Druckluftfreier Medienauftrag kann für Lebensmittelhersteller ein Ansatz sein, Öl, Wasser und Trennmittel gezielter auf Produkte oder Formen aufzubringen. technotrans aus Sassenberg erläutert in einem aktuellen Fachbeitrag, wie das Unternehmen hierfür kontaktlose Sprühtechnik mit elektrisch angesteuerten Ventilen einsetzt. Im Mittelpunkt stehen Dosierung, Temperaturführung und die Einbindung in wechselnde Produktionsabläufe.

Dosierung über das Ventil
Bei dem beschriebenen Verfahren zerstäubt kein Luftstrom die Flüssigkeit. Das Medium steht unter Druck und strömt durch eine definierte Öffnung zur Flachstrahldüse. Ein elektrisch über ein Magnetfeld bewegter Kolben öffnet das Ventil in kurzen Intervallen. Pulsfrequenz und Öffnungszeit bestimmen die Dosierung. Der Flüssigkeitsdruck und die Geometrie der Düse erzeugen das Sprühbild.
Der Hersteller stellt das Verfahren konventionellen Kontaktbeölern und druckluftbetriebenen Zweistoffdüsen gegenüber. Bei kontaktierenden Systemen berühren etwa Bürsten oder Schwämme das Produkt beziehungsweise die zu behandelnde Fläche. Zweistoffdüsen verwenden Luft zur Zerstäubung. technotrans will mit seinem Ansatz insbesondere den Anteil des Mediums reduzieren, der als Sprühnebel neben der vorgesehenen Fläche landet.
Temperatur beeinflusst das Fließverhalten
Für die Dosierung ist auch die Viskosität entscheidend: Öl und andere Trennmittel verändern ihre Fließeigenschaften mit der Temperatur. Nach Angaben von technotrans verfügen die Ventile deshalb über eine Heizpatrone und einen Temperatursensor unmittelbar an der Düse. Die geregelte Erwärmung soll helfen, auch bei wechselnden Umgebungsbedingungen ein gleichmäßiges Sprühbild zu erreichen.
Die Ventile lassen sich laut Hersteller auf mehr als 70 Grad Celsius erhitzen. Die Temperaturbehandlung soll die Hygiene an dieser Stelle unterstützen. Daraus folgt weder eine Sterilitätszusage für das Gesamtsystem noch ein Ersatz für das betriebliche Reinigungs- und Hygienekonzept. Medium, Prozess und erforderliche Reinigungsverfahren müssen zur jeweiligen Anwendung passen.
Rezepturen und mobile Ausführungen
Für häufige Produktwechsel bietet technotrans verfahrbare Ausführungen an. Diese lassen sich für Wartung oder Reinigung aus einer Produktionslinie bewegen. Je nach Ausführung sind Schutzarten bis IP69 vorgesehen. Das Unternehmen nennt dabei auch Beständigkeit gegen alkalische Schaumreiniger und Hochdruckwasserstrahlen. Diese Angaben sind bei einer konkreten Beschaffung anhand der gewählten Anlage zu prüfen.
Die Steuerung kann nach Unternehmensangaben bis zu 255 Rezepturen speichern. Wiederkehrende Parameter lassen sich dadurch abrufen, statt sie bei jedem Wechsel neu einzugeben. Über Profinet oder Profibus können die Anlagen mit übergeordneten Steuerungen verbunden werden. Für besondere Anwendungen beschreibt technotrans zudem temperierte Förderstrecken und Systeme zur Rückgewinnung überschüssiger Medien.
Wirtschaftlichkeit bleibt anwendungsabhängig
Der Fachbeitrag stellt Einsparungen bei Medienverbrauch, Druckluft, Reinigung und Wartung in Aussicht. Konkrete Verbrauchswerte, Vergleichsbedingungen oder eine belegte Amortisationsrechnung nennt er jedoch nicht. Für eine Investitionsentscheidung sind deshalb Messungen im eigenen Prozess und die Auslastung maßgeblich. Aus der technischen Beschreibung lässt sich keine allgemeingültige Einsparquote ableiten.
Die Grundtechnik ist bereits länger Thema: WIR berichtete über druckluftfreien Medienauftrag von technotrans. Der aktuelle Beitrag vertieft die Anwendung in der Lebensmittelproduktion. Quelle: technotrans-Fachinformation vom 12. Oktober 2026.