Brüderle lässt Kritik der Wirtschaft am Regierungskurs nicht gelten

Brüderle lässt Kritik der Wirtschaft am Regierungskurs nicht gelten Berlin (dapd). Die Wirtschaftsverbände feuern seit Tagen gegen das Betreuungsgeld und das mögliche Aus für die Praxisgebühr. Am Freitag reichte es FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle: Vor dem Koalitionsgipfel wies er die Kritik an den schwarz-gelben Vorhaben zurück. Die Koalition sei „den Gesamtinteressen des Landes verpflichtet“, sagte Brüderle am Freitag im ZDF-„Morgenmagazin“. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) geht derweil optimistisch in das Treffen der Spitzen von CDU, CSU und FDP, das Lösungen der innenpolitischen Dauerstreitpunkte der Koalition bringen soll. Regierungssprecher Steffen Seibert sagte in Berlin: „Man geht in einen Koalitionsausschuss mit der Absicht, Gemeinsamkeit herzustellen.“ Er fügte hinzu, die Stimmung in der Regierung sei „arbeitsam“ sowie „von intensiven Gesprächen geprägt und von der Zuversicht, dass es den die Bundesregierung tragenden Parteien auch bei diesem Koalitionsausschuss gelingen wird, eine gute gemeinsame Linie zu finden“. Er wolle jedoch „keine Zwischenstände verkünden“, sagte Seibert weiter. FDP-Fraktionschef dimmt Erwartungen Brüderle versuchte, vor dem Koalitionsgipfel die Erwartungen an mögliche Ergebnisse herunterzuschrauben. Er hoffe, dass es bei den entscheidenden Themen zu Einigungen kommen werde. „Ob das schon am Sonntag alles gelingt oder in den nächsten Wochen, wird sich zeigen“, sagte der FDP-Fraktionschef dem „Handelsblatt“. Im ZDF fügte er hinzu: „Der gute Wille aller Beteiligten ist da.“ Der FDP-Politiker zeigte sich zugleich erneut kompromissbereit bei der Einführung des Betreuungsgeldes. Die CSU will beim Koalitionsausschuss das Betreuungsgeld für Eltern durchsetzen, die ihre Kleinkinder nicht in eine Kindertagesstätte geben. Die FDP plädiert für das Ende der Praxisgebühr. Zudem geht es um einen Ausweg aus dem Rentenstreit in der Union. Angestoßen hatte die Debatte Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) mit ihrem Konzept der Zuschussrente. Der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Fraktion, Thomas Oppermann, ging mit dem Regierungsbündnis scharf ins Gericht. Er „erwarte vom Koalitionsausschuss den großen Kehraus auf Kosten der Steuerzahler“, betonte Oppermann in einer Stellungnahme. „Kurz vor Beginn des Wahlkampfes verteilt Angela Merkels Koalition jetzt nur noch Wahlgeschenke.“ Die Kanzlerin habe „nicht verstanden, dass niemand das irrsinnige Betreuungsgeld wirklich will“. DIHK: Betreuungsgeld unnötig und teuer Die Wirtschaft bekräftigte ihre Kritik an den Projekten. Der Präsident des deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Hans Heinrich Driftmann, sagte der „Welt“, das Betreuungsgeld sei in seinen Augen eine unnötige und teure Leistung. Driftmann betonte, das Betreuungsgeld berge die Gefahr, dass Frauen nach der Familiengründung eine Rückkehr in die Berufstätigkeit hinauszögerten. „Der Ausbau der Kinderbetreuung sollte stattdessen Priorität haben“, forderte Driftmann. Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) lehnte sowohl das Betreuungsgeld als auch die Zuschussrente gegen Altersarmut ab. ZDH-Generalsekretär Holger Schwannecke sagte der „Welt“, angesichts der Unsicherheiten über die wirtschaftliche Entwicklung im kommenden Jahr dürfe die Koalitionsrunde keine zusätzlichen Belastungen für Arbeitnehmer und Arbeitgeber beschließen. „Das bedeutet auch ein Nein zu Betreuungsgeld oder Zuschussrente“, sagte er. Im ZDF bekräftigte Brüderle, die FDP stehe zum Ende der Praxisgebühr. „Wir wollen auch Bürokratie abbauen“, sagte er. Bei einem jährlichen Aufkommen von bis zu 1,7 Milliarden Euro gingen fast 25 Prozent für Verwaltungsausgaben drauf. „Da muss man schon in Ruhe nachdenken“, sagte der FDP-Fraktionschef. Entscheidend sei aber, dass die Versicherten entlastet würden. Zur Diskussion steht angesichts hoher Reserven der gesetzlichen Krankenkassen auch eine Senkung des Beitragssatzes. „Wir stimmen uns ab“ Brüderle sagte im „Handelsblatt“ weiter, die Verhandlungsführung am Sonntag für die FDP habe selbstverständlich Parteichef Philipp Rösler. „Aber wir stimmen uns ab“, fügte der FDP-Fraktionsvorsitzende hinzu. Angesichts anhaltend schlechter Umfrageergebnisse plädierte Brüderle im ZDF, „seriös weiterzuarbeiten“. Er sagte: „Wenn wir flattern, wird das Bild nicht besser.“ dapd (Politik/Politik)

Bundesrat jenseits der politischen Farbenlehre

Bundesrat jenseits der politischen Farbenlehre Berlin (dapd). Kaum jemals zuvor ist der Parteizugehörigkeit eines Bundesratspräsidenten so viel Aufmerksamkeit gewidmet worden wie im Falle von Winfried Kretschmann. Immerhin steht mit ihm erstmals ein Grüner an der Spitze an der Länderkammer – und damit in der protokollarischen Rangfolge in Deutschland direkt hinter dem Bundespräsidenten. Am Freitag hielt er seine Antrittsrede im Bundesrat – und machte sogleich deutlich, dass gerade er in der Länderkammer keinen Platz für Parteipolitik sehe. Lebendigere Debatten und ein Ende des „gleichmütigen Kammertons“ hatte sich Kretschmann kurz nach seiner Wahl zum Bundesratspräsidenten gewünscht. Gleichwohl war es ein eher staatstragender Auftakt des neuen Geschäftsjahres in der Länderkammer, den Kretschmann mit seiner rund zehnminütigen Rede gab. Weitgehend folgte er seinem Manuskript und blickte nur hin und wieder von dem Papier auf. Nichtsdestotrotz eindringlich warb er für eine aktivere Rolle des Bundesrats und bekannte sich zur föderalen Ordnung der Bundesrepublik. Mehr Einmischung, mehr Transparenz, mehr Bürgernähe waren die Kernbotschaften des baden-württembergischen Ministerpräsidenten. „Weil ich von den Leistungen und Möglichkeiten des Föderalismus überzeugt bin, ist es mir ein Herzensanliegen, dass wir ihn populärer machen“, betonte Kretschmann daher. Vorsichtige Veränderungsvorschläge In der Bundespolitik trat Kretschmann bislang nur bei einzelnen Themen in Erscheinung. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) warf er wiederholt vor, bei der Umsetzung der Energiewende Zeit vergeudet zu haben. Ihre Europapolitik rügte er als visionslos. Auch bei der Suche nach einem neuen Atommüllendlager macht er bis heute Druck in Berlin. Im März 2011 bescherte er seiner Partei mit seiner Wahl zum Ministerpräsidenten eine Premiere, nun will er auch dem Bundesrat seinen Stempel aufdrücken. Als Landespolitiker allerdings, nicht als Parteipolitiker. „Wenn ich als Mitglied des Bundesrats rede, rede ich für das Land Baden-Württemberg und nicht im Namen der Grünen-Bundestagsfraktion“, machte er vor seiner Antrittsrede in der „Bild“-Zeitung noch einmal deutlich. Zugleich warnte er davor, die Bedeutung und Einfluss des Bundesrats zu schmälern, indem das Länderparlament als Gehilfe von Opposition im Bundestag oder der Bundesregierung missbraucht werde. „Unser gemeinsames Ziel muss es sein, dass der Ausgleich der Interessen der Länder und des Bundes nicht hauptsächlich entlang der politischen Farbenlehre sortiert wird“, mahnte er dann auch in seiner Rede. Dass dies möglich sei, zeige die einheitliche Positionierung der Länderchefs bei der Energiewende. Was genau er während seiner Präsidentschaft verändern will, deutete Kretschmann allerdings nur vorsichtig an. So ließen sich die Abstimmungsverfahren „sicherlich transparenter und nachvollziehbarer gestalten“. Für sinnvoll halte er Veränderungen des Bundesrats hin zu einem „Ort lebendiger, sachorientierter Diskussionen und politischer Entscheidungen“. Und obwohl sich Kretschmann zuvor klar zum Föderalismus bekannt hatte, betonte er, dieser sei „nicht in Stein gemeißelt“. Es könnten sich „Verschiebungen ergeben, die eine Weiterentwicklung des föderalen Systems erforderlich machen“. Kanzleramtsminister Ronald Pofalla (CDU) wertete gerade die Tatsache, dass ein Grüner an der Spitze der Länderkammer steht, als Zeichen dafür, „dass bei aller Kontinuität das parlamentarische Leben in Deutschland nie stillsteht“. dapd (Politik/Politik)

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Wahlmarathon auf fast allen Kanälen

Wahlmarathon auf fast allen Kanälen Berlin (dapd). Wahlpartys, Live-Schalten und Sondersendungen: Die deutschen TV-Sender bieten ihren Zuschauern in der Nacht zum Mittwoch eine umfangreiche Berichterstattung über die US-Präsidentschaftswahl. Bei ARD, ZDF, N24, RTL und n-tv können Politikinteressierte live mitfiebern. In Berlin steigen gleich drei Wahlpartys. Dort analysieren Experten die Hochrechnungen und ordnen die Ergebnisse ein. Zudem melden sich die Korrespondenten der Sender aus New York und Washington. Die ARD sendet ab 22.45 Uhr live aus dem Berliner E-Werk. Als ARD-Wahlexperte präsentiert WDR-Chefredakteur Jörg Schönenborn die neuesten Hochrechnungen und ordnet die Zahlen politisch ein. Matthias Opdenhövel und Sandra Maischberger unterhalten sich mit prominenten Gästen und Experten wie Außenminister Guido Westerwelle (FDP), US-Botschafter Philip D. Murphy oder dem ehemaligen US-Außenminister Henry Kissinger. NDR-Chefredakteur Andreas Cichowicz verfolgt die Kommentare im Netz. RTL veranstaltet gemeinsam mit n-tv und CNN eine Wahlparty in der Bertelsmann-Vertretung in Berlin. n-tv beginnt um 22.00 Uhr mit der Live-Berichterstattung. RTL zeigt um Mitternacht ein „Nachtjournal Spezial“. Ab 1.00 Uhr moderieren dann RTL-Chefredakteur Peter Kloeppel und n-tv-Chef-Anchor Christoph Teuner die gemeinsame Live-Sendung „Amerika wählt“ aus einem Sonderstudio in Köln. Claus Kleber twittert aus Washington Für das ZDF meldet sich Markus Lanz um 22.45 Uhr mit seiner Talkrunde aus dem Alten Telegrafenamt in Berlin. Ab 23.50 Uhr liefern Bettina Schausten und Christian Sievers die neuesten Ergebnisse und Analysen. In Washington ordnen Studioleiter Ulf Röller und ZDF-Politikchef Theo Koll die Entwicklungen des Abends ein. Auf dem Times Square in New York fängt Dunja Hayali die Reaktionen ein. Claus Kleber meldet sich am Dienstag und Mittwoch mit Sonderausgaben des „heute-journals“ live aus Washington. Zudem sammelt er Stimmen und Stimmungen in der Hauptstadt und hält die Zuschauer per Twitter auf dem Laufenden. Auch der Nachrichtensender N24 berichtet von 1.00 bis 7.00 Uhr live über die Entscheidung zwischen Präsident Barack Obama und seinem Herausforderer Mitt Romney. ProSieben verzichtet hingegen auf eine Live-Sendung zur US-Wahl. Sat.1 steigt erst um 4.55 Uhr mit dem Frühstücksmagazin in die Berichterstattung ein. Chefredakteure rechnen mit knappem Erfolg von Obama Die Chefredakteure von ARD, ZDF und RTL erwarten eine spannende Wahlnacht. „Obama hat im Moment die etwas besseren Karten. Aber ich will mich da nicht festlegen“, sagte RTL-Chefredakteur Peter Kloeppel. Ähnlich äußerte sich ARD-Wahlexperte Schönenborn. Der Ausgang der Wahl sei „objektiv nicht prognostizierbar“, sagte er im dapd-Interview. „Ich gucke mehrfach am Tag, was es für neue Umfragen gibt. Ich gehe aber jeden Abend ins Bett und bin ratlos.“ Dennoch seien die Chancen von Amtsinhaber Obama nach wie vor größer. „Seine Auftritte als Krisenmanager nach dem Hurrikan Sandy habe ich als sehr professionell und überzeugend empfunden. Das wird ihm den Schlussspurt erleichtern“, ergänzte Schönenborn. ZDF-Chefredakteur Peter Frey rechnet ebenfalls mit einem hauchdünnen Ergebnis: „Das wird sehr knapp.“ Dennoch hoffe er auf klare Verhältnisse. „Ich erinnere mich mit Schrecken an das Jahr 2000, als wir einige Tage warten mussten, bis das Wahlergebnis am Ende durch einen Gerichtsentscheid beglaubigt wurde“, sagte Frey. Für Schönenborn war das Duell zwischen George W. Bush und Al Gore seine bisher „faszinierendste Wahlsendung“. Er wünsche sich ein Ergebnis zum Ende des Morgenmagazins um kurz vor 9.00 Uhr: „Also Zittern die ganze Nacht durch, überraschende Wendungen und am Ende gibt es doch keine Hängepartie. Eine Wahlnacht lebt davon, dass man mitfiebern kann. Dazu gehört auch, dass es lange offen bleibt.“ (ARD-Livestream: http://www.tagesschau.de/uswahl http://twitter.com/ZDF ) dapd (Vermischtes/Politik)

CDU-Konservative wettern gegen den Zeitgeist

CDU-Konservative wettern gegen den Zeitgeist Berlin (dapd). Vier Wochen vor dem CDU-Parteitag in Hannover fordern Konservative in der Union zur Rückbesinnung auf Grundüberzeugungen auf. Der „Berliner Kreis in der Union“ präsentierte am Freitag in Berlin erstmals offiziell seine Standpunkte. Der Zeitgeist dürfe nicht das Handeln in der Union bestimmen, heißt es in dem Grundsatzpapier. „Unser Anliegen ist es, dass unsere Überzeugungen nicht verblassen. Wir wollen einen Beitrag zur Selbstvergewisserung und Bestimmung wertkonservativer Überzeugungen in der Moderne leisten“, schreibt der „Berliner Kreis“, zu dessen Organisatoren der Vorsitzende der hessischen CDU-Landtagsfraktion, Christean Wagner, gehört. In ihrem Positionspapier macht sich der „Berliner Kreis“ unter anderem für die Verankerung der deutschen Sprache im Grundgesetz und die Beibehaltung des mehrgliedrigen Schulsystems stark. Die Konservativen bekennen sich zum Ehegattensplitting und zum geplanten Betreuungsgeld. Elterliche Fürsorge müsse mehr Wertschätzung erfahren. Ein staatlich verordneter Mindestlohn wird abgelehnt. Die Einführung einer Mindestrente dürfe nicht zulasten der Beitragszahler gehen, mahnen die Konservativen. Der „Berliner Kreis“ spricht sich gegen „jegliche Art von starren Quotenregelungen“ aus. Erinnerungen an die „Bierdeckel“-Steuerreform In der Steuerpolitik mahnt der Gesprächskreis, zu dem auch die Präsidentin des Vertriebenenbundes, Erika Steinbach, gehört, die steuerpolitischen Beschlüsse des CDU-Parteitages von 2003 nicht auf Dauer zu vergessen. Langfristig müsse es ein einfacheres, transparenteres und verständliches Steuersystem geben. 2003 hatte die CDU auf ihrem Parteitag in Leipzig ein Steuerstufenkonzept des Finanzexperten Friedrich Merz beschlossen, das so simpel war, dass es auf einen Bierdeckel passte. Der Zusammenschluss von konservativen Politikern aus Bund und Ländern sorgt seit einigen Monaten für Diskussionen in der CDU. Spitzenpolitiker der Partei wie Fraktionschef Volker Kauder und Verteidigungsminister Thomas de Maizière, die ebenfalls zu den Konservativen in der Partei zu zählen sind, hatten sich kritisch mit dem Kreis auseinandergesetzt. „Ein Konservativer posaunt zum Beispiel nicht durch die Gegend, trompetet nicht so viel rum“, hatte de Maizière damals dem Nachrichtenmagazin „Focus“ gesagt. Der „Berliner Kreis“ sieht dennoch Handlungsbedarf. In den vergangenen drei Jahren habe die Union bei elf Landtagswahlen zum Teil erhebliche Stimmeneinbußen hinnehmen müssen. Bei fünf Landtagswahlen haben sie unter 30 Prozent der Stimmen erhalten. Monatlich verließen rund 1.000 Mitglieder die Union. Die Partei liege dauerhaft unter 40 Prozent. Allerdings hat die Union zuletzt in Umfragen dazugewonnen. Bei den meisten Umfrageinstituten liegen CDU/CSU bei 38 bis 39 Prozent. Zum Vergleich: Mit 33,8 Prozent hatte die Union 2009 ihr zweitschlechtestes Wahlergebnis bei Bundestagswahlen geholt. dapd (Politik/Politik)

Hofreiter kritisiert Flughafen-Aufsichtsrat

Hofreiter kritisiert Flughafen-Aufsichtsrat Berlin (dapd). Der Vorsitzende des Bundestagsverkehrsausschusses, Anton Hofreiter (Grüne), hat das Festhalten der Gesellschafter des künftigen Hauptstadtflughafens an Flughafenchef Rainer Schwarz als „schwer akzeptabel“ kritisiert. „Es ist schon seit Monaten erkennbar, dass Herr Schwarz ungeeignet ist für das, was er da unternimmt“, sagte Hofreiter am Freitag im RBB-Inforadio. Unterdessen stellt Grünen-Bundestagsfraktionschefin Renate Künast den Sitz von Spitzenpolitikern in Aufsichtsräten generell infrage. Der Aufsichtsrat, dem Politiker Berlins, Brandenburgs und des Bundes angehören, hatte bei seiner Tagung am Donnerstag trotz mehrfacher Verschiebung des Eröffnungstermins und Baumängeln keine personellen Konsequenzen gezogen. Ob der Bund seine Zusage zur Übernahme der Mehrkosten von 312 Millionen Euro tatsächlich einhalten kann, wollte Hofreiter nicht garantieren, denn der Haushaltsausschuss des Bundestags habe dies an die Entlassung von Schwarz geknüpft. „Wenn die Haushälter Wort halten, dann können sie diese Summe nur unter Vorbehalt auszahlen“, betonte der Grünen-Politiker. Skepsis bei Haftungsprüfung Auch die vom Aufsichtsratschef, Berlins Regierendem Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD), angekündigte juristische Prüfung von Haftungsfragen bewertete Hofreiter skeptisch. „Ich glaube, dabei kommt wieder heraus, dass Herr Schwarz dem Aufsichtsrat Informationen vorenthalten hat, und dann passiert wieder nichts, weil Berlin und Brandenburg Herrn Schwarz als Puffer für Herrn Wowereit und Herrn Platzeck behalten wollen und deshalb bereit sind, gewisse Verantwortungen unter den Tisch zu kehren.“ Die Berliner Grünen-Fraktionschefin Ramona Pop nannte es einen „einmaligen Vorgang“, dass gegen Schwarz zwar ermittelt werde, er aber weiter bei vollen Bezügen im Amt bleibe. Solange ermittelt werde, müsse er zumindest suspendiert werden, forderte sie. Zweifel meldete Hofreiter zudem an der Aussage Wowereits an, wonach der zuletzt geplante Eröffnungstermin am 27. Oktober 2013 gehalten werden kann. „Genaueres zum Termin kann man erst sagen, wenn man sieht, wie es auf der Baustelle vorangeht“, sagte er. Erst ein bis zwei Monate nach Wiederaufnahme der Bauarbeiten könne man eine Prognose wagen. Untersuchungsausschuss auf Baustelle Der Flughafen-Untersuchungsausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses wollte sich am Freitag (2. November) in Schönefeld ein Bild von der Baustelle des künftigen Hauptstadt-Airports machen. Im Anschluss sollte das Gremium in einer nicht-öffentlichen Sitzung auf dem Gelände tagen. Für den Nachmittag war eine Information über Ergebnisse vorgesehen. Als Konsequenz aus dem Flughafen-Debakel hält Künast es für sinnvoll, über den Sitz von Politikern in Aufsichtsräten nachzudenken. Wer die Sachkenntnis nicht habe, sei kaum in der Lage, Fehlentwicklungen zu erkennen, sagte sie der Nachrichtenagentur dapd. Die Berliner Bundestagsabgeordnete bekräftigte zudem ihre Forderung nach Ablösung von Wowereit, Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (beide SPD) sowie des Staatssekretärs im Bundesverkehrsministerium Rainer Bomba als Aufsichtsratsmitglieder. „Sie haben sich unehrlich verhalten und sind ihren Kontrollpflichten nicht nachgekommen“, sagte sie. „Es kann nur besser werden, wenn da Leute reingeholt werden, die schon mal Flughäfen geplant und gebaut haben.“ dapd (Politik/Politik)

Bundesrat gibt grünes Licht für Fernbusverkehr

Bundesrat gibt grünes Licht für Fernbusverkehr Berlin (dapd). Die Bahn bekommt auch im Fernverkehr Konkurrenz. Der Bundesrat stimmte am Freitag einem Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Liberalisierung des Fernbusverkehrs zu. Ab 2013 sollen Reiseziele demnach grundsätzlich auch mit dem Fernbus erreichbar sein. Dies war zum Schutz der Bahn bisher nur eingeschränkt möglich. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) begrüßte das Votum der Länderkammer. „Wir befreien den Fernbusmarkt von seinen Fesseln, die er jahrzehntelang getragen hat“, sagte er in Berlin. Künftig könne man mit dem Bus kostengünstig und umweltfreundlich quer durch Deutschland reisen. Dies schone Geldbeutel und Klima. „Wir erwarten von der Liberalisierung attraktive Angebote für die Verbraucher und einen kräftigen Impuls für die Omnibuswirtschaft – sowohl für die etablierten Verkehrsunternehmen wie auch für junge Unternehmen mit innovativen Geschäftsideen“, fügte Ramsauer hinzu. Künftig soll eine Beförderung von Personen im Fernbuslinienverkehr nur noch dann unzulässig sein, wenn der Abstand zwischen zwei Haltestellen weniger als 50 Kilometer beträgt oder zwischen diesen Haltestellen von der Bahn ein Nahverkehr mit einer Reisezeit bis zu einer Stunde angeboten wird. Die Deutsche Bahn betreibt über ein Tochterunternehmen selbst Fernbuslinien. dapd (Politik/Wirtschaft)

Verbände fordern schnellere und gerechtere Energiewende

Verbände fordern schnellere und gerechtere Energiewende Berlin (dapd). Anlässlich des Energiegipfels im Kanzleramt haben der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) und weitere Organisationen mehr als 100.000 Unterschriften für eine faire Verteilung der Kosten der Energiewende an Umweltminister Peter Altmaier (CDU) übergeben. Der BUND, das Kampagnennetzwerk Campact und der Paritätische Wohlfahrtsverband forderten am Freitag in Berlin zudem, die Energiewende zu beschleunigen. Bei einer Kundgebung unter dem Motto „Schluss mit dem Bremsen – Energiewende jetzt“ rangen Puppen Altmaiers und des Bundeswirtschaftsministers Philipp Rösler mit Bürgern symbolisch um das Tempo der Energiewende. Altmaier nahm die Unterschriften entgegen und bedankte sich bei den Anwesenden. Es sei auch ihr Verdienst, dass Deutschland bei der Energiepolitik international Vorreiter sei. Die Unterschriftensammlung sehe er als Unterstützung für seine Arbeit. Er würde nun für ein Gesamtkonzept zur Energiewende kämpfen, dass für Bürger und auch Unternehmen bezahlbar sei. Der Umweltminister unterstrich, dass „keine Zweifel an der Energiewende“ aufkommen dürfe. Im Einzelnen forderten die Demonstranten eine Korrektur des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) und eine fairere Kostenverteilung beim steigenden Strompreis. So sollten beispielsweise die Privilegien für stromintensive Unternehmen abgeschafft beziehungsweise reduziert werden, wie es in Aufrufen zur Unterschriftensammlung hieß. BUND: Rösler bremst bei Energiewende Der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger forderte, der Ausbau der erneuerbaren Energien müsse beschleunigt werden. Steigende Strompreise würden vor allem von der FDP benutzt, die Energiewende zu diskreditieren. Dabei habe die Bundesregierung die höheren Preise selbst mit verursacht, indem sie viele Unternehmen von den Kosten für erneuerbare Energien weitgehend befreit habe. Der Geschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, Ulrich Schneider, kritisierte: „Es ist untragbar, dass einkommensschwache Haushalte mit der von der Bundesregierung verursachten Preistreiberei zusätzlich belastet werden.“ Campact-Geschäftsführer Christoph Bautz verlangte, statt den Ausbau der erneuerbaren Energien auszubremsen, müsse die Regierung die Kosten der Energiewende endlich fair verteilen. „Die Industrie muss hieran angemessen beteiligt werden und Privilegien gestrichen bekommen.“ dapd (Politik/Politik)

Beiersdorf hebt Ausblick an

Beiersdorf hebt Ausblick an Hamburg (dapd). Der Konsumgüterkonzern Beiersdorf (Nivea, Eucerin) hat seine Umsatzprognose für das laufende Jahr angehoben und so ein Kursfeuerwerk für seine Aktie ausgelöst. Vor allem in Russland und Südamerika greifen immer mehr Verbraucher zu Cremes und Deos des Hamburger Traditionsunternehmens. Der neue Vorstandsvorsitzende Stefan Heidenreich hob am Freitag den Umsatzausblick für 2012 auf ein Wachstum von drei bis vier Prozent, nachdem bisher von drei Prozent die Rede war. Die Beiersdorf-Aktie legte um über sechs Prozent zu. Der Umsatz stieg nach Unternehmensangaben in den ersten drei Quartalen inklusive Währungseffekten um 6,8 Prozent auf knapp 4,6 Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) legte demnach ohne Sondereffekte um 16,8 Prozent auf 575 Millionen Euro zu. „Die Ergebnisse der ersten neun Monate zeigen, dass wir auf Kurs sind“, sagte der Vorstandschef. Heidenreich hatte erst im Frühjahr die Führung des Konzerns übernommen und den Kurs kräftig geändert: Der Hauptmarke Nivea verordnete er ein einheitliches Erscheinungsbild, die Werbung wurde reformiert, die Wachstumsmärkte wurden mehr in den Fokus genommen. Dass die neue Strategie zieht, zeigt der Blick auf die Ergebnisse der Monate Juli bis September: Der Umsatz stieg in den drei Monaten um zehn Prozent. Der Betriebsgewinn erhöhte sich sogar um fast 30 Prozent. Auch im Krisenkontinent Europa legten Umsatz und Ergebnis wieder zu. Noch viel besser lief es allerdings mit einem Umsatzplus von fast acht Prozent in den ersten neun Monaten in Osteuropa, vor allem in Russland. In Lateinamerika steig der Umsatz sogar um über 15 Prozent. Beiersdorf baut zurzeit für 80 Millionen Euro ein Werk in Mexiko, um den Markt noch besser zu bedienen. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)

Kretschmann wirbt für stärkere Rolle des Bundesrats

Kretschmann wirbt für stärkere Rolle des Bundesrats Berlin (dapd-bwb). Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) fordert von seinen Länderkollegen mehr Einmischung. In seiner Antrittsrede als Bundesratspräsident warb er für eine stärkere Rolle des Bundesrats im politischen System Deutschlands. Lediglich elf Prozent der Gesetzesinitiativen kämen derzeit aus den Ländern. „Wir dürfen die Taktzahl und die Inhalte der Vorlagen nicht nur Bundesregierung und Bundestag überlassen“, mahnte er. Zugleich sprach sich Kretschmann dafür aus, politische Interessen „nicht hauptsächlich entlang der politischen Farbenlehre“ zu sortieren. Als aktuelle Herausforderungen benannte er insbesondere die Energiewende, die Endlagerfrage, die Bewältigung der Euro-Krise sowie die föderalen Finanzbeziehungen. Er räumte ein, dass die Verfahren und Abläufe des Bundesrats für Außenstehende oft schwer verständlich seien und sprach sich dafür aus, diese transparenter und nachvollziehbarer zu gestalten. „Der Bundesrat muss in der Öffentlichkeit als Ort lebendiger, sachorientierter Diskussionen und politischer Entscheidungen deutlicher hervortreten“, betonte er. Kretschmann bekannte sich zum System des Föderalismus, das sich auch in Krisen bewährt habe. Selbst in der Finanzkrise sei es gelungen, „die Interessen der Länder und Kommunen zur Geltung zu bringen und gleichzeitig unsere gesamtstaatliche und europäische Verantwortung zu wahren“. Dennoch sei die föderale Ordnung nicht „in Stein gemeißelt“. Es gehe nicht darum, diese neu zu erfinden, aber vielleicht an manchen Stellen neu zu gestalten. Offiziell gewählt wurde Kretschmann auf der Sitzung der Länderkammer am 12. Oktober. Turnusgemäß wechseln sich die Bundesländer jährlich mit dem Vorsitz im Bundesrat ab. So sieht es eine Vereinbarung vor, auf die sich die Ministerpräsidenten 1950 in Königstein im Taunus geeinigt haben. Kretschmann ist der erste Grüne, der dieses Amt bekleidet. Zwtl.: Pofalla mahnt Einigungen an Kanzleramtsminister Ronald Pofalla (CDU) gratulierte Kretschmann in seiner Rede zu dessen Wahl, verwies aber zugleich auf die anstehenden Herausforderungen. Dabei hob er besonders die Energiewende, die Finanzmarktregulierung und die Überwindung der Krise im Euroraum hervor. „Die Energiewende ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die partei- und länderübergreifend bewältigt werden muss. Dies bedeutet auch, dass Bund und Länder jeweils einen Beitrag leisten müssen und zwar auch bei der Finanzierung“, fügte Pofalla mit Blick auf den Streit über die steuerliche Förderung der Gebäudesanierung hinzu. Für eine Einigung sei es „noch nicht zu spät“, betonte er, machte aber zugleich deutlich, dass es ohne einen Beitrag der Länder kein Gesetz geben werde. Einigungen mahnte der Kanzleramtschef auch beim Jahressteuergesetz, bei der Modernisierung der Unternehmensbesteuerung, dem deutsch-schweizerischen Steuerabkommen, dem Gesetz zum Abbau der Kalten Progression und bei der Absenkung des Rentenbeitragssatzes an. Zugleich kündigte er weitere Zugeständnisse des Bundes beim Ausbau der Kita-Plätze an. Er werde nicht auf monatliche Meldefristen zum Stand des Ausbaus bestehen. Die Länder hatten dies zuvor scharf kritisiert. Pofalla teilte mit, dass er den Staatssekretär im Bundesfamilienministerium bitten wolle, für den kommenden Montag ein Treffen von Bund und Ländern einzuberufen. dapd (Politik/Politik)

Gipfel im Kanzleramt soll Energiewende Schub geben

Gipfel im Kanzleramt soll Energiewende Schub geben Berlin (dapd). Aus 17 mach 1: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sucht bei einem Treffen mit den 16 Regierungschefs der Bundesländer nach einem gemeinsamen Konzept für die Energiewende. Mehrere Ministerpräsidenten bekundeten vor dem Energiegipfel am (heutigen) Freitag ihren Willen zur Einigung. Doch die Positionen liegen zum Teil weit auseinander. Vor dem Kanzleramt demonstrierten am Vormittag mehrere Umweltverbände dafür, die Energiewende zu beschleunigen und die Kosten fair zu verteilen. Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) forderte im dapd-Interview: „Heute müssen wir die ersten Pflöcke für ein abgestimmtes nationales Energiekonzept einschlagen.“ Der Ausbau der erneuerbaren Energien müsse besser koordiniert werden. Bislang verfolgten Bund und Länder ihre eigenen Vorstellungen. Seine Thüringer Amtskollegin Christine Lieberknecht (CDU) sagte im Deutschlandfunk, es könne nicht 16 verschiedene Energiewenden in 16 Bundesländern geben plus eine vom Bund. Bis Mitte 2013 müsse zusammen mit der Bundesnetzagentur ein nationaler Bedarfsplan für erneuerbare Energien erarbeitet werden. Netzausbau und Versorgungssicherheit im Fokus Beim Energiegipfel im Kanzleramt geht es unter anderem um Versorgungssicherheit, Preisstabilität und den Netzausbau. Die Länderchefs hatten in der vergangenen Woche in einem Eckpunktepapier gefordert, das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) so zu ändern, dass es Investitionssicherheit gewährleistet, die Kosten für die Energiewende „auf ein vertretbares Maß begrenzt“ und das Zusammenspiel von erneuerbaren Energien mit „der übrigen Energieversorgung“ optimiert. Die Bundesregierung will die Kosten für den Ausbau des Ökostroms deckeln. Das stößt auch bei Ministerpräsidenten aus den Reihen der CDU auf Widerspruch. Er wünsche sich „eine nationale Ausbaustrategie“ für die erneuerbaren Energien, sagte Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister im ZDF-„Morgenmagazin“. Notwendig sei „ein klares Bekenntnis der Bundesregierung und der 16 Ministerpräsidenten zum weiteren Ausbau der Offshore-Windenergie“, sagte McAllister. Die Windanlagen auf dem Meer stellten „eine Schlüsseltechnologie“ dar, um die Energiewende zu schaffen. Diese sei „eine gigantische Herausforderung“, betonte der niedersächsische Regierungschef. Sie werde nur gelingen, „wenn Bund und Länder an einem Strang ziehen“. McAllisters hessischer Amtskollege Volker Bouffier (CDU) schlug in der „Süddeutschen Zeitung“ vor, die Anbieter alternativer Energien sollten ihren Abnehmern die Bereitstellung einer vereinbarten Strommenge garantieren. Da dies mit der schwankenden Stromausbeute aus Wind und Sonne kaum möglich sei, könnten Ökostrom-Erzeuger Verträge mit konventionellen Kraftwerken schließen. „Das verhindert, dass wir unabhängig voneinander zwei Systeme haben und weiter ausbauen mit doppelten Kosten“, sagte Bouffier. Albig: Im Zweifelsfall muss der Staat einspringen Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) mahnte ebenso wie die Grünen ein einheitliches Stromnetz an. Albig forderte eine staatliche Netzbetreibergesellschaft, sollten die privaten Firmen finanzielle Probleme beim Netzausbau haben. „Wenn wir feststellen, dass ein privater Netzbetreiber es nicht schafft, muss es der Staat machen“, sagte Albig den „Kieler Nachrichten“. Der Netzausbau müsse mit ehrgeizigen und verbindlichen Zeitplänen unterlegt werden. „Bisher jedenfalls machen die Netzbetreiber beim Netzausbau viel zu wenig“, kritisierte er. Grünen-Fraktionschef Jürgen Trittin verlangte „ein gemeinsames Netz, das in öffentlichem Besitz ist, allerdings mit privater Beteiligung“. Die vier bestehenden Netzbetreiber seien nicht in der Lage, den notwendigen Netzausbau zu gestalten, sagte Trittin der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Trittins Ko-Vorsitzende Renate Künast warf der Regierung Konzeptionslosigkeit vor. „Es fehlt immer noch ein schlüssiger Plan zum Ausbau der Stromnetze, und die Wahlperiode ist nun bald zu Ende“, sagte sie der Nachrichtenagentur dapd. Dass Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) die Kraftwerksbesitzer per Gesetz zwingen wolle, unrentable Kraftwerke am Netz zu lassen, sei Planwirtschaft und völlig absurd. Rösler selbst weilte während des Energiegipfels auf einer Indienreise, zog jedoch auch die Kritik des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) auf sich. Rösler trete als „Bremser der Energiewende“ auf, bemängelte BUND-Vorsitzender Hubert Weiger im „Handelsblatt“. Bundesumweltminister Peter Altmaier sollten mehr als 100.000 Unterschriften für eine faire Verteilung der Kosten der Energiewende übergeben werden. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) verlangte von der Kanzlerin mehr Führung. „Im Moment haben wir bei den Länderzielen einen Wildwuchs: Export im Norden, Autarkie im Süden, das passt nicht zusammen“, sagte DIHK-Präsident Hans Heinrich Driftmann dem Düsseldorfer „Handelsblatt“. Er betonte: „Wichtig ist, dass die Kanzlerin in Richtung Kabinett genauso wie in Richtung Länder eine klare Linie vorgibt.“ dapd (Politik/Politik)