Strategie & Finanzen

Nachfolgemonitor 2026: Kleine Betriebe unter Übergabedruck

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Der Nachfolgemonitor 2026 beschreibt wachsenden Druck auf die Unternehmensnachfolge im Mittelstand. Den geburtenstarken Jahrgängen der heutigen Inhaber stehen kleinere Jahrgänge potenzieller Übernehmer gegenüber. Besonders Kleinstbetriebe tun sich nach Einschätzung der Herausgeber schwer, einen passenden Nachfolger zu finden. Neben der Demografie spielen die Ertragslage, die Abhängigkeit vom Inhaber und aufgeschobene Investitionen eine Rolle.

Vorgestellt haben die Untersuchung der Verband Deutscher Bürgschaftsbanken, Creditreform und das KCE KompetenzCentrum für Entrepreneurship & Mittelstand an der FOM Hochschule. Die Daten stammen aus Unternehmensübernahmen, die von Bürgschaftsbanken begleitet wurden, und werden um Informationen von Creditreform ergänzt. Die Ergebnisse beschreiben damit einen bestimmten Ausschnitt des Nachfolgegeschehens und keine Vollerhebung aller Übergaben in Deutschland.

Warum kleine Unternehmen besonders gefordert sind

Bei kleinen Betrieben hängt das Geschäft häufig stark von Wissen, Kontakten und persönlicher Mitarbeit des Inhabers ab. Sind zugleich die Margen knapp, wird es schwieriger, einen Käufer zu gewinnen und die Preisvorstellungen des Verkäufers zu erfüllen. Die Herausgeber sehen darin ein besonderes Risiko: Eine grundsätzlich vorhandene Nachfrage nach den Leistungen reicht für eine tragfähige Übergabe allein nicht aus.

Im erfassten Einzelhandel gingen die Übergabezahlen zwischen 2016 und 2025 zurück. Das Handwerk entwickelte sich innerhalb der untersuchten Daten dagegen vergleichsweise robust. Daraus lässt sich kein pauschales Urteil über jeden Handels- oder Handwerksbetrieb ableiten. Branchenstruktur, Geschäftsmodell und regionale Bedingungen bleiben für den einzelnen Übergabefall maßgeblich.

Übergeber im Median 64 Jahre alt

Das Medianalter der Übergeber lag 2025 bei 64 Jahren. Seit 2016 bewegte sich dieser Wert zwischen 63 und 64 Jahren. Der Median teilt die betrachteten Fälle in zwei Hälften; er ist nicht mit einem Durchschnitt oder einer verbindlichen Altersgrenze gleichzusetzen. Für die Herausgeber unterstreicht die Entwicklung, dass Nachfolgeplanung frühzeitig beginnen sollte.

Creditreform-Wirtschaftsforscher Patrik-Ludwig Hantzsch warnt davor, die Übergabe aufzuschieben und zugleich notwendige Investitionen zu unterlassen. Muss der Nachfolger neben dem Kaufpreis umfangreiche Modernisierungen finanzieren, kann dies den wirtschaftlichen Spielraum nach der Übernahme verringern. Bei Inhabern, die ihren Ruhestand teilweise aus dem Verkaufserlös bestreiten wollen, entsteht zusätzlicher Zeit- und Verhandlungsdruck.

Umsatz und Ergebnis sorgfältig auseinanderhalten

Für die untersuchten Betriebe des Übergabejahrgangs 2024 lag der Umsatz vor der Übergabe im Median nominal 17 Prozent über dem Niveau drei Jahre zuvor. „Nominal“ bedeutet, dass dieser Vergleich nicht um Preissteigerungen bereinigt ist. Die Zahl beschreibt zudem die Entwicklung vor der Übergabe. Sie ist kein Nachweis dafür, dass neue Inhaber nach der Übernahme ein entsprechendes Wachstum erzielt hätten.

Eine gesonderte Auswertung betrachtet 1.553 Unternehmen, die zwischen 2014 und 2022 übergeben wurden. Verglichen werden jeweils die Werte zwei Jahre nach und zwei Jahre vor der Übernahme. Bei 54,1 Prozent lag das Ergebnis vor Zinsen und Steuern, das EBIT, nachher niedriger. Bei 52,9 Prozent stieg dagegen das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen, das EBITDA.

Die beiden Prozentwerte beziehen sich auf unterschiedliche Ergebnisgrößen und dürfen nicht addiert werden. Aus ihnen folgt auch nicht, dass bei jedem Unternehmen gleichzeitig das EBIT sank und das EBITDA stieg. Die Herausgeber deuten die unterschiedliche Entwicklung insbesondere als Folge nachgeholter Modernisierungen: Deren Abschreibungen belasten das EBIT. Die zusammengefassten Zahlen allein belegen jedoch keine Ursache für jeden einzelnen Betrieb.

Vorbereitung betrifft mehr als die Käufersuche

Für übergabewillige Unternehmen lenken die Befunde den Blick auf die wirtschaftliche Vorbereitung. Dazu gehören nachvollziehbare Abläufe, übertragbares Wissen, eine belastbare Ertragsdarstellung und ein realistischer Überblick über Investitionen. Auf Käuferseite müssen Kaufpreis und anschließender Kapitalbedarf zusammen betrachtet werden. Diese Fragen sollten in einer individuellen Nachfolgeplanung geklärt werden; die Studie ersetzt keine Bewertung eines konkreten Unternehmens.

Ein regionaler Einstieg ist die von WIR vorgestellte Impulsberatung Nachfolge im Landkreis Osnabrück. Quellen: Creditreform-Presseinformation vom 13. Oktober 2026 und Factbook zum Nachfolgemonitor 2026. Weitere Unterlagen stellen die Herausgeber auf der Downloadseite des Nachfolgemonitors bereit.

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