Wie lässt sich Künstliche Intelligenz im Unterricht so vermitteln, dass nicht nur Technik verstanden, sondern auch kritisch reflektiert wird? Am Hermann-Vöchting-Gymnasium in Blomberg haben Schülerinnen und Schüler genau das erprobt – in einem dreitägigen Online-Projekt, bei dem sie Kurzfilme und Erklärvideos mithilfe von KI-Tools entwickelt und umgesetzt haben.
Von der Idee zum Film – ohne Kamera und Kulissen
Das Projekt kombinierte Grundlagenwissen mit kreativer Medienarbeit: Nach einer Einführung in die technischen Basics von KI und Maschinellem Lernen sowie in zentrale Elemente filmischer Gestaltung erarbeiteten die Teilnehmenden eigene Storyboards zu frei gewählten Themen. Anschließend setzten sie ihre Konzepte mit modernen Werkzeugen wie ChatGPT und dem Videogenerierungstool Runway um – ohne klassische Filmtechnik wie Kamera, Kulissen oder Schauspielerinnen und Schauspieler.
Chancen und Risiken im Fokus: Urheberrecht, Manipulation, Verantwortung
Neben der Produktion stand die Einordnung im Mittelpunkt. Die Jugendlichen diskutierten unter anderem Fragen zu Urheberrecht, Manipulationsmöglichkeiten, Verantwortung im Umgang mit KI-Systemen sowie ethischen Grenzen beim Einsatz von KI im Bildungs- und Medienkontext. Damit wurde KI nicht nur als Tool, sondern auch als gesellschaftliches Thema greifbar.
Kreative Ergebnisse und Einblicke in die Medienbranche
Die Bandbreite der Ergebnisse zeigte, wie vielfältig KI als kreatives Werkzeug genutzt werden kann. Ein Beispiel aus dem Projekt: Ein Schüler produzierte einen Kurzfilm über die Figur „Quasimodo“, der trotz Warnungen seinen Süßigkeitenkonsum fortsetzt und schließlich mit starken Zahnschmerzen konfrontiert wird. Gleichzeitig erhielten die Teilnehmenden Einblicke in moderne Arbeitsweisen der Medienbranche – auch als Orientierung für die berufliche Zukunft.
Realisiert mit regionalen Partnern und Förderung
Durchgeführt wurde das Projekt von Marcel Dierig (ehemaliger Schüler des Hermann-Vöchting-Gymnasiums) gemeinsam mit seinem Unternehmen Stratoflights GmbH & Co. KG sowie den Kolleginnen und Kollegen Daniel Ernst und Laura Schwarzmeier. Ermöglicht wurde das Angebot durch das zdi-Zentrum Lippe.MINT. Die Förderung erfolgte mit Mitteln der Bundesagentur für Arbeit (Regionaldirektion NRW) sowie des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen.
Unternehmenslink: https://www.lippe-mint.de/
