Beim Netzwerktreffen „Ausbildung gemeinsam gestalten“ in Lemgo diskutierten Unternehmen, Berufskollegs, die IHK Lippe zu Detmold und weitere Bildungspartner über die duale Ausbildung. Die von Kunststoffe in OWL e. V. und dem JOBvision-Projekt ZAKowl veranstaltete Runde am 14. Juli 2026 nahm die Fachkräftesicherung in der Kunststoffbranche in Ostwestfalen-Lippe in den Blick.
34 Teilnehmende aus Ausbildung und Bildungseinrichtungen
An dem Treffen nahmen 34 Vertreter:innen aus Unternehmen, Berufskollegs, der IHK Lippe zu Detmold und weiteren Einrichtungen der beruflichen Bildung teil. In einem von Ann-Marie Honemeyer, Projektmitarbeiterin ZAKowl, moderierten Podiumsgespräch diskutierten Tobias Haak von der IHK Lippe zu Detmold, Christian Hasse vom Lüttfeld-Berufskolleg, Samuel Kastein von der groku Kunststoffe GmbH und Sabrina Miglietta von der Schulsozialarbeit am Lüttfeld-Berufskolleg.
Im Mittelpunkt standen Erfahrungen aus der Ausbildungspraxis. Die Beteiligten thematisierten unter anderem die Orientierung junger Menschen, die Kommunikation zwischen den Beteiligten sowie die individuelle Begleitung von Auszubildenden.
Besetzung von Ausbildungsplätzen als Thema
Carsten Kießler, Leitung Institut für Kunststoffwirtschaft OWL, eröffnete die Veranstaltung mit einem Impulsvortrag zur Ausbildungssituation. Nach den bei der Veranstaltung vorgestellten regionalen Zahlen ist die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge im Kreis Lippe zuletzt stärker zurückgegangen als im Bundesdurchschnitt.
Zugleich bleiben nach Angaben der Veranstalter Ausbildungsplätze unbesetzt, während junge Menschen Ausbildungsplätze suchen. Beim Treffen wurde deshalb die Passung zwischen Betrieben und Jugendlichen als ein Thema für Unternehmen, Schulen und weitere Bildungspartner behandelt.
Veränderte Anforderungen in Betrieben und Schulen
Die Veranstaltung griff Ergebnisse aktueller Studien des Bundesinstituts für Berufsbildung und der Robert Bosch Stiftung auf. Demnach berichten Unternehmen unter anderem von Defiziten bei Basiskompetenzen, einem steigenden Betreuungsaufwand und veränderten Erwartungen junger Menschen an Ausbildung und Arbeitswelt.
Für Schulen wurden zunehmende Heterogenität, psychische Belastungen von Schüler:innen sowie Auswirkungen sozialer Medien auf Lern- und Sozialverhalten als Herausforderungen benannt. Die Teilnehmenden ordneten Ausbildung als Aufgabe ein, die Betriebe, Schulen, Schulsozialarbeit, Kammern und weitere Partner gemeinsam gestalten.
Wunsch nach regelmäßiger Fortsetzung
Eine digitale Teilnehmerbefragung zum Abschluss der Veranstaltung erfasste Rückmeldungen zu Themen, Praxisbezug und Erfahrungsaustausch. Als Zukunftsthemen nannten die Teilnehmenden die Förderung von Future Skills, die Gewinnung und Bindung von Auszubildenden sowie einen regelmäßigen Austausch zwischen Unternehmen und Bildungseinrichtungen.
Die Mehrheit der Befragten sprach sich für halbjährliche Netzwerktreffen aus. Das JOBvision-Projekt ZAKowl verweist in diesem Zusammenhang auf ein Qualifizierungsprogramm für ausbildende Fachkräfte und ein geplantes modulares Qualifizierungsprogramm für Auszubildende.
Kunststoffbranche in Ostwestfalen-Lippe
Nach Angaben der Veranstalter umfasst die Kunststoffbranche in Ostwestfalen-Lippe über 500 Unternehmen, rund 19.000 Beschäftigten und einen Jahresumsatz von 3,5 Milliarden Euro. Das Netzwerktreffen richtete den Blick auf die duale Ausbildung in dieser Branche.
Veranstaltet wurde das Treffen von Kunststoffe in OWL e. V. und dem JOBvision-Projekt „ZAKowl – Zukunft der Ausbildung in der Kunststoffbranche in Ostwestfalen-Lippe“. Das Projekt wird laut Mitteilung aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.
Veranstaltungslink: Lippe Bildung eG
