Innovation & Digitalisierung

TH OWL zieht Transferbilanz: 21 Ausgründungen in anderthalb Jahren

Die Technische Hochschule Ostwestfalen-Lippe hat beim Jahresempfang in Lemgo eine Bilanz ihrer Gründungsförderung gezogen: Nach Angaben von Präsident Professor Dr. Jürgen Krahl gingen von Januar 2025 bis Juni 2026 insgesamt 21 Start-ups aus der Campus Foundery OWL hervor. Zugleich setzt die Hochschule auf neue Räume für Forschung und Transfer – darunter das Mobilitätszentrum UrbanLand in Lemgo und ein geplantes Gründerzentrum in Detmold.

TH-OWL-Präsident Jürgen Krahl spricht beim Jahresempfang im Auditorium maximum in Lemgo.
TH-OWL-Präsident Professor Dr. Jürgen Krahl beim Jahresempfang am 1. Oktober 2026 in Lemgo. Foto: TH OWL.

Neue Infrastruktur für Gründungen und Zusammenarbeit

Rund 250 Gäste aus Hochschule, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft kamen am 1. Oktober zum Jahresempfang auf den Innovation Campus Lemgo. Das dort entstehende Mobilitätszentrum UrbanLand soll im zweiten Quartal 2027 eröffnen. Am Kreativ Campus in Detmold plant die TH OWL ein Gründerzentrum, das die Förderung der Kultur- und Kreativwirtschaft ausbauen soll.

Für die Zusammenarbeit mit Unternehmen und anderen regionalen Partnern stellte Krahl den direkten Austausch über konkrete Bedarfe in den Mittelpunkt. Mittelstand, Handwerk, Industrie und Wissenschaft brächten unterschiedliche Arbeitsweisen mit. Transfer brauche deshalb neben Geld ein gemeinsames Verständnis der Aufgaben und Lösungen.

Internationale Studienangebote und finanzielle Konsolidierung

Drei neue englischsprachige Studienangebote sollen die internationale Ausrichtung stärken: die Bachelorstudiengänge Mechanical Engineering und Business and Supply Chain Management sowie der Master Smart Farming and Water Management. Den Anteil internationaler Studierender will die Hochschule von derzeit rund 17 Prozent bis 2030 auf 25 bis 30 Prozent erhöhen.

Krahl berichtete außerdem, dass die Hochschule zum 1. Januar 2026 eine schwarze Null erreicht habe. Weitere Sparvorgaben des Landes Nordrhein-Westfalen machten es dennoch nötig, mit begrenzteren Mitteln zu arbeiten. Ebenfalls zum Jahresbeginn wurden zehn Fachbereiche zu sieben zusammengeführt.

Forschung zu nachhaltigen Werkstoffen ausgezeichnet

Den Forschungspreis der TH OWL erhielt Professorin Katja Frühwald-König. Gewürdigt wurde ihre Arbeit an nachhaltigen Werkstoffen, darunter die Nutzung von Ölpalmenholz. Nach Darstellung der Hochschule führte diese Forschung von der Materialanalyse bis zu einer ersten industriellen Anlage in Süd-Malaysia. Damit stand beim Jahresempfang auch ein konkreter Weg von wissenschaftlicher Arbeit in die industrielle Anwendung im Blickpunkt.

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