldung bietet die Wissenswerkstadt Bielefeld.

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