IMPACT-Health untersucht, wie akademisch qualifizierte Pflegefachpersonen die Übergänge zwischen Krankenhaus, häuslicher Pflege und anderen Einrichtungen verbessern können. Die Hochschule Bielefeld (HSBI) beteiligt sich mit einem Teilprojekt an dem neuen Forschungskolleg. Im Mittelpunkt stehen Aufgaben an den Schnittstellen der Versorgung – und die Frage, welche Rolle Pflegefachpersonen mit Masterabschluss dabei übernehmen können.

Vier Hochschulen arbeiten zusammen
Das Forschungskolleg gehört zu den ersten beiden geförderten Kollegs des Promotionskollegs NRW. Das nordrhein-westfälische Ministerium für Kultur und Wissenschaft unterstützt die auf vier Jahre angelegte Zusammenarbeit. Neben der HSBI sind die Hochschule Bochum als Konsortialführerin, die FH Münster und die Evangelische Hochschule Bochum mit jeweils einem Teilprojekt beteiligt.
Gemeinsam befassen sich die Forschenden mit der Weiterentwicklung beruflicher Rollen im Gesundheitswesen. Dazu gehören Pflege-, Hebammen- und Therapiewissenschaften. Untersucht werden insbesondere sogenannte erweiterte Rollen von Fachpersonen mit einer Qualifikation auf Masterniveau.
Bielefelder Teilprojekt nimmt Versorgungswechsel in den Blick
An der HSBI leitet Professorin Änne-Dörte Latteck das Teilprojekt zum Schnittstellen- und Überleitungsmanagement. Hierzu entsteht unter anderem eine Promotion. Ausgangspunkt ist die Trennung der Versorgungsbereiche in Deutschland: Wenn verschiedene Einrichtungen an einer Behandlung beteiligt sind, müssen Informationen, Zuständigkeiten und die weitere Betreuung abgestimmt werden.
Latteck sieht in mangelnder Abstimmung und Doppelstrukturen mögliche Ursachen für Informationsverluste, zusätzliche Untersuchungen und hohen Verwaltungsaufwand. Das Vorhaben soll analysieren, wie erweiterte pflegerische Rollen an diesen Übergängen ausgestaltet werden können. Ob und unter welchen Bedingungen sich daraus Verbesserungen für die Versorgung in NRW ergeben, ist Gegenstand der Forschung. Ergebnisse des neuen Projekts liegen damit noch nicht vor.
Start im Oktober und zusätzliche Forschungskapazität
Die Leitungen der vier Teilprojekte haben sich zum Projektstart im Oktober an der HSBI getroffen, um die ersten Arbeitspakete und die Zusammenarbeit abzustimmen. Für Bielefeld finanziert das Projekt außerdem eine Professurvertretung mit einem Stellenanteil von 50 Prozent. Mitglieder des Promotionskollegs NRW und assoziierte Forschende sollen in das Gesamtprojekt und die Betreuung der Promotion eingebunden werden.
Für die HSBI verbindet IMPACT-Health damit die Qualifizierung wissenschaftlichen Nachwuchses mit einer Frage der Versorgungsorganisation: Wie lässt sich die Zusammenarbeit zwischen Einrichtungen und Berufsgruppen verbessern? Die beteiligten Hochschulen wollen dazu unterschiedliche fachliche Perspektiven und Erfahrungen aus der Praxis zusammenführen.