In Lippe wurden im ersten Halbjahr 2026 insgesamt 55 Unternehmensinsolvenzen registriert. Das sind zehn Prozent mehr als im gleichen Zeitraum 2025 mit 50 Fällen. Die Industrie- und Handelskammer Lippe zu Detmold hat dafür die Insolvenzstatistik von IT.NRW ausgewertet.

Bau und Handel besonders häufig betroffen
Die meisten Fälle entfielen auf das Baugewerbe mit zwölf sowie den Handel einschließlich der Reparatur von Kraftfahrzeugen mit elf Insolvenzen. Acht Fälle wurden bei freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen registriert.
29 betroffene Unternehmen bestanden bereits seit mehr als acht Jahren. In dieser Gruppe stieg die Zahl gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 45 Prozent. Im ersten Halbjahr 2024 hatte die Statistik für Lippe insgesamt 41 Unternehmensinsolvenzen ausgewiesen.
Auch landesweit mehr Verfahren
In Nordrhein-Westfalen wurden in den ersten sechs Monaten 2026 insgesamt 3.428 Unternehmensinsolvenzen registriert, 7,5 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. IHK-Referent Timm Lönneker sieht unter anderem hohe Energie- und Arbeitskosten sowie eine schwache Nachfrage als Belastungen für die Liquidität der Betriebe.
Die Statistik bildet nicht unmittelbar den Zeitpunkt des Insolvenzantrags ab. Erfasst wird ein Fall nach der ersten Entscheidung des Gerichts, häufig erst rund drei Monate nach der Antragstellung.