MONOCAB „Thusnelda“ bei einer Testfahrt auf der Testschiene am Innovation Campus Lemgo
Das MONOCAB „Thusnelda“ bei einer Testfahrt auf der neuen Testschiene auf dem Innovation Campus Lemgo. Die Beschreibung beruht auf der mitgelieferten Bildunterzeile; eine Sichtprüfung des Anhangs liegt nicht vor. Foto: TH OWL

MONOCAB zeigt zweite Fahrzeuggeneration auf der InnoTrans

Die Technische Hochschule Ostwestfalen-Lippe (TH OWL) präsentiert die zweite Generation des MONOCAB vom 22. bis 25. September 2026 auf der InnoTrans in Berlin. Das in Ostwestfalen-Lippe erprobte Schienenfahrzeugprojekt soll damit den Übergang von der Forschung in die Transfer- und Markteinführungsphase vorantreiben.

Zweite Generation bündelt Technik und Design

Die zweite Fahrzeuggeneration führt Technik und Design, die bislang getrennt entwickelt wurden, erstmals in einem Versuchsfahrzeug zusammen. Die ersten beiden Prototypen „Hermann“ und „Thusnelda“ sind seit rund vier Jahren auf der Extertalbahn in Ostwestfalen-Lippe im Testbetrieb.

Nach Angaben von Gesamtprojektleiter Professor Dr. Thomas Schulte haben die Fahrzeuge den Nachweis erbracht, dass eine kreiselstabilisierte Einschienenbahn funktioniert. Die Erprobungen bilden die Grundlage für den nächsten Entwicklungsschritt des MONOCAB-Systems.

Test-Regelbetrieb als nächster Entwicklungsschritt

MONOCAB befindet sich laut TH OWL auf dem Technologiereifegrad 5 (TRL 5) einer neunstufigen Skala. Für den angestrebten Technologiereifegrad 8 benötigt das Projekt einen Test-Regelbetrieb, der über einzelne Testfahrten hinausgeht.

Dabei soll das System über einen längeren Zeitraum unter realen betrieblichen, regulatorischen und sicherheitstechnischen Bedingungen erprobt werden. Dazu zählt auch ein Fahrgastbetrieb nach geltenden Vorschriften. Die TH OWL nennt eine angestrebte Serienreife bis 2032. Parallel bereitet das Team die Gründung eines Spin-offs vor, das Forschungsergebnisse in ein marktfähiges Produkt überführen soll.

Forschungsverbund mit Partnern aus Ostwestfalen-Lippe

Seit 2020 arbeiten die TH OWL, die Hochschule Bielefeld (HSBI) und Fraunhofer IOSB-INA mit Partnern aus Industrie, Handwerk und dem Kreis Lippe an MONOCAB. Zu den genannten Beteiligten gehören das Deutsche Zentrum Mobilität der Zukunft (DZM) in Minden und der RailCampus OWL.

Das Projekt verbindet nach Angaben der Hochschule Fachwissen aus Wissenschaft, Technik, Regulatorik, Gestaltung und Kommunikation. Als weitere Partnerprojekte werden enableATO und COSIMO genannt. Im Projekt enableATO untersucht das Team, wie Menschen automatisierte Verkehrssysteme wahrnehmen und unter welchen Voraussetzungen sie diese im Alltag nutzen.

Einsatz auf vorhandener Schieneninfrastruktur

MONOCAB beschreibt ein batterieelektrisches, kreiselstabilisiertes Einschienenbahnsystem für den ländlichen Raum. Vollautomatische Kabinen für vier bis acht Personen sollen auf nur einer Schiene fahren; auf einem bestehenden Gleis soll dadurch Gegenverkehr möglich sein.

Das System ist nach Darstellung des Projekts als Ergänzung des öffentlichen Verkehrs vorgesehen und soll insbesondere stillgelegte Bahnstrecken wieder nutzbar machen. MONOCAB gibt an, dass in Deutschland mehr als 15.000 Kilometer Schienenstrecke brachliegen und mindestens 6.000 Kilometer davon unmittelbar genutzt werden könnten. Diese Angaben sowie die Einsatzmöglichkeiten müssen vor einer Veröffentlichung unabhängig geprüft werden.

Projektlink: TH OWL

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