Symbolbild zur Digitalisierung im Maschinen- und Anlagenbau mit vernetzter Produktion und digitalen Steuerungssystemen
Die Digitalisierung ist im Maschinen- und Anlagenbau laut VDMA-Umfrage strategisch stärker verankert, zugleich bleiben Organisation und Regulierung zentrale Hürden. Foto: Press Medien

Maschinenbau verankert Digitalisierung strategisch – Hürden liegen vor allem in der Organisation

Die Digitalisierung ist im Maschinen- und Anlagenbau kein Randthema mehr, sondern in vielen Unternehmen strategisch verankert. Das zeigt eine aktuelle Umfrage des VDMA unter 248 Mitgliedsunternehmen. Demnach sieht sich die Branche digital mehrheitlich mindestens auf Augenhöhe mit dem Wettbewerb, zugleich bremsen vor allem IT-Sicherheit, Change Management, fehlende Ressourcen und regulatorische Vorgaben die weitere Transformation.

Digitalisierung ist in der Unternehmensführung angekommen

Die Ergebnisse der VDMA-Umfrage „Digitalisierung im Maschinen- und Anlagenbau 2026“ zeichnen ein vergleichsweise gefestigtes Bild. 74 Prozent der befragten Unternehmen sehen sich digital mindestens gleichauf mit ihren Mitbewerbern. 32 Prozent bewerten ihre Position sogar als besser.

Prof. Claus Oetter, Leiter der Abteilung Informatik und Geschäftsführer des VDMA Software und Digitalisierung, ordnet das Ergebnis so ein: „Der Maschinen- und Anlagenbau hat sich im digitalen Wettbewerb gut positioniert. 74 Prozent der Unternehmen sehen sich digital mindestens auf Augenhöhe mit ihren Mitbewerbern. Davon sehen sich 32 Prozent sogar besser aufgestellt. Das ist ein starkes Ergebnis. Nicht die Technologie entscheidet – sondern die Fähigkeit, sie wirksam in die Organisation zu bringen.“

Auch strategisch ist das Thema in vielen Betrieben angekommen. 59 Prozent der Unternehmen verfügen bereits über eine Digitalisierungsstrategie. Weitere 19 Prozent wollen bis Ende 2026 eine solche Strategie entwickeln. Gleichzeitig agieren 22 Prozent bislang ohne klare strategische Leitplanke.

Deutliche Unterschiede je nach Unternehmensgröße

Wie stark Digitalisierung strukturell verankert ist, hängt laut VDMA auch von der Unternehmensgröße ab. Bei Großunternehmen mit mehr als 3000 Beschäftigten verfügen 83 Prozent über eine Digitalisierungsstrategie. Bei Unternehmen mit 250 bis 999 Mitarbeitenden sind es 73 Prozent. In kleineren Betrieben mit bis zu 49 Beschäftigten liegt der Anteil bei 53 Prozent.

Guido Reimann, stellvertretender Geschäftsführer des VDMA Software und Digitalisierung und Leiter des Kompetenznetzwerks Künstliche Intelligenz, verweist damit auf ein strukturelles Gefälle innerhalb der Branche. Gerade kleinere Unternehmen stehen häufig stärker unter Druck, Digitalisierungsprojekte parallel zum laufenden Geschäft umzusetzen.

Größte Bremsen sind nicht technischer Natur

Auffällig an den Ergebnissen ist, dass nicht die Technologien selbst als größtes Problem genannt werden. Am häufigsten verweisen die Unternehmen auf IT-Security-Anforderungen. 60 Prozent nennen sie als zentrale Hürde. Es folgen Change Management mit 47 Prozent, die Umsetzungsgeschwindigkeit mit 44 Prozent sowie personelle Ressourcen mit 42 Prozent. Finanzielle Engpässe nennen 34 Prozent der Befragten.

Hinzu kommen regulatorische Belastungen. 32 Prozent sehen Datenschutzanforderungen als Problem, 26 Prozent weitere gesetzliche Vorgaben. Aus Sicht des VDMA zeigt sich damit, dass digitale Transformation längst eine organisatorische und wirtschaftliche Aufgabe ist – nicht nur eine technische.

Oetter sagt dazu: „Das verdeutlicht, dass die digitale Transformation im Maschinen- und Anlagenbau längst mehr als eine rein technische Herausforderung ist. Es braucht einen sinnvollen und innovationsfördernden Regulierungsrahmen sowie weniger Bürokratie, damit die Unternehmen in der Lage sind, sich auch weiterhin am Weltmarkt zu behaupten.“

Relevanz auch für Industriestandorte in OWL, Münster und Osnabrück

Für die Industrieregionen Ostwestfalen-Lippe, Münsterland und Osnabrück sind die Ergebnisse besonders relevant. Der Maschinen- und Anlagenbau gehört dort zu den prägenden Wirtschaftszweigen. Die Umfrage macht deutlich, dass die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen nicht allein von neuen digitalen Werkzeugen abhängt, sondern von ihrer Fähigkeit, Veränderungsprozesse intern zu steuern, Fachkräfte einzubinden und regulatorische Anforderungen zu bewältigen.

Gerade für mittelständisch geprägte Standorte dürfte die strategische Verankerung der Digitalisierung damit zu einem entscheidenden Faktor im internationalen Wettbewerb werden.

Unternehmens-/Veranstalterlink: VDMA e.V. – www.vdma.org

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