Die Zahl der Arbeitslosen in Ostwestfalen-Lippe ist im Dezember 2025 leicht gestiegen. Gleichzeitig melden die Betriebe mehr neue Stellen als im Vormonat – der Bestand an offenen Stellen bleibt jedoch unter Vorjahresniveau.
Arbeitslosigkeit: Plus zum Vormonat und zum Vorjahr
In OWL waren im Dezember 2025 insgesamt 72.514 Menschen arbeitslos – 214 mehr als im November (+0,3 %) und 1.914 mehr als im Dezember 2024 (+2,7 %). Die Arbeitslosenquote liegt bei 6,2 % (Vorjahr: 6,1 %).
Regional fällt die Quote weiterhin sehr unterschiedlich aus: Am niedrigsten liegt sie im Kreis Höxter (4,3 %), gefolgt vom Kreis Gütersloh (4,9 %). Am höchsten ist sie in der Stadt Bielefeld (8,9 %).
SGB III und SGB II: Verschiebungen zwischen den Systemen
In der Arbeitslosenversicherung (SGB III) waren 27.065 Personen gemeldet – 539 mehr als im Vormonat (+2,0 %) und 2.161 mehr als vor einem Jahr (+8,7 %).
Im Bürgergeld (SGB II) sank die Zahl der arbeitslosen Leistungsbeziehenden dagegen auf 45.449 Personen (Vormonat: -325 / -0,7 %; Vorjahr: -247 / -0,5 %). Damit zählen 62,7 % aller Arbeitslosen in OWL zum SGB II.
Gruppen im Fokus: U25, Ü50 und Langzeitarbeitslose
- Unter 25 Jahre: 7.058 Arbeitslose (+98 / +1,4 % zum Vormonat; +212 / +3,1 % zum Vorjahr)
- Ab 50 Jahre: 25.348 Arbeitslose (+83 / +0,3 % zum Vormonat; +1.470 / +6,2 % zum Vorjahr)
- Langzeitarbeitslose: 29.800 Personen (-106 / -0,4 % zum Vormonat; +1.763 / +6,3 % zum Vorjahr). 90,1 % davon (26.851 Personen) zählen zum Bürgergeld.
Unterbeschäftigung: Rückgang trotz höherer Arbeitslosenzahl
Die Unterbeschäftigung (Arbeitslose plus Personen in Maßnahmen oder Sonderregelungen, die dem Arbeitsmarkt aktuell nicht vollständig zur Verfügung stehen) lag im Dezember bei 92.358 Personen – 60 weniger als im Vormonat (-0,1 %) und 1.132 weniger als vor einem Jahr (-1,2 %).
Stellenmarkt: Mehr neue Meldungen, Bestand bleibt unter Vorjahr
Die Arbeitgeber in OWL meldeten im Dezember 3.014 neue Stellen – 125 mehr als im Vormonat (+4,3 %) und 516 mehr als im Vorjahresmonat (+20,7 %).
Der Bestand an offenen Stellen lag bei 16.164 – 151 mehr als im Vormonat (+0,9 %), aber 2.117 weniger als vor einem Jahr (-11,6 %).
Einordnung für Unternehmen in OWL
Für Betriebe ergibt sich ein gemischtes Bild: Der leichte Anstieg der Arbeitslosigkeit trifft auf eine steigende Zahl neu gemeldeter Stellen. In der Praxis kann das bedeuten, dass Rekrutierung weiterhin Zeit braucht – insbesondere bei Fachkräften –, während sich für Unternehmen gleichzeitig Chancen eröffnen, zusätzliche Zielgruppen (zum Beispiel Ü50 oder Berufseinsteiger) stärker in den Blick zu nehmen. Die Entwicklung der offenen Stellen im Jahresvergleich unterstreicht zudem, dass viele Firmen ihre Personalplanung weiterhin vorsichtig steuern.