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Ausbildung in Lippe: Mehr Verträge gegen den NRW-Trend

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Die Ausbildung in Lippe entwickelt sich bei den neu eingetragenen IHK-Verträgen gegen den nordrhein-westfälischen Trend. Die IHK Lippe zu Detmold meldet aktuell ein Plus von 1,8 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Landesweit stehen dem nach Angaben der Kammer 9,8 Prozent weniger Neuabschlüsse gegenüber.

Ausbildung in Lippe mit positivem Zwischenstand

Nach der Mitteilung vom 19. Oktober 2026 ist Lippe derzeit die einzige IHK-Region in Nordrhein-Westfalen mit einer positiven Entwicklung. Die Angaben betreffen neu eingetragene Ausbildungsverträge im Zuständigkeitsbereich der Industrie- und Handelskammern. Sie beschreiben nicht den gesamten Ausbildungsmarkt einschließlich aller anderen zuständigen Stellen.

Absolute Vertragszahlen und einen genauen Erhebungsstichtag nennt die Pressemitteilung nicht. Der Vergleich ist daher als aktueller Zwischenstand gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum einzuordnen, nicht als abgeschlossene Jahresbilanz. Diese Unterscheidung ist für Unternehmen wichtig, die die Zahlen zur Einschätzung ihrer eigenen Nachwuchsgewinnung heranziehen.

IHK-Hauptgeschäftsführerin Svenja Jochens wertet das Ergebnis als Zeichen dafür, dass die lippischen Unternehmen trotz schwieriger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen weiter in die Ausbildung investieren. Damit sichern sie aus Sicht der Kammer nicht nur den eigenen Fachkräftenachwuchs, sondern stärken zugleich die Zukunftsfähigkeit des Standorts.

Mehr Verträge lösen die Besetzungsprobleme nicht

Das Plus bei den Neuabschlüssen bedeutet allerdings nicht, dass alle angebotenen Ausbildungsplätze besetzt werden. Die IHK verweist auf ihre Ausbildungsumfrage: Zahlreiche Unternehmen konnten nicht sämtliche Plätze vergeben, weil geeignete Bewerbungen fehlten oder überhaupt keine Bewerbungen eingingen. Eine konkrete Quote nennt die Mitteilung hierzu nicht.

Hinzu kommt die sogenannte Abiturientenlücke durch die Rückkehr zum neunjährigen Gymnasium. Dadurch verließen 2026 deutlich weniger junge Menschen die Gymnasien mit Abitur. Auch der demografische Wandel und die wirtschaftliche Lage vieler Betriebe erschweren nach Einschätzung der IHK die Gewinnung von Nachwuchskräften.

Viele Unternehmen reagieren mit Praktika, zusätzlicher Betreuung und individueller Förderung. Nach Darstellung der Kammer geht es deshalb nicht allein darum, Ausbildungsplätze anzubieten. Betriebe und Jugendliche müssen auch tatsächlich zusammenfinden. Praxisnahe Berufsorientierung und die Begleitung unterschiedlicher Bildungswege spielen dabei eine wichtige Rolle.

Übergänge zwischen Schule und Beruf stärken

Die IHK setzt auf die Zusammenarbeit mit Unternehmen und Schulen sowie mit Arbeitsagentur, Jobcenter, Kreis Lippe und weiteren regionalen Partnern. Als Unterstützungsangebote nennt sie die Passgenaue Besetzung, den Lehrstellenendspurt und die Ausbildungsmesse „Berufe live“. Konkrete Veranstaltungstermine sind nicht Gegenstand dieser Mitteilung.

Auch auf betrieblicher Seite bleiben die Voraussetzungen der Bewerberinnen und Bewerber ein Thema. Zusätzliche Betreuung und individuelle Förderung sollen helfen, vorhandene Ausbildungschancen zu nutzen. Das aktuelle Plus ist somit ein positives Signal, während die praktische Aufgabe der Nachwuchsgewinnung bestehen bleibt.

Wie regionale Akteure an diesen Übergängen arbeiten, zeigt auch der WIR-Bericht zum Ausbildungsnetzwerk in Lemgo.

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