Stuttgart/Wolfschlugen (dapd). Die Staatsanwaltschaft Stuttgart vermutet beim Windanlagenbauer Windreich Bilanzmanipulation und hat den Hauptsitz in Wolfschlugen durchsucht. Im Visier der Behörde stehen fünf amtierende und ehemalige Vorstände, darunter auch Firmenchef Willi Balz und der frühere baden-württembergische Wirtschaftsminister Walter Döring. Ihnen wird vorgeworfen, Jahres- und Konzernabschlüsse durch Überbewertung von Vermögenspositionen geschönt zu haben, wie die Behörde am Mittwoch mitteilte. Neben der Firmenzentrale durchkämmten Beamte auch vier Privatwohnungen. Darunter waren laut „Bild“-Zeitung auch die Wohnungen von Balz und Döring. Balz war bis zum Mittag nicht zu erreichen. Dagegen wehrte sich Döring gegen die Vorwürfe. Er war bis 2012 stellvertretender Vorstandsvorsitzender des Unternehmens. „Ich habe eine Bilanz unterschrieben, die ein hoch renommiertes Prüfungsbüro vorgelegt hat“, sagte er der Nachrichtenagentur dapd. Im übrigen fielen die Vorwürfe nicht in seinen Verantwortungsbereich. „Es ist auch in meinem Interesse, dass das geklärt wird“, sagte er. Windreich plant und baut Windanlagen im Meer und an Land. Das Unternehmen ist laut Daten des Marktforschers wind:research die unangefochtene Nummer Eins bei Windparkprojekten in der Nordsee mit einem Marktanteil von 35 Prozent. Mit dem Geschäft hat das Unternehmen 2011 eine Gesamtleistung nach Handelsgesetzbuch von 161 Millionen Euro nach 150 Millionen Euro im Jahr zuvor erzielt. Der Jahresüberschuss stieg von 2,3 Millionen Euro auf rund 11,9 Millionen Euro. Zahlen für 2012 liegen noch nicht vor. Laut Manager Magazin ist das Unternehmen mit etwa 300 Millionen Euro verschuldet. Firmenchef Balz schrieb in einem Brief, in dem er für eine Anleihe warb, der Marktwert des Unternehmens betrage durch die Summe aller Projektwerte mehr als eine Milliarde Euro. Sabine Christiansen sitzt im Windreich-Aufsichtsrat Balz schmückt sein Unternehmen gern mit prominenten Gesichtern. So berief Windreich im Januar TV-Moderatorin und -Produzentin Sabine Christiansen in den Aufsichtsrat. „Die Energiewende braucht eine bessere mediale Präsenz der Marktteilnehmer“, sagte Balz zu der Personalie. Es würden viele Unwahrheiten verbreitet. „Da wollen wir dagegen halten, auch im Aufsichtsrat“, sagte er. Den langjährigen Telekom-Finanzchef Karl-Gerhard Eick konnte er allerdings nicht für den Posten des Finanzvorstands gewinnen. Eick sollte einen Börsengang des Unternehmens vorbereiten und war zunächst als Berater tätig. Im Dezember legte er aber das Mandat nieder. Das „Handelsblatt“ zitierte aus einer Mail von Eick: „Ich sehe für einen erfolgreichen Börsengang der Windreich AG auf absehbare Zukunft keinen Weg.“ Der Unternehmer Balz ist selbst nicht ganz unumstritten. So investierte er auch Firmengelder in Oldtimer, einem Hobby von ihm. „Meine Investments in historischen Rennsport waren weder verboten noch dumm, aber sie kamen nicht gut an“, sagte er im vergangenen Jahr. Die Windreich AG besitze nur noch einen Fuhrpark, der zu einem Drittel aus Elektrofahrzeugen und zwei Dritteln aus normalen Autos bestehe. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
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Bundesministerin Schröder startet Notruf-Telefon für Frauen
Berlin (dapd). Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) hat ein neues Hilfsangebot für Frauen gestartet. In einer Bedrohungssituation bekommen sie künftig unter der Telefonnummer 08000 – 116 016 schnell kompetenten Rat. Schröder sagte, mit dem Hilfetelefon werde ein klares Zeichen gesetzt: „Wir stehen den Frauen bei, die belästigt, bedroht, angegriffen oder verletzt wurden – und zwar zu jeder Tages- und Nachtzeit.“ 40 Prozent aller Frauen seien mindestens einmal im Leben Opfer körperlicher oder sexueller Gewalt geworden, erklärte die Ministerin. Diese Bedrohung finde sehr häufig im häuslichen Umfeld statt. Aber nur jede fünfte betroffene Frau finde den Weg zu Hilfs- und Unterstützungsangeboten vor Ort. Unter der Notrufnummer stehen Expertinnen den Anruferinnen mit Rat und Hilfe zur Seite. Sie erklären zum Beispiel, wann es richtig ist, die Wohnung zu verlassen, um nicht ein weiteres Mal Opfer von Gewalt zu werden. Oder sie sagen, wo sich die nächste Beratungsstelle und das nächste Frauenhaus befinden. Kompetente Ansprechpartnerinnen stünden betroffenen Frauen bei allen Fragen zur Seite, erklärte die Ministerin. Auf Wunsch würden Hilfesuchende an Unterstützungseinrichtungen vor Ort weitervermittelt. Als ortsunabhängige und bei Bedarf mehrsprachige 24-Stunden-Beratung schließe das neue Angebot die Lücke im Netzwerk der Unterstützungseinrichtungen. Auf www.hilfetelefon.de können Frauen auch über eine gesicherte, anonyme und barrierefreie Online-Verbindung Kontakt zu den Beraterinnen aufnehmen. Über die Website gibt es auch einen Zugang zu einer Gebärdendolmetschung. dapd (Politik/Politik)
EU verhängt eine halbe Milliarde Euro Strafe gegen Microsoft
Brüssel (dapd). Der US-Softwarekonzern Microsoft muss wegen Wettbewerbsverzerrung eine Geldbuße in Höhe von 561 Millionen Euro an die EU bezahlen. Grund sei, dass das Unternehmen Auflagen nicht nachgekommen sei, Nutzern die freie Wahl eines Internet-Browsers zu ermöglichen, teilte die EU-Kommission am Mittwoch in Brüssel mit. Microsoft war einer Übereinkunft mit den EU-Wettbewerbshütern nicht nachgekommen. In dem Programm Windows 7 Service Pack 1 fehlte die vereinbarte Auswahlmöglichkeit zwischen verschiedenen Browsern, wie die Kommission feststellte. 15 Millionen Nutzer in der EU hätten dadurch keine Wahlmöglichkeit gehabt, erklärten die Brüsseler Kartellwächter. Es sei das erste Mal, dass die Kommission ein Unternehmen bestrafe, das sich nicht an eine bereits getroffene Vereinbarung hielt. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Internet-Umsätze treiben Wachstum bei Axel Springer
Berlin (dapd). Getrieben vom Wachstum im digitalen Geschäft hat der Medienkonzern Axel Springer im vergangenen Jahr erneut Bestmarken bei Umsatz und operativem Gewinn markiert. So legten die Gesamterlöse des Unternehmens 2012 um 3,9 Prozent auf gut 3,3 Milliarden Euro zu, wie Springer am Mittwoch in Berlin mitteilte. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) kletterte um 5,8 Prozent auf 628 Millionen Euro. Damit übertraf der Verlagskonzern die von Vorstandschef Mathias Döpfner Anfang des Jahres ausgegebene Zielmarke beim operativen Profit deutlich. Das Nettoergebnis lag mit 275,8 Millionen Euro allerdings knapp fünf Prozent unter dem Vorjahreswert. Als Grund nannte Springer unter anderem Sondereffekte aus dem nicht operativen Geschäft. Motor der positiven Entwicklung war inmitten der Krise auf dem Zeitungsmarkt das Geschäft im Internet. Hier steigerte Springer den Umsatz um 22 Prozent und das Ebitda sogar um knapp 54 Prozent. Dagegen büßten die anderen Sparten deutlich ein. Besonders hart traf es dabei das internationale Print-Geschäft: Hier brach der Erlös um knapp sieben und der operative Gewinn um fast zwölf Prozent ein. dapd (Vermischtes/Wirtschaft)
Bei Henkel glänzt die Bilanz
Düsseldorf (dapd). Rekordjahr für Henkel: Der Konsumgüterkonzern hat im vergangenen Jahr mit Persil, Pattex und Co. so viel verdient wie noch nie zuvor in der 137-jährigen Unternehmensgeschichte. „2012 war für Henkel das bislang erfolgreichste Geschäftsjahr“, sagte Vorstandschef Kasper Rorsted am Mittwoch in Düsseldorf. „Alle Unternehmensbereiche sind profitabel gewachsen und haben die Marktanteile in ihren relevanten Märkten ausgebaut.“ Auch in Zukunft will der Konzern weiter wachsen. Rorsted steht seit 2008 an der Spitze des Düsseldorfer Markenartiklers. Bereits kurz nach seinem Amtsantritt hatte er dem Konzern einen ehrgeizigen Vierjahresplan verordnet. Jetzt zog der Manager eine positive Bilanz des Erreichten. Der Firmenwert habe sich seit 2008 von 8,7 Milliarden Euro auf 27 Milliarden Euro verdreifacht. „Heute verfügt Henkel über stärkere Marken, höhere Innovationsraten und gestiegene Marktanteile in fast allen für uns relevanten Märkten“, betonte Rorsted. Henkel habe seit 2008 nicht nur die Gewinnmarge von 10,3 auf 14,1 Prozent gesteigert. Das Unternehmen reduzierte auch seine Schulden von 3,8 Milliarden Euro auf nur noch 85 Millionen Euro Ende 2012. Der Erfolg zahlt sich auch für Rorsted selbst aus. Seine Gesamtbezüge stiegen 2012 um 29 Prozent auf 6,2 Millionen Euro. Außerdem erwartet ihn ein Sonderbonus in Höhe von 2,3 Millionen Euro für das Erreichen der Ziele des 2008 angekündigten Vierjahresplans. Henkel-Aktie legt deutlich zu Angesichts der aktuellen Diskussion über Managergehälter verteidigte der Däne das Gehaltspaket. Schließlich habe er den Wert des Konzerns um mehr als 18 Milliarden Euro gesteigert. Die Vergütungskriterien hätten sich bei Henkel in den vergangenen zehn Jahren nicht geändert, nur die Performance des Konzerns, sagte er. Auch die Mitarbeiter werden mit Sonderzahlungen am Erfolg beteiligt. Auch in Zukunft will Rorsted bei Henkel weiter aufs Tempo drücken. „Es wäre ein großer Fehler zu glauben, jetzt haben wir alles erreicht, jetzt müssen wir nichts mehr machen“, sagte er. Der neue Vierjahresplan sehe bis 2016 vergleichbare Verbesserungsraten vor wie sein Vorläufer. Im Rekordjahr 2012 steigerte Henkel seinen Umsatz um 5,8 Prozent auf 16,5 Milliarden Euro. Das betriebliche Ergebnis verbesserte sich um 24,6 Prozent auf 2,2 Milliarden Euro. Der Jahresüberschuss des Konzerns stieg sogar um 30,6 Prozent auf knapp 1,6 Milliarden Euro. Für das laufende Geschäftsjahr erwartet Henkel nun ein Wachstum beim Umsatz ohne Zukäufe von drei bis fünf Prozent. Das bereinigte Ergebnis je Aktie soll um etwa 10 Prozent steigen. „Henkel ist gut aufgestellt, aber wir werden unsere Prozesse stetig weiter vereinfachen und verbessern, um schneller und flexibler als unser Wettbewerb auf ein verändertes Umfeld reagieren zu können“, kündigte Rorsted an. An der Börse gewann die Henkel-Vorzugsaktie bis zum Mittwochmittag um gut drei Prozent an Wert. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Reiseveranstalter Alltours steigert Gästezahlen
Berlin (dapd). Das Duisburger Touristik-Unternehmen Alltours sieht sich weiter auf Wachstumskurs. Nach einem Gästeplus von 5,1 Prozent im vergangenen Geschäftsjahr sei im Winter ein erneuter Anstieg um mehr als fünf Prozent verzeichnet worden, teilte der Reiseanbieter am Mittwoch in Berlin vor Beginn der Internationalen Tourismus Börse (ITB) mit. Vor allem Türkei, Mallorca und Fuerteventura würden nachgefragt. Auch die Buchungen für den Sommer boomten. Allein im Februar seien im Vergleich zum Vorjahresmonat über 25 Prozent mehr Reisen verkauft worden, erklärte Alltours. Mehr als 65 Prozent des Gesamtvolumens für das laufende Geschäftsjahr seien bereits gebucht. Wie Alltours-Geschäftsführer Willi Verhuven sagte, sind die Buchungen für Griechenland um etwa 30 Prozent gestiegen und hätten damit wieder das Niveau der Zeit vor der Krise erreicht. „Wir haben die Delle ausgeglichen“, sagte er. Auch in Ägypten und Tunesien gebe es ein Plus. Ob das Niveau der Zeit vor der Revolution wieder erreicht wird, stehe noch nicht fest. Von der Eurokrise bekomme Alltours kaum etwas zu spüren. Registriert werde zudem einen Trend zu kürzeren Reisen. „Die Menschen machen eher 8 als 14 Tage Urlaub“, sagte Verhuven. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Beschäftigte von HP wehren sich gegen geplanten Stellenabbau
Rüsselsheim/Böblingen (dapd). Die Beschäftigten des IT-Konzerns Hewlett Packard in Deutschland wehren sich vehement gegen einen geplanten Stellenabbau in Rüsselsheim. „Die Schließung von Rüsselsheim hätte massive Auswirkungen weit über den Standort hinaus“, heißt es in einem Brief von ver.di-Bundesvorstandsmitglied Lothar Schröder an die Geschäftsführung von HP Deutschland, der der Nachrichtenagentur dapd vorliegt. „Denn die Rüsselsheimer Belegschaft arbeitet nicht als abgeschottete Einheit, sondern ist bundesweit wie global in Arbeitsprozessen und -strukturen von HP eingebunden“, heißt es darin weiter. Hinter den geplanten Entlassungen sei kein Konzept zu erkennen. Der Computerkonzern HP mit Deutschlandsitz in Böblingen hatte Anfang Februar die Schließung des Standorts Rüsselsheim mit 1.100 Mitarbeitern angekündigt. Laut IG Metall wollte die Geschäftsführung im Laufe des Mittwochs auf einer Sondersitzung des Gesamtbetriebsrates über die geplanten Maßnahmen informieren. „Die Beschäftigten werden den Geschäftsführern zeigen, was sie von den Plänen halten“, kündigte die IG Metall eine Protestaktion an. Laut Martin Sperber-Tertsunen von der IG Metall Darmstadt soll die Geschäftsführung „den Leuten ins Gesicht sehen, die sie entlassen wollen“. dapd (Wirtschaft/Wirtschaft)
Silvana Koch-Mehrin scheitert mit Klage gegen Entzug des Doktortitels
Karlsruhe (dapd). Die FDP-Politikerin Silvana Koch-Mehrin ist mit ihrer Klage gegen die Aberkennung ihres Doktortitels vor dem Verwaltungsgericht Karlsruhe gescheitert. Die Anfechtungsklage der 42-jährigen Politikerin wurde abgewiesen, wie das Gericht am Mittwoch mitteilte. Das bereits am Montag ergangene Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Koch-Mehrin kann dagegen innerhalb eines Monats Berufung beim Verwaltungsgerichtshof (VGH) Baden-Württemberg beantragen. Eine ausführliche Urteilsbegründung will das Verwaltungsgericht erst „in den nächsten Wochen“ nachreichen. Koch-Mehrin hatte ihren Doktorgrad im Jahr 2000 an der Philosophisch-Historischen Fakultät der Heidelberger Universität erworben. Nachdem eine Vielzahl von Plagiaten nachgewiesen worden war, entschied der Promotionsausschuss der Hochschule im Juni 2011, ihr den Titel abzuerkennen. Dagegen klagte die FDP-Politikerin. Ihr Anwalt Christian Birnbaum machte vor allem angebliche Verfahrensfehler bei der Entziehung des Doktortitels durch den Promotionsausschuss der Universität Heidelberg geltend. So seien die zehn Ausschussmitglieder formell nicht korrekt gewählt worden, argumentierte er. Zudem wäre statt eines Entzugs des Doktortitels auch eine wissenschaftliche Rüge in Betracht zu ziehen gewesen, sagte Birnbaum. Die Prüfung des Promotionsausschusses hatte hergeben, dass die Dissertation Koch-Mehrins „in substanziellen Teilen aus Plagiaten besteht“. Der Befund: 125 Stellen auf 80 Seiten sind Plagiate. Die Arbeit trägt den Titel „Historische Währungsunion zwischen Wirtschaft und Politik: die Lateinische Münzunion 1865-1927“. Koch-Mehrin war dafür der Grad eines Doktors der Philosophie verliehen worden. Die Universität Heidelberg hatte die Prüfung der Dissertation eingeleitet, nachdem im Frühjahr 2011 auf der Internetplattform VroniPlag Plagiatsvorwürfe laut wurden. Infolgedessen war Koch-Mehrin von ihren Ämtern als Vizepräsidentin des Europaparlaments, als Vorsitzende der FDP im Europäischen Parlament und als FDP-Präsidiumsmitglied zurückgetreten. Sie kündigte zudem im Oktober 2012 an, nicht wieder für das Europaparlament zu kandidieren. (Verwaltungsgericht Karlsruhe – Aktenzeichen: 7 K 3335/11) dapd (Politik/Politik)
Offenbar Anklage gegen Wulffs Ex-Sprecher Glaeseker erhoben
Hannover (dapd). Die Staatsanwaltschaft Hannover soll Anklage gegen den früheren Sprecher von Ex-Bundespräsident Christian Wulff, Olaf Glaeseker, erhoben haben. Nach Information des ARD-Magazins „Panorama“ werde Glaeseker Bestechlichkeit in drei Fällen zur Last gelegt. Die Staatsanwaltschaft wollte die Angaben zunächst weder bestätigen noch dementieren. Ein Sprecher verwies am Mittwoch auf dapd-Anfrage in Hannover auf eine Presseerklärung, die im Laufe des Tages verschickt werden sollte. Nach „Panorama“-Informationen soll Glaseker zwischen 2007 und 2010 mehr als 600.000 Euro von Sponsoren für drei Veranstaltungen des sogenannten „Nord-Süd-Dialogs“ eingeworben haben. Im Gegenzug soll er mehrmals kostenlos Urlaub in Feriendomizilen des Partyveranstalters Manfred Schmidt in Südfrankreich und Spanien gemacht haben. Auch gegen Schmidt ist dem Bericht zufolge Anklage wegen Bestechung erhoben worden. Wulff war im Februar 2012 wegen der komplexen Affäre um Vorteilsannahme zurückgetreten. dapd (Politik/Politik)
Grüne wollen weiter die Zukunft auf den Weg bringen
Berlin (dapd). Die Grünen wollen 30 Jahre nach ihrem Einzug in den Bundestag weiter Fortschrittsmotor in Deutschland sein. „Die Zukunft auf den Weg zu bringen, dafür stand und steht grüne Politik“, erklärten die Fraktionsvorsitzenden Renate Künast und Jürgen Trittin am Mittwoch in Berlin. Nach dem Bruch der sozialliberalen Koalition und als Ergebnis der vorgezogenen Bundestagswahl am 6. März 1983 waren die Grünen als Umwelt- und Anti-Atomkraft-Partei in den Bundestag eingezogen. Künast und Trittin erklärten, zu den 30 Jahren bewegter Parlamentsgeschichte gehörten Erfolge wie der jahrzehntelange Kampf gegen die Atomkraft, der 2011 im Atomausstieg gipfelte. Oder der konsequente Einsatz für eine Gleichberechtigung, die Frauenrechte ebenso wie Rechte von Lesben und Schwulen einschließe. „30 Jahre grüne Parlamentsgeschichte – das ist vor allem ein andauerndes Ringen und Kämpfen für unsere Ideen, unsere Vision und für globale Gerechtigkeit über Generationen hinweg“, sagten die Fraktionschefs. Und der Kampf sei noch lange nicht zu Ende, wie die Energie- und die Agrarwende belegten. Im Herbst dieses Jahres biete sich die Chance, die schwarz-gelbe Merkel-Koalition abzulösen, meinten Künast und Trittin. Denn verändert hätten sich nicht nur die Grünen, sondern auch die Gesellschaft. „Überzeugungen, die vor 30 Jahren nur eine Minderheit teilten, sind heute in der Mitte der Gesellschaft angekommen“, erklärten die Fraktionsvorsitzenden. „Jetzt kommt es drauf an, hieraus eine politische Mehrheit zu machen. Born to be green – aus Leidenschaft grün, damals wie heute.“ dapd (Politik/Politik)
