Die Hagedorn Unternehmensgruppe hat den Rückbau des östlichen Teilbauwerks der Rampenbrücke am Autobahnkreuz Memmingen abgeschlossen. Das Gütersloher Unternehmen demontierte die Brücke im Auftrag der Autobahn GmbH des Bundes in drei Nachteinsätzen bei laufendem Autobahnbetrieb.
2.090 Tonnen Abbruchmaterial in drei Nächten
Die Brücke verbindet am Autobahnkreuz Memmingen die Rampen zwischen der A7 und der A96 und überquert dabei die Richtungsfahrbahn München-Lindau. Das östliche Teilbauwerk stammt aus dem Jahr 1970 und wies als vorgespannte Stahlbetonkonstruktion altersbedingte konstruktive Defizite auf.
Die Autobahn GmbH des Bundes hat den vollständigen Ersatz beider Teilbauwerke beauftragt. Ziel ist es, Tragfähigkeit, Verkehrssicherheit und Leistungsfähigkeit der wichtigen Verbindung langfristig zu sichern. Die Gesamtkosten des Ersatzneubaus liegen bei rund 9,7 Millionen Euro.
Der Rückbau des östlichen Teilbauwerks mit einer Länge von rund 79,6 Metern und einer Brückenfläche von 1.158 Quadratmetern erfolgte zwischen dem 26. Mai und dem 9. Juni 2026. Insgesamt fielen rund 2.090 Tonnen Abbruchmaterial an, ohne Asphalt.
Rückbau bei laufendem Autobahnbetrieb
Die Arbeiten wurden in drei abgesperrten Nachteinsätzen ausgeführt. Zunächst wurden die Auskragungen sowie der mittlere Teil des Hohlkastenprofils über der A96 zurückgebaut. Danach folgten die nördlichen und südlichen Bauwerkreste sowie die vier Brückenpfeiler. Im dritten Abschnitt entfernte das Team die verbleibenden Bauteile und baute die Widerlagerwände bis auf Auflagerhöhe zurück.
Zum Schutz der darunterliegenden Fahrbahn wurde vor jedem Abschnitt ein Fallbett aus mineralischem Gemisch eingebaut. Nach Abschluss der jeweiligen Nachteinsätze wurde die Fahrbahn vollständig geräumt, maschinell gereinigt und wieder für den Verkehr freigegeben.
Vor dem maschinellen Abbruch war zudem eine fachgerechte Sanierung erforderlich. Die asbesthaltige Dichtungsbahn unter den Schubkappen wurde in einem Verfahren mit geringer Exposition entfernt und sachgemäß verpackt. Das Abbruchmaterial wird sortenrein separiert, gebrochen und für den Wiedereinbau aufbereitet.
Koordination als entscheidender Faktor
Für den Einsatz standen sieben Bagger verschiedener Gewichtsklassen bis 50 Tonnen, zwei Radlader, zwei Dumper sowie 21 Anbaugeräte bereit. Das 13-köpfige Team aus Maschinisten, Sanierern und Abbruchfacharbeitern arbeitete unter Nachtbedingungen und in permanentem Funkkontakt. Koordiniert wurde der Einsatz durch einen externen Baustellenkoordinator.
Polier Björn Kirchner leitete die Abbruchmannschaft vor Ort. Die Projektverantwortung lag bei Markus Hebecker und Armin Lukic von der Hagedorn Gütersloh GmbH.
„Einen Brückenüberbau in drei Nächten bei laufendem Autobahnbetrieb zu demontieren, ist eine Besonderheit. Was unser Team hier geleistet hat – präzise, koordiniert und ohne eine Minute Verzögerung – zeigt, was Erfahrung und Vorbereitung im Abbruch bewirken“, sagt Bülent Akgöl, Leiter Sparte Abbruch bei Hagedorn.
Gesamtprojekt läuft bis 2027
Das neue östliche Brückenbauwerk soll bis November 2026 fertiggestellt werden. Danach folgen die Verkehrsumlegung und der Rückbau des westlichen Teilbauwerks. Das Gesamtprojekt soll voraussichtlich Mitte Oktober 2027 abgeschlossen werden.
Die Hagedorn Unternehmensgruppe mit Sitz in Gütersloh ist entlang der Wertschöpfungskette der Bauwirtschaft tätig. Zu den Schwerpunkten zählen Rückbau, Entsorgung, Recycling, Tiefbau, Schwerlastlogistik, Flächenrevitalisierung und Digitalisierung. Das 1997 gegründete Unternehmen beschäftigt heute mehr als 2.300 Mitarbeitende und umfasst mehr als 30 Gesellschaften.
Unternehmenslink:
www.ug-hagedorn.de
